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Unverwüstliche Klassiker: Datenspeicherung mit Disketten

Lange schon liegt die Zeit zurück, in der Diskettenlaufwerke als unverzichtbare Bestandteile einer PC-Ausstattung galten. Nachdem sich die CD-ROM spätestens mit der Jahrtausendwende durchgesetzt hatte, ging es mit der Verbreitung der traditionellen Sicherungstechnik stetig bergab.

Die Anfänge der Diskette

Dabei blickt die Diskette auf eine bewegte Geschichte zurück: Erst löste sie die wenig handlichen Lochkarten aus der Pionierzeit der Computer ab, um anschließend in unterschiedlichen Versionen den breiten Standard der Speichermedien zu bilden. Im Bereich der Heimcomputer wuchs der Anspruch an die Diskette mit den zahlreicher werdenden Anwendungsoptionen. Damit einhergehend ermöglichten die immer schneller arbeitenden Prozessoren immer größere Ressourcen der Speicherung, was zur Folge hatte, dass irgendwann auch das am weitesten entwickelte 3,5-Zoll-Diskettenmodell die Grenzen seiner Aufnahmekapazität erreichte.
Parallel dazu hatte sich das Internet bereits durchgesetzt und die hinsichtlich ihres Volumens sowieso schon limitierte Diskette als gänzlich unbrauchbares, weil umständliches und zu langsames Medium markiert. Den stets gewaltiger werdenden Datenströmen der beschleunigten digitalen Welt war das althergebrachte Magnetscheiben-Format nicht mehr gewachsen. Allerdings zog sich die Ablösung in die Länge: Erstaunlich hartnäckig hielten und halten sich bis heute einzelne Formate am Markt. In Zeiten des ultraschnellen Austauschs von Daten ist immer auch die Option des ebenso schnellen Verlusts derselben einzuplanen. Mit einer bewusst gewählten älteren Speichertechnik ist der Flüchtigkeit und Instabilität zeitgemäßer Netze und Clouds durchaus ein stabiler Rahmen der Aufbewahrung entgegenzusetzen. Symbolisch für diese Aktualität einer bewährten Datensicherung stehen die Floppy-, Zip- & Jaz-Disketten. Sie entstammen der mittleren bis späten Disketten-Ära und haben sich dank gewisser Eigenschaften bis heute in ihrer Nische halten können.

Ursprung und Funktionsweise der Diskette: Speichern auf Magnetscheiben

Bei Disketten ist die eigentliche Speicherressource nicht einsehbar, anders als etwa bei der beschreibbaren Oberfläche eines CD-Rohlings. Bei der einst massenhaft verbreiteten 3,5-Zoll-Diskette liegt der entscheidende Speicherplatz unter einer Kunststoffverkleidung verborgen. Deren Größe von 90 mm birgt eine runde Magnetscheibe, vergleichbar einer beschreibbaren Festplatte der alten HDD-Variante. Im Unterschied zur Festplattenscheibe unterliegt die Scheibe der Diskette einem deutlich stärkeren Verschleiß, da der Schreib- und Lesekopf des Laufwerks unmittelbar über die magnetische Oberfläche fährt und dementsprechend für Abrieb sorgt.

Floppy-Disks

Die Vorgängerversionen der kompakten 3,5-Zoll-Disketten wurden aufgrund ihrer „wabbeligen“ Beschaffenheit nach dem dafür gebräuchlichen englischen Begriff „floppy“ genannt. Mit der Zeit hat sich diese Bezeichnung für diverse Diskettenarten durchgesetzt, auch für die direkten Nachfolger und die durch ihre Kunststoffhülle relativ stabilen 3,5-Zoll-Disketten. Die ursprünglichen Floppy-Disks waren oder sind teilweise noch in diversen Größen verfügbar und können höchst unterschiedliche Datenmengen abspeichern. Im Anfang der Heimcomputer-Ära betrug die Aufnahmefähigkeit der monströsen 8-Zoll-Floppys von IBM gerade einmal 80 Kilobyte. Das Limit der aufnahmefähigsten Varianten liegt bei rund 1.400 Kilobyte, was umgerechnet 1,4 MB entspricht. Dieses Format blieb bis zu seiner Ablösung Mitte der Neunzigerjahre im Grunde Standard bei diversen Anwendungen. Computerspiele ebenso wie Betriebssysteme waren im Handel auf Disketten verfügbar, mit leichten Varianzen bei der tatsächlichen Speichermenge.

Wenig Spielraum in der heutigen Praxis

Mehr als Textdateien waren und sind mit einer derartigen technischen Kapazität kaum auf Disketten abzuspeichern, was deren Unbrauchbarkeit im HD-geprägten Umfeld heutiger Anwendungen erklärt. Doch gerade deshalb bietet sich das Sichern von Office-Daten als Betätigungsfeld für die traditionelle Diskette an. Die Zugriffszeit ist mäßig, der Vorgang des Speicherns allerdings – auch dank der simplen Technik – recht simpel gestaltet, gerade wenn der Nutzer lediglich handelsübliche Textdateien sichern möchte. Einer Konfusion durch diverse unterschiedliche Formate, die auf der CD-ROM zusammengestellt werden, ist alleine durch die theoretische Unmöglichkeit einer solchen Ansammlung vorgebeugt. Den größten Minuspunkt fährt die Diskette bezüglich ihrer Haltbarkeit ein: Kaum zehn Jahre bewahrt sie ihren einsatzfähigen Zustand, der Alterungsprozess der Magnetscheibe läuft rasant ab und setzt meist schon nach wenigen Jahren ein. Hinzu tritt ein noch schwerwiegenderes Problem, nämlich das des Auslesens. Es betrifft die CD-Technik wie alle anderen Speichermedien überhaupt, besonders brisant stellt sich aber die Lage im Blick auf Floppy-Disketten dar: Werden in zwanzig Jahren aller Voraussicht nach noch ausreichend CD-Lesegeräte auf dem Markt kursieren bzw. noch gebaut werden, so dürfte es beim Erwerb eines Diskettenlaufwerks düster aussehen. Schon heute werden keine mehr produziert, das Sortiment an Secondhand-Geräten mag funktionierende Modelle bereithalten, deren Zahl durch Abnutzung jedoch kontinuierlich sinken wird.

Reinigung und Reparatur von Lesegeräten

Zudem sind auch Lesegeräte vom Verschleiß betroffen. Eine wirksame Option bietet die Reinigung der entsprechenden neuralgischen Stellen. Von den dafür vorgesehenen Reinigungsdisketten ist nach Möglichkeit Abstand zu nehmen, deren Arbeitsergebnisse sind wenig zufriedenstellend. Selbst Hand anzulegen ist dagegen empfehlenswert: Durch den Einsatz der Reinigungsflüssigkeit Isopropanol etwa (oder vergleichbarer geeigneter Reinigungsmittel) lassen sich die Schreib-Leseköpfe behandeln. Werterhaltung spielt bei diesen elektronischen Geräten keine besondere Rolle, die Instandhaltung zwecks zukünftiger Nutzung eine hingegen umso größere. Eine fachmännische Reparatur gestaltet sich wegen der geringen Verbreitung von Diskettenlaufwerken als schwierig, aber machbar.

Eine interessante Rolle spielen hierbei externe Varianten: Diese in der Endphase der massenhaften Diskettenverwendung auf den Markt gebrachten Geräte sind meist mit einem praktischen USB-Stecker ausgerüstet, sodass sie ohne Weiteres an aktuelle Rechner angeschlossen werden können. Die Installation macht keine Software erforderlich, sondern erfolgt über die Laufwerkerkennung der Systemsteuerung. Bei Bedarf kann der Steckplatz umgehend wieder freigemacht werden, darüber hinaus sparen Sie sich die mitunter mühsame Montage eines Laufwerks in den entsprechenden Schacht Ihres PC-Gehäuses. Eine weitere interessante Option für die Verwendung von Floppy-Disks bieten Kombilaufwerke. Mit diesen wählen Sie bequem zwischen dem 3,5-Zoll-Format und einer Speicherkarte, wie sie in Digitalkameras zum Einsatz kommt. So gelingt die Verbindung zweier Generationen von Speichermedien in einem Gerät.

Wenige Disketten bewähren sich heute noch

Geht es um die reine Masse an abzuspeichernden Daten, sind sämtliche noch vorhandenen Versionen von Disketten unbrauchbar. Punkten können die Magnetscheiben daher nur durch ihre Robustheit – immer unter Berücksichtigung der Tatsache, dass mit voranschreitender Zeit die Organisation eines entsprechenden Laufwerks gewährleistet werden muss. Das mag bei den herkömmlichen Floppy-Disks eine derzeit noch machbare Aufgabe darstellen, bei den Spätentwicklern der Branche, die ungefähr parallel zum Durchbruch der CD-Rom auf den Markt kamen, sieht die Situation etwas anders aus. Zwar ist die Speicherkapazität eine deutlich größere, die Verbreitung allerdings erheblich geringer, was die Verfügbarkeit nicht nur von Laufwerken deutlich einschränkt. Auch die Datenträger an sich sind schwerer erhältlich. Die Rede ist von Jaz- und Zip-Disketten.

Versuch über zwei Gigabyte:  Jaz-und Zip-Laufwerke

Beides Produkte der 90er-Jahre, wurden Jaz- und Zip-Medien entworfen, um das bald schon als Ärgernis wahrgenommene Ressourcen-Problem der veralteten und stark beschränkten Floppy-Disketten zu beheben. Beide Varianten konnten sich niemals wirklich durchsetzen, was vor allem an der parallel dazu verlaufenden technischen Innovation in Form der CD lag. Hinzu kam eine nicht unerhebliche Unausgereiftheit, um die Jaz- und Zip-Technik rasch ins Abseits geraten zu lassen. Dabei bezeugte das Datenblatt eine beeindruckende Steigerung im Vergleich mit den damaligen Standards.

Jaz-Disketten

In erster Linie für das Anfertigen von Back-ups gedacht, imponierten die Jaz-Disketten des Herstellers Iomega mit einem Volumen von bis zu zwei Gigabyte. Ausgelesen wurden sie von entsprechenden Laufwerken, die nicht größer waren als vergleichbare Disketten-Varianten und in externen ebenso wie in internen Ausführung erhältlich waren. Das Prinzip funktionierte ganz nach der Art der Festplatte: Zwei im Innern des Speichermediums verbaute Platten wurden im Laufwerk von zwei Paaren Schreib- und Leseköpfen bearbeitet, dank metallener Schutzklappe war auch für den nötigen Staubschutz gesorgt. Eine weitere Besonderheit war die Transporteigenschaft: Mithilfe einer automatischen Verriegelung hielten die Festplatten allen Bewegungen Stand. In einer späteren Baureihe wurde die Kapazität sogar auf 120 Gigabyte heraufgeschraubt, aber auch diese konnte sich nicht mehr bewähren.

Zip-Disketten

Das Vorgängermodell des Jaz war die Zip-Diskette. Mit ihr versuchte Iomega erstmals, einen neuen und schlagkräftigen Akzent in Sachen Speichermedium zu setzen. Der Beginn war allerdings eine bescheidene Angelegenheit, mit gerade einmal 100 Megabyte konnte Zip kaum jemanden überzeugen. Die Nachfolger allerdings hatten ordentlich zugelegt und erreichten in der Spitzenkapazität einen Wert von 750 MB, was etwa der Speicherressource einer heute üblichen CD-ROM entspricht. Ähnlich wie die Jaz-Konstruktion war der Anfang vielversprechend, zumal die Alternativen fehlten: CD-Brenner inklusive Rohlinge waren wirtschaftlich noch nicht in der Breite vermittelbar, weshalb die Zip-Disketten mit ihren Laufwerken in der ersten Hälfte der Neunzigerjahre rasch an Popularität gewannen. Hinzu kam, dass sich praktisch kaum hochauflösende Dateien im Umlauf befanden, die einem Zip-Medium schnell seine Grenzen aufgezeigt hätten.
Die zwar kompakten, aber trotz solider Sicherheitsvorkehrungen in punkto Verschmutzung der Lese-Schreibköpfe doch recht anfälligen Modelle gerieten durch die Verbreitung kostengünstiger CD-Brenner mitsamt Rohlingen bald schon ins Hintertreffen, bis sie schließlich ganz vom Markt verdrängt wurden. Vor allem die wiederbeschreibbare CD-RW machte den Magnetscheiben ernsthafte Konkurrenz.

Im Prinzip haben sich heutzutage sämtliche Ausführungen der Disketten überlebt, was nicht heißt, dass deren Anwendung eine unsinnige Sache ist. Sie sollten sich im Vorfeld etwaiger Kaufentscheidungen allerdings gut überlegen, ob die Investition in eine definitiv überholte Speichertechnik ein lohnendes Unterfangen darstellt. Aus Gründen einer alternativen Back-up-Option können die bewährten Diskettenformate aber sicher ihren Teil dazu beitragen, eine solide Sicherheitsvorkehrung zu schaffen. Zum täglichen Datenverkehr dürfte sich die Nutzung als eine auf die Dauer zu umständliche Angelegenheit erweisen.

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