Fleisch in bester Qualität (1): das Mohrenköpfle!

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Nach all den Jahren mit Schreckensmeldungen über Gift im Essen oder Klärschlamm und Altöl im Tierfutter auch mal erfreuliche Nachrichten: der Trend der Verbraucher geht hin zu mehr Bewusstsein, zu mehr Qualität. Dafür darf die täglich verzehrte Menge auch schon einmal geringer sein und vielleicht muß man ja auch nicht jeden Tag Fleisch essen?

Da ich beruflich viel reise und somit auch viele Hotels und Gastronomiebetriebe kenne (vor allem in Süddeutschland),  ist mir aufgefallen, daß die Speisekarten sich in den letzten Jahren geändert haben. Es wird einfach mehr Wert gelegt auf einen nachvollziehbaren Weg von der Tieraufzucht bis zur Fleischverarbeitung - die "Verbraucher", die Kunden legen einfach Wert darauf. Und das ist auch gut so.

Der Trend zur Direkt-Vermarktung

Im  Hotel "Die Krone" (Schwäbisch Hall!)  hatte ich Gelegenheit, mich selbst davon zu überzeugen. Die Speisekarte lässt sich übrigens auf der Homepage dieses 4-Sterne-Betriebs einsehen.

Einige in unserer Runde aßen begeistert Speisen vom Hällischen Landschwein (auch wegen seines Aussehens "Mohrenköpfle" genannt), ein Begriff, den ich zuvor noch nie gehört hatte, und der mich neugierig machte. 

Hier ein paar Infos zu dieser Rasse, die nach 1950 praktisch als ausgestorben galt, und die von einigen beherzten Landwirten aus einem Restbestand von sieben(!) Sauen und einem Eber wieder zurückgezüchtet wurde - heute gibt es schon wieder über 1000 Betriebe, die dieses qualitativ hochwertige Tier produzieren!

     

Aus dem schweinischen Leben gegriffen:

...fressen...                           ...schlafen...                            ...fressen!


Bilder alle aus "wikimedia commons" (bei wikipedia ist auch ein empfehlenswerter Artikel, der hier leider nicht verlinkt werden darf)


Zucht

Das Schwäbisch-Hällische Landschwein gibt es schon seit König Wilhelm I. von Württemberg, der die Landeszucht um 1820 mit chinesischen "Maskenschweinen" (oder "Sattelschweinen") bereicherte. Haller Bauern haben sich heute wieder dieser alten Rasse mit der gerühmten Fleisch­qualität angenommen. Für sie werden von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall reinrassige Schwäbisch-Hällische Landschweine und veredelte Kreuzungen gemästet.

Haltung

Schwäbisch Hällische Landschweine leben "artgerecht". Die Ställe sind hell, luftig und mit Stroheinstreu. In manchen Betrieben haben die Tiere auch Auslauf.

Fütterung

Das Schwäbisch-Hällische Landschwein bekommt während der Mast betriebs­eigenes Getreide mit vitaminiertem Futterkalk und Eiweißergänzung aus Erbsen- oder Bohnenschrot. Nur Futter aus der Region darf hinzugekauft werden. In jedem Fall sind Masthilfsstoffe verboten.


Qualität

Die Betriebe werden regelmäßig von neutraler Seite kontrolliert. Alle Schweine werden am Schlachthof Schwäbisch Hall geschlachtet, so tierschonend es eben geht. Das Fleisch wird auf einwandfreie Qualität überprüft und die Rückstandssituation lau­fend von einem neutralen Institut überwacht. So erhalten die Kunden ein ehrlich erzeugtes Produkt - besonders schmackhaft und mit hohem Gesundheitswert.

Herkunft

Das Schwäbisch Hällische Landschwein stammt ausschließlich von den Bauernhöfen, die sich zu der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall zusammengeschlossen haben. Nach der Schlachtung kommt das Fleisch direkt in die partnerschaftlich verbundenen Fachgeschäfte, damit die Herkunft direkt bis zu jedem Bauernhof nachvollziehbar ist. Die Hohenloher Bauern laden gerne zu einem Besuch auf ihren Höfen herzlich ein, damit Sie persönlich erleben können, wie verantwortungsbewusst Ihr Lebensmittel Fleisch erzeugt wird. Info-Telefon: 07904-97970.


Wie gesagt, alle Gäste rühmten die hervorragende Qualität des Fleischs und seine Zubereitung.

Wenn man in der Nähe ist und die Gelegenheit hat, sollte man sich mal einen der Betriebe besuchen (ein gutes Zeichen, wenn jemand nichts zu verbergen hat und Besucher willkommen sind!) und auch den bäuerlichen Regionalmarkt (mit eigener Gastronomie) ansehen. Die Produkte sind auch z.T. im online-Shop erhältlich. - Terminabstimmungen und Kontaktadressen sind leicht im Internet zu finden.




Foto: © Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall
Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der BESH


Wenn Sie Interesse haben, hier meine anderen Erfahrungsberichte über Hotels / Restaurants / Gastronomie:
  • Fleisch in bester Qualität (3): "bœuf de Hohenlohe"!
  • (demnächst mehr)


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