FireWire-Kabel, Adapter und andere Anschlüsse für Ihre Videocam

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Der passende Anschluss für Ihre Videocam – FireWire-Kabel und Adapter finden

Das Bildsignal wird in einer Videokamera auf analogen oder digitalen Datenformaten gespeichert. Die serielle Ausgabe ist beiden Varianten gemeinsam. Welche unterschiedliche Anschlüsse für Videocams existieren, warum das FireWire-Kabel lange Zeit die beste Option der Verbindungsherstellung darstellte, welche neueren Schnittstellen überlegen und welche Adapter erhältlich sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Verbreitete Schnittstellen für die Videokamera

Die ständige Weiterentwicklung der Videokameras hat auch zu ständig leistungsfähigeren Schnittstellen geführt. Im Folgenden werden die veralteten analogen und neuen digitalen Schnittstellen für Videokameras vorgestellt. Auf Adapter zu anderen Schnittstellen wird dabei hingewiesen.

Analoge Schnittstellen

AV Aus-/Eingang (Audio/Video)

Eine moderne Videokamera mit AV-Eingang kann auch dazu verwendet werden, um alte VHS-Bänder zu digitalisieren. Der Videorekorder wird dazu direkt mit der Videokamera verbunden. AV-Kabel sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Entweder befindet sich auf beiden Seiten ein 3,5-mm-Klinkenstecker, oder auf der anderen Seite sind drei getrennte Cinch-Stecker. AV-Adapter ermöglichen die Verbindung mit einer VGA-Schnittstelle oder zu einem Scart-Anschluss. AV-Verteiler machen Schluss mit Kabelsalat. Diese verfügen z. B. über drei AV-Eingänge und einen AV-Ausgang. Verbunden mit Kamera, Spielkonsole und Videorekorder ist die Wiedergabe auf dem Fernseher über einen Drehschalter wählbar.

Videoausgang RCA-Buchsen (Component und FBAS)

Ältere analoge Kameras sind mit einem RCA-Stecker ausgestattet. Die drei Stecker sind mit den Farben rot (Audio), weiß (Audio) und gelb (Video) markiert. Die Kamera wird mithilfe eines RCA-Kabels z. B. mit einem Fernseher verbunden. RCA-Adapter verschaffen Kompatibilität zu anderen Schnittstellen. So ist die Verwendung eines Scart-Steckers beispielsweise möglich, der an ein Fernsehgerät eingesteckt wird.

Videoausgang BNC (FBAS)

Der BNC-Stecker ist wahrscheinlich die verbreitetste Bauform eines Koaxialsteckers. Neben der Verwendung in der Videotechnik wurde dieser in der Funktechnik eingesetzt. Die SCART-Steckverbindung hat sich durchgesetzt, weshalb der BNC-Stecker kaum anzutreffen ist. Bei Überwachungskameras wird der BNC-Stecker häufig verwendet. BNC zu Cinch und andere BNC-Adapter sind bei eBay erhältlich.

S-Video Aus-/Eingang

Bei S-Video (Separate Video) werden die Farb- und Helligkeitsinformationen getrennt übertragen. Die Qualität von Component-Video oder RGB-Signalen wird zwar nicht erreicht, dafür ist das Signal qualitativ besser als Composite Video. Idealerweise wird S-Video nur zwischen kompatiblen Geräten eingesetzt. Häufig möchte man im Heimbereich jedoch ein Composite-Gerät via S-Video speisen. Dieser Fall tritt z. B. bei der Verbindung eines Notebooks mit einem Fernseher ein. S-Video-Adapter sind für diese Zwecke erhältlich. Mögliche Verbindungen sind zu USB, Cinch und VGA.

Digitale Schnittstellen

Die analogen Schnittstellen sind alle inzwischen veraltet. Mithilfe der entsprechenden Adapter ist es möglich, Kompatibilität zu den digitalen Schnittstellen herzustellen.

Videoausgang SDI-Buchsen (Serial Digital Interface)

SDI ist eine digitale, serielle Schnittstelle, die zur Übertragung von unverschlüsselten und unkomprimierten Videodaten verwendet wird. Im privaten Bereich und somit bei normalen Videocams kommt diese Schnittstelle nicht zum Einsatz. Vielmehr wird diese von professionellen Fernsehstudios verwendet. Bei der digitalen SDI-Schnittstelle handelt es sich um eine Weiterentwicklung der analogen Videostandards NTSC und PAL.

USB-Ausgang für die Datenübertragung

Häufig sind Videocams mit einer USB-Schnittstelle ausgestattet. Die Verbindung zum Desktop-PC oder Notebook lässt sich damit bequem herstellen und Daten können kopiert werden. Die Verwendung dieser Schnittstelle (zumindest bis USB 2.0) ist jedoch nur dann ratsam, wenn Ihr Computer (oder die Videokamera) über keine FireWire-Schnittstelle verfügt, die nämlich wesentlich schneller ist. Die maximale Datenübertragungsgeschwindigkeit der USB-2.0-Schnittstelle ist auf 480 Mbit/s begrenzt.

Verfügen Kamera und Computer über eine USB-3.0-Schnittstelle, ist der rasend schnelle Datenaustausch auch über diese Schnittstelle möglich. Mit dieser ist eine maximale Datenübertragungsgeschwindigkeit von 5 Gbit/s im SuperSpeed-Modus möglich.

Mithilfe eines USB-Video-Kabels ist die Herstellung einer Verbindung von USB zu Cinch- oder Scart-Anschluss möglich.

DV Aus-/Eingang mit FireWire-Schnittstelle (IEEE-1394)

Digital Video (DV) ist für den 1994 eingeführten DV-Standard der Oberbegriff. DV-Kabel werden bei eBay für unterschiedliche Hersteller wie Canon, Panasonic und JVC angeboten. Erhältlich sind auch Adapter. Der Standard umfasst die Kassettenformate DV, MiniDV, DVCAM, Digital8, DVCPro und HDV (ebenso DVCPro50 & DVCProHD). Gedacht war das Format eigentlich nur für den Consumermarkt. Aufgrund der sehr guten Qualität verbreitete sich der Standard jedoch auch schnell im professionellen Bereich. Im Vergleich zum ursprünglichen Speicherplatzbedarf analoger Quellen beträgt der Platzbedarf der digital aufgezeichneten Bilder nur 10 Prozent dessen. Alle Bilder werden bei diesem Verfahren einzeln und voneinander unabhängig codiert (ähnlich dem JPEG-Verfahren). Die Hälfte der Datenreduktion wird durch die Halbierung der Farbinformation erreicht, denn das menschliche Auge ist empfindlicher für Helligkeitsunterschiede als für das Farbsehen. Anschließend wird das Bild digital komprimiert. Für fünf Minuten Film entsteht rund 1 GB Datenmaterial.

Die verlustfreie digitale Übertragung der Videodaten erfolgt über die parallel zu DV entwickelte FireWire-Schnittstelle mithilfe eines FireWire-Kabels. Meist wird diese Schnittstelle als DV-Out bezeichnet und dient auch der Datenübertragung an den PC oder das Notebook. Der Prozessor wird bei dem Kopiervorgang nur unwesentlich belastet, da die Datenpakete ohne Umwandlung und verlustfrei übertragen werden. Verfügt eine Videocam über einen DV-Eingang (DV-In), ist die Anfertigung einer 1:1-Kopie von einem anderen Camcorder möglich. Ebenso besteht so die Option, Videos, die am Notebook bearbeitet wurden, zurück auf MiniDV zu überspielen.

FireWire, auch i.LINK oder 1394 genannt, ist eine serielle Schnittstelle zur Datenübertragung, wobei FireWire eine Marke von Apple darstellt und i.LINK eine Marke von Sony. Die Datenübertragungsrate ist jeweils hinter dem "FireWire" angegeben. FireWire 400 überträgt Daten maximal mit einer Geschwindigkeit von 400 Mbit/s, bei FireWire 800 (IEEE 1394b) sind es 800 Mbit/s. USB 2.0 ist mit 480 Mbit/s ein wenig schneller als FireWire 400 und deutlich langsamer als FireWire 800. Um die Daten von der Videocam zum PC mit maximal möglicher Geschwindigkeit zu übertragen, sollte nach Möglichkeit FireWire 800 verwendet werden.

Merkmale von FireWire 800

FireWire 800 hat gegenüber FireWire 400 einige Änderungen. Neben der höheren Übertragungsrate von 800 Mbit/s wird ein neuer Stecker mit einem neunadrigen Kabel verwendet. Es wird eine andere Signalcodierung genutzt; eine Abwärtskompatibilität ist mithilfe von bilingualen Chips zu 1394a (FireWire 400) gegeben. Gegenüber der maximalen Kabellänge von 4,5 m bei FireWire 400 ist hier die Verwendung längerer Kabel möglich.

Notebook und Desktop-PC mit FireWire-Schnittstelle aufrüsten

Wenn Ihr Notebook oder Desktop-PC nicht über eine integrierte FireWire-Schnittstelle verfügt, ist eine Nachrüstung in beiden Fällen möglich. Die Verwendung der langsameren USB-Schnittstelle wird so vermieden. Bei Notebooks ist der Erweiterungsschacht ideal dafür geeignet. Eine Porterweiterungskarte mit FireWire-Schnittstelle ist sowohl für den PCMCIA-Schacht wie auch den neueren ExpressCard-Schacht erhältlich. Bei einem Desktop-PC bietet sich der PCI-Steckplatz für die Nachrüstung an.

Adapter für FireWire

Zahlreiche FireWire-Adapter sind bei eBay erhältlich, mit denen Kompatibilität zu anderen Schnittstellen geschaffen wird. FireWire 400 zu FireWire 800 (Adapter-400-800) und FireWire auf USB (FireWire-USB) sind nur zwei Beispiele.

Die FireWire-Schnittstelle war sehr lange der Standard bei digitalen Videoaufnahmegeräten. Die wesentlich schnellere HDMI-Schnittstelle, die die gleichzeitige Übertragung des Audiosignals möglich macht, ist der Nachfolger.

HDMI

Die ab 2003 entwickelte HDMI-Schnittstelle (High Definition Multimedia Interface) dient der volldigitalen Übertragung von Video- und Audiodaten. Die HDMI-Technologie ist eine Weiterentwicklung von DVI und dazu abwärtskompatibel. Der Stecker der HDMI-1.0-Version ist kleiner als der DVI-Stecker. Die gleichzeitige Übertragung des Audiosignals ist eine Neuerung gegenüber dem Vorgänger. HDMI wurde ständig weiterentwickelt. Mit HDMI 1.2 sind Datenübertragungsgeschwindigkeiten von 3,96 Gbit/s (Typ A) und 7,92 Gbit/s (Typ B) möglich. Typ A und Typ B sind zwei unterschiedliche Steckertypen. Für HDMI 1.3 wurde der Stecker-Typ C zusätzlich mit aufgenommen; noch kleiner ist der Stecker von HDMI 1.4 (Typ D). Die maximal mögliche Datenübertragungsgeschwindigkeit bei HDMI 1.3 und HDMI 1.4 beträgt 8,16 Gbit/s. Im September 2013 wurde die HDMI-Version 2.0 verabschiedet.

Wie auch bei der FireWire-Schnittstelle ist die nachträgliche Bereitstellung einer HDMI-Schnittstelle mithilfe einer Porterweiterungskarte für Notebooks und Desktop-PCs möglich.

Unterschiedliche HDMI-Adapter sind bei eBay erhältlich. Dazu zählen Adapter für eine Verbindung von VGA nach HDMI, DVI nach HDMI, USB auf HDMI und spezielle HDMI-Audio-Adapter, die nur das Audiosignal übertragen.

Zahlreiche Videocams mit der sehr schnellen HDMI-Schnittstelle sind erhältlich.

DisplayPort

Die DisplayPort-Schnittstelle wurde in ihrer ersten Version im Jahr 2006 veröffentlicht. Mit der Version 1.1 ist Kompatibilität zu DVI und HDMI gegeben, sodass mithilfe eines DisplayPort-Adapters eine Verbindung hergestellt werden kann. Während die maximale Kabellänge eines HDMI-Kabels 5 m nicht überschreiten sollte, darf das DisplayPort-Kabel bis zu 15 m lang sein.

Thunderbolt

Die Thunderbolt-Schnittstelle wurde im Jahr 2011 offiziell vorgestellt und dient als Schnittstelle zwischen Videokameras, Festplatten, Monitoren und Computern. Die Thunderbolt-Technologie steht in direkter Konkurrenz zur USB-3.0-Schnittstelle, die ungefähr halb so schnell ist. Mit der Weiterentwicklung Thunderbolt 2 steigt die mögliche Datenrate auf 20 Gbit/s. Damit ist die Übertragung von Bildern, Videos, Audio und reinen Daten über ein Kabel möglich.

Canon war der erste Hersteller von Camcordern, der die Unterstützung der superschnellen Thunderbolt-Schnittstelle zusagte.

Kabel und Adapter für alle Fälle

Die Qualität der mit einer Videocam erstellten Videos wird ständig weiterentwickelt und verbessert. Immer größere Datenmengen müssen gespeichert und übertragen werden. FireWire war für viele Jahre die Standard-Schnittstelle bei digitalen Camcordern. Adapter zu älteren und neueren Standards sind bei eBay erhältlich. HDMI ist der direkte Nachfolger und damit ist neben der schnellen Übertragung des Videosignals ebenso die Übertragung des Audiosignals möglich. Neuere Camcorder sind häufig mit einer HDMI-Schnittstelle ausgestattet, an Flachbildfernsehern ist HDMI die Standard-Schnittstelle. Neue Notebooks verfügen meist ebenso über eine HDMI-Schnittstelle. Eine Porterweiterungskarte macht ansonsten die nachträgliche Bereitstellung der Schnittstelle möglich. DisplayPort und Thunderbolt, wie auch USB 3.0 eignen sich allesamt zur Datenübertragung zwischen Videocam und Computer. Welche Schnittstelle sich als nächste durchsetzen wird, muss abgewartet werden. Adapter werden dann für Abwärtskompatibilität sorgen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden