Final Fantasy VIII

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Nach einer Stunde stand das Spiel wieder im Regal, denn solange dauerte es bis ich es nach dem ersten Anspielen verwirrt und frustriert wieder dorthin beförderte.

Aber der Reihe nach: Eigentlich wollte ich nur einen Testbericht zu diesem PSOne Klassiker schreiben, aber da der Titel unter Testberichte nicht mehr gelistet ist, landet mein Kommentar dazu nun in der Ratgeberrubrik. Sei´s drum.

 Das Spiel habe ich im Herbst 2008 zum ersten Mal gespielt. Zuvor hatte ich chronologisch die Teile 1+2 (Final Fantasy Origins, PSOne), 4+5 (Final Fantasy Anthology, PSOne), Teil 6 und 7 (PSOne) durchgespielt und so die Entwicklung der Spielereihe kontinuierlich verfolgt. Daher war ich jetzt bei Teil 8 auch nicht mehr überrascht, das von dem klassischen Fantasysetting der früheren Teile, das ich so liebte, nichts mehr übriggeblieben ist. Schon in Teil 7 mussten die schönen Fantasylandschaften mit ihren Burgen und mittelalterlichen Dörfern, die Könige, Prinzessinnen und Magier weichen und  Stahlbeton, Technik und waffenstarrenden Söldnern Platz machen und Teil 8 führt dies fort. Nun ja, ich hab´s akzeptiert und irgendwo sehe ich die Notwendigkeit ja auch ein, dass man ein Konzept nicht immer nur wiederholen kann, weil die Gefahr besteht, das es irgendwann jedem langweilig wird und das Interesse der Käufer nachlässt. Und im Gegensatz zu Teil 7, der zwar gerne immer als das Highlight der Reihe gepriesen wird, ist dieser Teil mit seinen Neuerungen meiner Meinung nach auch durchaus gelungen. Unter Berücksichtigung seines Erscheinungsdatums war Teil 7 wohl ursprünglich auch ein Hammergame, aber ich habe es auch erst 2008 gespielt und war aufgrund der heute grafisch ziemlich hässlich wirkenden Charaktere und der elendigen Gestaltung des Magiesystems ziemlich enttäuscht, wenngleich die Story weitgehend super war. FF8 ist im Vergleich zu seinem Vorgänger ein Quantensprung, aber auch nach heutigen Maßstäben braucht sich das Spiel nicht zu verstecken. Starke Story, klasse Charaktere, wunderschöne Filmsequenzen und einige Neuerungen stehen auf der Habensseite. Doch bis diese Erkenntnis sich bei mir durchsetzte dauerte es ein wenig, denn anfangs war ich nur heillos verwirrt und hatte so gar keinen Plan .

Die Handlung des Spiels startet in einer Ausbildungsstätte(Garden) für Söldner (Seeds). Um die Hauptfigur des Squall Leonheart scharen sich einige Begleiter, die anfangs nur ihre Ausbildung abschließen und dann erste kleinere Aufträge annehmen sollen. Natürlich erwächst aus diesen kleinen Anfängen dann die letztendlich doch wieder typische "Ganz schlimmer Oberbösewicht will die Welt beherrschen und alles vernichten und nur unsere wackere kleine Heldentruppe kann ihn stoppen" Story, aber wie das in Szene gesetzt wird und welche Wendungen der Storyverlauf nimmt ist schon eine Klasse für sich. Doch der Einstieg ist nicht so ganz leicht. Denn es gibt zumindest eine grundlegende Änderung, die man erst mal kapieren und zu handeln wissen muss und die heißt "Koppeln". Das Magiesystem funktioniert hier nämlich etwas anders wie gewohnt. Man muss nämlich einen sogenannten G.F. (Guardian Force) an seinen Charakter koppeln damit dieser Magie anwenden kann. Das sind Wesen wie z.B. ein Feuerdämon (Ifrit) oder eine Eisgöttin (Shiva). FF-Kenner kennen diese bereits aus andern Teilen der Reihe, wenn auch in anderer Funktion. Durch diese verändern sich die Charakterwerte wie z.B. Healthpoints, Stärke, usw. des weiteren kann man diese G.F. auch im Kampf herbeirufen und für sich kämpfen lassen (sehr effektiv). Außerdem muss/kann  man noch Zauber und Abilitys koppeln, wodurch sich wieder die Charakterwerte ändern. Die Zauber erhält man hier übrigens in der Regel von den Gegnern/Monstern. Zauber muss man  per einem Befehl"Draw" von diesen abziehen und bei sich sammeln. Eine innovative und interessante Idee. Die Abilitys (z.B. 80%+Health, 20%+Stärke, Erstschlag, Heilen, usw.) lernen die G.F.(durch nach den Kämpfen neben den üblichen EX Points verteilten AP Points) und man kann sie dann ebenfalls an den Charakter koppeln. Die Anzahl der Kopplungen sind allerdings beschränkt, die Möglichkeiten aber irrsinnig groß. Und die Zusammenhänge hier, durch jede noch so kleine Änderung neue Vorraussetzungen zu schaffen, ist für viele sicherlich enorm reizvoll,  hat mich aber generell überfordert zumal ich die Zusammenhänge nie so richtig gepeilt habe. Also habe ich auf die Automatikauswahl zurückgegriffen, hatte aber diesbezüglich (Kopplungen) bis zum Schluss immer das Gefühl, die Sache nicht wirklich vollständig im Griff zu haben.

Ansonsten weist das Spiel noch einige andere Abweichungen von herkömmlichen RPG´s auf. So hat jeder Charakter nur eine Waffe die er benutzen kann. Vorbei die Zeiten als man sich gerade für viel Geld eine neue Waffe gekauft hat um 15 Spielminuten im nächsten Dorf eine viel bessere und noch teuere Waffe vorzufinden. Man kann die Waffe um ein paar Stufen aufrüsten, wenn man die entsprechenden Utensilien zusammensammelt. Diese erhält man von bestimmten Monstern. Gute Idee. Die Monster hinterlassen diesmal auch kein Geld. Dieses fließt diesmal in regelmäßigen Abständen als Gehalt aufs Konto und dessen Höhe richtet sich nachdem, wie erfolgreich man im Spiel vorankommt und sich beim Lösen der Aufgaben und Prüfungen anstellt. Ebenfalls gute neue Idee. Geniale neue Idee ist die Einführung eines Trading Card Games mit seinen ganz speziellen Regeln, das im Prinzip als ein Spiel im Spiel für sich betrachtet werden kann. Im Duell mit dem Gegener kann man hier versuchen sich ein komplettes Set an Karten  zusammen zu spielen. Da wurde mein Sammeltrieb enorm geweckt, Sehr motivierend.

 Leider gibt´s auch ein paar Sachen, die mir weniger gut gefallen haben allen voran die Tatsache, dass die Monster mit dem Steigen des eigenen Levels ebenfalls im Level aufsteigen und stärker werden (die Stärke des Monsters ergibt sich aus dem Durchschnittswert der Level der drei jeweils im Einsatz befindlichen Partymitglieder). Das führt dazu das ein normaler Wald- und Wiesenkampf mit einem dahergelaufenen Monster nicht selten zu einer richtigen Herausforderung wird und man den Game Over Bildschirm doch etwas häufiger als gewohnt erblickt. Ehrlich, manche der 08/15 Monster sind schwerer in die Knie zu zwingen als so mancher Obermotz im Spiel. Und beim Anblick eines Morbols oder Dinos lautete meine Devise für gewöhnlich "Flieh so schnell du kannst". Extrem nervend fand ich auch die Tatsache das man die Animation beim Aufrufen eines G.F. nicht wegdrücken konnte. Klar, die sind schon gelungen, aber leider immer die gleichen und elendiglich lang. Ohne die hätte ich wahrscheinlich 20% überflüssige Spielzeit durch Angucken von Wiederholungen der Annimationssequenzen weniger gehabt. Unangenehm ist auch das der finale Obermotz in puncto Schwierigkeit wieder mal eine Klasse für sich ist, auch wenn das für FF ja nix Neues mehr ist. Müssen die immer dermaßen schwer ausfallen ? Störend finde ich ansonsten noch, den manchmal doch sehr im sprachlichen Niveau abfallenden deutschen Übersetzungstext (ist im Original wahrscheinlich auch so), obwohl der an und für sich eher lockere Umgangston der Protagonisten dem Spiel ganz gut zu Gesicht steht.

Ansonsten gibt´s noch reichlich Sidequests, die man meiner Meinung nach aber ohne irgendwelche Lösungshilfen wahrscheinlich nicht zu Gesicht bekommen wird. Zu spärlich sind die Informationen um diese alle aufzuspüren. Auch an manch anderer Stelle des Spiels wird man wahrscheinlich nicht drunherumkommen, hier und da nach einer Hilfestellung im Internet oder im Lösungsbuchzu schauen.  

Alles in allem hat mir das Spiel sehr gut gefallen. Story, Charaktere, Grafik, Technik, Ideenreichtum - Alles Bestens ! Ich habe mich sehr lange damit beschäftigt, mich gut damit unterhalten und war letztendlich froh, dass ich es nach meinem ersten Versuch und der Verbannung ins Regal doch noch einmal probiert habe.               

 

 

 

     

 

 

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