Final Fantasy Crystal Chronicles

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Zugegeben habe ich mir Nintendos Würfel vorrangig wegen diesem Spiel gekauft, weil ich seit FF IV (auf dem US Markt bekannt als FF II) Fan mit Herz und Seele bin und mich die letzten Spiele ab FF VIII eher enttäuschten und ich durch die Trailer und Screenshots und die erwähnte Multi Player Funktion von FF CC doch relativ Feuer und Flamme war.

Das Spiel ist vom Typ her grafisch auf eine zuckersüße knuffige Charawelt angelegt und entfernt sich in der Hinsicht sehr von dem Realitätswahn ala Final Fantasy VIII und X; geht also eher in Richtung FF IX oder auch Kingdom Hearts.

Sehr süß ist die Auswahlmöglichkeit zu Beginn des Spiels, in der man aus vier verschiedenen Rassen einen Chara wählen kann, in denen jeweils weitere Auswahlmöglichkeiten warten (männlich, weiblich, lange Haare, kurze Haare, Spitzhelm etc.). Sogar die Berufe der Eltern werden gewählt, weil man dann im Laufe des Spiels Materialien sammeln kann, wie zB. Saatgut, die, wenn der Vater nun zB. Bauer ist, nach Hause geschickt werden können mit der Kupo Post (wie bereits seit FF IX), damit der Vater sein Feld bestellen kann (und man von der Ernte profitiert).

Hat man seinen Charakter erstellt, beginnt das Abenteuer -allein- und man zieht mit seiner 1-Mann/1-Frau Karawane los. Das Dorf ist erst einmal enttäuschend leer (bis auf die eigene Familie), was sich ändert, wenn man auch die anderen Charakterplätze im "Aufbrechen"-Modus erstellt. So kann man auch während des Spiels zwischen den Charakteren wechseln und mit ihnen die Reise fortsetzen, ebenfalls allein.

Das Kampfsystem ist nicht Final Fantasy gewohnt, sondern im full action Modus, wie zB. in Kingdom Hearts, Secret of Mana etc. wozu noch erschwerend hinzu kommt, dass man einen Kelch mit sich führt, der einen Radius wirft, in dem man sich bewegt und wird dieser überschritten, weil man zu schnell läuft, kostet es Lebenspunkte (hier Zelda-like in Herzchenform).

Gesammelte Items verschwinden wieder nach verlassen des jeweiligen Ortes bzw. wenn der jeweilige Obermotz besiegt ist, darf man 1 (!) Kraft-Gegenstand behalten, der in FF CC quasi das Aufleveln ersetzt. Das passiert allerdings nach Zufallsprinzip, auswählen tut man ihn nicht selbst. Auch Magie wird gesammelt und verschwindet nach verlassen des Ortes wieder.

Der Chara besitzt eine (sehr minimalistische) Kommandoliste, in der automatisch 2 Felder belegt sind mit den Befehlen "Angreifen" und "Verteidigen" und Platz ist für die im jeweiligen Ort gefundenen Magien und Items. Zauber können dort auch kombiniert werden, so dass ein neuer Zauber entsteht (zB. Feuer + Eis = Gravitas).

Jeder Charakter hat zudem Vorlieben, was Obst, Fleisch und Süßes betrifft, die sich zB. auf die HP-Erneuerungskraft der jeweiligen Items auswirkt.
Das Shoppen fällt auch hier so wie man es aus den "guten alten" Vorgängern gewohnt war weg, denn man kann diese nur mit den nötigen Materialien erstellen lassen, die man finden muss.

Der Vorteil des Multi Player Modus ist, dass man Tips und Ratschläge erhält, die das Spiel enorm erleichtern. Allerdings ist der Multi Player Modus nur in Verbindung mit einem Game Boy Advance möglich! Es gibt daher extra eine FF CC Version in größerem weißem Pappkarton mit GBA Linkkabel, die in der Regel ca. 2 Euro mehr kostet, als die normale Version (und mit dem Karton natürlich auch schöner aussieht).

Das Spiel ist wirklich extrem gradlinig ... man hat seinen festen Pfad und die Auswahl die jeweiligen anliegenden Orte abzuarbeiten. Das ganze mutet etwas spielbrettmäßig an und lässt dadurch landkartentechnisch keine Möglichkeit zum Stöbern und Entdecken. Zudem ist der Schwierigkeitsgrad nicht ohne und Kämpfe mit Obermotzen teils extrem langwierig und das schon zu Beginn.

Der Spielspaß sinkt relativ schnell gen Null, wobei das fehlende Aufleveln da bei mir diesbezüglich der ausschlaggebende Grund ist. Das sture Abarbeiten passt vielleicht zu Super Mario Spielen, wo man seinen Pfad mit den unterschiedlichen Leveln hat, aber in FF CC kann ich mich damit nicht anfreunden. Die Story ist (jedenfalls so weit wie ich gespielt habe) weder fesselnd, noch mitreissend und die Charaktere wirken hier wirklich wie Spielfiguren, die man lenkt, weil ihnen einfach der nötige Charaktertiefgang fehlt, damit man sich in sie hineinversetzen kann, so wie man es bei Final Fantasy immer konnte.

Ich weiß nicht, was Squaresoft sich dabei gedacht hat, aber ich als eingefleischter Fan fühle mich immer mehr zurückgesetzt und bin tief enttäuscht; anscheinend ist die FF Epoche aus der "guten alten Zeit" nun wirklich vorbei und alte Fans werden gegen neue ersetzt.

Was ich selbst bei FF VIII nicht übers Herz brachte, fällt mir bei FF CC von Überlegung zu Überlegung leichter: Das Spiel war ein Fehlkauf und gehört wieder verkauft.
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