Filterwatte in Kartuschenfilter

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Filterwatte in Kartuschenfilter (ein Erfahrungsbericht)

Wir haben einen Aufstellpool (einer mit so 'nem aufblasbaren Rand) mit 4,57 Metern Durchmesser und einer Randhöhe von 1,07 Metern, also nicht gerade den kleinsten. Unser Pool war Mitte Juni kurz davor, "umzukippen". Das Wasser war so trübe, dass man die Füße der Poolleiter am Grund (Wassertiefe ca. 80 - 90 cm) kaum mehr erkennen konnte. Unser Wunsch: das Wasser auf preiswerte Weise, also ohne Sandfilter und möglichst ohne Wassertausch wieder sauber zu bekommen.

Auf der Suche nach Alternativen zum normalen Kartuschenfilter gelangte ich bei meiner Suche im "Netz" immer wieder in Foren, in denen der Einsatz sogenannter Filterwatte diskutiert wurde. Von "... hört sich super an, werde ich mal probieren ..." bis "... das kann nicht funktionieren ..." war alles dabei. Die Infos, die ich zu diesem Thema fand, waren wenig hilfreich, einen Erfahrungsbericht eines "normalen" Nutzers konnte ich nirgends finden. Anbieter dieser Watte ergingen sich in Lobeshymnen, erfahrene Poolbesitzer in Skepsis. Immer wieder wurde - auch bei den recht preiswerten Aufstellpools - ein Sandfilter als Non Plus Ultra empfohlen.

Wir haben den Pool zunächst mit Aktivsauerstoff statt "Chemie" betrieben, sind aber aus Kostengründen jetzt doch auf "Chlor" umgestiegen. Unser Erfahrungsbericht gilt also nur bei Chlorung - ob die Wirkung bei Aktivsauerstoff gleich oder ähnlich ist, kann ich nicht sagen, könnte ich mir aber vorstellen.


Da ich nicht weiß,
ob ich für misslungene Versuche oder defekte Pumpen haftbar gemacht werden kann
(man weiß ja heutztage nie)
gebe ich an dieser Stelle vorsichtshalber noch eine Warnung aus:

Nachahmung auf eigene Gefahr !!!

(Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass irgendetwas negatives passieren kann)


Weiter im Text: es half also nur eins: wer wagt, gewinnt!

Gesagt, getan - Filterwatte bestellt - ein Kilogramm weiße Filterwatte, empfohlen für Teichfilter und Poolfilter (Kartuschenfilter, aber auch als alternative für Sandfilter - damit habe ich aber keine Erfahrung) gleichermaßen.

Wie gesagt, das Wasser war trübe, ging schon leicht ins grünliche und sah insgesamt nicht mehr wirklich einladend aus. Also, zunächst einmal Algenvernichter nach Dosieranleitung ins Becken. Danach Schockchloren mittels eines Granulats, welches zuvor in Wasser (einem kleinen Eimer) aufgelöst wird - natürlich auch nach genauer Dosieranleitung und selbstverständlich den PH-Wert des Wassers einstellen (nicht vergessen!!!), da insbesondere Chlor sonst nicht richtig funktioniert.

Anschließend die Filterkartusche ausgebaut und durch eine neue ersetzt, die ich zuvor mit einem passend geschnittenen Streifen Filterwatte umwickelt hatte, der gerade einmal (1) um die Kartusche passt. Die Enden liegen "vor Stoß" aneinander, die Filterwatte überlappt also nirgends. Nun wurde es mit der relativ trockenen Watte im Filtergehäuse zwar etwas eng, aber das geht schon. Sobald die Watte nass wird, legt sie sich glatt und sauber um die Kartusche (sieht man beim nächsten rausnehmen). Auch hier selbstverständlich erst, nachdem ich die Filterwatte - der Anweisung entsprechend - vorher ausgewaschen habe (mittels eines "scharfen" Duschstrahls).


Achtung:
beim Auswaschen der Watte darauf achten, dass sich immer wieder kleine Teile lösen. Diese können auf unangenehme Weise den Abfluss verstopfen, weil sie sich nicht auflösen!!!
(Ist ja schließlich auch kein organisches Material)


Bisher lief die Kartuschenpumpe mittels einer Zeitschaltuhr tagsüber 4 Stunden und nachts 4 Stunden. Nun habe ich, im Anschluss an die oben genannten Arbeitsschritte, die Zeitschaltuhr überbrückt und die Pumpe 48 Stunden nonstop laufen lassen. Zwei- bis dreimal (ja, 2-3-mal!!!) täglich den Filter herausgenommen, die Kartusche und die Watte gründlichst mit einem harten Duschstrahl ausgewaschen und wieder eingesetzt (ja, den selben Streifen Filterwatte und dieselbe Kartusche) ...

... und - siehe da - das Wasser war wieder klar!!!

Übrigens - noch ein kleiner Tip: man braucht die Pumpe nur hoch stellen (über die Poolwasseroberfläche) und schon kann man das Filtergehäuse öffnen, ohne vorher die Schläuche mit den Stopfen zu verschließen. So kann kein Wasser aus dem Gehäuse fließen. Jetzt macht es sich bezahlt, dass ich damals in Physik mal aufgepasst habe ;-)

Ich benutze dazu eine kleine Haushaltsstehleiter und stelle die Pumpe während dieser Arbeit auf den obersten Tritt.

Seitdem läuft die Pumpe wieder über die Zeitschaltuhr, zumindest nachts. Wenn der Pool benutzt wird, schalten wir die Pumpe per Hand ein - sie filtert dann die Schwebeteilchen besser heraus. Seitdem wird der Pool fast täglich von uns und einigen Kindern aus der Nachbarschaft mit Leidenschaft benutzt. Wir haben nicht einmal mehr die obligatorische Wanne zum Füße saubermachen davor stehen.

Und das Wasser ist immer noch klar!!!
(Mittlerweile haben wir Ende August!)

Bis auf 24 Stunden (vom Mittag eines Tages bis zum Mittag des nächsten Tages - wegen der Schockchlorung) war der Pool immer in Betrieb, d.h. wurde intensiv genutzt.

Und - wir haben  k e i n  Flockungsmittel benutzt, weil das den Kartuschenfiltern sehr zu schaffen machen soll. Die Filterwatte als solches setzt der Pumpe (dem Wasser) nur sehr wenig Widerstand entgegen und beeinflusst die Durchflussmenge - wenn überhaupt - nur geringfügig. Einen Schaden an der Pumpe durch den Einsatz einer (1) Lage Filterwatte kann ich mir nicht vorstellen, will ich aber auch nicht ausschließen.

Die Oberfläche des Pools habe ich zweimal täglich mit dem Kescher abgefischt. Heute mache ich das meist nur noch einmal am Tag.

Da der Kartuschenfilter das Wasser nicht genügend in Bewegung hält, um auch alle Schwebteilchen herauszufiltern, habe ich das Poolwasser mit dem Kescher zweimal täglich in heftige Drehung versetzt. Dadurch sammeln sich die schweren Schwebteilchen in der Mitte des Pools und lassen sich vorsichtig mit dem Kescher unterwandern und herausnehmen. Diesen Vorgang mache ich heute auch nur noch einmal am Tag, meist abends, wenn der Pool nicht mehr benutzt wird.

Ach ja, mit diesem 1-Kilo-Beutel werden wir wohl noch Jahre auskommen. Den ersten Streifen Filterwatte habe ich entsorgt, nachdem der Pool wieder klar war (die Kartusche ist immer noch dieselbe). Seitdem benutze ich ein und denselben Streifen, den ich immer wieder ausspüle.

Und - natürlich - immer auf richtigen PH-Wert und genügen Chlor achten!!! Dann sollte eigentlich nichts schiefgehen.


Wir sind mit der Filterwatte bestens zufrieden und möchten sie nicht mehr missen - und haben den Kauf einer teuren Sandfilteranlage zu den Akten gelegt.
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