Filter für Einsteiger und Profis: Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf einen Blick

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Filter für Einsteiger und Profis: Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf einen Blick

Filter werden in der Fotografie eingesetzt, um bestimmte Effekte zu erzielen. Egal, ob es um analoge oder digitale Fotografie geht – ohne Filter kommen weder Profis noch ambitionierte Hobbyfotografen langfristig aus.

Auch, wenn viele Fotografen mittlerweile auf Digitalfotografie umgestiegen sind und vor allem manche Effektfilter damit nicht mehr notwendig sind, kann auf einige Filter nicht verzichtet werden.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Filter für digitale und analoge Fotografie empfehlenswert sind. Zudem erfahren Sie etwas über die Unterschiede zwischen Filtern für Profis und solchen für Einsteiger.

Auf welche Kamera passt ein Filter

Mittlerweile bieten nicht mehr nur digitale Spiegelreflexkameras und deren analoge Pendants die Möglichkeit, einen Fotofilter aufzusetzen. Auch an den meisten Systemkameras können heute Filter angebracht werden, und sogar einige Kompaktkameras verfügen am Objektiv über ein Schraubgewinde zur Befestigung dieses Fotozubehörs.

Da die Filter nicht mehr nur auf hochwertige und teure Kameras passen, werden Sie als Zubehör auch zunehmend für Einsteiger interessant. Die Hersteller haben darauf reagiert und bieten neben exklusiven Profi-Filtern, die höchsten Ansprüchen genügen, auch wirtschaftlich günstigere Varianten an.

Ob Profi oder Einsteiger, die Größen sind dieselben: Entsprechend ihres Durchmessers sind die Filtergrößen in Millimeter angegeben. Die benötigte Größe ist abhängig von der Größe Ihres Objektivs. Sollten Sie mehrere Objektive besitzen, dann kann es sein, dass Sie unterschiedliche Filtergrößen benötigen. Die häufigsten Größen für Filter reichen von 52 bis 105 mm.

Im Fall verschiedener Objektive können Sie sich allerdings die Anschaffung verschiedener Filtergrößen desselben Filtertyps auch sparen. Besonders für Einsteiger sei hier der Adapterring empfohlen. Dieser ermöglicht es, dass ein Filter ans Objektiv angebracht werden kann, der vom Durchmesser her nicht genau zum Objektiv passt, sondern größer oder kleiner ist. Es funktioniert zwar für Filter und Objektive aller Maßstäbe, jedoch sollten Sie besser einen zu großen Filter auf ein kleineres Objektiv stecken als anders herum: Bei einem kleineren Filter auf einem großen Objektiv würde der Rand eine Vignettierung oder Verschattung aufweisen. Diese Bilder wären auf den ersten Blick als Amateurfotos erkennbar.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Profi- und Einsteigerfiltern

Der wohl markanteste Unterschied zwischen einem Einsteigerfilter und einem Filter für Profis ist der Preis. Während das Einsteigermodell sehr günstig sein kann, kann das Profimodell doppelt so teuer sein oder sogar noch kostspieliger. Ein Unterscheid, der im Wesentlichen auch für diese Preisdifferenz verantwortlich ist, ist das verwendete Material. Einsteigerfilter sind in der Regel aus Kunststoff gefertigt, Profifilter aus hochwertigem Glas. Generell sind Filter aus Glas natürlich besser. Sie müssen bedenken, dass der Filter direkt vor dem Objektiv liegt. Er mildert und verändert damit den Lichteinfall. Im direkten Vergleich liegt der Glasfilter um Längen weiter vorn, da die Bildqualität einfach besser ist. Kunststoff bewirkt eine Art Bildrauschen, die vor allem auf monochromen Bildteilen sehr schnell deutlich wird. Kunststofffilter sind zudem sehr anfällig für Kratzer, die bereits durch kleinste Staubkörner verursacht werden können.

Hinsichtlich der Qualität gibt es einen weiteren Unterschied: Für die Profiserien bieten einige Hersteller Filter in HD-Qualität, das bedeutet, dass besonders hochauflösende Fotos aufgenommen werden können. Wenn Sie eine entsprechende Kamera haben, müssen Sie in jedem Fall diese Filter verwenden, um von den hochwertigen Kameraeigenschaften überhaupt profitieren zu können.

Profifilter sind zudem besonders beschichtet, sodass sie kratzfester sind als Standardfilter. Anders als bei Einsteigermodellen wird bei höherpreisigen Filtern besonderer Wert auf eine flache Bauart der Fassung gelegt, sodass auch bei Weitwinkelobjektiven keine Vignettierung am Bildrand sichtbar ist. Besonders dieser letzte Punkt ist aber auch bei hochwertigen Filtern der Einsteigerklasse durchaus berücksichtigt.

Generell ist Filtern der Einsteiger- und Profiklasse ihre Wirkweise gemeinsam. Auch welche Filter für die Digital- und Analogfotografie empfehlenswert sind, trifft sowohl für Profis als auch für Einsteiger zu.

Macht die Digitalfotografie optische Filter überflüssig?

Eine Digitalkamera besitzt einen optischen Filter, der eingebaut ist. Dieser ist notwendig, um überhaupt Farben abbilden zu können. Der sogenannte Bayerfilter lässt nur RGB-Farben durch, die das Bild in seinen Gesamtfarben zusammensetzen. Aufgrund dieser Funktionsweise sind alle Farbfilter überflüssig. Diese müssen weder vorgeblendet werden, um Lichtfarben auszugleichen noch um bestimmte Farbeffekte ins Bild zu zaubern. Speichern Sie Ihre Bilder im RAW-Format, dann können Sie die Aufnahmen noch besser und ohne Qualitätsverlust nachbearbeiten.

Analoge Fotokunst und Farbeffektfilter

Farbfilter sind in der analogen Fotowelt nach wie vor sinnvoll und von Profis und Einsteigern gleichermaßen begehrt. Vor allem als Korrekturfilter spielen sie eine Rolle, um bestimmte Lichttemperaturen auszugleichen. Allen voran sind ein Rotfilter und ein Blaufilter wichtig, um bei Kunstlicht immer das passende Mittel zu haben, um rotstichigem oder kaltem Licht entgegenzuwirken. Profis schätzen Farbfilter aber auch für ihre Effekte in der Schwarz-Weiß-Fotografie. So lassen sich beispielsweise Bilder in Graustufen verbessern, sie wirken tiefer und kontrastreicher. Einsteigern sei empfohlen, einfach mit verschiedenen Farbfiltern zu experimentieren.

Die wichtigsten Filter für Einsteiger und Profis

Mit Hilfe digitaler Bildbearbeitungstechniken lassen sich viele Filter simulieren. Allerdings gibt es insgesamt vier Filter, die zum Standard jedes Profis gehören und die auch schnell jeden Einsteiger überzeugen. Es sind vier Filter, die sowohl in der Digital- als auch in der Analogfotografie wichtig sind:

  • Polfilter,
  • Graufilter,
  • Verlauffilter,
  • Infrarot-Filter.

Polfilter können immer dann eingesetzt werden, wenn der Himmel dunstig wirkt. Das kann sein, wenn über einem Feld Nebel oder Dunst herrscht, aber auch, wenn in der Stadt viele Abgase die Atmosphäre belasten. Der Filter minimiert polarisiertes Licht in eine bestimmte Richtung, sodass alle Störungen in der Luft minimiert werden. Mit Hilfe dieses Filters wirkt der Himmel klar und blau. Profis setzen den Filter auch bei allen Bildern ein, bei denen es um reflektierende Flächen geht: Soll nicht die Reflexion im Bild thematisiert werden, sondern die Fläche an sich oder auch das dahinterliegende Motiv – etwa bei einer Glasscheibe –, dann hilft dieser Filter. Allerdings kann er nur bei allen nicht-metallischen Oberflächen verwendet werden.

Der Graufilter ermöglicht eine lange Belichtungszeit, ohne dass das Bild überbelichtet wird. Eingesetzt wird er vor allem immer dann, wenn sich bewegendes Wasser fotografiert wird. Das Wasser erhält dadurch eine bewegte Tiefe. Profis verwenden den Filter aber auch, um ein extrem lichtstarkes Objektiv auch bei hellsten Lichtverhältnissen einsetzen zu können.

Der Verlauffilter mildert bei kontrastreichen Bildern die Übergänge, damit diese insgesamt harmonischer werden und beispielsweise Schatten nicht ausgefranst wirken. Profis kombinieren den Verlauffilter gern mit einem Graufilter – so wird ein sehr greller Himmel etwas abgedunkelt, und die Motive vorm Himmel werden in ihren Übergängen durch den Verlauffilter einander harmonisch angeglichen.

Der Infrarotfilter blockiert jede Lichteinwirkung außer infrarotes Licht. Eingesetzt wird dieser Filter vor allem in der Pflanzenfotografie, um interessante und surreale Bildeffekte zu erzielen.

UV-Filter für analoge Kameras

Der UV-Filter wird auch als Skylightfilter bezeichnet. Für eine analoge Kamera ist dieser Filter nicht wegzudenken. Er ist absolut farbneutral und wird deshalb auch als Schutzfilter verwendet. Der Filter kann dauerhaft auf dem Objektiv bleiben und bewahrt es vor Verkratzungen, aber auch vor Ablagerungen von Staub und Schmutz. Zudem schützt der Filter vor dem Eindringen von UV-Licht, das Bildern einen leichten Farbstich verleihen kann.

Digitalfotografie besser ohne UV-Filter

Wenn Sie digital fotografieren, sollten Sie besser auf einen UV-Filter verzichten. Die digitalen Bildsensoren reagieren ohnehin nicht auf UV-Licht, sondern blockieren dieses direkt. Der Filter ist damit für die Bildwirkung nutzlos. Allerdings können Sie die Bildqualität damit unter Umständen sogar verschlechtern: Die digitalen Bildsensoren reflektieren einen großen Teil des einfallenden Lichtes in Richtung des Objektivs wieder zurück. Ein aufgesetzter UV-Filter würde zu Spiegelungen in der Kamera führen. Das Ergebnis wären Fotos mit Geisterlichtern. Besonders auf Nachtaufnahmen, aber auch auf Bildern von reflektierenden Oberflächen fänden sich Lichtquellen, die es realiter nicht gibt. Besonders die Kombination aus preisgünstigem Standardfilter und minderwertigem Objektiv birgt diese Gefahr.

Anleitung zur korrekten Filternutzung

Setzen Sie Filter immer bewusst ein. Es lohnt sich zwar besonders für Einsteiger, zu experimentieren, doch sinnvoll ist es, sich zu überlegen, welchen optischen Effekt Sie mit einem Filter erzielen möchten. Filter sollten nur dann bei der Aufnahme direkt verwendet werden, wenn sich dieser gewünschte Effekt im Nachhinein mit digitaler Bildbearbeitung nicht mehr erzielen lassen würde. Der Filter prägt die Aufnahme, und genau diese Prägung lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Bedenken Sie außerdem, dass jeder Filter einen Verlust an Licht bedeutet, da ja eine zusätzliche Schicht vor dem Objektiv aufgebracht wird. Vor allem dann, wenn die Ausleuchtung ohnehin insgesamt schlecht ist, muss das mit einer größeren Blende oder einer längeren Belichtungszeit korrigiert werden. Um wie viel genau, können Sie anhand des Filterfaktors berechnen: Beträgt der Filterfaktor 3, dann muss das Bild dreimal länger belichtet werden als ohne Filter.

Profifilter bieten den Vorteil, dass sie häufig eine genauere Bezeichnung enthalten. So ist bei diesen beispielsweise immer vermerkt, wie sich die Nutzung des Filters auf die Blendenöffnung und die Belichtungsdauer auswirkt. Auf die angegebenen Werte können Sie sich verlassen. Bei einem Einsteigerfilter müssen Sie oft selbst erst herausfinden, was passt, beziehungsweise das nach der oben genannten Formel selbst berechnen.

Ein Filter kann ebenso zerkratzen wie ein Objektiv. Profifilter werden immer in einer Box geliefert, in der sie auch immer aufbewahrt werden sollten. Zum Lieferumfang gehört ebenfalls ein feines Mikrofasertuch, das ausschließlich zum Putzen genommen werden sollte. Achten Sie darauf, dass die Filter immer staubfrei sind und vor allem auch frei von Fingerabdrücken.

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