Filmtipp: Jenseits der Stille

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Filmtipp:

Es gibt Filme, die so wunderbar leise und unspektakulär sind, dass sie gerade deswegen lange im Gedächtnis bleiben. „Jenseits der Stille“ von Caroline Link ist so ein Film: ein kleines Meisterwerk der deutschen Filmkunst, 1996 erschienen und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis. 1998 war „Jenseits der Stille“ in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" sogar für den Oscar nominiert. Genießen Sie dieses Juwel jetzt auf DVD.

  

„Jenseits der Stille“ - die Handlung

Lara wächst in der bayerischen Provinz als hörendes Kind zweier gehörloser Eltern auf. Sie beherrscht sowohl die Laut- als auch die Gebärdensprache perfekt und übernimmt deshalb schon sehr früh eine Betreuerrolle für ihre Eltern, indem sie in allen wichtigen Situationen dolmetscht: beim Arzt, bei Kreditgesprächen mit der Bank und sogar beim Elterngespräch in der Schule. Für ein eigenständiges Kinderleben bleibt da kaum Zeit, und die schulischen Leistungen lassen ebenfalls zu wünschen übrig. Auch die Geburt eines zweiten Kindes ändert nicht viel an Laras Situation. Obwohl ihre Schwester auch hören kann, verlassen sich die Eltern nach wie vor gänzlich auf ihre große Tochter. Als Laras Tante, eine Musikerin, der Achtjährigen zu Weihnachten eine Klarinette schenkt, ist sie überglücklich. Sie beginnt zu lernen, und es zeigt sich, dass sie sehr viel Talent hat. Bei ihrem Vater Martin stößt das neue Hobby jedoch auf wenig Gegenliebe, da er als Kind schlechte Erfahrungen mit seiner musikalisch hochbegabten Schwester gemacht hat. Außerdem empfinden die Eltern die Musik als etwas Trennendes, weil sie Lara in diese Welt nicht folgen können. So ist Laras musikalische Entwicklung ein einsamer Weg. Als sie mit achtzehn das Angebot bekommt, zum Probevorspiel für ein Musikstudium am Konservatorium in Berlin zu fahren, muss sie eine schwere Entscheidung treffen.

  

„Jenseits der Stille“ - die Darsteller

Die Hauptrolle in „Jenseits der Stille“ spielt die Französin Sylvie Testud und erhielt dafür 1997 beim Deutschen Filmpreis das Filmband in Gold als beste Darstellerin. Es gelingt ihr scheinbar mühelos, das reiche Innenleben der begabten, aber einsamen Lara mit all ihrer Zerrissenheit durch kleine Blicke und Gesten auf den Punkt zu bringen. Aber auch die Kinderdarstellerin Tatjana Trieb leistet in der Rolle der achtjährigen Lara Großartiges – und das nicht nur, weil sie die Gebärdensprache spricht, als hätte sie nie etwas anderes getan. Howie Seago, der Laras Vater Martin spielt, ist US-Amerikaner und tatsächlich gehörlos, aber als Schauspieler und Theaterregisseur überaus erfolgreich. Auch die Darstellerin der Mutter, die französische Schauspielerin Emmanuelle Laborit, war von Geburt an gehörlos.

  

„Jenseits der Stille“ - Wirkung und Bedeutung

Obwohl es in dem Film „Jenseits der Stille“ vordergründig um einen Interessenkonflikt zwischen Menschen mit verschiedenen Erfahrungswelten geht, wird auch das Problem einer Ablösung vom Elternhaus ganz allgemein behandelt. Die Situation ist in diesem Falle besonders schwierig, da die Eltern tatsächlich stark abhängig von ihrer Tochter sind. Allerdings haben sie auch nie einen anderen Weg versucht. Somit behandelt „Jenseits der Stille“ letztendlich doch das Thema des Erwachsenwerdens mitsamt der Findung und mutigen Verfolgung des eigenen Lebensweges.

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