Filmprogramme zu gruseligen Mystery- und Horrorfilmen

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Filmprogramme zu gruseligen Mystery- und Horrorfilmen

Wenn Sie Mystery- und Horrorfilme lieben, haben Sie sich sicher schon längst mit den DVDs oder Blu-ray Discs Ihrer favorisierten Streifen eingedeckt. Nun suchen Sie – vielleicht nachträglich – weitergehende Informationen dazu. Filmprogramme haben in manchen Kreisen von Filmliebhabern Kultcharakter. Es gibt sie fast so lange, wie es Filme gibt. Ähnlich den Theaterprogrammheften liefern sie mehr oder weniger tief gehende Hintergrundinformationen zum jeweiligen Film. Man kann in ihnen eine kurze Inhaltsangabe nachlesen und sich über die Besetzung und den Stab informieren. Die Filmlänge, der Originaltitel und das Herkunftsland sind ebenfalls genannt. Umfangreichere Filmprogrammhefte liefern Informationen zu den Drehbedingungen oder fassen die wichtigsten Kritiken zu dem Film zusammen. Manche porträtieren die in dem Film auftretenden Schauspieler.
Zu vielen Horrorfilmen mit ihren verschiedenen Subgenres findet man Horrorfilm-Programmhefte, entweder neu oder antiquarisch. Denn Horror hat als Filmgenre eine lange Tradition. Zu Mystery-Filmen gibt es deutlich weniger Programmhefte. Denn Mystery als Genre kam erst Mitte der 90er Jahre auf, zu einer Zeit, als Filmprogrammhefte immer seltener herausgegeben wurden. Das liegt zum einen daran, dass in Multiplexen, den Marktführern unter den Kinos, mehr Geld mit Popcorn, kleinen Snacks und Getränken verdient wird und daher wenig Platz vorhanden ist, um Programmhefte für jeden Film in den Verkauf zu nehmen. Zum anderen informieren sich Kinogänger mittlerweile öfter im Internet über den Film, den sie sich anschauen.

Warum Filmprogramme für Fans von Mystery- und Horrorfilmen spannend sind

Und doch haben Programmhefte ihren Reiz. Denn sie werden von Filmfans für Filmfans gemacht. Viele Reihen sind mittlerweile eingestellt, und die einzelnen Ausgaben werden zum Teil als wertvolle antiquarische Raritäten gehandelt. Die neu herauskommenden Filmprogrammreihen widmen sich teilweise einem bestimmten Genre und werden so zu einem Organ für eine eingefleischte Fangemeinde. Das „Phantopia-Filmprogramm“ widmet sich beispielsweise dem so genannten „phantastischen Film“, also zum Beispiel Horrorklassikern und Gruselfilmen aus den 60ern. Zum Teil liefern Filmprogramme auch Auskünfte über die kontroverse Rezeption von Filmen, zum Beispiel wenn diese zensiert wurden. Das kann bei besonders brutalen Szenen in der Kinoauswertung des Films durchaus vorkommen. Filmprogramme sind oft mit guten Fotos ausgestattet. Das macht sie für Liebhaber von Horror- und Mysteryfilmen gleichermaßen attraktiv, auch wenn sich die Bildsprachen beider Genres voneinander unterscheiden. Die nachfolgenden Abschnitte liefern einen Überblick über Filmprogramme im Horror- und Mysterygenre und erklären, was sie so attraktiv macht. Abschließend erhalten Sie Hinweise, welche Alternativen es zu Filmprogrammen gibt, wenn es zu Ihrem Lieblingsgruselfilm tatsächlich mal keines geben sollte.  

Der Reiz historischer Filmprogramme

Besonders für Freunde des Horrorfilms in all seinen Ausrichtungen sind historische Filmprogramme interessante Quellen, in denen man stöbern kann.

Filmhistorisch wertvolle Programmhefte

Was sich heute Horrorfilm nennt, war früher der Gruselfilm. Legendäre Expressionisten wie Friedrich Wilhelm Murnau mit „Nosferatu“ und Robert Wiene mit „Das Kabinett des Dr. Caligari“ lieferten Stoffe und Bilder, die man, so gruselig sie auch waren, buchstäblich mit nach Hause nehmen wollte – in Form eines Programmhefts. Der „Illustrierte Filmkurier“ brachte 1920 eine Ausgabe zum „Kabinett des Dr. Caligari“ heraus, das heute etwa 700 Euro wert ist und so zu den wertvollsten Filmprogrammheften gehört.

Programmhefte von Klassikern wie Godzilla und Co

Historische Programme von alten Horrorfilmen sind auch interessant, weil in neuerer Zeit viele Remakes von alten Gruselschockern entstehen. Schaut man sich zum Beispiel das letzte „Godzilla“-Remake an, lohnt es sich, danach in der Nummer 3392 der Reihe „Illustrierte Filmbühne“ zu blättern, die sich 1954 dem ersten „Godzilla“-Film widmete. Das Gleiche gilt für „King Kong“, den Peter Jackson 2005 neu verfilmte. Alle wichtigen Infos zum Original findet man im österreichischen „Illustrierten Filmkurier“ Nummer 637, der 1933 zum originalen „King Kong“-Film herauskam. Zu beiden Originalfilmen findet man auch Programmhefte in einem Sammelband, der 50 Nachdrucke von Programmheften der „Illustrierten Filmbühne“ über Monster-, Horror- und Science-Fiction-Filme in sich birgt und 1978 im Verlag Monika Nüchtern erschien.
Solch ein Sammelband ist umso interessanter, als man sonst selten Filmprogramm-Sammlungen zu bestimmten Genres findet. Aber die zwischen 1980 und 1997 erschienene Reihe des „Retro-Filmprogramms“ besprach immerhin in über der Hälfte der 64 Ausgaben Juwelen aus dem Horror- oder Science-Fiction-Genre. Die größte Auflage in dieser Reihe hatte das Heft Nummer 30, das den Film „The Rocky Horror Picture Show“ behandelte. Im letzten Jahr, in dem die Reihe bestand, war Peter Schmidl Mitherausgeber. Er betreibt auch das „Phantopia-Filmprogramm“,  das sich bis heute Horror-, Science-Fiction-, Fantasy- und Kriminalfilmen widmet.

Weitere spezialisierte Fimprogramme

Wenn Sie sich eine Filmprogramm-Sammlung zusammenstellen, kann es Ihnen auch gelingen, Untergenres des Horrorfilms schwerpunktartig in bestimmte Epochen einzuordnen. Beispielsweise gab es eine erfolgreiche Gothic-Horror-Filmreihe im Hollywood-Kino der 30er Jahre. Umfangreiche Filmprogrammreihen wie die „Illustrierte Filmbühne“ (IFB) besprachen in dem Zusammenhang in je einem Programmheft die „Dracula“-Filme aus den 30er Jahren. Der „Illustrierte Filmkurier“ brachte Hefte zu den „Frankenstein“-Filmen heraus. Vom „Illustrierten Filmkurier“ gab es übrigens eine Reihe in Berlin unter dem Kürzel „BFK“ ab 1919, in Wien unter dem Kürzel WFK ab 1930 und später in München unter dem Kürzel MFK.
Vielleicht interessieren Sie sich aber auch für Programmhefte zu spezialisierten Festivals, die Mystery- und Horrorfilme zeigen, z. B. dem Fantasy-Filmfest oder den vielen Horror-Filmfesten in den USA. Auch die kann man oft noch antiquarisch finden. Sie bieten einen guten Überblick über den Filmjahrgang von Horror- und Mysteryfilmen und besprechen oft auch noch einmal die Klassiker dieser Genres.

Aufwendiges Layout und kunstvolle Gestaltung - die „Atlas Filmhefte“

Wenn Sie, anstatt filmhistorisch zu forschen, Spaß am Layout der Programmhefte haben, was bei den gruseligen Bildern aus Horrorfilmen ja reizvoll ist, werden Sie die „Atlas Filmhefte“ lieben. Der Atlas Filmverleih hat sie in kunstvoller Gestaltung herausgegeben. Für Fans von Horrorstreifen ist beispielsweise das Heft Nummer 82 über Gerald Kargls „Angst“ interessant. Der Film sollte 1983 in die Kinos kommen. Da er aber auch für einen Horrorfilm brutale Szenen beinhaltete, lief er erst zehn Jahre später nur auf wenigen Festivals und kam schließlich 2006 auf DVD heraus.
Eine kleine genrespezifische Reihe war das zwischen 1972 und 1973 erscheinende „Vampir Filmprogramm“. Die insgesamt fünfzehn Ausgaben bilden eine Nebenserie des „Aktuellen Filmprogramms“. Weitere 33 Ausgaben erschienen als Beiheft zum Genremagazin „Vampir“. Das „Vampir Filmprogramm“ war das erste genrespezifische Filmprogramm. Heute gibt es weitere solcher Reihen.  

Die Mystery- und Horror-Filmprogramme von heute

Der Reiz einiger bis heute existierender Filmprogrammreihen besteht darin, dass sie sich auf Genres wie den Horror- oder Mysteryfilm spezialisieren. Die schon erwähnten „Phantopia-Filmprogramme“ behandeln ausschließlich Fantasy-Filme, worunter ja auch Horrorfilme fallen. Auch die Freunde der Mystery-Filme kommen hier nicht zu kurz. Beispielsweise behandelt Nummer 521 Jonathan Demmes „Menschenkind“ (Originaltitel: „Beloved“) und Nummer 537 Robert Zemeckis’ „Schatten der Wahrheit“ (Originaltitel: „What Lies Beneath“). Die Reihe erscheint heute im Verlag Karin Stähle. Die „Phantopia-Filmprogramme“ beinhalten eine Besetzungs- und Stabliste, eine kurze Inhaltsangabe und listen wichtige Filmkritiken auf. Zeitweilig widmete sich die parallel erscheinende Serie „Phantopia Portrait“ berühmten Schauspielern und Regisseuren des Fantasy-Genres.

Das „Pegasus-Filmprogramm“

Zu den Filmprogrammreihen, die sich auf Horror und Mystery spezialisieren, gehört auch das seit dem Jahr 2000 erscheinende „Pegasus-Filmprogramm“. Die Hefte gehören mit manchmal über 90 Seiten (im Fall von Heft Nummer 30 über „Die Klapperschlange“) zu den ausführlicheren Programmheften. Sie bieten oftmals auch mehrere Seiten mit Hintergrundberichten. Die Nummer 46 über den Film „Tanz der Teufel“ behandelt beispielsweise in einem Kapitel die deutsche Filmzensur anlässlich dieses Horrorstreifens. Die Reihe liefert auch Biografien von Mitwirkenden. Die Auflagen sind klein, womit die Hefte auch für Sammler interessant sind. Einige der über fünfzig Pegasus-Filmprogramme sind später neu sowie teilweise aktualisiert und erweitert aufgelegt worden.  

Schaurig schöne Bilder in Mystery- und Horrorfilmprogrammheften

Als Fan von Mystery- und Horrorfilmen interessieren Sie Filmprogramme vermutlich auch, weil diese attraktives Bildmaterial liefern können. Zwar sind die Filmbilder im Horrorfilm meist drastischer als im Mysteryfilm. Dafür wartet Letzterer quasi mit religiösen Gemälden auf, zum Beispiel der Film „Dogma“. Das „Neue Filmprogramm“ widmet seine Nummer 10622 diesem Film. Das in den 40er und 50er Jahren publizierte „Programm von Heute“ ist in diesem Zusammenhang attraktiv, weil es so genannte „Künstler-Postkarten“ mitlieferte. Heute sind diese Filmprogramme mit den dazugehörigen Postkarten nur noch selten auffindbar, aber es lohnt sich, in Onlinebörsen wie eBay danach zu stöbern. Großformatige Bilder, die für visuell veranlagte Mystery- und Horrorfans reizvoll sind, liefern auch die amerikanischen Programmreihen „Serial Pictorial“ und „Screen Facts“. Im Kapitel oben erwähnt wurden bereits die „Atlas Filmhefte“, die einige Motive aus Horrorfilmen und Gruselkrimis in einzigartigen Layouts verarbeitet haben.  

Alternativen zu Filmprogrammen

Wenn Sie sich weiter über Mystery- und Horrorfilme informieren möchten, bieten sich als Varianten von Filmprogrammen auch Pressehefte aus diesen Genres an. Sie richten sich eigentlich an Journalisten und beinhalten nur wenige Bilder, weil diese der Presse meist gesondert zur Verfügung gestellt werden. Pressehefte findet man oftmals auf Onlinebörsen. Schönere Bilder bieten spezialisierte Zeitschriften für das Mystery- und Horrorgenre. Das erste dieser Blätter war das recht professionell gemachte Magazin „Vampir“. Es erschien zwischen 1972 und 1982 und war etwas einfacher gestaltet als Zeitschriften von heute, zeugt aber von der Leidenschaft ihres Chefredakteurs Manfred Knorr. Der brachte auch zwei Jahre lang das oben erwähnte „Aktuelle Filmprogramm“ mit der Nebenserie „Vampir-Filmprogramm“ heraus. Zwischen 1986 und 1990 erschien mit „Evil Ed“ ein Magazin über Gore-, Splatter- und Horrorfilme. Später kamen „Splatting Image“ und viele weitere Zeitschriften auf.

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