Film auf Video Transfer mit dem Schmalfilmprojektor

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Filmprojektoren sind meist alt, werden nicht mehr hergestellt und gehen mit der Zeit von selbst kaputt. Die unwiederbringlichen Schmalfilme (Normal8/Doppel8, Super8, 9,5mm, 16mm) zerbröckeln, verlieren ihre Farben und bekommen einen Farbstich. Um sie zu retten werden Schmalfilme daher auf DV-Kassette bzw. DVD durch Kopieren gesichert wobei auch eine mehr oder weniger aufwändige Neubearbeitung von Bild und Ton am Computer möglich wird. Gewerbliche Anbieter kopieren meist nur in mehr oder weniger guter Qualität und berechnen nach Filmmetern oder Filmminuten. Je nach angewendetem Geräteaufbau (Abfilmen von der Leinwand, vom Karton oder der Mattscheibe – Abfilmen direkt von Filmbild mit einer Transfer-Doppelobjektivkombination mit hochwertigem Spiegel bzw. Prisma oder moderner elektronischer Kameraspiegelung oder nachträglicher Softwarespiegelung – Direktabtastung des Filmbildes mit einer speziellen Makro-Transferoptik für beste Lösungen) gibt es große Qualitätsunterschiede. Wer viel zu kopieren hat kann viel Geld sparen, optimale Qualität erzielen und sich Ärger mit oft noch einfach von der Leinwand bzw. Mattscheibe abgefilmten 08/15 Kopien ersparen. Wer optimale Qualität und wer sein wertvolles Filmmaterial nicht aus den Händen geben will kann für sich und seine Freunde in bester Qualität die Schmalfilme selbst auf Video kopieren. • Dazu benötigt man einen normalen Projektor der sich (zur Meidung des physikalisch bedingten Bildflackerns) von 16 bzw. 18 auf 162/3 Bilder/Sekunde (bei 3-Flügelblende des Projektors sind das 50 Bilder/Sekunde) bzw. von 24 auf 25 Bilder/Sekunde (bei 2 Flügelblende des Projektors sind das ebenfalls 50 Bilder/Sekunde) regeln lässt damit mit dem 50 Hertz-Takt der Videokamera Synchronität geschaffen wird. Das kann auf vielfältige Art geschehen. (Regler am Projektor, nachzurüstendes Potentiometer, 50Hz auf 60Hz Umstellung des Projektors, Steckdosedimmer … bzw. eine sehr teure Profikamera mit CLS-Einrichtung). Automatische Steuerungen des Projektors bringen beim Kopieren von Tonfilmen den Pistenton zum Jaulen. • Die normale Projektionslampe des Projektors ist wenn jedes einzelne Filmbild im Projektorbildfenster direkt aufgenommen wird durch eine spezielle Video-Transferlampe möglichst mit Streuspiegel und zusätzlicher Streuscheibe (zur gleichmäßigen Filmbildausleuchtung ohne Hotspot) zu ersetzen. Die moderne patentierte Quarz-Transferlampe von nur wenigen Watt bringt Licht im Tageslichtspektrum (6500k) und wird nur handwarm. Die synchrone Videoaufnahme direkt vom Filmbild erfolgt entweder • mit dem Camcorder der ein 12-14-fach Zoom besitzen muss unter Einsatz einer speziellen für Ihren Projektor zu fertigenden Transferoptik und eines Transferprismas • oder mit einer Videokamera die mit einer speziellen C-mount Makro-Transferoptik und optischer bzw. elektronischer Spiegelung ausgestattet wird. Die Filme werden auf dem Computer bzw. auf DV-Band (zur Nachbearbeitung) bzw. gleich auf die DVD kopiert. Wird mit 162/3 Bildern/Sekunde kopiert gibt es immer überlappende Doppelbilder, die bestenfalls beim Videoschnitt aber kaum bei der Videowiedergabe störend auffallen. Soll der Videofilm in absoluter Originalgeschwindigkeit laufen so ist (Ausnahme SlowMotion-Verfahren und CLS-Abtastung) mit der Computerschnittsoftware (die meist auch den Spiegel bzw. das Prisma ersetzen kann) umzurechnen. Für höchste Ansprüche gibt es schließlich noch das gerade erwähnte SlowMotion Verfahren das bei optimaler Bildqualität weniger hohe Ansprüche an den Projektor stellt, ohne überlappende Doppelbilder arbeitet und gleich Filme in der Originalgeschwindigkeit projiziert aber den Pistenton beim Kopieren nicht aufzeichnen kann (muss separat geschehen). Übrigens: Die mögliche Auflösung des Schmalfilmbildes ist nicht unendlich. Wer 900 Linien Auflösung bei Super8 verspricht macht Ihnen etwas vor: Die horizontale Auflösung der noch über der DVD-Qualität liegende DV-Kassette endet bei 530 Linien. Diese kurze Zusammenstellung – die nur einen kleinen Einblick in die Verfahren zeigen kann (bei Fragen hilft der Verfasser) erfolgte nach bestem Wissen nach dem aktuellen technischen Stand Januar 2006. Irrtum, Ergänzungen und Änderungen bleiben vorbehalten.
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