Filigrane Waagen für Uhren, Schmuck & Co. finden

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Filigrane Waagen für Uhren, Schmuck & Co. finden

Etwas auf die Goldwaage zu legen bedeutet im deutschen Sprachgebrauch, dass einem Sachverhalt eine sehr hohe Bedeutung beigemessen wird und auf Exaktheit geachtet wird. Das rührt daher, dass Gold schon immer mit sehr feinen Waagen gemessen wurde, da sich jedes Gramm im Preis bemerkbar macht. Für manche Berufsgruppen wie Juweliere oder Uhrmacher sind exakte Waagen unabdingbar. Sie unterschieden sich dabei unter anderem in der Genauigkeit der Messung und dem maximal messbaren Gewicht. Bei eBay finden Sie eine große Auswahl von neuen und gebrauchten Feinwaagen.

Geschichte und Entwicklung der Waage

Seit die Menschen handeln, ist die Waage ein wichtiges Instrument zum Messen des Gewichts der Ware. Da fast jede Ware nach Gewicht verkauft wird, diente und dient sie dazu, die Menge und den Preis zu ermitteln. Besonders bei Stoffen und Dingen, die sich nicht einfach mit Messen oder Zählen bemengen lassen, ist eine Waage unerlässlich. So war die Waage bereits im Altertum ein wichtiges Messinstrument. Meist wurde mit geeigneten Vergleichsgewichten gewogen. Dabei wurde häufig die Balkenwaage verwendet, bei der sich bei gleichem Gewicht der beiden Waagschalen ein Gleichgewicht einstellt. Um 5000 vor Christus benutzten die Ägypter einen symmetrisch abgestützten Balken, an dessen Enden Schalen aufgehängt wurden. Die Römer entwickelten dieses System weiter und hingen die Balkenmittel mit einem Stift auf. Auch das Hebelgesetz machten sie sich zu Nutze und verwendeten Konstruktionen mit ungleichen Armlängen. Die Genauigkeit hing aber immer vom Vergleichsgewicht und von der Qualität der Konstruktion ab. Im Zeitalter der Renaissance wurde die Geldwirtschaft immer wichtiger und es entstanden erste Münzwaagen, die eine größere Genauigkeit versprachen.

Von da Vinci bis heute

Auch das Universalgenie Leonardo da Vinci beschäftigte sich mit Waagen und der Gewichtsbestimmung. So entwickelte er zum Beispiel die Neigungswaage. Besonders im 18. Jahrhundert wurde die Präzision der Waagen enorm verbessert. Die Skalenanzeige wurde genauer und durch kürzere Arme wurde die Zeit zum Wiegen deutlich verkürzt. Um die Messtechnik vor Außeneinflüssen zu schützen, wurde die Mechanik mit einem Holzgehäuse ummantelt. Ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts integrierte man den Gewichtssatz in die Waage. Den größten und letzten Quantensprung stellte in den 1960er Jahren der Einzug der Elektronik bei den Waagen dar. Spätestens in den 1980er Jahren erfolgte die Ablösung der mechanischen Waage. Die analoge Anzeige wurde größtenteils durch eine digitale Anzeige ersetzt. Durch diese Technologien wurde es möglich gemacht, extrem genaue Waagen zu fertigen, wie sie beispielsweise Juweliere und Uhrmacher benötigen.

Funktionsweise der Waagen

Bei den Balkenwaagen ist die Funktionsweise klar. Wenn in beiden Schalen das gleiche Gewicht aufliegt, halten sich diese im Gleichgewicht. Mit einem Satz von Gewichten wird dabei versucht, das Gewicht der zu messenden Ware zu erreichen. In vielen elektronischen Waagen befindet sich eine Feder oder ein Biegebalken. Je nach aufgelegtem Gewicht verformt sich die Feder beziehungsweise der Balken unterschiedlich stark und die so ermittelte Gewichtskraft wird auf dem Display ausgegeben. Für feinere Waage reicht bei diesem Prinzip allerdings die Genauigkeit nicht aus. Modernere Präzisionswaagen arbeiten meist nach dem Prinzip des kompensierten Drehmoments. Durch die aufgelegte Masse wird in der Waage ein Drehmoment erzeugt. Dieses wird durch eine elektromagnetische Kraft kompensiert. Diese Kraft kann sehr genau gemessen werden und damit ist auch die Gewichtsmessung äußerst exakt.

Analoge und Digitale Waagen

Bei einer analogen Waage wird das ermittelte Gewicht mit einem Zeiger und einer geeigneten Skala ausgegeben. Hierbei muss der Gewichtswert aber immer erst noch abgelesen werden und neben der Messungenauigkeit wird das Ergebnis auch durch eine Ungenauigkeit beim Ablesen verfälscht. Die traditionsreichen Diamanthändler verwenden für das Wiegen der Edelsteine immer noch gerne analoge Waagen, dabei geht es aber größtenteils ums Image und das Prestige.

Wagen mit digitaler Anzeige zeigen das Gewicht auf einem Display an. Hierzu werden meist einzelne Siebensegmentanzeigen für die Darstellung verwendet. Großer Vorteil bei Digitalwaagen ist es, dass der Wert als Zahl genau abgelesen werden kann. Auch verschiedene Einstellungen wie die gemessene Einheit können das Wiegen erleichtern. Mittlerweile sind für genaue Gewichtsermittlungen fast ausschließlich Digitalwaagen im Einsatz. Auch im Privatbereich hat sich dieser Waagentyp durchgesetzt. Für den Heimgebrauch ausreichende Messgenauigkeit kann mittlerweile recht günstig erreicht werden. 

Balkenwaage – oft nur ein Schmuckobjekt

Die Balkenwaage wird heutzutage kaum noch verwendet. Allerdings existieren auch von dieser Waagenart recht genaue Exemplare. Mit einer speziellen Mechanik können Bruchteile der Gewichte von der Schale gelöst werden. Nach der Ermittlung des ungefähren Werts beim Vergleichsgewicht wird dann durch eine geeichte Stahlfeder leichter Druck auf die Waagschale ausgeübt. An einem Regler kann abgelesen werden, welchem Gewicht diese Kraft entspricht. Dadurch kann das Gewicht relativ genau ermittelt werden. Allerdings ist die Mechanik recht anfällig und muss öfters nachjustiert werden. Mittlerweile werden Balkenwaagen auch oft als Schmuckobjekte verwendet. Goldene Exemplare beispielsweise sehen im Uhrmacher- oder Juweliergeschäft toll aus und bringen einen altmodischen Charme in den Raum.

Qualitätsmerkmale von Waagen

Die Waagen unterscheiden sich dabei relativ stark in der Qualität. Der wichtigste Faktor ist natürlich die Genauigkeit des Messwertes. Doch auch andere Faktoren bestimmen die Qualität und damit auch den Preis der Waagen.

Genauigkeit der Waage

Juweliere benötigen äußerst genaue Waagen, um möglichst exakt arbeiten zu können. Bei Diamanten oder Gold macht sich jedes Milligramm im Preis bemerkbar und deshalb ist das genaue Gewicht essentiell. Uhrmacher arbeiten mit extrem kleinen Teilchen, die auch möglichst exakt gewogen werden müssen. Diese Genauigkeit wird in der maximalen Messabweichung angegeben, die meist auch offiziell bestätigt wird. Sie erhalten beispielsweise Waagen, die bis auf eine Abweichung von 5 mg messen. Weitere gebräuchliche Abstufungen sind Genauigkeiten von 10 mg, 50 mg oder 100 mg. Waagen mit noch geringerer Messabweichung (etwa 0,1 mg) werden Analysewaagen genannt und finden hauptsächlich in der Chemie Anwendung. Bei sehr genauen Waagen steigt der Preis deutlich, denn die Herstellung ist auch mit erhöhtem Aufwand verbunden.

Maximalgewicht und Mindestlast

Auch im Messbereich unterscheiden sich die feinen Waagen. Jede Waage besitzt ein Mindestgewicht, das aufgelegt werden muss, um überhaupt etwas zu messen. Dieser Wert entspricht in fast allen Fällen der Genauigkeit. Bei einer Exaktheit von 50 mg müssen beispielsweise mindestens 50 mg auf die Waage gelegt werden. Das Maximalgewicht ist dagegen bei jeder Waage anders. Dieser Wert gibt an, welches Gewicht maximal gemessen werden kann. Besitzt die Waage beispielsweise ein Maximalgewicht von 50 g, werden nur Gegenstände bis 50 g richtig gemessen. Beträgt das aufgelegte Material mehr als 50 g, wird dennoch genau der Maximalwert angezeigt. Andere beispielhafte Maximalwerte und Kategorien bei eBay sind 101 bis 200 g oder 501 bis 100 g. Sehr genaue Waagen haben dabei meistens ein geringeres Maximalgewicht, denn wenn Dinge sehr genau gemessen werden müssen, sind sie meist auch nicht sehr schwer. Je höher das Maximalgewicht ist, desto teurer sind die Waagen auch, besonders bei den sensibleren Exemplaren.

Material der Feinwaage

Für die Herstellung von Waagen wird unterschiedliches Außenmaterial verwendet. Typisch sind Kunststoff oder Edelstahl. Kunststoffwaagen sind sehr günstig zu produzieren. Allerdings sind sie auch etwas anfälliger gegen Beschädigungen und sonstige äußere Einflüsse. Waagen aus Edelstahl haben viele Vorteile. So ist die Oberfläche widerstandsfähig und häufig staub- und spritzwassergeschützt.

Zusatzfunktionen bei der Waage

Die Waagen besitzen teilweise nützliche Zusatzfunktionen. So gilt die Tara-Funktion fast schon als Standard. Damit kann der Messwert auf null gesetzt werden, um beispielsweise das Gewicht eines Gegenstands ohne Verpackung oder dem Behälter zu messen. Viele Digitalwaagen unterstützen auch unterschiedliche Einheiten. So können einige Waagen das Gewicht in Pfund, Gramm oder Karat anzeigen. Manche Feinwaagen werden auch mit Solarenergie betrieben, so ist keine Batterie zum Betreiben nötig. Die Zählfunktion ist praktisch, wenn Sie die Anzahl vieler aufgelegter Gegenstände wissen wollen, die alle gleich schwer sind und von denen sie das Einzelgewicht wissen. Mit der Summenfunktion können einzelne nacheinander aufgelegte Gewichte addiert werden. Neben den genannten gibt es noch viele weitere zusätzliche Funktionen und Eigenschaften, die für manche Zwecke sinnvoll sein können. Dabei sollten Sie vor dem Kauf immer den Einsatzzweck im Hinterkopf behalten. Für Juweliere ist beispielsweise die Karatanzeige extrem sinnvoll, Uhrmacher können getrost darauf verzichten. Viele Waagen, sind genau auf bestimmte Einsatzgebiete und die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten.

Verschiedene Größen bei den feinen Waagen

Die Waagen unterscheiden sich auch in ihrer Größe. Mit sehr kleinen und transportablen Waagen können kleine Gegenstände schnell und unkompliziert gewogen werden. Für größere Dinge oder wenn Sie eine große Schale auflegen wollen, sollten Sie eher zu einem größeren Exemplar greifen. Besonders wenn Sie die Waage nicht oft transportieren und über ausreichend Platz verfügen, bieten sich größere Exemplare an.

Eichfähige und kalibrierfähige Waagen – Nachjustieren möglich

Durch das Eichen einer Waage wird sichergestellt, dass die Waage gut justiert ist. Die genaueste Waage nützt nichts, wenn bei ihr ein Kilogramm 950 Gramm ist. Vor allem im geschäftlichen Verkehr, wenn das Gewicht auch den Preis bestimmt, müssen die Waagen geeicht sein. Dabei gibt es verschiedene Eichklassen. Je nach Exaktheit der Waage besitzen Analyseswaagen die Eichklasse I, Präzisionswaagen die Eichklasse II und Ladenwaagen zum Beispiel die Eichklasse III. Eichfähige Waagen können nachjustiert werden. Dies wird vom Eichamt vorgenommen und dann auch offiziell bestätigt. Von Kalibrierung spricht man dagegen, wenn das Prüfverfahren den offiziellen Richtlinien nicht entspricht oder wenn die Waage keine Eichpflicht besitzt.

Das müssen Sie beim Messen beachten

Besonders bei sehr feinen Waagen wirkt sich jede Ungenauigkeit ziemlich stark auf den Messwert aus. Das zu wiegende Material sollte deswegen frei von Schmutz, Staub oder Fingerabdrücken sein. Auch durch Feuchtigkeit kann das Gewicht verändert werden. Es empfiehlt sich deswegen, den zu wiegenden Stoff vorher zu reinigen und zu trocknen. Auch die Wiegefläche sollte sauber und am besten auch vor Verunreinigungen, Staub oder ähnlichem geschützt sein. Somit wird ein möglichst genaues Messergebnis erreicht, das besonders bei sehr feinen Teilen wie bei einer Uhr oder bei sehr wertvollen Stoffen wie Edelsteinen von großer Bedeutung ist.

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