Festnetztelefone mit und ohne Kabel: Kosten-Nutzen-Analyse

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Festnetztelefone mit Kabel contra kabellose Modelle: Kosten-Nutzen-Analyse

In Zeiten flächendeckender Nutzung von Handys und günstiger Mobiltelefon-Tarife verschwinden immer mehr Festnetztelefone aus dem Leben jüngerer Generationen. Schade eigentlich, denn sie können immer noch einigen Nutzen bringen und Qualitäten vorweisen, mit denen ein Mobilgerät nicht glänzen kann. Es gibt immer noch viele Haushalte, die über ein solches Gerät verfügen und es werden immer noch diverse Modelle unterschiedlicher Hersteller produziert und auf den Markt gebracht. Diese unterscheiden sich vor allem darin, dass einige über ein Kabel verfügen, mit dem der Hörer mit dem eigentlichen Telefon verbunden ist und andere kabellos funktionieren. Beide Ausführungen haben sowohl Vor- als auch Nachteile, die im Folgenden näher erläutert werden. Sie erfahren, inwiefern die Kosten eines Geräts mit dessen Nutzen in Verbindung stehen, und erhalten wertvolle Tipps für eine Kaufentscheidung.

So funktionieren Telefongeräte aller Art

Die Bezeichnung Telefon kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus zwei Wörtern zusammen – aus „Tele", das für „fern" steht und aus „phone" für „Stimme" oder „Sprache". Seit den Anfängen der Entwicklung besitzen die Geräte eine biegsame Metallmembran, einen Stabmagneten und eine Drahtspule, die diesen umschließt. Beim Sprechen werden unterschiedlich starke Schallwellen erzeugt, die die Membran in Schwingungen versetzen. Daraufhin ändert sich der Magnetfluss und in der Spule werden elektrische Spannungen induziert. Auf diese Weise verwandeln sich die Schallwellen in elektrische Signale und der Transport erfolgt über ein spezielles Kabel auch über weite Entfernungen. Beim Empfängergerät angekommen, findet im Wandler der umgekehrte Prozess statt. Die Signale werden wieder in Schallwellen umgewandelt, sodass der Gesprächspartner Ihre Stimme hören kann.

Inzwischen hat sich die Technik in allen Bereichen weiterentwickelt und es werden weitaus empfindlichere Membrane und besonders leistungsfähige Wandler hergestellt, die glasklare Übertragungen ermöglichen und reibungslosen Datenaustausch über Tausende von Kilometern hinweg gewährleisten. Auch in puncto Zusatzfunktionen und Materialverarbeitung hat sich einiges verändert und verbessert.

Von den Anfängen der Telefonie bis zum Aufstieg als Massenmedium

Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts gab es die ersten Versuche, Sprache mittels bestimmter Instrumente zu übertragen. Die ersten Modelle sahen wie Trompeten aus und überbrückten Distanzen von wenigen Metern. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die ersten Großversuche gestartet, Schall mittels Sprechrohrleitungen zu übertragen, die jedoch aufgrund der damals unüberwindbaren Störanfälligkeiten nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt waren.

Die Entwicklung hatte erst im Jahr 1837 ihren Durchbruch, als Samuel F. B. Morse den Morsetelegrafen konstruierte. Damit war der Grundstein für Telefone gesetzt, denn der Telegraf konnte Signale mittels elektrischer Leitungen übermitteln. Alexander Graham Bell entwickelte 1876 ein Gerät, das einen Wandler besaß, der als Mikrofon und als Fernhörer fungierte. Die ersten Exemplare konnten zunächst eine Entfernung von lediglich einigen Kilometern bewältigen. Mit der Erfindung des Kohlemikrofons und mit der Weiterentwicklung des Hörers wenige Jahre später konnten weitaus größere Bereiche überwunden werden.

Zunächst mussten Personen eingesetzt werden, die Verbindungen aufbauten, doch wurde die Handvermittlung schnell von einem Selbstwähldienst ersetzt, der im Jahr 1891 entwickelt wurde. Dieser war extrem fehleranfällig und die Handhabung mit einem enormen Aufwand verbunden. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden schließlich die Nummernschalter, die noch eine lange Zeit gebräuchlich waren. Fünfzig Jahre später wurde das Mehrfrequenzwahlverfahren entwickelt, das bis heute in den meisten analogen Telefonen Verwendung findet.

Mit der Einführung von ISDN, das inzwischen flächendeckend existiert, wurde die Tür für mobile Telefonie geöffnet und unser Gesprächsverhalten revolutioniert. Heutzutage sind Begriffe, wie Cloud-Lösungen und Voice over IP in aller Munde. Eine virtuelle Telefonanlage basiert auf Internettechnologie und sämtliche Leistungen werden aus einem Rechenzentrum zur Verfügung gestellt. Auch Netzanbieter im Bereich der Mobiltelefonie haben den Trend längst erkannt und bieten spezielle Tarife, mit denen Sie auch mit Ihrem Smartphone besonders günstig zu Festnetznummern telefonieren können – was früher nicht selbstverständlich war und mitunter hohe Kosten nach sich zog.

Das sollten Sie über die Funktionalität kabelgebundener Festnetztelefone wissen

Selbst wenn Sie kein Eigenes besitzen, werden Sie sie trotzdem kennen: Telefone, deren Hörer mit einem Kabel mit der Basisstation verbunden ist. Die Schnurlänge variiert dabei modellabhängig und kann bis zu mehreren Metern lang sein. Da liegt auch das größte Manko – Sie können sich nie weiter entfernen, als es die Schnur zulässt. Ist sie jedoch zu lang, müssen Sie mit Verdrehungen kämpfen und das Risiko eingehen, mit dem Kabel an etwas hängen zu bleiben. Die eingeschränkte Mobilität wird zum Teil dadurch ausgeglichen, dass die Übertragung viel weniger Störungen unterliegt, als es bei Drahtlostelefonen immer wieder der Fall ist. Außerdem laufen Sie nie Gefahr, dass bei Bedarf keine Ersatzbatterien zur Hand sind und Sie das Gerät dadurch nicht mehr benutzen können.

Schnurgebundene Telefone besitzen einen Differenzialtransformator, der die gleichzeitige Signalübertragung in beide Richtungen steuert und verhindert, dass Sie sich beim Sprechen selber hören. Die elektrischen Signale werden über das Kabel übermittelt und gelangen bei der analogen Telefonie durch meist unterirdische Telefonleitungen zum Empfängergerät. Es gibt ebenfalls eine Vielzahl kabelgebundener Telefone, die das ISDN-Netz nutzen.

Kabellose Telefonie – das sind die Vor- und Nachteile

Ab der Basisstation wird für eine Verbindung auch bei schnurlosen Exemplaren das Telefonnetz verwendet. Der Unterschied zu den kabelgebundenen Ausführungen liegt darin, dass zwischen Basisstation und Handapparat eine Funkverbindung existiert. Die Schallwellen werden dabei digitalisiert und über bestimmte Funkkanäle übertragen. Der Vorteil dieser Modelle liegt klar auf der Hand. Sie bieten Mobilität und Flexibilität. Sie können das Telefon in jedes beliebige Zimmer mitnehmen und bequem auf der Couch liegen oder sogar auf einer Liege auf dem Balkon.

Immer mehr neue Modelle kommunizieren mit der Basis mittels Bluetooth. Diese verhältnismäßig neuartige Technologie setzt sich immer mehr in Bereichen mobiler Datenübertragung und Telefonie durch, denn sie überzeugt durch leistungsstarke und schnelle Übertragungsraten und ist so gut wie vollkommen resistent gegen Störungen aller Art. Das Handgerät und die Basis besitzen spezielle Vorrichtungen, die zu übertragene Signale senden und empfangen können. Momentan schwächelt die Technologie noch etwas im Bereich der Entfernung zwischen den einzelnen Geräten, doch ist die gegebene Distanz in den meisten Fällen vollkommen ausreichend. Es ist zudem davon auszugehen, dass im Laufe der Zeit mit Weiterentwicklungen und Verbesserungen zu rechnen ist.

Die möglichen Übertragungsdistanzen variieren unabhängig von der Funktechnologie außerdem nach Modell und nicht zuletzt nach Preisklasse, doch reichen im Grunde alle aus, um in jedem Bereich des Hauses genutzt zu werden. Natürlich sind selbst den kostspieligsten Ausführungen in ihrer Reichweite irgendwann Grenzen gesetzt. Wenn Sie diese überschreiten, nimmt ein Störrauschen immer mehr zu und die Verbindung bricht irgendwann vollkommen ab.

Auch sollten Sie daran denken, das Telefon in regelmäßigen Abständen auf der Basisstation aufzuladen oder genügend Ersatzbatterien vorrätig zu haben. Sonst kann es passieren, dass Sie während eines wichtigen Anrufs unterbrochen werden und wertvolle Minuten dafür verschwenden, genügend Reserven zu laden, um das Gespräch fortführen zu können. Ein weiterer Nachteil gegenüber Kabelexemplaren liegt darin, dass Handgeräte, die nicht mit der Basis verbunden sind, verloren gehen können. Jeder verlegt Dinge, doch kann es sehr ärgerlich werden, wenn Sie das Telefon suchen müssen - vor allem wenn Sie es dringend brauchen. Kommt der Umstand hinzu, dass der Akku leer ist, dann hilft noch nicht einmal die Suchfunktion an der Basisstation.

Kosten-Nutzen-Analyse – es muss nicht immer das Luxusgerät sein

Letztendlich ist es nicht entscheidend, welche Art von Telefon Sie zu Hause nutzen. Ob Kabel oder nicht, ist eine Frage des persönlichen Telefonieverhaltens und eigener Vorlieben. Es gibt bei jeder Entscheidung positive und negative Aspekte, die Sie gegeneinander abwägen sollten, bevor Sie eine Anschaffung tätigen. Den Unterschied macht, wie so oft, der Preis des jeweiligen Geräts. Sie alle können Telefonate annehmen und eine Verbindung mit einem Gerät Ihrer Wahl herstellen, doch weisen sie unterschiedliche Zusatzfunktionen und Qualitätsmerkmale auf. Denken Sie darüber nach, was Ihnen wichtig ist, und treffen Sie auf Grundlage einiger Vorüberlegungen eine Kaufentscheidung.

Angenommen, Sie bevorzugen ein schnurloses Exemplar – ein Kriterium ist in diesem Fall die Reichweite. Wenn Sie eine kleine Wohnung haben, genügt ein einfaches Modell, das Ihnen Mobilität von wenigen Metern ermöglicht. Besitzen Sie jedoch ein großes Haus und ein angrenzendes Grundstück, werden Sie sich im Nachhinein ärgern, wenn Sie ein Telefon besitzen, das Sie davon abhält, auch auf der Gartenliege zu telefonieren. Für eine Ausführung, die es möglich macht, sich weit von der Basis zu entfernen, müssen Sie allerdings in den meisten Fällen etwas tiefer in die Tasche greifen – es wird sich jedoch in jedem Fall lohnen. Ein weiteres Merkmal ist die Akkulaufzeit. Wenn Sie häufig lange Telefonate führen, kann es einen großen Unterschied ausmachen, wie viel Zeit das Gerät auf der Station verbringen muss. Auch hier gilt: Je preisgünstiger das Modell ist, desto häufiger müssen Sie es aufladen.

Egal ob mobil oder gebunden, Ihr neues Festnetztelefon sollte über einige Funktionen verfügen, die Ihnen die alltägliche Anwendung erleichtern. Nützlich und zeitsparend sind das Vorhandensein eines Telefonbuchs sowie die Möglichkeit, über Kurzwahltasten häufige Anrufpartner zu erreichen. Ebenfalls praktisch sind unterschiedliche Klingeltöne, die sich bestimmten Anrufern zuordnen lassen. Eine Rückruftaste ist nicht verkehrt und auch die Möglichkeit, gegebenenfalls eine Konferenzschaltung herzustellen, sollte vorhanden sein.

Je preisintensiver ein Gerät ist, desto hochwertiger sind die verarbeiteten Materialien und die damit verbundene Lebenszeit. Natürlich werden Sie eine reinere Wiedergabe und höhere Lautstärken erreichen können, wenn Sie mehr investieren und selbstverständlich können Sie das Gerät länger nutzen, ohne dass die ersten Verschleißerscheinungen auftreten – ob Sie alle Extras brauchen und Wert auf jahrelange Benutzung ein und desselben Telefons legen, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

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