Fernsteuersender, Empfänger, Servos, Quarze, Frequenzen

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Ratgeber Fernsteuerungen: Sender, Empfänger, Servos, Quarze, Frequenzen usw.

Ein unverbindlicher Überblick.

Im Laufe einiger Jahrzehnte habe ich als Modellflieger einige Erfahrungen mit Fernsteuerungen gesammelt, die ich nachfolgend in Kurzform und natürlich ohne Gewähr weitergebe:

Frequenzen:

In Deutschland und fast allen EU-Ländern (außer Frankreich) sind folgende Frequenzbänder zur Fernsteuerung von Modellen zugelassen und seit ca. 2003 gebührenfrei nutzbar, wenn die Fernsteuerung neuere technische Anforderungen (insbesondere Schmalbandigkeit 10 kHz) erfüllt. Diese Anforderungen erfüllen neuere Fernsteueranlagen, wenn sie ein CE Zeichen haben. Aber auch ältere Anlagen erfüllen diese Anforderungen, wenn sie eine früher vom fernmeldetechnischen Zentralamt vergebene FTZ-Nr. tragen, die mit den Buchstaben MF (27 und 40 MHZ) oder FE (bei 35 MHZ) beginnt, das können sowohl AM- als auch FM-Anlagen sein. Ältere Anlagen mit nur dem Buchstaben F bei der FTZ-Nr. erfüllen dagegen diese Anforderungen in der Regel nicht, da sie nicht ausreichend schmalbandig sind (meist Bandbreite 20 kHz).

27 MHZ-Band: für alle Modelle, jedoch für Flugmodelle nicht zu empfehlen wegen hohem

Störungsrisiko durch viele andere Nutzer.

35 MHZ Band: nur für Flugmodelle, in Deutschland zusätzlich auch 35 MHZ- B- Band.

40 MHZ Band: Kanäle 50, 51, 52 und 53 für alle Modelle, die anderen Kanäle für Schiffe und

Automodelle aber nicht für Flugmodelle.

2,4 GHZ Band: im Kommen, wird hier nicht weiter behandelt.

Jedes Frequenzband ist in mehrere einzelne Frequenzkanäle mit in der Regel 10 kHz Kanalabstand unterteilt. Der gewünschte Kanal, auf dem man die Fernsteuerung betreiben möchte, kann in der Regel durch Steckquarze mit der entsprechenden Kanalfrequenz im Sender und Empfänger ausgewählt werden, bei neueren Anlagen kann die Kanalwahl anstelle von Quarzen auch mit sog. Synthesizern vorgenommen werden. Das Frequenzband, für das die Fernsteuerung ausgelegt ist, muß zum Quarz passen, einen für 35 MHZ ausgelegten Sender kann man z.B. nicht mit einem 27 oder 40 MHZ Quarz betreiben, das kann den Sender sogar beschädigen.

Quarze und ihre Funktion in Sender und Empfänger:

Quarze sind frequenzbestimmende Bauteile, die im Sender die Sendefrequenz und im Empfänger die zu empfangende Frequenz festlegen. Sender und Empfänger müssen natürlich auf den gleichen Frequenzkanal eingestellt sein, damit die Fernsteuerung funktionieren kann. Der Quarz im Sender und der Quarz im Empfänger arbeiten hierzu allerdings auf unterschiedlichen Frequenzen: der Empfängerquarz eines Einfachsuperhetempfängers arbeitet auf einer Frequenz, die genau um die Zwischenfrequenz des Empfängers niedriger sein muß als die Sendefrequenz, damit der Empfänger die Sendefrequenz empfangen kann. Dies ist durch die Funktionsweise des Superhetempfängers bedingt und läßt sich wie folgt erklären:

Im Empfänger befindet sich ein Oszillator, der genau mit der Frequenz des Empfängerquarzes schwingt. Diese Eigenschwingung wird im Empfänger einem sog. Mischer zugeführt. Ebenfalls dem Mischer zugeführt wird die von der Antenne des Empfängers empfangene und in einem HF-Schwingkreis aus Spulen und Kondensatoren grob für das Frequenzband vorgefilterte Frequenz. Der Mischer bildet die Differenz aus der Antennenfrequenz und der Oszillatorfrequenz (und leider auch umgekehrt die Differenz aus Oszillatorfrequenz minus Antennenfrequenz). Die Differenzfrequenz wird dann vom Mischer einem sehr schmalbandigen Frequenzfilter im Empfänger zugeführt. Dieses Filter läßt nur eine Differenzfrequenz passieren, die genau der Zwischenfrequenz entspricht, für die das Filter ausgelegt ist. In den meisten Empfängern sind Filter mit einer Zwischenfrequenz von 455 kHz eingebaut, nur ganz alte Empfänger haben teils noch eine Zwischenfrequenz von 460 kHz (und benötigen daher einen Quarz mit um 5 kHz geringerer Frequenz). Am Filterausgang werden durch Demodulation aus der Hochfrequenz die niederfrequenten Nutzsignale für die Sollwerte der Servopositionen gewonnen und vom Impulsteil des Empfängers an die Steckverbindungen für die Servos geführt.

Diese Besonderheit der Funktionsweise des Superhetempfängers hat also zur Folge, daß der Empfänger nur solche Antennenfrequenzen (und damit Sendefrequenzen) empfängt, die entweder um die Zwischenfrequenz von 455 kHz höher oder niedriger (sog. Spiegelfrequenz) als die vom Empfängerquarz bestimmte Oszillatorfrequenz liegen. Der Empfängerquarz wird so definiert, daß seine Frequenz um 455 kHz niedriger als die Sendefrequenz liegt.

In der Praxis sind die Quarze mit einem Aufkleber mit dem entsprechenden Frequenzkanal beschriftet und werden nach Sender- und Empfängerquarz unterschieden. Der Aufdruck Kanal 51 auf dem Empfängerquarz bedeutet also, daß der Quarz für den Empfang einer Sendefrequenz des Kanals 51 geeignet ist, seine tatsächliche Schwingfrequenz liegt aber um 455 kHz niedriger als die Sendefrequenz.

Natürlich ist es unerwünscht, daß der Einfachsuperhetempfänger auch fremde Sendefrequenzen (sog. Spiegelfrequenz) empfangen kann, die um 455 kHz niedriger als die Oszillatorfrequenz liegen. Wenn das an einem Standort zu Störungen führt, kann man Abhilfe schaffen durch Einsatz eines Doppelsuperhetempfängers, der durch einen vorgeschalteten zusätzlichen Mischer mit sehr hoher Zwischenfrequenz (ca. 10 MHZ) die Störanfälligkeit für Spiegelfrequenzen weitgehend minimiert. Empfängerquarze für einen Doppelsuperhetempfänger haben aber für den gleichen Senderfrequenzkanal eine völlig andere Schwingfrequenz als Quarze für einen Einfachsuperhetempfänger und dürfen daher nicht verwechselt werden.

Ebenfalls nicht verwechseln darf man Sender- und Empfängerquarze. Vertauscht man versehentlich den Sender- und Empfängerquarz, so funktioniert eine AM Fernsteuerung mit einem Einfachsuperhetempfänger weiterhin, allerdings sendet der Sender auf einer um 455 kHz zu niedrigen Frequenz, was verboten ist. Außerdem ist die Reichweite geringer, weil der Empfänger im HF-Eingangsfilter für die Spiegelfrequenz nicht optimal abgestimmt ist. Bei einer FM Fernsteuerung ergibt sich bei einer Vertauschung von Sender- und Empfängerquarz gar keine Funktion, wie später noch erklärt wird.

AM Sender arbeiten mit einem Quarz, der genau der Sendefrequenz entspricht, z.B. bei Kanal 4 im 27 MHZ Band mit einer Frequenz von 26,995 MHZ. FM Sender arbeiten in der Regel mit Frequenzverdoppelung und benötigen daher einen Quarz mit der halben Sendefrequenz. Diese Frequenzverdoppelung wird angewandt, um den nötigen Frequenzhub von ca. 3 kHz bei der Frequenzmodulation erzeugen zu können. Ein FM Sender überträgt die Sollwertinformationen für die Servos dadurch, daß die Hochfrequenz moduliert wird, d.h. um einen kleinen Frequenzbetrag von etwa 3 kHz variiert wird. Diese Variation im Rhythmus der niederfrequenten Informationsübertragung wird dadurch erreicht, daß man dem Senderquarz z.B. einen Kondensator parallel schaltet und so seine Schwingfrequenz leicht verändert. Der Quarz läßt seine Frequenz aber nur widerwillig und um einen kleinen Betrag ändern. Durch die Frequenzverdoppelung erreicht man auch eine Verdoppelung dieser Frequenzänderung und so den nötigen Frequenzhub, den der Empfänger zur sicheren Demodulation benötigt.

Zur Erzeugung des Frequenzhubs im Sender verwendet nahezu jeder Fernsteuerhersteller ein geringfügig anderes Verfahren mit der Folge, daß kein Quarz des einen Herstellers in einem Sender eines anderen Herstellers zu guter Funktion führt. Ein Multiplex FM Senderquarz ist z.B. in der Regel für einen Graupner FM Sender nicht geeignet und umgekehrt. Die Quarze arbeiten zwar alle mit (ungefähr) der halben Sendefrequenz, unterscheiden sich aber wegen der unterschiedlichen Erzeugung des Frequenzhubs doch um einen kleinen Frequenzbetrag von ca. 1 bis 3 kHz, der zu Fehlfunktion oder Nichtfunktion der Fernsteuerung führt.

Für FM Sender gibt es also keinen Universalquarz, der für Sender unterschiedlicher Hersteller paßt, man benötigt immer einen FM-Quarz vom jeweiligen Senderhersteller (AM-Senderquarze sind zudem wie bereits beschrieben für FM-Sender ungeeignet). Für AM Sender passen im Prinzip AM-Quarze (FM-Quarze sind wegen der halben Frequenz ungeeignet) unterschiedlicher Senderhersteller, da hier im Sender ja keine Frequenzänderungen vorgenommen werden. Beim Empfängerquarz gibt es im Prinzip keinen Unterschied zwischen AM und FM Anlagen. Hier passen in der Regel FM Quarze in AM Empfängern und umgekehrt und zudem passen Quarze unterschiedlicher Empfängerhersteller, so daß vielfach Universalquarze angeboten werden. Einen Unterschied kann es natürlich trotzdem geben und zwar bezüglich Fertigungsqualität und Genauigkeit der Quarzfrequenzen, so daß es sich für sicherheitsrelevante Anwendungen (Flugmodelle) empfiehlt, nur Quarze des jeweiligen Herstellers der Fernsteuerung zu verwenden.

Ein gemischter Betrieb von Sendern eines Herstellers mit Empfängern eines anderen Herstellers mag häufig prinzipiell möglich sein, ist aber insbesondere bei FM Anlagen bei sicherheitsrelevanten Anwendungen ebenfalls nicht zu empfehlen, da die Empfänger in der Regel nur auf die speziellen Frequenzhubverfahren der Sender des gleichen Herstellers optimal abgestimmt sind. Wer hier trotzdem einen Mischbetrieb vornehmen will, der sollte vorher unbedingt umfangreiche Funktions- und Reichweitentests durchführen und sich von der einwandfreien Funktion überzeugen.

Sender und Empfänger:

Es gibt amplitudenmodulierte Fernsteuerungen (AM- Anlagen) und frequenzmodulierte (FM-Anlagen). Ein gemischter Betrieb AM Sender mit FM Empfänger und umgekehrt ist nicht möglich. FM Anlagen bieten eine störungssicherere Übertragung als bei AM Anlagen und sind insbesondere für sicherheitsrelevante Anwendungen vorzuziehen.

Die Geschichte der Fernsteueranlagen beginnt in den 50er Jahren mit AM Anlagen, da diese mit den damaligen Mitteln einfacher (oft im Eigenbau) gebaut werden konnten. Am Anfang standen einkanalige Röhrengeräte für ein "Servo", das von Neutrallage zu Vollausschlag links / rechts umgesteuert werden konnte. Es folgten dann transistorisierte tonmodulierte Mehr-kanalanlagen (auch Tipp-Anlagen genannt), die deutliche Fortschritte brachten, weil man für eine Ruderbewegung 2 Tonkanäle zur Verfügung hatte und so eine eindeutige Zuordnung der Knüppelbewegung am Sender zu links / rechts am Ruder. Den entscheidenden Durchbruch brachten aber erst die Proportionalanlagen Ende der 60er Jahre, bei denen das Servo exakt der Knüppelstellung am Sender folgt und somit auch jede Zwischenstellung zwischen den Vollausschlägen anwählbar ist. Im Wesentlichen arbeiten alle Fernsteueranlagen bis heute prinzipiell nach diesem Proportionalprinzip, die Anlagen sind aber durch neue Technologien kleiner, leichter, robuster und viel sicherer geworden.

AM Proportionalanlagen kann man noch wie folgt unterteilen:

AMalt : Anfang der Proportionalanlagen, breitbandig 20 kHz, FTZ-Nr. F

AMS oder SSM: schmalbandig 10 kHz durch Sinusschmalbandmodulation, FTZ-Nr. FE

oder MF oder CE-Zeichen.

Ein Mischbetrieb von Sendern AMS/SSM mit Empfängern AMalt und umgekehrt sollte vermieden werden. Ein AMS/SSM Sender ist nur mit einem AMS/SSM Empfänger zu betreiben, ein AMalt Empfänger kann das AMS/SSM-Sendersignal nicht zuverlässig demodulieren, was zu unkontrollierten Servobewegungen führt. Ein AMalt Sender kann dagegen prinzipiell auch mit einem AMS/SSM Empfänger betrieben werden, jedoch ist auch dies nicht empfehlens-wert, weil beide Systeme nicht für Mischbetrieb optimiert sind.

AM oder FM gibt an, in welcher Form die Sollwertinformationen für die Servos vom Sender zum Empfänger übertragen werden, ob also hierzu die Amplitude der Hochfrequenz moduliert wird oder die Frequenz. Daneben ist es aber auch noch wichtig, wie die Sollwertinformationen zur Übertragung aufbereitet und dargestellt werden. Auch dafür gibt es unterschiedliche Verfahren, die in Sender und Empfänger einheitlich sein müssen.

Ein üblicher Sender gliedert sich im Wesentlichen in 2 Teile, einen niederfrequenten Impuls-teil und einen Hochfrequenzteil (HF-Teil). Mit Potentiometern werden die Positionen der Steuerknüppel gemessen, diese Wegsignale werden im Impulsteil in kurze, der Wegstellung proportionale Impulse von (1 bis 2) ms Länge umgewandelt und für jeden Steuerkanal nacheinander aneinandergereiht, unterbrochen durch kurze Impulspausen von ca. 0,2 ms. Sind alle Wegpositionen abgefragt, folgt ein Synchronisierungsimpuls mit über 5 ms Dauer, der signalisiert, daß danach die Abfrage der Wegstellungen wieder von vorne beginnt. Bei den meisten Sendern wird der Synchronimpuls so angepaßt, daß nach 20 ms jeweils eine neue Impulsfolge beginnt, was eine Wiederholfrequenz von 50 Hz ergibt, eine unterschiedliche Wiederholfrequenz ist aber in der Regel unkritisch im Empfänger zu verarbeiten.

Dieses beschriebene Verfahren der Signalaufbereitung heißt PPM (Puls Pause Modulation) Verfahren und wird in den meisten Fernsteueranlagen verwendet. Ältere Graupner / Grundig Anlagen verwenden 2 Synchronimpulse je am Anfang und Ende der Wegimpulse. Dies erhöht die Störsicherheit, hat aber zur Folge, daß ein solcher Sender nur mit einem Graupner / Grundig Empfänger betrieben werden kann, der die Impulsfolge richtig versteht. Webra verwendet in den FMSI Sendern ein Impulstelegramm mit teils längeren Impulspausen, was nur in Webra FMSI Empfängern richtig ausgewertet werden kann.

Bei PPM Sendern erfolgt die HF-Modulation unmittelbar durch diese Impulsfolge. Im Empfänger werden die HF-Signale demoduliert und in die Impulsfolge zurückgewandelt. Danach werden die einzelnen Wegimpulse an die zugehörigen Servosteckverbindungen des Empfängers weitergeleitet.

Neben dem PPM-Verfahren gibt es noch das PCM-Verfahren (Puls Code Modulation), das für besonders hohe Anforderungen an die Störsicherheit der Signalübertragung angewandt wird. Beim PCM-Verfahren werden die Wegsignale der Steuerknüppel nicht mehr in Impulse umgewandelt, deren Dauer beim PPM-Verfahren die Information für die Knüppelstellung enthält. Vielmehr werden die Wegsignale in binäre Zahlenwerte umgerechnet (digitalisiert). Diese Zahlenwerte werden dann nach einem codierten Verfahren mit kurzen Impulsen der Hochfrequenz des Senders aufmoduliert. Im Empfänger werden durch Demodulation wieder die Zahlenwerte ermittelt und dann wie beim PPM-Verfahren in analoge Impulse von (1 bis 2) ms umgewandelt und den entsprechenden Servosteckverbindungen zugeführt. Die Schnittstelle zu den Servos ist also bei PCM-Empfängern gleich wie bei PPM-Empfängern gestaltet, damit einheitliche Servos verwendet werden können. Die PCM-Übertragung der Zahlenwerte erfordert eine größere zu übertragende Datenmenge und dauert daher länger als bei PPM mit ca. 20 ms Wiederholzeit. Um auch bei PCM eine ähnlich schnelle Aktualisierung der Servosollwerte zu erreichen, werden häufig nur diejenigen Knüppelstellungen übertragen, die sich gegenüber dem früheren Zyklus geändert haben.

Im Empfänger kann die Rückwandlung der demodulierten Impulse in entsprechende analoge Wegsollwertimpulse für die Servos bei PPM und insbesondere bei PCM auch mit einem Mikroprozessor vorgenommen werden, der zusätzlich auch eine Plausibilitätsprüfung ermöglicht und z.B. unzulässig kurze oder lange Impulse (infolge von Störungen) ausblenden kann. Meistens werden jedoch nur einfache Digitalbausteine, wie z.B. Zähler eingesetzt. Auch im Sender kann die Impulsaufbereitung vorteilhaft mit einem Mikroprozessor vorgenommen werden, der eine Vielzahl von Mischfunktionen verschiedener Servokanäle ermöglicht (z.B. für V-Leitwerke) und häufig auch den Servoausschlagwinkel und die Neutralposition für Servos mit nicht genormter Mittenstellung individuell programmierbar macht.

Manche Fernsteuerhersteller haben bei Sender und Empfänger für die Hochfrequenzteile steckbare Wechselmodule vorgesehen. Mit diesen Modulen kann man Sender und Empfänger auf das gewünschte Frequenzband (27, 35 oder 40 MHZ) einstellen. Dies geschah zu einer Zeit, als Fernsteueranlagen noch relativ teuer waren. Heute ergibt sich aber aus solchen Steckmodulen kaum noch ein Preisvorteil, so daß diese Bauweise nicht mehr üblich ist. Dadurch fallen auch störanfällige Steckverbindungen weg.

Servos

Die Schnittstelle der meisten neueren Servos ist im Prinzip so festgelegt, daß dem Servo vom Empfänger etwa alle 20 ms ein positiver Spannungsimpuls von 1 bis 2 ms Dauer zugeführt wird. Ein Impuls von 1 ms bedeutet einen Sollwert für die eine Endstellung des Servos, ein Impuls von 2 ms für die andere Endstellung. Ein Impuls von 1,5 ms soll das Servo in die Mittenstellung bringen. Ältere Graupner Servos arbeiten teilweise mit negativen Impulsen und können daher nur mit einem Inverter an neuere Empfänger mit positivem Servoimpuls angeschlossen werden.

Leider sind diese Werte nicht einheitlich genormt und können bei unterschiedlichen Herstellern von Fernsteueranlagen und Servos zu Abweichungen führen. Robbe / Futaba Servos können z.B. so ausgelegt sein, daß die Servomitte bei ca. 1,8 ms liegt. Werden diese Servos mit einem Sender betrieben, der bei Mittenstellung des Steuerknüppels Impulse von 1,5 ms erzeugt, so steht das Servo nicht in Mittenstellung, wenn der Steuerknüppel neutral steht. Die Abweichungen können so groß sein, daß bei Vollausschlag des Steuerknüppels am Sender das Servo an den mechanischen inneren Maximalanschlag läuft und Schaden leidet. Auch der Winkelausschlag des Servos bei Impulsen von 1 oder 2 ms ist oft nicht einheitlich genormt. Hat man also keinen Sender mit Mikroprozessor, bei dem Servomitte und Servoausschlag individuell programmierbar sind, so empfiehlt es sich, nur Servos vom gleichen Hersteller wie dem Fernsteuersender zu verwenden, weil dann Mittenstellung und Ausschlag der Servos richtig auf den Sender abgestimmt sind.

Regelungstechnisch betrachtet handelt es sich bei einem Servo um eine sogenannte Lageregelung. Ein elektronischer Servoverstärker vergleicht die von einem Potentiometer gemessene Istposition des Servohebels mit der vom Empfänger kommenden Sollposition und steuert einen Elektromotor so an, daß die Istposition möglichst genau der Sollposition nachgeführt wird. Bei den meisten einfacheren heutigen Servos besteht der Servoverstärker aus einem integrierten Schaltkreis aus analogen und digitalen Bausteinen mit einer Brückenendstufe zur Ansteuerung des Elektromotors. Für die meisten Anwendungen reichen diese einfachen Servos völlig aus. Bei höheren Ansprüchen an die Genauigkeit und Schnelligkeit können Servoverstärker mit Mikroprozessor als Regler zum Einsatz kommen, der auch eine Plausibilitätsprüfung von Störimpulsen vornehmen kann. Auch die Mechanik des Servos hat Einfluß auf die Genauigkeit, spielarme Getriebe mit kugelgelagerter Abtriebswelle sind natürlich bei erhöhten Anforderungen von Vorteil.

Der elektronische Servoverstärker läßt sich heute dank spezieller integrierter Bausteine extrem klein bauen und findet selbst in winzigen Servos noch Platz. In den Anfangszeiten der Proportionalfernsteuerung wurde der Servoverstärker noch mit diskreten Bauteilen (Transistoren, Widerstände usw.) aufgebaut, was die Servos etwas größer und sehr viel teurer gemacht hat. Um Bauteile und damit auch Bauraum zu sparen, wurde bei diesen ersten Servos mit diskret aufgebautem Servoverstärker meistens auch keine Brückenendstufe eingesetzt sondern eine einfache Endstufe, die auf die Mittenspannung der Empfängerbatterie angewiesen war und den Motor bei Links- oder Rechtslauf somit nur mit der halben Batteriespannung betrieb (jeweils +oder - 2,4 Volt). Diese Servos erkennt man daran, daß sie 4 Anschlußdrähte an den Empfänger benötigen (+, -, Mitte, Impuls). Andere Fernsteuerhersteller (z.B. Graupner / Grundig) haben in den Anfangszeiten den Servoverstärker nicht im Servo untergebracht sondern im oder (als Steckmodul) am Empfänger. Solche Servos bestanden dann nur aus Gehäuse, Motor, Getriebe und Potentiometer, wodurch sie preisgünstiger waren und z.B. in meh-reren Flugmodellen verbleiben konnten und nur der Empfänger gewechselt werden mußte. Servos ohne Verstärker erkennt man daran, daß sie mindestens 5 Anschlußdrähte an den Empfänger benötigen (2 für Motor, 3 für Poti).

Akkus

Sender arbeiten in der Regel mit einer Versorgungsspannung von 7,2 Volt (Multiplex), 9,6 Volt (bei den meisten Anlagen) oder teilweise auch 12 Volt. Die Spannungsquelle besteht somit in der Regel aus 6, 8 oder 10 Akkuzellen (NiCad oder NiMhd) meist vom Typ Mignon (AA).

Empfänger und Servos haben in der Regel eine gemeinsame Spannungsversorgung von 4,8 Volt, teilweise auch 6 Volt. Der Empfängerakku besteht somit aus 4 oder 5 Akkuzellen, meistens ebenfalls vom Typ Mignon (AA). Beim Empfängerakku ist es wichtig, Akkuzellen mit geringem Innenwiderstand zu verwenden, da die Servos kurzzeitig viel Strom benötigen. Wenn die Akkuspannung bei dieser kurzzeitigen Strombelastung zu sehr einbricht, kann das zu Störungen bei den Servos führen, deshalb hier nur Qualitätsakkus verwenden.

Bei sicheheitsrelevanten Anwendungen, insbesondere bei der Fernsteuerung von Flugmodellen, ist es ganz wichtig, daß die einzelnen Akkuzellen sowohl im Sender als auch im Empfänger miteinander verlötet oder verschweißt sind. Werden die Einzelzellen nur in sogenannte Batteriehalter gesteckt, hat man keinen sicheren Kontakt. Bei längerem Nichtgebrauch (z.B. Winterpause) sollte man die Akkus unbedingt aus dem Sender entfernen, da schadhaft gewordene Akkus aggressive Dämpfe und Flüssigkeiten abgeben, die im Sender zu Korrosionsschäden führen können.

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