Fender Lite Ash Stratocaster

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Hallo ihr interessierten Leser,

am 05.05.2007 war Musikerflohmarkt in Ibbenbüren bei Musik-Produktiv
und ich war mit der Vorstellung hingefahren mit einer Squier Protone Tele oder Strat
oder einer Fender Lite Ash Tele oder Strat nach Hause zu fahren. Dank
dem Verkauf meiner Cort Solo QM auf dem Gelände war das dann auch
möglich.

Nachdem ich bei Musik-Produktiv vorher im Laden die Lite Ash Strat in
der Hand hatte und sie dann auch auf dem Flohmarkt fand, war meine
Entscheidung gefallen.

Hier nun mein Testbericht zur Lite Ash Stratocaster in Natur. Ich nehme
kurz Bezug auf einige von mir angesehene Mexico Standard Strats und
auf eine von mir vor ein paar Tagen für einen Freund neu eingestellte Squier
Standard Walnut Satin Strat.

Zunächst mal ein paar Bilder und Daten mit einigen Kommentaren dazu:

Der Body besteht ja aus leichter Esche, ist bei dieser Strat dreiteilig, und
der Hals besteht aus Birds-Eye-Maple ... entgegen früherer Meldungen
ist der Hals nicht einteilig sondern mit aufgeleimtem Griffbrett, was
allerdings extremst sauber und ohne spürbare Übergänge gemacht wurde.

 

Gebaut wurde meine Strat im Oktober 2004 und trägt das Siegel
Made in Korea ... dazu später mehr.

Die Mechaniken sind die gleichen wie auf der Squier Standard.

Vorne ziehrt die Kopfplatte das goldene Fender Spaghetti-Logo, es sind
keine Decalränder zu sehen ... der Lack am Hals ist im matten Satin-Finish.
Die Halsnut ist sauberer und etwas härter als bei der Squier
Standard Strat gearbeitet.

Im Hals sind sehr sauber wunderschöne Abalone-Dots eingelassen. Die
Bünde sind sauber abgerichtet und im Gegensatz zu früheren Aussagen
und im Gegensatz zu fast jeder von mir angefassten Mexico Standard Strat
sind die Bundenden absolut nicht scharf oder überstehend. Bei der
Squier Standard gab es übrigens in der Richtung auch nichts zu bemängeln.

Der Hals ist sauber eingefasst und hat keinerlei Spiel zu irgendeiner
Seite.

Der Body ist wie gesagt aus dreiteiliger leichter Esche, hochglanzlackiert,
und sustained wunderschön. Im Gegensatz zu Erle fehlt ihm etwas Mitten,
dafür hat Esche ein besseres Attack und mehr Höhen. Die fehlenden Mitten
machen dann die verbauten Seymour Duncan APS-1 Pickups weg.

 

Das Tremolo ist das gleiche wie auf der Squier Standard Strat, mit einem
feinen Unterschied. Auf der Lite Ash besitzt es einen massiven Messingblock.

 

Die Elektronik ist seeehr sauber verlötet. Es wurden grosse 500kOhm
Potis benutzt und der typische Asia-Plastikplatinen-Schalter. Bei der
Squier Standard werden kleine Potis benutzt und die teilweise Abschirmung
des Pickguards fehlt.

Die Seymour Duncans sind Alnico Pro Pickups, die Squier Standard hat diese
zwar nicht, kosten ja auch einzelnd schon 59 Euro/Stück, aber auch die
Squier besitzt Pickups mit gutem Klang und Einzelmagneten ohne diesen
Stabmagneten unten drunter.

Der Body der Lite Ash ist für H-S-H ausgefräst, obwohl es diese Variante
nicht gibt. Bei der Squier Standard Walnut Satin ist eine grosse Pool-Fräsung
unterm Pickguard, da diese Strat als H-S-S, S-S-S und H-H Variante verkauft
wird.

Bei der Lite Ash sind alle Fräsungen für die Elektronik mit Graphitlack
ausgestrichen und das ganze dann nochmal an die Erde angelötet.

Der Body trägt die Produktnummer 026-5002-921 im Elektronikfach.

So jetzt fragt man sich doch ... wie bekommt Fender das hin eine so
qualitativ hochwertige Gitarre mit Eschenkorpus, Birds-Eye-Maple-Hals
und dann noch Seymour Duncan APS-1 Pickups für so einen Preis, Neupreis
sind 479,- Euro im Schnitt für die Natur, zu produzieren.

Ganz einfach ... Fender lässt die Gitarren bei Cort in Korea bauen ... die
folgende nicht offiziell von Fender veröffentlichte Partlist beweisst dies:

P/N DESCRIPTION
- 0062473000 TUNERS, 38-11F CR (SET)
- 0072878000 Nut, EG42X3.4 WH, Cort
- 0072874000 Bridge assy, CFAII-CHR, Cort
- 0072805000 Tremolo arm, CFAII - CHR, Cort
- 9280730039 PICKUP, DUNC APS-1N OEM, neck
- 0072885000 P/U, SD, APS-1RWRP Alnico Pro2 Staggered, middle
- 0072886000 P/U, SD, APS-1B Alnico Pro2 - Staggered, bridge
- 0072889000 Control, 2401-D14SL-B500K, vol Cor-Tek (Cort)
- 0072890000 Control, 2401-D14SL-D500K, tone Cor-Tek (Cort)
- 0062393000 SWITCH, 5-WAY 252N Cor-Tek (Cort)
- 0991365000 BLACK TONE/VOL KNOBS STRAT
- 0072892000 Jack, EG2P-CR, chrome, Cor-Tek (Cort)
- 0072893000 Jack plate, NO-2 CR, chrome, strat, Cor-Tek (Cort)
- 0072895000 Pickguard, 000811-1/BK, Lite ash strat
- 0054750000 STRAP BTN 'D' CHR

Normalerweise werden diese Gitarren in Korea bei Cort gefertigt,
doch aufgrund von Produktionsengpässen kann es auch vorkommen,
dass Teile in Indonesien bei Cort gefertigt werden. So geschehen bei
meinem Body, der den Stempel IC Aug 2004 trägt, wobei das IC für
Indonesia Cort steht. Aber auch die Indonesier wissen anscheinend wie
man vernünftig Holz verarbeitet.


Egal ... wenn die Qualität stimmt, dann ist das Herkunftsland eh egal.

Übrigens bevor ich es vergesse ... die ganze Strat wiegt etwas mehr
als 3700gr. "Leichte" Esche halt ...

Da Cort Korea/Indonesien auch die G&L Tribute Serie baut und diese auch
mit Swamp Ash in Highgloss-Nature-Finish und mit Birds-Eye-Maple Hals
zu bekommen sind ... gehe ich mal davon aus, dass hier bei der Lite Ash,
wie übrigens auch bei jeder Cort Esche-Body Gitarre das begehrte Swamp Ash
benutzt wurde. Sprich "leichte Esche" sollte Sumpf-Esche sein ... die Maserung
würde ja passen.

Mein Eindruck ist halt von der Lite Ash Strat ... eine Hammergitarre zu dem
Preis. Eine fantastische Verarbeitung ... ein geiler Esche-Korpus und ein
genialer Klang.

Die Seymour Duncans machen mit ihrem etwas höheren Output als die
USA-Standards die fehlenden Mitten fast wieder weg. Dafür behält die
Gitarre aber ihre Höhen und ihr Attack.

Für Blues und Rock ideal ... für die ganz Harten absolut nix

Fazit ... schaut geil aus, spielt sich geil, klingt geil und war ein geiles
Schnäppchen

Ich denke die Lite Ash Serie wird wenn sie irgendwann mal vom Markt
verschwindet ein gesuchter Klassiker werden wie die Squier Protones
oder die Squier Japans der 80er.

Von der Verarbeitung und vom Sound und vom Feeling her würde ich sie
den meisten Mexico Modellen vorziehen. Auch die ein oder andere USA-Strat
wäre mir den Aufpreis absolut nicht wert.

Hoffe euch hat der Testbericht gefallen ...

Grüsse Andy Fähling aka faelup

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