Fender Jazz Bass American Deluxe V natural ash

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Hallo,
zum Thema Fender habe ich ja schon einiges gesagt. Zuletzt bezüglich eines Fender Jazz Bass Mexico 5-String.
Ratgeber hierzu:
http://testberichte.ebay.de/Fender-Jazz-Bass-Mexico-5-Saiter_W0QQugidZ10000000010664187

Leider habe ich nach Ausprobieren sämtlicher Methoden die H-Saite beim Fender Mexico nicht unter 5mm Abstand vom Griffbrett gebracht (12. Bund).

Das ist ein Stachel im Fleisch, weil ich schlechte Action hasse!
Bisher hatte ich aber in einigen Läden keinen besseren Fender 5-Saiter gefunden. Auch bei anderen Bassisten mit Fender Jazz Bass (American)
konnte ich keine bessere Action finden (zuletzt beim Seminar von Lars Lehmann. Die 4-Saiter sind ok, aber die 5-Saiter haben ein Problem.

Letztlich habe ich aber einen American Deluxe V natural Ash  gefunden, den ich jetzt empfehlen kann:

Aussehen:
Sehr gut, keinerlei Mängel, astreine Verarbeitung. Einwandfreies Binding und schön schimmernde black Inlays. Der helle Korpus ist sehr auffällig
und macht einen guten Eindruck. Der Koffer ist aus Kunststoff, wertig, stabil und mit 4 stabilen verschlüssen. Genug Platz für Zubehör. Scheint
auch mechanisch stabil zu sein. Ob er aber ein Flight-Case ersetzen kann, habe ich noch nicht probiert.

Handling:
Leichter Hang in die Waagrechte. Das ist nicht perfekt, aber mit passendem Wildledergurt kein Problem. Ich empfehle hier die Harley Benton
Wildledergurte, die sind wirklich gut und preiswert. Auf jeden Fall besser als der beiliegende Fender Ledergurt. Der ist vergleichsweise ein
wenig mickrig und nicht angemessen für einen solchen Bass. Ansonster liegt der Bass richtig gut in der Hand.
Das asymmetrische Shaping des Halses konnte ich nicht nachvollziehen, aber der Hals spielt sich sehr gut. Die Saitenlage ist wie schon gesagt jetzt
auch zufriedenstellend für mich. D.h. 3,5 mm über Griffbrett der H-Saite im 12. Bund. So muß das sein.
Der Bass fühlt sich sehr gut an, liegt gut, schnelles Griffbrett, keine scharfen Kanten. Das lackierte Griffbrett spielt sich auch angenehm.
Die Potis laufen gut. Der Minikippschalter für aktiv/passiv ist m.E. etwas zu klein geraten.
Somit läßt sich eigentlich nichts bemäkeln, alles solide.

Was mir nicht so gut gefällt, ist das einfache schwarze Pickguard. Für einen Bass dieser Preisklasse hätte Fender schon ein schönes
Tortoise-Pickguard spendieren können. Das ist ein wenig "schofel". 1700 Okken sind ja auch kein Pappenstil. Zum Glück kann
man sich bei ebay Tortoise Rohlinge bestellen. Ich habe mir damit ein schönes Tortoise Pickguard angefertigt, sieht gleich um Klassen
besser aus.

Technik:
Die Tuner sind ok, allerdings nicht so feingängig wie ich das von moderneren Bässen gewohnt bin. Sieht aber gut aus mit den polierten Riesen-Wirbeln.
Der Sattel ist optimal "gefeilt" - anders geht es nicht eine gute Saitenlage hinzubekommen. 3 Saitenniederhaltel an der Kopfplatte! Hier wird nicht
gespart... 
Es gibt zwei Modi:
1. Passiv
Lautstärke, Überblendregler für die Tonabnehmer und Tonblende
2. Aktiv - 3 Band EQ
Lautstärke, Überblendregler und Höhen, Mitten, Tiefen, Aktiv-Passiv Miniataturkippschalter.
Für die Klangregelung werden 2 Potis und 2 Doppelpotis verwendet

Die Saitenreiter sind "geriffelt", so daß sich der Saitenabstand individuell nachstellen läßt. Auch nicht schlecht.

Was mir nicht so gut gefällt, ist die am Korpusrand eingelassene Kabelbuchse. Dadurch trete ich immer wieder aus Versehen das Kabel heraus.
Die Buchse ist nicht wirklich straff. Die Anbringung der Buchse neben den Potis auf der Korpus-Vorderseite ist wesentlich praktischer. Aber dafür
war wegen der Tonregler  wohl kein Platz mehr.

Sound:
1. Passiv
Ist drin, was man vom Fender Jazz Bass so kennt. Damit kommt man eigentlich schon aus.
2. Aktiv
Damit öffnet sich das Klangbild noch einmal drastisch und wird brillanter.
Der Sound läßt sich damit noch einmal für alle Anwendungen zurechtbiegen.

Nach meinem Eindruck ist die Elektronik gut, rausch oder geräuscht nicht, wie dies manchmal so in Gerüchten zu lesen ist. Die N3 Tonabnehmer
kann ich noch nicht so recht beurteilen, was die wirklich bringen, aber der Klang ist gut.
Generell kann man aber sagen, daß die Einstellmöglichkeiten im passiven wie im aktiven Modus immer einen brauchbaren Bereich umfassen, also
eigentlich keine extremen unbrauchbaren Einstellungen. Das finde ich gut bei Fender. So bleibt der grundsätzliche Klangcharakter immer irgendwie
erhalten, trotz verschiedener Sounds. Von Jazz bis Funk und Slap klingt alles gut.
Durch die aktive Klangregelung ist der Bass auch durchsetzungsstark. Dies wird auch durch den Ahornhals unterstützt der von sich aus deutlich härter
klingt als ein Palisandergriffbrett. So hat mein Fender Mexico mit Palisandergriffbrett einen weicheren, "gittarigeren" Klang.
Andererseits läßt sich die Härte durch den 3-Band EQ nötigenfalls entschärfen.
Für das Recording klingt der Bass Fender-typisch und markant. Der hohe Wiedererkennungswert beim Recording ist einer der Vorzüge dieser Bässe.
Live spiele ich an einer Ampeg-Combo mit 15" Speaker, und diese Kombination entspricht recht gut meinem Klangideal für Live-Anwendung. Aber
das ist letztlich Geschmackssache.

Conclusio:
Sound, Verarbeitung, Ausstattung und Aussehen sind wirklich gut. Ein Profi-Instrument, obwohl es sicher einige Profis und Semi-Profis gibt, die sich ein solches Instrument nicht leisten können. Auch die Action  ist einwandfrei! Über den Preis kann man diskutieren. Zumindest liegt der nicht völlig
daneben, und in Anbetracht des hohen Wiederverkaufswertes geht das noch ok.. Sogar meine Frau (Schlagzeuger) sagt, daß der Bass deutlich besser
klingt als alle anderen Modelle aus meiner Sammlung (Fender, Squier, Ibanez, Yamaha etc).
Naja, ab einer bestimmten Klasse sind eben auch kleinere Verbesserungsschritte teuer zu bezahlen.
Der Bass ist mein bester 5-Saiter und der beste 5-Saiter den ich jemals angetestet habe (meistens Bässe auf der Musikmesse in Frankfurt).
Kurz und gut, ich bin sehr zufrieden und kann den Bass sehr empfehlen. Inwieweit die Action auch bei anderen Bässen dieses Modelles einstellbar
ist, kann ich aber nicht sagen, und ein Antesten ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Gruß
   Manfred



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