Fellbommel - Die Unterschiede - Welcher Pelz ist der Richtige für mich?

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Kleine Fellkunde

Felle und Pelze zählen zu den frühesten Waren des Welthandels.
 
Bis in das späte 17. Jahrhundert gab es in Europa sogar Erlasse und Kleiderordnungen, die manche Pelzarten nur bestimmten Personengruppen und Ständen gestatteten.
 
Der Handel und die Verarbeitung von Fellen bestimmter, in freier Wildbahn lebender und insbesondere vom Aussterben bedrohter Tierarten, sind aufgrund des Washingtoner Artenschutz-Abkommens seit ca. 40 Jahren verboten. Infolge dessen entstanden Pelzfarmen und Zuchtanstalten.
 
Die häufigsten zur Pelzgewinnung gehaltenen Tiere sind Fuchs (Unterschieden wird hierbei zwischen der Familie der Rotfüchse und den sog. Edelfüchsen, wie Silberfuchs, Kreuzfuchs und Polarfuchs – dieser wiederum spaltet sich biologisch in zwei Farbschläge auf, nämlich den Blaufuchs und den Weißfuchs), Iltis, Nerz, Waschbär (auch genannt Raccoon), Nutria, Chinchilla und Marderhund (häufig auch bezeichnet als „Finnraccoon“, „Russischer Waschbär-Russian Raccoon“ oder „Chinesischer Waschbär-Chinese Raccoon“. Diese Felle stammen absolut  
n i c h t   vom Waschbär, sondern eindeutig vom Marderhund, der u. a. auch als „Tanuki“ –aus einer Japanischen Fabel- oder „Seefuchs“ wegen der großen Ähnlichkeit mit dem Fuchsfell bezeichnet wird).
 
 
 
Reinigung von Fellen
 
Läutern – mit Reinigungsmehl (Buche, Kork) in der Läutertrommel durch einen Kürschner oder speziell dafür eingerichtete Reinigungsbetriebe
 
Chemische Reinigung – in für Felle spezialisierte Reinigungen
 
Eigene Reinigung – hier ist äußerste Vorsicht geboten. Oft zerstört man mehr als man gut macht.
Reinigung maximal mit Wasser und Spiritus, Mischungsverhältnis: 1 Teil Spiritus zu 4 Teilen Wasser. Weiche Bürste in das Spirituswasser tauchen und abtropfen lassen. Vorsichtig durch das Fell streichen (Bürste nur feucht). Darauf achten, dass das Leder nicht nass wird – kann sonst steif und spröde werden und dadurch reissen. Ggf. Fell mit Fön (nicht zu heiss) trocknen.

Echtfell oder Kunstfell - wie erkenne ich den Unterschied?
Eine hundertprozentige Sicherheit, ob ein Fell echt oder imitiert ist, gibt es nur im Labor. Einige Pelze sind aber nach dem Anfassen als Imitat sofort zu erkennen. Hundert Prozent Polyester z.B. kann man fühlen. Bei anderen Fellen wiederum fällt es schwer, zu erkennen, um welches Material es sich handelt. Deshalb nachfolgend einige Prüfkriterien:
Der Strukturtest
Tierfelle sind meist aus mehreren Schichten unterschiedlich strukturierter Haare zusammengesetzt. Leicht gekräuseltes, feines Haar bildet die Unterwolle aus der die längeren Haare herausstehen. Beim Kunstpelz ist die Struktur einfacher, einzeln stehende Haare sind meist genau gleich lang und haben meist die gleiche Färbung. Das Haar ist einfach gerade abgeschnitten. Echtpelz ist lockerer und beweglicher als Kunstfell. Echte Tierhaare werden am Ende immer dünner, falls es sich nicht um einen rasierten oder gestutzten Pelz handelt.
Der Ledertest
Echtpelz wird meist mitsamt Leder gewonnen und verarbeitet. Kommt am Ansatz des Pelzes beim Auseinanderziehen der Haare Leder zum Vorschein, handelt es sich um echten Pelz.
Der Pustetest
Pustet man leicht auf den Pelz, legt sich das Haar zur Seite und man kann deutlich die Unterwolle erkennen, die wie oben genannt aus gekräuseltem Haar besteht. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass es sich bei diesem Produkt um Echtpelz handelt.
Der Feuerzeugtest
Zupfen Sie ein paar Haare vorsichtig aus dem Pelz heraus und halten Sie eine Feuerzeugflamme ans Haar. Echtpelz verbrennt genauso wie menschliches Haar und riecht auch dementsprechend. Kunsthaar hingegen schmilzt wie Plastik und riecht auch so. Beim Schmelzen von Kunsthaaren entstehen kleine Plastikkügelchen am Ende der "Haare".
Fellbommel aus Silberfuchspelz

Silberfuchs
Im Pelzhandel steht das Silberfuchsfell an der Spitze der sog. Edelfuchsfelle.
Der Silberfuchs (auch Schwarzsilberfuchs) ist eigentlich eine Farbvariante des Rotfuchses (Schwärzling). Als äußerst wertvoll gelten rein schwarze Felle (selbstverständlich nicht künstlich gefärbt). Das maßgebliche Kennzeichen des Silberfuchses ist die schwarze Farbe und nicht die Silberung. Eigentlich müsste er „Schwarzfuchs“ heißen.
Beim Silberfuchs sind die Farbpigmente schwarz. Desto auffälliger sind die nicht gefärbten, silberweißen Haare oder Haarabschnitte. Die Grundfarbe des Felles ist schwarz (fachsprachlich „tiefblau“) mit unterschiedlich starker Silberung bis hin zur bräunlichen Silberung. Die Haarspitzen des Silberfuchses sind immer schwarz oder braun.
 

 
Fellbommel aus Blaufuchspelz

Blaufuchs
Auch der Blaufuchs zählt zu den sog. Edelfuchsfellen.
Er ist ein Weißfuchs-Farbschlag und gilt als wertvoller als das verfilztere und kleinere Fell des Weißfuchses. Reinweiße Blaufuchsfelle werden dem Endverbraucher gegenüber oft als Polarfuchs oder Weißfuchs gehandelt.
Fast weiße Blaufüchse mit nur leicht angedeuteter dunklerer Fellmitte nennt man Schatten- oder Shadowfuchs.
Das Winterfell variiert von blaubraun und hellstem Milchkaffeebraun bis hellgraublau und tief dunkelbraun, ja sogar fast schwarz mit Schattierungen nach rostrot und lehmigschmutzig, teilweise auch mit Silberhaar. Das Sommerfell ist dunkelschwarzbraun und meist etwas bräunlicher als das Winterfell.
 

 
Fellbommel aus Grisfuchspelz

Grisfuchs
Eigentlich handelt es sich bei dieser Bezeichnung um das Fell des nordamerikanischen Graufuchses.
Er ist kleiner als der Rotfuchs und hat zudem auffallend kurze Pfoten, jedoch einen verhältnismäßig langen, buschigen Schweif.
Der Rücken ist pfeffer- und salzartig gefärbt (silbrig bis dunkelgrauschwarz). Daher leitet sich auch der Name des Tieres ab (Franz. „gris“ bedeutet „grau“). Teile des Felles sind rostgelb bis kupferrot und graumeliert. Die Haare an der Rückenmitte bis hin zur Schwanzoberseite haben dunkle bis schwarze Haarspitzen.
 

 
Fellbommel aus Rotfuchspelz

Rotfuchs
Der Rotfuchs ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der Füchse und somit der häufigste Wildhund in unseren Gefilden.
Das Fell ist oben rötlich und unten weiß. Je nach Verbreitungsgebiet variiert es oberseits zwischen rötlichgelb und tiefrotbraun und unterseits zwischen reinweiß und schiefergrau.
Daneben gibt es abweichende Farbvarianten, z. B. den Kreuzfuchs der schwarze Streifen, ähnlich eines Kreuzes, auf dem Rücken trägt und zu der Rubrik Edelfüchse zählt.
 

 
Fellbommel aus Waschbärpelz

Waschbär
Auch bekannt als „Schupp“ – daher wird das Fell gelegentlich auch als „Schuppenfell“ bezeichnet.
Der Gesamteindruck des Waschbärpelzes ist grau, zur Unterseite hin aufhellend. Die Färbung reicht von gelblichgrau bis bräunlichgrau, dunkelgrau und schwarzgrau bis nahezu blauschwarz (sehr selten). Das Farbspektrum der Fellfarbe beim Waschbären ist sehr umfangreich. Die dunklen Haarspitzen am Rücken bewirken einen Pfeffer-Salz-Effekt. Das Sommerfell des Waschbären ist wesentlich kürzer als das Winterfell.
 

 
Fellbommel aus Waschbärpelz schwarz-grau gefärbt

Selbstverständlich können fast alle Pelzarten vom Kürschner individuell gefärbt werden. Die natürliche Zeichnung, wie sie die Natur in ihrer Vielfalt vorgibt, geht dabei verloren.

 
Fellbommel aus Kojotenpelz

Kojote (Coyote)
Auch genannt Prärie- oder Heulwolf. Der Kojote bevölkert fast den gesamten amerikanischen Kontinent einschließlich Alaska.
Das Wort „Coyote“ stammt aus dem Mexikanischen und bedeutet so viel wie „Mischling“.
In vergangenen Jahren wurde das Fell dem Endverbraucher fälschlicherweise auch als Wolfsfell angeboten.
Sein Fell hat keine einheitliche Farbe, sondern variiert zwischen verschiedenen Tönen von gelbbraun und graubraun bis hin zu weißgrau. Kehle und Brust sind in der Regel weiß gefärbt, der Rücken im Ansatz schwarz. Das Fell ist dicht und langhaarig.
 

 
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