Faszinierende Korallen: Ein Ratgeber über die Anwendung als Heil- und Schmucksteine

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Faszinierende Korallen: Ein Ratgeber über die Anwendung als Heil- und Schmucksteine

Schon Shakespeare verwendete in einem Sonnet die Farbe der Koralle als Vergleich für die perfekte Farbe der Lippen einer Frau. Das wertvolle und seltene Meerestier erfreut sich primär als Heilstein und Schmuckstein großer Beliebtheit. Unter welchen Bedingungen Korallen wachsen, wo sie herkommen, welche positiven Heilwirkungen diese auf Körper und Geist haben und was Sie beim Kauf von Schmuck mit Korallen beachten sollten, beantwortet der folgende Ratgeber über Korallen.

Korallen - faszinierende Meerestiere

Korallen sind koloniebildende, sessile - das heißt: festsitzende - Meerestiere. Sie gehören zu den Nesseltieren. Es gibt verschiedene Gruppen von Korallen, die untereinander jedoch keine Verwandtschaft aufweisen. Zu diesen gehören die Steinkorallen, die Oktokorallen und die Schwarzen Korallen. Diese haben zahlreiche Arten. So zählt die Edelkoralle, die bevorzugt zur Schmuckherstellung verwendet wird, zu den Oktokorallen. Des Weiteren gibt es aus der Klasse der Hydrozoa die Feuer- und Filigrankorallen. Korallen treten nur im Meer auf. Besonders im Tropengürtel - einer Klimazone beiderseits des Äquators, in dem das Jahresmittel der Temperatur 25 °C beträgt - kommen Korallen vor. Für die optimale Entwicklung benötigen Steinkorallen Wassertemperaturen zwischen 13 und 16 °C. Kaltwasser- oder Tiefseekorallen hingegen reichen Wassertemperaturen zwischen 4 bis 12 °C. Diese treten in allen Weltmeeren, außer dem Schwarzen Meer und der Ostsee, auf. Dabei liegen die Meerestiefen zwischen 40 m in New England Seamount Chain bis hin zu einer Tiefe von 3383 m im Nordatlantik. Bekannt sind ca. 600 Arten Kaltwasserkorallen, von denen 17 größere Riffe bilden können. Diese befinden sich unterhalb des Wellenbereichs in Tiefen unterhalb von 100 bis 300 m. Korallen wachsen prinzipiell sehr langsam. Pro Jahr nehmen sie in der Höhe 2 bis 4 mm zu und in der Breite gerade mal 0,2 mm.

Verschiedene Korallenformen

Allgemein wird bei Korallen, je nach Wuchsform, zwischen Steinkorallen und Weichkorallen unterschieden. Steinkorallen bilden dabei Skelette, in dem sie Kalk einlagern. Dadurch entstehen im Laufe der Zeit ganze Korallenbänke oder sogar ein Korallenriff. Das liegt daran, dass das neue, lebendige Gewebe über das alte, tote Skelettmaterial wächst. Primär bestehen diese Skelette aus Aragonit. Dies ist ein farbloses Mineral, das chemisch gesehen ein Calciumcarbonat ist. Abgesondert wird dieses aus der Fußscheibe oder der Ektoderm der Koralle. Dadurch wird die Kolonie gestützt. Dank Polypen, die an den Zweigenden der verzweigten Einzelskelette von Oktokorallen sitzen, sehen diese oft aus wie Blütenpflanzen, die unter Wasser wachsen. Da es sich bei Korallen um Tiere handelt, müssen sich diese ernähren. Dies geschieht mit Hilfe von Mikroplankton, Nährstoffen sowie Spurenelementen, die aus dem Meerwasser gefiltert werden.

Wie die Korallen zu Ihrer Farbe kommen

Korallen, die nah an der Wasseroberfläche leben, haben eine weitere Möglichkeit sich zu ernähren. Über sogenannte Zooxanthellen, Symbiosealgen, die in den Polypenzellen eingelagert sind. Diese verursachen zudem die intensive Farbe des lebendigen Korallengewebes. Ihr Stoffwechsel durch Fotosynthese ist mit dem Nährstoffhaushalt der Koralle verbunden. Die Polypen können dabei in ihrer Größe variieren. Dies geschieht in einem Spielraum zwischen geringen Millimeter-Bruchstücken bis hin zu mehreren Zentimetern, wonach in großpolypige und kleinpolypige unterschieden wird. Diese Zooxanthellen befinden sich jedoch nur auf Korallen, die in der Nähe der Wasseroberfläche leben, da für die Fotosynthese Sonnenlicht benötigt wird. Tiefseekorallen weisen diese daher nicht auf.

Korallen als Heilsteine verwenden

Bereits in der Antike wurden Korallen als Amulette getragen. Ihnen wird Schutz gegen Krankheiten und Misswuchs zugeschrieben. Auch Blitzschlag sollen sie abwenden. Der italienische Volksglaube geht davon aus, dass Kinder durch Korallen gegen Unheil geschützt seien. Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Darstellungen, in denen das Jesuskind mit Korallen in Form einer Kette oder eines Astes abgebildet ist. So ist die Korallenkette in der Kunst ein Attribut der Kindheit geworden. Als Heilstein wird der Koralle eine positive Wirkung auf den Körper sowie auf den Geist zugeschrieben. So schütze sie das ungeborene Kind im Leib der Mutter und erleichtere die Geburt. Kinder unterstütze der Stein beim Zahnen und beim gesunden Wachsen. Des Weiteren lindere die Koralle Menstruationsbeschwerden und helfe in der Menopause.
Weitere positive Wirkungen auf den Körper seien die Kräftigung des Kreislaufes und die ausgleichende Wirkung auf den Blutdruck. Ebenso solle er die Blutbildung unterstützen und Infektionen vorbeugen. Somit verhelfe er zu gesundem Blut. Auch den Knochenbau kräftige die Koralle. Diese soll sich zudem auf den Geist positiv auswirken. So fördere sie den Wunsch nach Zweisamkeit und Harmonie. Dies unterstütze in der Partnerschaft und stärke die Liebe. Weder wissenschaftlich noch medizinisch lassen sich diese Wirkungen belegen.

Die richtige Pflege von Korallen

Um Korallen zu reinigen und zu entladen, empfiehlt es sich, diese einmal pro Monat unter fließendem Wasser zu säubern. Daraufhin können sie über Nacht in einer Meersalzlösung liegen. Da Korallen Restwasser enthalten, sollten sie nicht zu lange der direkten Bestrahlung durch die Sonne ausgesetzt werden. Dadurch laufen sie Gefahr auszutrocknen und rissig und brüchig zu werden.

Korallen als einzigartige Schmucksteine

Schon die Assyrer, Phönizier und Sumerer verarbeiteten Korallen zu Schmuck. Korallen sind mit ihrer einzigartigen Form und Farbe als Schmucksteine bis heute sehr beliebt. Dafür werden die kalkhaltigen Achsenskelette verwendet. Für die Schmuckherstellung eignen sich sowohl einige Oktokorallen sowie Schwarze Korallen. Liebstes Objekt der Begierde ist jedoch die rote Edelkoralle.
Um Korallen zu Schmuck verarbeiten zu können, müssen diese zunächst gereinigt werden. Danach werden sie teilweise poliert und in ihre individuelle Form geschliffen. Da Korallen über ein interessantes Muster verfügen, aber selten durchscheinend sind, werden hier Glattschliffe bevorzugt. Von Cabochon über Kugeln bis hin zu individuellen Formen gibt es dabei ein breites Spektrum. Korallen sind sehr empfindlich und durch ihre Mohshärte von gerade mal 3 bis 4 recht weich. Daher sollten Sie darauf achten, dass Schmuck mit Koralle keiner starken, zu langen Sonneneinstrahlung, starker Hitze oder Säuren ausgesetzt ist. Diese können dem wertvollen "organischen Edelstein" schaden und dazu führen, dass er verblasst.

Schaumkoralle - die günstige Alternative

Als Ersatz für eine teure Edelkoralle wird häufig Schaumkoralle verwendet. Dabei handelt es sich um den porösen Stock der Edelkoralle oder um von Parasiten befallene Edelkoralle. Ursprünglich wurden diese im Mittelmeer um die Inseln Korsika, Sardinien und Sizilien gefischt. Heute geschieht dies eher vor der nordafrikanischen Küste. Ebenso kommen diese aus chinesischen und japanischen Gewässern. Doch nach Schätzungen handelt es sich bei 90 % der als Schaumkorallen angebotenen Schmuckstücke eigentlich um die ähnliche Wurzelkoralle. Da diese häufiger vorkommt als die Edelkoralle und der Handel der Edelkoralle seit 2008 durch das Washingtoner Abkommen beschränkt ist, wird diese deutlich günstiger angeboten.
Die Wurzelkoralle ist kalkig-hornig und bildet schwammartige, poröse Skelette. Meist kommt sie aus dem indischen sowie dem Pazifischen Ozean. Durch eine Polymerbehandlung werden die Poren der porösen Oberfläche mit Kunstharz verschlossen. Dennoch weist sie weiter die typischen Poren auf. Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind maserige bräunliche Adern an der Oberfläche. Schmuckstücke mit Koralle gibt es in vielen Varianten, darunter Ringe, Armbänder, Ketten und Ohrringe. So finden Sie das Stück, das Ihnen gefällt und zu Ihnen passt.

Glattschliff, um die Maserung der Koralle zu betonen

Schmucksteine aus Koralle werden hauptsächlich als Glattschliff angeboten. Dieser eignet sich besonders gut, wenn der zu schleifende Stein undurchsichtig bis durchscheinend ist. Dass ein Edelstein im Glattschliff verarbeitet wurde, heißt, dass seine Oberfläche kantenlos glatt geschliffen wurde. Damit steht er im Gegensatz zum Facettenschliff, dessen einzelnen kleinen Flächen das Licht reflektieren und den Glanz durchsichtiger Schmucksteine zur Geltung bringen. Der Glattschliff hingegen betont individuelle Maserungen, setzt interessante Einschlüsse in Szene und intensiviert das lebhafte Farbspiel der Steine. Des Weiteren verleiht der Glattschliff den Korallen einen seidigen Schimmer. Als bekanntester Glattschliff gilt der Cabochonschliff. Ein Cabochon ist eine ovale oder runde Schliffform für Schmucksteine, die unfacettiert ist. Weitere Merkmale dieses Schliffs sind die flache Unterseite und die nach außen gewölbte Oberseite des geschliffenen Steins. Korallen werden gerne im Cabochonschliff angeboten, da dadurch deren Struktur verstärkt wird und sie einen besonderen Glanz erhalten.

Das Washingtoner Abkommen

Die Edelkoralle ist am 1. Juli 2008 in das Washingtoner Abkommen aufgenommen worden. Mit ihr auch ihre vier Untergruppen. Dieses Abkommen schützt und kontrolliert den Abbau sowie den Handel der Korallen. Dies hat den Zweck den Bestand der gefährdeten Meerestiere zu sichern. Des Weiteren soll es sichern, dass der Abbau ökologisch ist. Ein weiterer Grund ist die Unterbindung illegalen Raubbaus und von Schmuggel.

Schmuck- und Heilsteine mit Korallen in Ruhe wählen

Ob als Schmuck- oder Heilstein, Korallen bestechen durch Ihr intensives, individuelles Farbspiel. Dabei werden sie bevorzugt im Glattschliff, der ihre Maserung unterstreicht und ihnen einen seidigen Glanz verleiht, angeboten. Um sicherzugehen, dass es sich um ökologisch und legal gefischte Korallen handelt, erkundigen Sie sich nach der Einhaltung des Washingtoner Abkommens. In Form und Größe wählen Sie, was Ihr persönlicher Geschmack Ihnen rät. Ob Ketten oder Ohrringe - die Auswahl an Korallenschmuck ist groß. Besonders schön wirkt es, wenn Sie einzelne Schmuckstücke aus Koralle miteinander kombinieren. Achten Sie zudem auf den Unterschied von Edelkorallen und Schaumkorallen oder Wurzelkorallen. Edelkorallen sind selten und daher teurer, weisen aber keine spröde Oberfläche auf. Echte Schaumkorallen sind aus Teilen der Edelkoralle verarbeitet. Diese sind abzugrenzen von der Wurzelkoralle, die häufiger und günstiger ist. Jedoch zeichnet sich diese durch eine geringere Qualität aus. Es ist also ratsam, sich bei der Wahl des richtigen Schmucks oder Heilsteins aus Koralle Zeit zu nehmen und eine Wahl in Ruhe und mit Bedacht zu treffen. Beziehen Sie die genannten Faktoren mit ein, so haben Sie lange Freude an Ihren faszinierenden Korallen - unabhängig davon, ob als Heil- oder Schmuckstein.

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