Fast alles überteuert bei Ebay

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Hallo liebe E-Bay Community,

ich staune immer wieder Bauklötze, wenn ich die Gebote bei gebrauchter Hardware sehe.
Anscheinend haben viele Ebayer keinen Plan bezüglich Preisverfall und Wertverlust, weshalb ich diesen Ratgeber schreibe!

Das Prinzip Angebot und Nachfrage sollte jedem klar sein, und auch die künstlich erhöhte Nachfrage durch die Börse. Das Wissen wie sich die Händlerpreise vom Import bis zum Lager bzw. Laden gestalten unterstelle ich auch mal jedem.
((Produktionskosten+Gewinn+Transport+Zoll)+(Eigenkosten+Gewinn)...+(Eigenkosten+Gewinn)...+MwSt)

Solange es sich nicht um Rohstoffe wie z.B. Metalle oder um Sammelstücke handelt, fällt naturgemäß bei technischen Produkten der Preis. Wird die Sache benutzt, kommt auch noch Wertverlust durch Gebrauch hinzu.

Preisverfall: Die Preise für Hardware schwanken täglich und werden über einen längeren Zeitraum immer günstiger, weil die Entwicklung rasant voranschreitet. Um sich ein Bild davon machen zu können, sollte sich jeder im Informationszeitalter informieren. Hier hilft meist ein Preisvergleichschart weiter. (Zwei Begriffe für die Suchmaschine: Preisvergleich Preisentwicklung)

Die Preisentwicklungen eines  19" TFT-Monitors (Neuware):
Bei Markteinführung 222,- 
Nach einen Jahr 160,-
Nach zwei Jahren 129,-

Wertverlust:
Wenn Neuware bis zu 14 Tage benutzt und dann zurückschickt wird, dann knüpfen einem Händler meist 15% vom Neupreis wegen Wertminderung ab. Durch Gebrauch verliert ein Stück Hardware in der Regel monatlich 2,78% seines Neuwerts.

Marktwert:
Bei dem oben genannten 19" TFT-Monitor (gekauft für 222,- €) und 12 monatiger Nutzung errechnet sich der eigentliche Marktwert durch den aktuellen Neupreis abzüglich der Nutzung 12x2,78%. Also 160,-€ minus 53,38€ und wäre somit nur noch 106,62€ Wert.

Schrott:
Nach 3-5 jährigem Gebrauch handelt es sich bei Computerhardware eigentlich nur noch um Schrott, da durch die Betriebsstunden die Ausfallwahrscheinlichkeit zunimmt. Dies wird durch Extreme, Overclocking Modelle meist beschleunigt.

Beispiel-Auktion:
"Verkaufe ein 19" TFT-Monitor, 1 Jahr alt, noch 12 Monate Restgarantie, Rechnung liegt bei, Neupreis lag bei 222,-€"
Wer mehr als 110,-€ bezahlt, hat zu viel bezahlt!

Preissteigerung:
Hardware kann sich auch ausnahmsweise verteuern, was sich sehr gut an Speichermodulen beobachten lässt.
Z.B. G.Skill DIMM Kit 2GB PC2-8500U DDR2
Neupreis bei Markteinführung 77,-€
Neupreis vor einem Jahr 30,-€
Neupreis heute 53,- €

04.2009 für 30,-€ gekauft, 12 Monate genutzt
Der Marktwert errechnet sich dann so: Neupreis 53,-€ minus Wertminderung von 17,68€ macht also 35,32€!

Preisunterschiede:
Da hinter jedem Gewerbe wirtschaftliche Interessen stecken, möchte niemand Verluste machen. Ein kleiner PC-Laden ohne Onlineverkauf wird den 19" TFT-Monitor in einer kleinen Ortschaft sicherlich nie unter 199,- € verkaufen können, weil die nicht konkurrenzfähig sind. Wenn nachbestellt werden muss, kann man noch etwas drehen. Der Konsument möchte am liebsten immer alles gerne schon gestern besitzen. Deshalb sind viele Händler darauf angewiesen einen bestimmten Bestand aufzubauen. Durch das Internet haben sich einige Vertriebswege aufgebaut, wodurch sich große Lager vermeiden lassen, was sich dann auch im Preis niederschlägt. Onlinehändler sind gegenüber den reinen Ladenhändlern klar im Vorteil gewesen, weil sie Preisverfall leichter kompensieren können (Bestellung beim Großhändler erst nach Zahlungseingang). Das wurde durch das FernAbsG etwas entschärft, weshalb der Trend zu Mischläden ging.

Vergleichen und Rechnen lohnt sich in jedem Fall. Wem aber der Spaßfaktor mehr Wert ist, darf natürlich auch gerne Ladenpreise bezahlen.

Ich wünsche allen noch viel Spaß ;-) beim Bieten

LG
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