Fantasy Figuren – die einzelnen Arten und ihre Besonderheiten

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Fantasy Figuren – ein Leitfaden über die einzelnen Arten und ihre Besonderheiten

Im Laufe der Jahrtausende haben Menschen sich immer wieder Geschichten über fabelhafte und zauberhafte Wesen ausgedacht. Durch beinahe alle Kulturen ziehen sich fantastische Erzählungen von Drachen, Hexen und Zauberern und anderen Fantasy-Figuren. In der Neuzeit und besonders im Westen sind auch Geschichten über Zwerge, Einhörner, Elfen und Feen bekannt, und moderne Fantasy-Literatur ist zahlreich bevölkert von solchen Wesen. Sei es Tolkiens „Der Herr der Ringe“, „Harry Potter“ oder „Eragon“. Wir stellen hier die einzelnen Arten von Fantasy-Figuren die es gibt vor, und gehen näher auf deren Eigenarten und Besonderheiten ein.

Engel – himmlische Helfer mit weißen Schwingen

Waren Engel im alten Testament der christlichen Bibel und im jüdischen Tanach noch Furcht einflößende und strafende Gestalten des Gottes dieser Religionen, so hat sich das Bild von ihnen heute drastisch gewandelt. Die heutige Vorstellung eines Engels ist die von einem gnädigen, beschützenden Wesen, welches in Notsituationen hilft. So  auch die Idee vom Schutzengel, der einem speziellen Menschen sozusagen „zugeteilt“ ist und für dessen Sicherheit die Verantwortung trägt. Kleine Figuren von Schutzengeln sind als Geschenk daher äußerst beliebt. Zumeist werden sie als kleine nackte Babys mit Flügeln dargestellt, wie sie in Gemälden der Renaissance und des Barocks häufig vorkommen. Diese Form der Engel nennt man auch „Putten“. Es kommen aber auch Darstellungen von erwachsenen Engeln vor.

Drachen – mächtige geflügelte Wesen

Die magischen Reptilienwesen sind nicht nur aus dem westlichen mittelalterlichen Kulturkreis bekannt, sondern aus vielen Ländern und unterschiedlichsten Zeitperioden. Der Drache ist dabei immer ein Mischwesen aus Schlange und anderen Tieren, mal ist er zwei-, mal vierfüßig. Die Klauen sind oft die eines Adlers oder einer Raubkatze. Man unterschiedet auch Flug- und Kriechdrachen, und typisch sind giftiger Atem, Feuer im Schlund und eine gespaltene Zunge. In der modernen Vorstellung und vor allem auch in Fantasyromanen ist dann ein ausgeprägtes Bild des Drachen entstanden. Hier ist er meistens vierbeinig, Feuer speiend, mit ledernen Schwingen versehen. Er ist zudem sehr groß, Angst verbreitend und verfügt über einen langen Schwanz. Elemente anderer Tiere wie von Raubkatzen oder Vögeln sind aus diesen Darstellungen verschwunden, er ist durchgehend echsenartig. Verbreitet ist auch die Vorstellung vom Drachen als goldgierig. So sitzt er in vielen Erzählungen auf einem angesammelten Hort aus Gold. Meist sind Drachen dennoch als edle, intelligente und weise Wesen dargestellt.

In moderner Fantasyliteratur hat mit den Drachen auch das Motiv des Drachenreiters Einzug gehalten. Zu finden ist dies zum Beispiel in „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin und in der Eragon-Buchreihe von Christopher Paolini.

Einhörner – die unschuldigen Fabeltiere mit dem Horn

Woher die Legende vom Einhorn kommt, ist nicht endgültig geklärt, jedoch wurden Einhörner in der Antike und im Mittelalter für real gehalten. Einhörner sind pferdeähnliche Wesen mit weißem Fell und einem einzigen geraden Horn auf der Stirn, welchem magische Kräfte zugewiesen werden. In moderner Fantasyliteratur werden Einhörner mit pferdeartigem Körper dargestellt, in historischen Darstellungen können sie aber auch den Körper einer Ziege oder eines Rehs haben, gespaltene Hufe oder Flügel. Das Horn wurde und wird meist als spiralförmig verdreht gezeigt und soll alle möglichen Heilkräfte besitzen, Gift ungefährlich machen oder sogar Tote wiedererwecken können. Im Mittelalter waren die Stoßzähne des Narwals, die man für Einhornhörner hielt, daher sehr begehrt und wurden zu Trinkgefäßen verarbeitet. Einhörner gelten als rein und unschuldig und können laut Legende nur gefangen werden, wenn sie im Schoß einer Jungfrau einschlafen.

Elfen und Feen – von kleinen geflügelten Wesen bis zu weisen Elfen

Elfen entstammen der nordischen Mythologie, Feen der keltischen Mythologie. In modernen Fantasy-Vorstellungen handelt es sich jedoch bei beiden häufig um fabelhafte  Frauengestalten. In neuerer Zeit wurden Elfen durch Tolkien wieder populär (der jedoch die deutsche Namensversion „Elben“ bevorzugte, da „Elf“ mit der Vorstellung von feenähnlichen Blumenwesen belegt war). Auf seiner Darstellung bauen viele moderne Elfen der Fantasywelt auf. Häufig sind dies große, weise Wesen, die sich fast nur durch ihre spitzen Ohren äußerlich von Menschen unterscheiden. Feen dagegen sind kleine, oft geradezu winzige menschliche Wesen mit Flügeln, die magische Kräfte besitzen. Sie gelten als eine Art unsterbliche gute Geister, die Glück bringen, naiv und fröhlich sind. Sie leben in der Natur an Wasserläufen, in Grotten oder Ähnlichem.

Elfen und Feen werden in moderner Fantasy-Literatur teils sehr unterschiedlich dargestellt. So gibt es häufig gute und böse Elfen. Manche sind hoch technologisiert, andere sind naive Naturvölker. Allen gemeinsam ist, dass sie fast immer unsterblich oder zumindest äußerst langlebig sind und einen schlankeren Körperbau als Menschen haben. Elfen werden daher oft mit einer leichten und eleganten Bewaffnung wie einem Bogen dargestellt.

Gargoyles – steinerne Wasserspeier zum Leben erwacht

Gargoyles sind fabelhafte Wesen, die tagsüber als Wasserspeier an Kirchen und anderen Bauwerken versteinert sind und des Nachts zum Leben erwecken. Sie sind oft hässliche Furcht einflößend Chimären aus unterschiedlichsten Tieren. Manche von ihnen sind geflügelt, andere nicht. Gemeinsam sind ihnen aber gefährliche Zähne und Klauen. Der Begriff Gargoyle kommt aus dem Englischen, und diese Fantasy-Figuren sind im Gegensatz zu vielen anderen Figuren eine eher neue Erfindung.

Hexen – magische Unholdinnen, die auf Besen reiten

Jedes Kind kennt das Märchen von Hänsel und Gretel mit der alten, bösen Hexe. Der Glaube an Hexen, magisch begabte Frauen, die damit Unheil anrichten, ist bereits in der europäischen Antike mit Gestalten wie Medea und Circe zu finden. Man schrieb Hexen die Fähigkeit zu, sich verwandeln und fliegen zu können (meist auf einem Besen), Menschen mit Schadenszaubern zu belegen und Kräuterwissen zu besitzen. Im christlichen Mittelalter wurde ihnen vorgeworfen, mit dem Teufel im Bunde zu sein und sich auf einem so genannten Hexen-Sabbat mit ihm und seinen Dämonen zu treffen. Traurige Berühmtheit haben in diesem Zusammenhang auch die Hexenverbrennungen des Mittelalters erlangt. Neben diesem alten Bild der bösen Hexe hat sich in der modernen Fantasyliteratur ein anderes, positiveres eingebürgert. Hier sind Hexen zumeist keine alten, hässlichen Frauen mit Warzen mehr, sondern jung und hübsch und häufig auch dem Guten zugewandt. Hier taucht auch das Motiv des Besens nicht mehr so oft auf, die Hexe ist oft rothaarig. Hexen sind daher auch in Fantasy-Rollenspielen spielbare gute Charaktere, die mit unterschiedlichen Elementen wie Feuer, Wasser, Erde oder Luft in Verbindung stehen. 

Pegasus – das geflügelte Pferd aus der griechischen Mythologie

Das geflügelte Pferd hielt bereits in die mittelalterliche Heraldik Einzug. In der griechischen Mythologie ist dieses Flügelpferd ein Abkömmling der Medusa und des Gottes Poseidon. Schon in frühantiker Zeit fand man Darstellungen eines geflügelten Pferdes auf der Insel Kreta. Der Legende nach half Pegasus (oder griechisch Pegasos) dem Helden Bellerophon in seinen Kämpfen gegen die Amazonen und gegen die Chimären nachdem Bellerophon ihn an einem Quell trinkend fand. Er brachte dem Göttervater Zeus zudem Donner und Blitz und wurde schließlich in ein Sternbild verwandelt. Pegasus wird stets als weißes Pferd mit ebenfalls weißen Flügeln dargestellt und in modernen Verarbeitungen des Stoffes oft auch anderen Helden wie Perseus zur Seite gestellt.

Zauberer – mit Stab und spitzem Hut magisch unterwegs

Die Vorstellung von Zauberern oder Magiern gehen in gewisser Weise parallel mit denen von Hexen. So wurde ihnen im Volksglauben genauso wie den Hexen der Platz unter den finsteren und bösen Gestalten zugewiesen. In der Neuzeit und besonders der Romantik erfuhr das Bild vom Zauberer dann eine Neuinterpretation. Meist werden Zauberern hier keine bösen Absichten mehr unterstellt, im Gegenteil, sie sind weise und hilfsbereit einem Helden gegenüber. Der Zauberer hat demzufolge wie die Hexe einen Imagewechsel hin zum Guten erfahren. Es handelt sich fast immer um alte Männer mit langen Bärten, typisch für den Zauberer ist zudem der Besitz eines langen Stabes und oft auch der eines großen spitz zulaufenden Hutes mit breiter Krempe. Häufig liegt die Macht des Zauberers in seinem Stab oder Zauberstab, ohne den er hilflos ist. Der Urytpus dieser Vorstellung ist womöglich Merlin aus der Artuslegende, neuere Verarbeitungen der Idee sind Gandalf aus dem Herrn der Ringe und Albus Dumbledore aus der Harry-Potter-Reihe.

Zwerge und Gnome – bärtige, kleine Anhänger der Schmiedekunst

Neben Elfen wohl die bekanntesten Helden in der Fantasy-Literatur sind die Zwerge und Gnome. Die Idee vom Zwerg entspringt der nordischen Mythologie, wo sie listige kleine Fabelwesen in menschenähnlicher Gestalt sind. Berühmt sind sie schon hier für ihre Schmiedekunst, zudem können sie sich unsichtbar machen. Später tauchen Zwerge dann auch in vielen  christlichen Sagen und Märchen auf. In der klassischen Vorstellung dieser Zeit hatten sie oft auch einen Bart und eine Zipfelmütze, wie am Gartenzwerg erkennbar ist. Der Zwerg, wie er heute in den meisten Fantasywelten zu finden ist, geht größtenteils auf die Zwerge in Tolkiens Herr der Ringe zurück. Tolkien bediente sich viel in der nordischen Mythologie, erfand aber auch eigene Elemente dazu. Heute sind Zwerge in Fantasywelten kleine, gedrungene und bärtige Männer, oft mit kriegerischer Ausrüstung und Streitaxt bewaffnet. Sie sind kunstfertig, vor allem in der Bearbeitung von Metall und trotz ihrer kleinen Gestalt äußerst kräftig.

Gnome dagegen sind zwar ebenfalls sehr klein, jedoch zierlicher gebaut und stehen der Natur und der Einfachheit näher. Ursprünglich waren Gnome in den Sagen und Legenden auch eine Art Naturgeister. So sind Gnome scheu und zurückgezogen, sie können ihre Gestalt wandeln, teils durch Gestein gehen und hüten oft auch einen Schatz. In der modernen Fantasy-Literatur nehmen sie jedoch öfter auch Charakterzüge von Goblins an.

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