Fantasie und Wirklichkeit: Ist das Spiel mit Heldenfiguren gut für Kinder?

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Superman, Spiderman oder Monsterfiguren fehlen in keinem Kinderzimmer. Aber brauchen Kinder diese Art von Spielzeug? Oder schadet es am Ende etwa? Der Familienberater Jan-Uwe Rogge plädiert dafür, den Kindern ihre Helden zu lassen. In seinem neuen Buch fordert er: „Lasst die Kinder träumen.“
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Warum sind unsere Kinder von Heldenfiguren so fasziniert?

Kinder waren schon immer von Helden fasziniert. Früher spielten sie vor allem in der Kinderliteratur eine Rolle. Heute haben Helden in den Medien eine herausragende Bedeutung. In die Charaktere können Kinder sich hineinversetzen und arbeiten ihre Fantasien an ihnen ab. Sie identifizieren sich mit Figuren wie Spiderman oder Batman. Aber sie grenzen sich auch von ihnen ab. Beides ist wichtig für Kinder.
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Macht es einen Unterschied, ob Kinder sich die Helden nur vorstellen oder als Figuren in der Hand halten?

Kinder lesen immer noch Märchen und sie träumen nach wie vor. Die Figur, die wir kaufen können, ist nur eine Facette dieser Beschäftigung mit Helden. Ob Heldengeschichten oder Heldenfiguren – sie gehören zur Entwicklung der Kinder dazu. Als Puppen oder Figuren kennen wir Spielzeughelden schon mindestens 100 Jahre. Was heute anders ist, ist die Masse, die den Spielzeugmarkt bevölkert. Die Quantität der Figuren hat zugenommen, die Qualität hat sich im Grunde nicht verändert.
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Manche Figuren sehen ziemlich gruselig aus. Schürt das nicht Angst bei Kindern?

Aus der Sicht der Kinder ist „gruselig“ ein Qualitätsmerkmal. Der Grusel ist ein Element des Spiels. Denken wir an das Versteckspielen oder die Geisterbahnen auf Jahrmärkten. Kinder wollen sich gruseln, sie spüren sich in dem Gefühl selbst, auch körperlich. In der Psychologie spricht man von der sogenannten Angstlust. Wichtig ist aber, dass ein Kind selbstbestimmt und freiwillig solche Figuren in die Hand nimmt. Mit Figuren wie den Monster-High-Puppen zum Beispiel machen Kinder Rollenspiele. Das ist ausgesprochen wichtig und notwendig.
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Was ist mit dem Widerspruch zwischen Realität und Fantasiewelt?

Für Kinder ist die Wirklichkeit mehr als nur die Realität, wie wir Erwachsenen sie wahrnehmen. Die Welt der Fantasie ist für Kinder real, sie schaffen sich damit eine eigene Wirklichkeit. Das ist für sie sehr wichtig: Psychologen nennen das die animistische Phase. Das heißt, Kinder geben den Gegenständen, die sie umgeben, eine Seele. Je jünger die Kinder sind, desto mehr beseelen sie die Gegenstände. Deshalb können Kinder problemlos mit Käfern oder Bäumen reden, ihre Realität umfasst viel mehr als nur das Gesehene und Begriffene.
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Kann das Nachspielen von Ironman & Co. unseren Kindern schaden?

Nein, auf keinen Fall. Im Wort Nachspielen steckt ja das Wort spielen. Wenn Kinder nachspielen, imitieren sie nicht nur. Sie versetzen sich in die Figuren hinein und belegen sie mit eigenen Vorstellungen. Die Kinder werden so zu Schöpfern ihres eigenen Universums. Ich empfehle Eltern, solche Spiele genau zu beobachten. Man kann auf diese Weise sehr viel über die inneren Welten von Kindern erfahren. Wenn die Kleinen mit ihren Figuren spielen, sind die Großen ausgeschlossen – Kinder spüren, dass die Figuren und die damit verbundenen Fantasien ihnen gehören.
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Was tun, wenn kleine Mädchen wie ihre Barbie werden wollen?

Ich halte es für problematisch, immer auf die Barbies einzuprügeln. Ich habe auch Schwierigkeiten mit dem Barbiepuppen-Ideal. Aber Barbies gibt es schon sehr lange und wenn ein Kind magersüchtig ist, dann hat das eher nichts mit den Barbiepuppen zu tun. Das Spiel mit Barbies ist Ausdruck des Prinzessinnen alters. In dieser Zeit identifizieren sich Mädchen zwar gern mit dieser Puppe. Aber sie ahmen sie nicht nach. Dieses Alter fällt in eine Entwicklungsphase, die das Kind durchschreiten muss, um zu einer eigenen Identität zu finden.
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Geschichten oder Heldenfiguren – was ist besser?

Es ist wichtig, dass man Kindern Heldengeschichten vorliest oder erzählt. Dadurch wird die ganze Palette der kindlichen Fantasie angeregt. Kinder können sich so ein inneres Bild von ihren Helden machen. Ich bin nach wie vor ein Fan von märchenhaften Geschichten. Deshalb habe ich selbst solche Kinderbücher geschrieben, die „ Kleine Helden“-Reihe.  Es geht darum, Kindern Raum und Zeit zu lassen, sich zu identifizieren. Figuren gehören auch dazu.
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