Fahrwerk, Federn, Tieferlegung

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Verwendungsmöglichkeiten und Montage von Fahrwerken + Tieferlegungsfedern. Wann sind gekürzte Stoßdämpfer, Federwegbegrenzer usw erforderlich. Wie steht´s mit der TÜV-Eintragung ?

Eine TIEFERLEGUNG wird immer nur durch den Einbau von Tieferlegungsfedern erreicht. Allerdings sind die Federn sind ja nie nur für genau 1 Fahrzeug, sondern immer für eine Fahrzeuggruppe. (Also nicht z.B. nur für VW Golf 4 mit 1,6Ltr Benzinmotor, sondern für alle Golf 4). Beim schwereren Fahrzeug (also z.B. mit Dieselmotor, Klimaanlage, Vollausstattung) drückt mehr Gewicht auf die Federn und daher wird bei diesem Fahrzeug auch eine größere Tieferlegung erreicht als bei einem Einfachgolf in Spartanischaussattung. Die im Gutachten angegebene, am Prüffahrzeug tatsächlich gemessene Tieferlegung ist also immer geringer als der im Katalog angegebene Maximalwert.  Wichtig ist das die Federn immer (auch bei ganz ausgefedertem Rad) stramm zwischen dem unteren + oberen Federteller sitzen müssen. Wenn sich die Federn bei ganz ausgefedertem Rad drehen, oder sogar rauf und runter bewegen lassen, wird es Schwierigkeiten beim TÜV geben. Um das zu vermeiden muss man so ab einer Tieferlegung von 60mm GEKÜRTZE STOßDÄMPFER verwenden. Das Stoßdämpfergehäuse ist dabei natürlich genauso lang wie bei Serienstoßdämpfern, denn sonst könnte möglicherweise das Rad am unteren Federteller schleifen, aber die Kolbenstange ist kürzer. Die Federvorspannung ist so sichergestellt und dadurch sitzen dann auch Tieferlegungsfedern stramm im Auto. Durch den Einbau von gekürzten Stoßdämpfern allein kommt das Auto also überhaupt nicht tiefer, es kann nur nicht mehr so weit ausfedern. Somit kann man also auch gekürzte Stoßdämpfer mit den Serienfedern verwenden, wenn man z.B. jetzt neue Stoßdämpfer braucht und weiss das man später noch mal Tieferlegungsfedern kaufen will. Für diverse VW Fahrzeuge werden Fahrwerke mit NUTENVERSTELLUNG an der Hinterache angeboten. Die Stoßdämpfer an der Hinterachse haben dann (meisstens 5) Nuten sodaß der untere Federteller um ca. 2cm rauf und runter verstellt werden kann. Dementsprechend verändert sich dann auch die Höhe des Fahrzeuges hinten. Damit kann man dann gut ausgleichen falls das Auto hinten etwas runterhängt, oder das Auto etwas höher stellen falls man z.B. Urlaubsgepäck einladen will. Noch besser geht das natürlich mit GEWINDEFAHRWERKEN. Hier kann die Höhe vorn und hinten stufenlos verstellt werden. Allerdings wird bei der TÜV-Eintragung die Einstellung mit eingetragen, mit der das Auto vorgeführt wurde. Besonders die billigen Gewindefahrwerke rosten aber sehr schnell fest, sodas sich die stufenlose Verstellung dann erledigt hat. Das Problem haben wir oft bei Kundenfahrzeugen in der Werkstatt und fragen uns dann immer warum der Kunde überhaupt ein Gewindefahrwerk gekauft hat wenn er es nie verstellt. Immer mal wieder einölen könnte dem vorbeugen. Oft kommt es vor das BREITREIFEN bei tiefergelegten Fahrzeugen an den RADLÄUFEN schleifen. Da ist es dann praktisch wenn man das Fahrzeug durch Nuten oder Gewinde wieder etwas anheben kann. Faustregel ist, es muß noch ein Bleistift zwischen Rad und Kotflügel durchpassen, wenn das Fahrzeug nur mit diesem Rad auf dem Kantstein steht. Wenn nicht muss dann die nach innen ragende Kante der Radläufe mit einer Bördelmaschine flach angelegt werden. Wenn das immer noch nicht reicht wird das Radhaus ausgeweitet. Nur wenn das alles nicht ausreicht sollten FEDERWEGBEGRENZER eingebaut werden. Ein Fahrwerk ist progressiv, d.h. zuerst federt das Auto recht leicht ein, aber je tiefer es einfedert um so schwerer geht es, sodas es normalerweise niemals auf den Endanschlag aufsetzt. Wenn man nun Federwegbegrenzer einbaut wird dieses Einfedern beim Aufsetzen auf den Federwegbegrenzern abrupt abgebrochen. Der Koni Vertreter ist jedesmal begeistert (!) wenn er das sieht ! Also sollte man Federwegbegrenzer nur als letztes Mittel, und nur so lange Federwegbegrenzer wie unbedingt notwendig einbauen. Wenn das Fahrzeug auf seinen Rädern steht muss es übrigends noch mindestens 3cm einfedern können, wenn es weniger ist wird die maximale Höchstgeschwindigkeit auf 50 Km/h begrenzt. Und das macht ja auch keinen Spaß. Beim Kauf von gebrauchten Federn ist wichtig das die Nummern auf den Federn noch zu erkennen sind, und das das Gutachten für die Federn vorliegt. Mit Fahrwerksteilen ohne eindeutige Kennzeichnung oder ohne Gutachten braucht man gar nicht erst zum TÜV hinzufahren, denn der TÜV-Mann trägt nur ein wofür er Papiere vorgelegt bekommt. Wenn also jemand gebrauchte Federn verkaufen will bei denen das Gutachten fehlt, und der Verkäufer schreibt dann in der Artikelbeschreibung das man sich das Gutachten ganz leicht da oder dort besorgen kann, dann stellt sich die Frage warum er es nicht gleich selbst dort beschafft. Und der TÜV-Prüfer hilft einem ganz sicher nicht bei der Beschaffung der erforderlichen Unterlagen ! Manchmal wird versucht eine größere Tieferlegung durch das Abschneiden von Windungen der Federn zu erreichen. Das ist wenig sinnvoll, da die ersten Federwindungen nur die Funktion haben das die Feder stramm sitzt. Um so eine nennenswerte Tieferlegung zu erreichen müsste man so viel von der Feder abschneiden das sie garantiert nicht mehr stramm im Auto sitzt. Da wird dann der freundliche TÜV-Prüfer begeistert sein ! Wenn man sich dann für Federn bzw ein Fahrwerk entschieden hat, sollte man anhand des Gutachtens nochmal ganz genau überprüfen ob es auch passt und zugelassen ist. Bei einem Golf 3 kann z.B. alles richtig aussehen, passt aber trotzdem nicht unbedingt, je nachdem ob der Golf vor oder nach Baujahr 1994 ist, und ob er z.B. ein Plusfahrwerk hat. Da kann man dann wenn man Pech hat 2 x das Fahrwerk umtauschen, obwohl es laut Gutachten passen müsste. Um ein Fahrwerk (bzw Federn) auszutauschen benötigt man in der Regel einen Federspanner. Wenn man bei einem ausgebauten vorderen Federbein den Fehler macht die letzte Schraube zu lösen ohne vorher die Feder gespannt zu haben kann man sehen wie weit eine Feder fliegen kann wenn sie plötzlich entspannt wird. Das kann ganz schön weh tun ! Wer es versuchen will sollte wenigsten dafür sorgen das die Feder eine freie Flugbahn hat. Und die Achsvermessung nach erfolgtem Umbau ist Pflicht.

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