Fahrradteile & -komponenten: alles von Bremsbelägen bis zu Reifen für Ihr Fahrrad

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Fahrradteile & -komponenten: alles von Bremsbelägen bis zu Reifen für Ihr Fahrrad

Das Fahrrad ist ein enorm beliebtes Fortbewegungsmittel. Dabei erfüllt es die verschiedensten Anwendungszwecke. Als Fahrzeug wird es etwa gerne zur Überwindung kürzerer Strecken verwendet, etwa zur täglichen Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen. Darüber hinaus ist das Fahrrad auch ein Sportgerät, mit dem man seine eigene Fitness trainieren oder gar an Wettkämpfen teilnehmen kann. Selbst als Fortbewegungsmittel für längere Strecken ist es geeignet. Wer bereits eine Radreise unternommen hat, weiß, wovon hier die Rede ist.

Als beständig bewegtes Vehikel ist das Fahrrad allerdings auch stetigem Verschleiß unterworfen. Daher ist es – abhängig von Anwendungsgebiet, vom Fahrradtyp und der eigenen Fahrpraxis – oftmals notwendig, bestimmte Komponenten des Rads auszutauschen bzw. zu ersetzen. Besonders deutlich wird dies beispielsweise an der Felgenbremse, deren Beläge beim Bremsvorgang auf die Felgenseiten des Rads gepresst werden und dadurch schnell verschleißen.

Selbstverständlich ist ein anhaltender Verschleiß nicht nur der einzige Grund, bestimmte Fahrradteile zu erwerben. Wollen Sie Ihr gebrauchtes Fahrrad zum Beispiel tunen oder gar selbst ein eigenes Rad zusammenbauen, sind Sie hier richtig. Dieser Ratgeber möchte Ihnen einen kurzen Einblick geben in die Welt der Fahrradkomponenten. Dabei erhebt er keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zu groß ist die Vielfalt an Fahrradteilen. Er wird sich daher auf einige wichtige Komponenten beschränken und diese jeweils kurz in Ihrer Funktionsweise vorstellen.

Sicherheit beim Rad: Fahrradbremsen

Wie bereits erwähnt, gehört die Fahrradbremse, jedenfalls in Ihrer Form der Felgenbremse, zu den klassischen Verschleißteilen des Fahrrads. Neben der Felgenbremse, die heute sehr weit verbreitet ist, gibt es jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Bremssysteme. Einige sollen kurz aufgeführt werden:

  • Rücktrittbremse
  • Scheibenbremse
  • Trommelbremse
  • Klotzbremse

Die Klotzbremse ist heute so gut wie ausgestorben. Sie wird auch Stempelbremse genannt und drückt beim Bremsen einen Gummiklotz auf die Lauffläche des Reifens. Rücktrittbremsen hingegen befinden sich auch heute noch oft an Tourenrädern und/oder Kinder- und Stadträdern. Diese ist eine innenliegende Bremse am Hinterrad und wird durch das Zurücktreten der Pedale betätigt. Bei Trommelbremsen, die eine Einheit mit der Radnabe bilden, werden Innen die fest verbundenen Bremsbacken durch Kraft angedrückt. Die Scheibenbremse hingegen hat sich speziell im Mountainbikebereich etabliert. Dabei werden die im Bremssattel liegenden Bremsbeläge gegen die auf der Nabe montierten Bremsscheiben gedrückt.

Um Fahrradbremsen zu betätigen, kommen in der Regel sogenannte Bowdenzüge zum Einsatz. Diese bestehen aus einem Stahldraht, der in einer druckfesten Hülle verlegt wird. Dieser ist am Lenker mit den Bremshebeln, am Rad mit den Bremsen verbunden. Wird der Hebel und damit der Stahldraht angezogen, kommt es zur Bremswirkung.

Alles klar am Laufrad

Das Laufrad stellt den direkten Kontakt des Fahrrades zum Erdboden her. Wie das Laufrad im Einzelnen beschaffen ist, hat dabei zum Teil große Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Das Laufrad bezeichnet dabei die Gesamtheit der unterschiedlichen Komponenten des Vorder- bzw. Hinterrades. Dies sind unter anderem:

  • Felgen
  • Speichen
  • Nabe
  • Reifen und Schläuche

Die Felge nimmt den Reifen, den Schlauch und das Felgenband auf. Sie ist mit den Speichen und der Radnabe mit dem Rest des Fahrrads verbunden. Es gibt sie in drei unterschiedlichen Typen: als Drahtreifenfelge, als Schlauchreifenfelge und als Felge für schlauchlose Reifen. Die Speichen, die die Verbindung zwischen Nabe und Felge herstellen, werden mithilfe von Speichennippeln in der Felge fixiert. Sie können unterschiedliche Durchmesser und Formen besitzen.

Die Nabe bildet das Zentrum des Rads. Sie dreht sich um eine fest eingespannte Achse. Spricht man von der Fahrradnabe, werden in der Regel die Achse, das Lager und das Nabengehäuse damit gemeint. Die Nabe kann weitere zusätzliche Funktionalitäten besitzen und beispielsweise mit einer Bremse oder einem Freilauf kombiniert werden. Die Fahrradbereifung hat schließlich einen großen Einfluss auf den Leichtlauf des Rads. Sie besteht aus dem Reifen, auch Mantel genannt, und dem Schlauch. Der Mantel ist meistens mit einem Profil versehen und hält den Reifen gegen den Innendruck des Schlauches stabil. Der innen anliegende Schlauch ist luftdicht und wird von außen durch ein Ventil mit Luft versorgt.

Einen Gang runter schalten: die Fahrradschaltung

Beim Fahrrad können unterschiedliche Gangschaltungen zum Einsatz kommen. Eine der üblichsten Formen ist die Kettenschaltung. Ihr Prinzip besteht darin, dass man beim Schaltvorgang die Übersetzung zwischen der Tretkurbel und dem Hinterrad ändert. Dabei kommt es zu einem wechselnden Eingriff der Fahrradkette in verschiedene Ritzel bzw. Kettenräder. Kettenschaltungen besitzen verschiedene Komponenten:

  • Schaltwerk
  • Umwerfer
  • Ritzelpaket
  • Kettenblätter
  • Kette

Die Kettenschaltung besitzt relativ viele Übersetzungsverhältnisse bzw. „Gänge". Dafür befinden sich an der Hinterradnabe mehrere Ritzel bzw. Zahnkränze und ein bis drei Kettenblätter an der Tretkurbel. Die Kette sitzt auf den Ritzeln und Kettenblättern auf und wird durch das Treten der Kurbel quer verschoben. Beim Schalten verlässt die Kette das bisherige hintere (oder vordere) Zahnrad und geht auf ein benachbartes Zahnrad über. Wenn auf diesem genügend viele Kettenglieder in Kontakt gekommen sind, ist der Schaltvorgang abgeschlossen.

Der Mechanismus, der den Wechsel der Kette hervorruft wird am hinteren Rad Schaltwerk genannt. Damit die sich beim Schaltvorgang verändernde Kettenlänge ausgeglichen werden kann, ist am Schaltwerk ein Kettenspanner angebaut. Wird der Schalthebel am Lenkrad gezogen bzw. der Bowdenzug gespannt, bewegt sich der Käfig des Schaltwerks Richtung Nabe. Wird der Schalthebel gedrückt (bzw. der Zug entspannt), bewegt sich der Käfig in die entgegengesetzte Richtung. Die Schaltschwinge sorgt indes dafür, dass die Kette korrekt geführt und gespannt wird. Diese wird weiterhin über eine Reihe von Leitröllchen geführt und springt – je nach Bedarf – auf ein größeres oder kleineres Ritzel über. An der vorderen Tretkurbel sorgt ein Umwerfer für den Wechsel der Kette von dem einen auf das andere Kettenblatt.

Neben der Kettenschaltung ist die Nabenschaltung bei Fahrrädern noch sehr verbreitet. Diese ist in die Hinterradnabe eingebaut und war früher auch bei Motorrädern vertreten. Die einzelnen Bauteile des Getriebes sind bei dieser Schaltungsart gut vor Verschmutzung geschützt, wodurch wenig Wartung und wenig Verschleiß zu verzeichnen sind. Eine Kombination aus Ketten- und Nabenschaltung ist ebenfalls nicht ungewöhnlich.

Reintreten: Tretkurbeln und Pedale

Mit der Tretkurbel an einem Fahrrad lässt sich die Kraft der Füße auf die Kette und weiter auf das Hinterrad übertragen. Die Tretkurbel besteht aus einer Welle und zwei Tretkurbelarmen. Diese sind auf der Welle so befestigt, dass sie einem Winkelversatz von 180 Grad bilden. Damit ist gewährleistet, dass immer einer der beiden Hebelarme nach unten getreten werden kann. Nur so ist eine gleichmäßige Trittfrequenz, die für das Fahrradfahren unabdingbar ist, möglich.

Am Ende jedes Tretlagerarms befindet sich jeweils eine nach außen zeigende Achse. Hier sind die Pedale aufgesteckt. Tretkurbeln und Pedale werden in unterschiedlichen Materialien hergestellt, zumeist aus Stahl, Aluminium oder Carbon. Es sind unterschiedliche Größen verfügbar. Die richtige Größe richtet sich dabei nach der Rahmenhöhe, der Körpergröße des Fahrers, nach der Schritthöhe sowie der gewünschten Sitzposition. Die meisten Kurbeln sind demnach zwischen 170 und 175 Millimeter lang. Insgesamt sind allerdings Größen zwischen 150 und 190 Millimeter verfügbar, was je nach Länge der Beine durchaus von Vorteil sein kann.

Bequem oder sportlich: der Fahrradsattel

Die Auswahl eines geeigneten Fahrradsattel ist wiederum ganz davon abhängig, welchen Fahrradtyp Sie nutzen. Mit Sätteln für Kurzstrecken oder Stadtfahrten werden in der Regel nur geringe Geschwindigkeiten erzielt. Der Fahrer sitzt meistens aufrecht auf dem Sattel. Daher ist es anzuraten, dass der Sattel recht breit und gefedert ist, da die Vibrationen sonst ungemindert auf Wirbelsäule und Bandscheiben übertragen werden.

Sättel für längere Radreisen oder auch sportliche Anwendungsgebiete, wie beispielsweise Radrennen, besitzen andere Anforderungen. Hier ist der Fahrer länger im Sattel und verlagert einen Teil des Körpergewichts auf den Lenker. Entsprechende Sättel sind relativ schmal und oftmals aus Kernleder. Bei Mountainbikes ist der Fahrer wiederum durch die Unebenheiten des Bodens starken Vibrationen ausgesetzt. Daher steht der Mountainbiker auch oft auf den Pedalen. Sättel in diesem Bereich müssen also sowohl für längere Strecken als auch für Stöße ausgelegt sein.

Daneben stellen Sättel für Kinder und Jugendliche eine weitere Gruppe dar. In ihren Abmessungen kleiner als Sättel für Erwachsene. Sie sind zumeist mit strapazierfähigen Sitzbezügen ausgestattet. Nicht alle Hersteller bieten Kindersättel an. Das hängt vor allen Dingen damit zusammen, das das Wachstum des Kindes nicht abgeschlossen ist. Die Sättel sind im Vergleich zu anderen Sätteln sehr einfach ausgestattet.

Steuern mit dem richtigen Lenker

Der Lenker eines Fahrrades besteht im Allgemeinen aus dem Lenkerbügel und einem speziellen Vorbau, mit dem der Lenker mit der Fahrradgabel verbunden ist. Sogenannte Tourenbügel bestehen aus relativ einfachen abgewinkelten Stangen mit Griffen an beiden Enden. Bügel, die für eine sportliche Sitzhaltung gedacht sind, sind dabei eher gerade und flach. Tourenbügel für eine aufrechte Sitzhaltung sind nach oben geschwungen und nach hinten abgewinkelt. Dadurch verringern sie den Abstand zum Sattel.

Neben diesen beiden Extremformen des Tourenbügels - und dem Mix beider - sind Multifunktionsbügel verbreitet. Diese sind gleich für mehrere Sitzhaltungen vorgesehen. Hier hat der Fahrer gleich mehrere Griffgelegenheiten. Lenkerbügel im Allgemeinen bieten auch die Möglichkeit, angeschraubte Zusätze, sogenannte Barends, anzubringen. Daneben bietet der Lenkerbügel auch Platz für unterschiedliche Armaturen. Hier lassen sich etwa Bremshebel, Schalthebel, Klingel, Fahrradcomputer und andere Komponenten unterbringen.

Da es bei einem Bruch des Lenkers oft zu schweren Unfällen kommt, ist es ratsam, den Lenker von Zeit zu Zeit auszutauschen. Dies betrifft nicht nur sportlich genutzte Fahrräder, sondern auch für Fahrräder, die im normalen Straßenverkehr bewegt werden. Beim Kauf eines Lenkers sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass man keine Aluminiumbügel mit Stahlvorbauten kombiniert, sondern immer nur gleiches Material verwendet.

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