Fällaxt, Spaltaxt, Beil: Was ist der Unterschied?

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Fällaxt, Spaltaxt, Beil: Was ist der Unterschied?

Seitdem Holz geschlagen und verarbeitet wird, haben Handwerker die Werkzeuge immer besser an die verschiedenen Arbeitsschritte angepasst. Während die Handwerker früher nur eine Axt zur Hand hatten, gibt es heute gleich mehrere Werkzeuge dieser Art, nämlich die Fällaxt, die Spaltaxt und das Beil. Aber wodurch unterscheiden sich diese Holzwerkzeuge voneinander?

 

Mit langem Stiel: die Fällaxt

Wie der Name schon sagt, wurde die Fällaxt zum Fällen von Bäumen entwickelt. Sie wird zudem eingesetzt, um einen Baum zu entasten. Weil das Baumfällen einen hohen Kraftaufwand erfordert, haben Fälläxte einen besonders langen Stiel. So lässt sich besser Schwung holen, um die Axt in das Holz zu treiben.

Eine Fällaxt mit ihrem schmaleren Kopfteil ist häufig auch unter dem Begriff Forstaxt zu finden. Wer beim Werkzeug besonders anspruchsvoll ist, kann auch nach einer hochwertigen handgeschmiedeten Axt schauen. Als ergänzendes Zubehör für das Fällen von Bäumen eignen sich Fällkeile aus Stahl oder Alu. Nach dem Fällen wird der Baumstamm in einzelne Teile zersägt. Ähnlich wie in der modernen Forstwirtschaft beim Fällen mit Motorkraft gearbeitet wird, geht auch das Sägen mit Motorsägen leichter von der Hand.

 

Mit breiterem Kopfteil: die Spaltaxt

Wer als Besitzer eines Kamins sein Brennholz zerkleinert, wird keine Fällaxt nehmen, sondern eine Spaltaxt. Im Unterschied zur Fällaxt hat die Spaltaxt ein breiteres Kopfteil mit einem Keilwinkel von 35 bis 40 Grad sowie eine leicht gebogene und beidseitig geschliffene Schneide. Die Spaltkraft zwischen den einzelnen Holzfasern ist auf diese Weise deutlich höher als bei der Fällaxt. Sollte die Kraft der Spaltaxt nicht ausreichen, kann noch mit einem Spaltkeil gearbeitet werden. Meist aber genügt zum Spalten ein einziger Schlag.

Um diesen Kräften standzuhalten, werden hochwertige Spaltäxte durch einen Stielschutz aus Stahl untrennbar miteinander verbunden. Hierbei wird die Stielhülse mit dem Axtkopf unter einem hohen Druck aufgepresst. Diese feste Verbindung verhindert gleichzeitig ein Abnutzen des Stielendes oben.

 

Für präziseres Arbeiten: das Beil

Ob als Zimmermannsbeil oder als Spaltbeil – ein Beil unterscheidet sich von einer Axt durch die Länge des Stiels. Beim Bäumefällen ist eine Axt hilfreich, weil mit dem langen Stiel mehr Schwung geholt werden kann. Der Kraftaufwand ist bei einer Axt also geringer. Dies geht jedoch auf Kosten der Genauigkeit. Ein Beil mit seinem kürzeren Stiel ist bei leichteren Arbeiten besser zu handhaben. Für Gartenarbeiten wie das Anspitzen eines Holzpfahls lassen sich mit einem Beil gezieltere Schläge durchführen. Beim Holzspalten wird ein Spaltbeil für das Abspalten von dünnem Anfeuerholz verwendet. Auch Künstler arbeiten bei Holzskulpturen mit Beilen, um präzisere Ergebnisse zu erreichen.

Ein wichtiges Kriterium für den Kauf einer Axt oder eines Beils ist die Qualität. Ein Qualitätsmerkmal für hochwertiges Holzwerkzeug ist unter anderem das Gütesiegel „Dreipilz“, das in Deutschland seit 1932 vergeben wird.

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