Fächerpalmen: Pflanzgewohnheiten der Nannorrhops ritchiana-Blüte

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Fächerpalmen-Ratgeber: Pflanzgewohnheiten und Besonderheiten der Blüte bei Nannorrhops Ritchiana

Nannorrhops ritchiana, wie die Mazari-Palme auch genannt wird, ist eine im Mittleren Osten und in Arabien heimische Fächerpalme. Die Pflanze ist die einzige ihrer Art in der Gattung Nannorrhops. Die genaue Verbreitung der Mazari-Palme sind die Halbwüsten des Mittleren Ostens: im Süden Afghanistans, im Südiran, in Westpakistan sowie im Osten Arabiens. Die Palme wächst in Regionen, in denen Grundwasser nicht zu tief ist, im speziellen in Oasen und den sogenannten Wadis, den episodischen Bachläufen. In subtropischen Küstengebieten ist sie nicht anzutreffen. Dagegen wird sie noch bis in eine Höhe von 1.600 Metern über dem Meeresspiegel angetroffen. Botanisch wird die Gattung Nannorrhops innerhalb der Palmengewächse der Tribus Chuniophoeniceae sowie der Unterfamilie Coryphoideae zugeordnet. Wissenschaftlich ist die Stellung der Mazari-Palme zu den anderen Gattungen der Tribus noch nicht abschließend geklärt. Die Gattung besteht nur aus einer Art, der Nannorhops ritchiana. Die Bezeichnung der Gattung setzt sich aus den altgriechischen Wörtern für Busch und Zwerg zusammen, bezieht sich demnach auf die Form des Wuchses.

Charakteristik der Mazari-Palme

Die Mazari-Palme ist eine unbewehrte, buschförmige Palme, die aus mehreren Stämmen bestehen kann. Die Pflanze blüht nur einmal, was in der Botanik als hapaxanth bezeichnet wird, die einzelnen Exemplare sind zwittrig. Die Stämme verzweigen sich oft mehrfach, stehen aufrecht oder liegen am Boden. Der Wuchs der Pflanze verläuft hauptsächlich unterirdisch, unter Umständen kann sie jedoch auch vier bis fünf Meter hoch werden. Die Verzweigung von niederliegenden Stämmen stellt sich axillär dar, bei aufrecht wachsenden Palmen ist diese dichotom. Eine adulte Pflanze kann bis sechs Meter hoch und ebenfalls sechs Meter breit werden, in der Regel erreicht die Mazari-Palme allerdings knapp zwei Meter Höhe und 2,5 Meter Breite. Die Chromosomenzahl wird von der Wissenschaft mit 2n = 36 angegeben.

Blätter, Samen und Früchte der Mazari-Palme

Die Blätter sind in der Form gefächert, sodass sich der Blattstiel in die Blattspreite hinein fortsetzt. Die Blätter selbst vertrocknen an der Pflanze. Die Blattscheide reißt sowohl gegenüber als auch unterhalb des Blattstiels auf. Diese ist wollig behaart und von bräunlicher Färbung. Der längliche Blattstiel ist an der Unterseite gerundet und an der Oberseite seicht gefurcht. Der Gewebelappen, der bei den Palmengewächsen gewöhnlich an der Ansatzstelle der Blattspreite am Blattstiel sitzt, fehlt. Die Blattspreite ist in regelmäßigen Abständen in steife, einfach gefaltete Segmente von bläulicher Farbe gegliedert. Ein abaxialer Riss, der bis zur Hälfte der Blattspreite reicht, unterteilt diesen weiter. Die Früchte sind ellipsoidisch bis kugelig und enthalten einen Samen. Die Narbenreste stehen zur Basis hin orientiert. Die äußere Schicht der Frucht ist glatt, der mittlere Bereich fleischig und das Fruchtinnere dünn. Der Samen ist oval bis kugelig. Er weist flache Furchen auf, die den Raphenbündeln entsprechen. Die Narbe ist ebenfalls zur Basis hin orientiert. Das Nährgewebe der Samen, das den Keimling umgibt, ist homogen und besitzt oft eine kleine zentrale Höhle.

Blüten und Blütenstände der Mazari-Palme

Die Blüten haben kurze Stiele und bestehen aus ein bis drei, in seltenen Fällen bis zu sieben Blüten. Jede einzelne Blüte weist ein kleines, röhriges Hochblatt auf. Die Kelche der Blüten sind dünn und haben drei dreieckige Lappen, sie sind an der Basis röhrenförmig. Die Krone weist eine kurze, stielförmige Basis und drei Lappen auf, wobei sich die Blätter in den unteren zwei Dritteln berühren, ohne sich aber zu überdecken. Im oberen Drittel überdeckt ein Teil der Blätter beide Nachbarn, ein Teil nur einen einzigen. Die sechs Staubblätter der Pflanze sind nicht miteinander verwachsen. Die drei vor den Kelchblättern stehenden Staubblätter haben freie Staubfäden, die drei vor den Kronblättern stehenden Stabblätter sind an der Basis mit den Kronblättern verwachsen. Die Staubfäden sind an der Spitze eingebogen. Die Staubbeutel sind länglich. Die drei Fruchtblätter sind mit Ausnahme des untersten Bereichs verwachsen. Der Fruchtknoten ist mit drei Furchen versehen. Die Blüte weist einen einzigen Griffel auf, eine Narbe ist nur schwer zu erkennen. Die Samenanlage ist gegenläufig und sitzt bauchseits zur Basis hin orientiert.

Die Pollenkörner sind meist leicht asymmetrisch und ellipsenförmig. Die Keimöffnung hat die Form einer vom Körperstamm nach außen gerichteten Furche. Der Rand der Keimöffnung weist eine glatte oder leicht ausgestülpte Oberfläche auf. Die längste Achse des Pollenkorns hat eine Größe von 30 bis 40 Mikrometern. Die Blütenstände sind zusammengesetzt und befinden sich über den Blättern, wo sie eine Länge von 1,8 Metern erreichen. Die einzelnen Teile der Blütenstände ähneln den achselständigen Blütenständen häufiger blühender Palmen. Jeder Teilblütenstand wächst aus der Achsel eines Blattes mit verringerter Spreite oder aus einem röhrenförmigen Hochblatt. Die Teilblütenstände erscheinen vierfach verzweigt. Das Vorblatt weist zwei Kiele auf und ist röhrenförmig. Entweder gibt es am Blütenstandsstiel keine oder mehrere Hochblätter, die der Form nach dem Vorblatt entsprechen. Die Tragblätter für die Seitenzweige sind ebenfalls röhrenförmig und weisen eine deutliche Spitze auf.

Pflege der Mazari-Palme

Die aus dem Nahen Osten stammende und äußerst robuste Mazari-Palme ist recht kleinwüchsig. Wie bereits ausgeführt, erreicht sie in der freien Natur nach vielen Jahren ungehinderten Wachstums eine Höhe von etwa fünf bis neun Metern. Die Mazari-Palme kann einerseits niedrig wachsende Ausläufer mit schräg kriechendem, andererseits jedoch auch aufrecht wachsendem Stamm ausbilden. Die zahlreichen Blattkronen sind charakterisiert von blaugrünen oder blaugrauen Fiederblättern. Die Stämme der Mazari-Palmen in der freien Natur sind stark mit abgestorbenen Blättern bedeckt. Wenn die Pflanze kultiviert wird, werden diese toten Blätter häufig entfernt. Hierfür schneiden die Gartenfreunde den Blattstiel vorsichtig an der Basis ab. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass wenige Zentimeter des Stiels am Stamm verbleiben.

Der geeignete Standort für eine Mazari-Palme

Die im Garten oder auf der Terrasse kultivierten Mazari-Palmen sollten an einem vollsonnigen Standort untergebracht werden. Die Pflanzen gedeihen bei normalen Temperaturen. Eine im Freien kultivierte, an ein relativ raues Klima gewöhnte Nannorrhops ritchiana gilt als frostbeständig bis minus neun Grad Celsius. Viele Experten betrachten diese Palme als sehr robust, kurzzeitig kann sie auch noch härtere Frostperioden überstehen. Es empfiehlt sich jedoch, im Winter geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Sollten sich die ersten, leichten Fröste ankündigen, wickelt der Palmen-Freund seine Nannorrhops ritchiana locker in eine Schilf- oder Bambusmatte oder in eine Luftpolsterfolie ein, die mit einer Schnur zu einer Rolle zusammengebunden wird. Die Wicklung sollte nicht zu stramm sein, da ansonsten die Wedel abknicken könnten. Der Frostschutz ist rechtzeitig zu entfernen, sobald es wieder etwas wärmer wird. Wenn die Pflanze mittlere Fröste überstehen soll, muss die Oberfläche rund um den Stamm mit einer etwa 20 Zentimeter starken, isolierenden Schicht aus Stroh, Rindenmulch oder Tannenzweigen abgedeckt werden. Auch kann beim Einpflanzen ein Heizkabel in das Pflanzloch eingegraben werden, das nun bei Bedarf eingeschaltet werden kann. Die isolierende Schicht aus den natürlichen Isolierstoffen rund um den Stamm der Palme sollte spätestens nach einigen Wochen, auf jeden Fall jedoch bei freundlichen Wetterperioden entfernt werden. Hierdurch können die Wurzeln der Palme wieder ausreichend Luft erhalten und Fäulnis kann sich gar nicht erst bilden.

Der ideale Untergrund für die Mazari-Palme

Eine Mazari-Palme liebt einen sandigen und lehmigen Untergrund mit einem Zusatz von Lavagranulat, Kies oder Blähtonbruch. Humus- oder Torferde ohne Zusätze sind nicht geeignet, da ein derartiges Substrat in sich zusammensackt und sowohl eine Belüftung als auch eine Drainage der Wurzeln nicht mehr gewährleistet sind. Abhängig vom Wachstum wird die Mazari-Palme im Frühjahr in ein größeres Pflanzgefäß umgesetzt. Hierbei ist es möglich, die alte Erde vorsichtig zu entfernen und diese durch ein frisches Substrat zu ersetzen. In aller Regel kommen für Palmen möglichst hohe Töpfe, Gefäße oder Kübel infrage. Die senkrecht nach unten wachsenden Pfahlwurzeln der Palmen benötigen ausreichend Lebensraum. Ein deutlicher Hinweis ist, wenn sich die oberen Wurzeln der Palmen aus dem Gefäß herausdrücken. Dann wird es für die Wurzelstruktur zu eng. Spätesten jetzt sollte die Mazari-Palme in ein höheres, größeres Gefäß umgetopft werden.

Vermehrung und Rückschnitt der Mazari-Palme

Der Palmen-Freund wählt zur Vermehrung seiner Mazari-Palme einen Bodentrieb, der bereits einige Wurzeln gebildet hat. Dieser Trieb wird vorsichtig abgetrennt und in ein eigenes Pflanzgefäß mit leicht feuchter Erde auf Kompostgrundlage gesetzt. Die junge Pflanze erhält bis zum ersten Austrieb einen hellen, weniger sonnigen Platz. Hier wird sie nur mäßig gegossen und die Erde nur leicht feucht gehalten. Wenn die Pflanze als ersten Austrieb neue Wedel zeigt, wird die junge Mazari-Palme wie eine adulte Pflanze weiter kultiviert. Mazari-Palmen können ebenfalls auch durch die Aussaat frischer Samen im zeitigen Frühjahr vermehrt werden. Die Aussaat sollte bei einer Temperatur von mindestens 18 Grad Celsius vorgenommen werden. Da die Spitze der Palme der einzige Vegetationspunkt des Gewächses ist, dürfen die Spitzen nicht beschnitten werden. Die allmählich braun werdenden Blätter der Pflanze dürfen erst nach dem vollständigen Eintrocknen entfernt werden.

Düngung und weitere Hinweise für die Mazari-Pflanze

Am Anfang der Wachstumsphase sollte alle 14 Tage ein handelsüblicher Flüssigdünger verwendet werden. Alternativ können auch die obersten Schichten des Substrats mit einem Langzeitdünger behandelt werden. Mazari-Palmen, die an dunkleren Plätzen überwintert werden, dürfen im Frühling nicht unmittelbar dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Die direkte UV-Strahlung kann die Blätter der Palmen schädigen. Eine derartige Verbrennung macht sich durch braune, unregelmäßige Flecken an den Blättern bemerkbar. In einem solchen Falle sollte die Mazari-Palme an das Sonnenlicht gewöhnt werden. Hierzu wird diese ein bis zwei Wochen an einen halbschattigen Ort gebracht. Kurze Phasen der Sonneneinstrahlung in den Morgen- oder Abendstunden reichen hier aus. Danach kann die Pflanze an ihren endgültigen Standort gestellt werden.

Die Mazari-Palme verdankt ihre Beliebtheit unter den heimischen Gartenfreunden ihrer Robustheit auch gegenüber widrigen Wetterverhältnissen.

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