FK SCHEINWERFER ANGEL EYES OPEL ASTRA F CHROM

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Unter diesem Titel (o.ä.) werden sie hier bei eBay von mehreren Verkäufern angeboten (siehe Spalte rechts unten!). Auch ich habe sie gekauft, bin über die Qualität mehr als verärgert und möchte hiermit alle potenziellen Käufer über meine Erfahrungen mit diesen Scheinwerfern in Kenntnis setzen.

Dies darf (aus rechtlichen Gründen) natürlich keine Warnung vor dem Kauf oder ein Abraten vom Kauf sein, jedoch sollte sich jeder anhand meiner Beschreibungen selbst ein Bild machen und überlegen, ob ihm der Ärger und Aufwand bei Montage und Funktion den recht hohen Preis wert ist!

Zur Sache:

Aussehen tun sie ja TOP! Damit hört es allerdings auch schon wieder auf ...


- Vollzähligkeit und Qualität der Anlieferung:


     Es war zwar alles im Paket, jedoch waren die beschriebenen kostenfreien Zugaben (minderwertige Leuchtmittel ohne E-Nummer, also nicht StVZO-zugelassen) so liederlich in den Karton geworfen, daß sie auf dem Versandwege beschädigt werden mussten. Mein Verkäufer (Autoteile-Kirstein - der, der sie so anbietet, wie in meiner Titelzeile wiedergegeben) hat die Leuchtmittel allerdings anstandslos umgetauscht. Von daher keine Beschwerde meinerseits.


- Montage:


     Die beigefügte Montageanleitung (eine schlecht kopierte DIN A4-Zeichnung) war in Englisch gehalten (inkl. Fachbegriffe). Die Zeichnung wies technische Fehler auf und war fehlerhaft beschriftet. So waren Stecker und Scheinwerfer zusammen aufgezeichnet, die in natura nicht zusammenpassen konnten, da die jeweiligen Stecker auf eine andere Lampe (z.B. Blinker statt Scheinwerfer) gehörten. Die Funktion bzw. Einbaulage der Sperrdiode (für Fernlicht und Abblendlicht gleichzeitig) war nicht beschrieben bzw. falsch gezeichnet. Man mußte schon eine gewisse elektrotechnische Grundahnung haben, um aus der groben Übersichtsskizze einen elektrischen Schaltplan abzuleiten, zumal diese viele Fehler hatte.

     Die Paßform der einzelnen Komponenten (Blinker, Scheinwerfer) war so unglaublich schlecht, daß z.B. die Blinker nur unter Spannung montiert werden konnten. Die Demontage der Scheinwerfer ist nur nach Abbau des Frontstoßfängers möglich, da sich das Gehäuse hinter der Oberkante des Stoßfängers verhakt. Die Spaltmaße waren an allen 4 Teilen nach der Montage verschieden und haben ein absolut schiefes Gesamtbild ergeben. Dies liegt eindeutig an einer schlechten Herstellung, da eine parallel durchgeführte Vermaßung der originalen Opel-Scheinwerfer allein an den Montagepunkten Abweichungen der Schraubenlöcher von bis zu 11mm ergeben hat.

     Die elektrische Montage ist sehr aufwendig. So ließ sich zwar der beim Turbodiesel vorhandene Sicherungskasten links neben der Batterie dazu nutzen, um die drei Schaltrelais außen an diesem zu montieren, allerdings mußten zur sicheren Durchführung des Kabelbaumes auf die rechte Fahrzeugseite die komplette Frontmaske und Stoßfänger abgebaut werden, um parallel zum Serienkabelbaum die scharfen Kanten und heißen Teile zu umgehen. Dabei wurde gerade der Kabelbaum für die rechte Seite ziemlich kurz, was im eingebauten Zustand die Wartung nicht einfacher macht. Wie oben schon gesagt, mußte durch Ausprobieren herausgefunden werden, in welcher Einbaulage die Sperrdiode richtig montiert war. Dabei stellte sich heraus, daß das beigefügte Verlängerungskabel (in der Skizze als "für manche Modelle nötig" beschrieben) falsch bestückt war. Es sollte eigentlich über Kreuz beschaltet sein, um für die Diode auch eine Phasenänderung herbeiführen zu können. Also hieß das, Kabelschuhe aus der Steckerhülse popeln, aufpassen, daß nichts abbricht und genau andersherum wieder montieren. Und - oh Wunder - schon blieb das Abblendlicht bei eingeschaltetem Fernlicht an - was ja bei Doppelscheinwerfern auch so sein soll.

     Da der gesamte Kabelbaum für das Licht nur an die originalen Kabel der linken Fahrzeugseite angeschlossen werden konnte, ist somit eine wichtige Sicherheitsfunktion nicht mehr gewährleistet, die beim serienmäßigen Kabelbaum vorhanden ist und Grundlage für die Fahrzeug-ABE von Opel - und somit die Betriebserlaubnis gemäß StVZO - ist: Fällt die serienmäßige Beleuchtung für eine Fahrzeugseite aus (Sicherung durch, Lampe defekt), leuchtet immer noch die jeweils andere Fahrzeugseite, da beide Seiten separat abgesichert sein müssen und sind. Mit dem Anschlußschema des FK-Kabelbaumes entfällt diese Möglichkeit, da alle Schaltrelais (Abblendlicht, Fernlicht) ihre Steuerspannung ausschließlich von der linken Fahrzeugseite bekommen. Brennt also eine Sicherung für links durch, ist die gesamte Fahrzeugfront dunkel. Außerdem funktioniert die Parklichtfunktion nicht mehr so, wie sie eigentlich soll. Aufgrund dieses Anschlußschemas bleiben rechts zudem noch unangeschlossene Stecker des Serienkabelbaumes übrig, die nach notwendiger Verzurrung mittels Kabelbindern trotzdem relativ offen und ungeschützt (Gammel) hinter dem Scheinwerfer liegen bleiben müssen.

     Da mein Fahrzeug (Bj. 1996) serienmäßig mit Leuchtweitenregelung ausgerüstet war (Pflicht seit 1990 für alle Neufahrzeuge), habe ich vor dem Kauf extra auf dieses Detail geachtet und die Artikelbeschreibung sehr genau gelesen. Daher geriet ich ja auch genau an dieses Produkt von FK, da die einteiligen Komponenten (Scheinwerfer und Blinker bilden eine Einheit) schon laut Artikelbeschreibung - im Gegensatz zu diesen hier - nicht für Leuchtweitenregelung geeignet waren. Der Verkäufer (Autoteile-Kirstein) preist sogar extra an, daß diese zweiteiligen FK-Scheinwerfer für elektrische Leuchtweitenregelung ausgelegt seien. Leider stellte sich heraus, daß auch dieses Produkt nicht für den Anbau der serienmäßig vorhandenen Stellmotoren der Leuchtweitenregelung geeignet war. Die Öffnung an der Gehäuserückseite war zwar identisch zu den Serienscheinwerfern, die Motoren ließen sich am Flansch auch einstecken und im Bajonett verriegeln. Jedoch war die kleine Plastikgabel im Scheinwerfer, in die man die Kugel der Verstellstange des Motors einhängen mußte, ca. 3cm zu weit innen ausgeführt - ein klarer Konstruktionsfehler. Auch wenn man die Zahnstange des Motors manuell maximal herausgedreht hatte, konnte man den Motor nicht einhängen. Als Folge konnten die Motoren nicht montiert werden und landeten vorerst im Regal. Auch hiervon blieben wieder - diesmal beidseitig - ungenutzte Kabel des Fahrzeugkabelbaumes übrig. Daß der Ausbau der Stellmotoren natürlich illegal war und die Betriebserlaubnis des gesamten Fahrzeuges zum Erlöschen brachte, brauche ich dem gesetzestreuen Schrauber nicht weiter zu erklären.

     Die richtige Einstellung der Scheinwerfer war nur bedingt möglich, was ausschließlich an konstruktiven Mängeln (Paßform, Bauart) der Scheinwerfer lag. Mit den mitgelieferten Handrädchen, die anstelle der eigentlich zu montierenden Verstellmotoren der Leuchweitenregelung in die entsprechenden Halterungen eingeclipst wurden, ließ sich die Höhenjustierung des Abblendlichtes auf korrekte Werte einstellen. Die seitliche Ausrichtung des Abblendlichtes war durch die oben am Gehäuse sitzenden Verstellschrauben mit kleinen Einschränkungen bei der Symmetrie zur Mittelachse des Fahrzeuges auch durchführbar. Das Fernlicht des Doppelscheinwerfers ließ sich überhaupt nicht verstellen, was grundsätzlich (zulassungsrechtlich) kein Problem ist. Da allerdings das Fernlicht die Sterne anleuchtet und nicht die Straße trifft, wäre es ja schon recht praktisch, wenn man es auch verstellen könnte. Dies ist theoretisch allerdings nur möglich, indem man die gesamte Scheinwerfereinheit leicht geneigt in der Karosserie verschraubt. Die oben genannten Punkte der Spaltmaße und Paßgenauigkeit verhinderten dies allerdings zuverlässig, da eine Position, in der das Fernlicht die Straße trifft montagemäßig nicht zu realisieren war. Einen Trost hat die Sache dennoch: Da die Unterkante des Fernlichtkegels in 10m Entfernung schon bei 2,5m über Grund ist, kann man wenigstens niemanden damit blenden (und optikmäßig gaaaanz cool ständig mit vier beleuchteten Scheinwerfern fahren)!  ;-))


- Wartung:


     Es passiert ja schon mal, daß eine Glühlampe durchbrennt! Was macht man da - zumal als versierter Schrauber? Na klar: Neue kaufen und mal eben wechseln, bevor es am Samstagabend mit den Jungs auf die Piste geht ...   Pustekuchen!!!

     Bei den Blinkerbirnchen hat man das typische Gefummel wie bei der Serie: Blinker nach vorne ausbauen, Birne wechseln, wieder rein damit und über die schon wieder verschlechterte Paßform des Blinkers ärgern. Wenn man schon gerade beim Ärgern ist: Die ach so coolen, als völlig kostenfreie Zusatzdreingabe mitgelieferten und extra angepriesenen chromverspiegelten Blinkerbirnchen haben gar keine E-Zulassung. Hab mich schon immer gewundert, warum die so dunkel leuchten. Gut, daß TÜV und Grüne Männchen bei einer Fahrzeugkontrolle meistens nicht so tief in die Eingeweide kriechen!

     Die Fernlichtlampen lassen sich dank eines runden Gummideckels noch recht einfach wechseln. Da sie zur Fahrzeugmitte verbaut sind, hat man - die üblichen schlanken Schrauberfinger vorausgesetzt - noch ausreichend Platz, um sie zu erreichen.

     Interessant wird es allerdings, wenn einem die coolen Blue-Laser-Abblendlichtlampen durchbrennen (linke Lampe nach drei Tagen, rechte Lampe nach einer Woche), die zwar eine E-Zulassung, dafür aber keine Qualität und vor allem keine Leuchtkraft haben. Der vieleckige Gummideckel, hinter dem sich nicht nur die Abblendlichtlampe, sondern auch der Anschlußkabelbaum des Scheinwerfers befindet, ließ sich schon im ausgebauten Zustand (vor Montage im Fahrzeug) sehr schlecht dicht verschließen, da am Scheinwerfergehäuse einfach die Rastnasen entlang der Aufnahmerille für den Gummideckel fehlten. Also, Gummi mit kleinem Spachtel so tief wie möglich reingestopft und dann Scheinwerfer am Fahrzeug festgeschraubt. Muß man jetzt allerdings im eingebauten Zustand den Deckel entfernen, um an die Glühlampe zu kommen, geht das zwar mit viel Zugkraft, man kann ihn aber nicht wieder montieren. Erstens fehlt der Platz hinter dem Scheinwerfer, um mit geeignetem Werkzeug den Gummideckel in die Rille zu pressen (Alternative: Luftfilterkasten bzw. Batterie komplett ausbauen). Zweitens befindet sich hinter dem Scheinwerfer ein schräges Abstützblech der Frontmaske, daß zum Scheinwerfergehäuse nur 5mm Platz läßt - zu wenig, um den Gummideckel überhaupt in die Rille zu bekommen. Einzige Lösung: Blinker ausbauen, dann Scheinwerfer ausbauen, Gummideckel richtig montieren und alles wieder einbauen. Richtig, da war doch ein Problem hierbei: Der Scheinwerfer geht ohne Abbauen des Stoßfängers erst gar nicht raus! GROSSE SCH... !!! Als Alternative den Gummideckel halb offenstehen zu lassen sei nicht angeraten, da durch die Einbauposition im Spritzwasserbereich der Scheinwerfer innen nun noch mehr Wasser einfängt, als schon im "normalen" Zustand.


FAZIT ALSO:



     Für einen technischen bzw. elektrischen Laien, der mal eben schnell seinen Astra schön machen will, sei geraten: Finger weg! Ihr macht Euch sehr viel Arbeit für nichts!

     Aufgrund der zahlreichen konstruktiven Mängel wundert es mich, daß dieses G´lump überhaupt eine E-Zulassung bekommen konnte! Vielleicht ist die ja gar nicht echt!? Wer weiß ...

     Spätestens der nächste TÜV-Termin beendet diese Form des Tunings wieder: Keine elektrische Leuchtweitenregelung möglich (ab Baujahr 1990 Pflicht), Lichtkegel teilweise außerhalb des zulässigen Bereiches und teilweise nicht justierbar, keine Sicherstellung der Notlichtfunktion (getrennte Absicherung der Fahrzeugseiten). Das sind zusammen schon keine geringen Mängel mehr, die bei viel Augenzudrücken noch so gerade eine Plakette erlauben ("Jaja, ich richte das gleich morgen!"). Und besser, Ihr fahrt so übervorsichtig, daß Ihr weder in eine Kontrolle geratet, noch - auch nicht unverschuldet - in einen Unfall verwickelt werdet. Ein findiger Rechtsverdreher zieht Euch dann so dermaßen die Hosen aus, daß es die tolle Optik vorher nicht wert war!

Wer trotzdem damit fahren möchte, sollte mindestens diese Mängel bzw. Einschränkungen hinnehmen: Ständiges Fahren ohne Betriebserlaubnis (führerscheinrelevante Straftat, da nur vorsätzlich zu begehen!), Fernlichtwirkung quasi nicht vorhanden, ständiges Beschlagen der Gläser von innen, vor dem nächsten TÜV-Termin zeitaufwendige Umrüstung auf die ordnungsgemäß einstellbaren Serienscheinwerfer mit montierten Stellmotoren für die Leuchtweitenregelung, Blockade von Werkstattlagerplatz für die vorher genannten Vorratsteile - und wehe, es geht unterwegs ein Birnchen kaputt! Ob sich das alles lohnt muß wohl jeder selber wissen - ich jedenfalls weiß jetzt Bescheid und fahr´ guten Gewissens wieder serienmäßig ...

ÜBRIGENS: Danke hierzu an den freundlichen, übersportlichen Herren aus der Stop-Straße, der anschließend im Straßengraben den Astra-Abdruck in seiner SLK-Seite bestaunen konnte  ;-)) Nach Reparatur und notgedrungener Zurückrüstung auf den Serienzustand habe ich spaßeshalber die FK-Teile mal komplett auseinander genommen - und siehe da: Die angepriesenen LEDs der Angeleye-Ringe entpuppten sich als einfache 1W Glühlämpchen. Jetzt weiß ich auch, wie die diesen dämmerigen, gelblichen Schein in die "LEDs" gekriegt haben ... Gut, daß die nicht durchbrennen können...  ;-)) Die könnte man erst gar nicht wechseln!

Also, den Herrn "Ingenööör", der diesen Mist verbockt hat, sollte man mal persönlich seine Erfindung einbauen und warten lassen!!! Aber besser vorher Kotztüten bereitlegen, damit das feine Hemd nichts abbekommt...


Für Rückfragen - auch seitens des Herstellers FK wegen technischer Verbesserungen - stehe ich gerne zur Verfügung!


MfG, nato-cars.



PS: Ein Beispielbild sei mir freundlichst erlaubt, da es genau die von mir bei Autoteile-Kirstein gekauften zweiteiligen FK-Teuerschrott-Scheinwerfer zeigt:




(Sollte ich jemandem mit der Verwendung dieses speziellen Bildes auf die Füße getreten sein, so muß das als fehlende böse Absicht gewertet werden! Eine kleine Info hierüber wäre vor Ergreifen anderer Maßnahmen angebracht, da es mir kein Problem bedeutet, das oben gezeigte Originalbild aus meinem Ratgeber zu löschen und ein anderes, gleichartiges und noch originaleres hochzuladen, wenn demnächst wieder photographietaugliches Wetter herrscht. Von Kritikfähigkeit zeugte dies allerdings nicht!)

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