Es muss nicht alles Gold sein, was glänzt: Warum Chrom am Auto?

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Es muss nicht alles Gold sein, was glänzt: Warum Chrom am Auto?

Was versteht man unter Chrom?

Chrom, der altgriechische Begriff für Farbe, steht für ein chemisches Element und ist eines der Übergangsmetalle. Die einzelnen Chromverbindungen können viele unterschiedliche Farben annehmen, wodurch sich seine Beliebtheit für die Autolackierung erklären lässt. Die Verchromung kommt an Autos bereits seit Jahrzehnten zum Einsatz und kann zum Beispiel auch an vielen Oldtimern bewundert werden. Von verchromten Felgen, über Stoßstangen und Kühlermasken, bis hin zu vollständig verchromten Karosserien bei Showcars ist alles vertreten. Allerdings ging die Begeisterung für Verchromungen in den 80er und 90er Jahren ein wenig zurück, ist jedoch nun wieder in Mode gekommen. Das liegt unter anderem daran, dass Verchromungen heute weitaus einfacher aufgebracht werden können, als es noch vor ein paar Jahrzehnten der Fall war. Das schlägt sich natürlich auch auf den Preis nieder.

Chrom und seine Geschichte

Chrom ist seit circa 200 Jahren bekannt und gehört daher eher zu den neueren Metallen, die in der Industrie und bei der Herstellung von Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommen. Seine Erfolgsgeschichte begann erst mit der Erfindung des aluminothermischen Verfahrens, mit dem Chrom rational hergestellt und zur Beschichtung von Oberflächen und zur Veredelung von Stahl genutzt werden konnte. In Deutschland kommt Chrom in der Industrie seit 1922 zum Einsatz.

Chrom und seine wirtschaftliche Bedeutung

Das chemische Element Chrom kann, wie schon erwähnt, verschiedene Farben aufweisen. Neben Silber sind beispielsweise auch Gelb, Rot und Grün verfügbar. Natürliche Vorkommen sind eher selten, aktuell sind nur zehn Chromfundorte bekannt. Führend im Export ist hier Südafrika mit rund fünfzig Prozent, gefolgt von Kasachstan (15 Prozent) und Indien (12 Prozent). Im Jahr 2000 wurden beispielsweise 15 Millionen Tonnen Chromerz exportiert, die zu 4 Millionen Tonnen Ferrochrom verarbeitet werden konnten. Diese Menge ergab damals einen ungefähren Wert von etwa 2,5 Millionen Dollar. Chrom wird in der Regel als Chromit oder Chromeisengestein in verbundener Form genutzt.

Diese Eigenschaften weist Chrom auf

Im Gegensatz zu vielen anderen Metallen kann Chrom relativ leicht geformt und geschmiedet werden. Das silberweiße harte Metall ist außerdem besonders beständig gegenüber Anlaufen und Rostentwicklung. Chromlack besteht meist aus unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Dazu gehören unter anderem Aluminiumpartikel, die in Lösungsmittel zu glitzern und zu funkeln beginnen. Harze werden für die Verbindung von Oberfläche und Aluminiumpartikeln benötigt. Allerdings gibt es bei Chromlack große Qualitätsunterschiede. Erkundigen Sie sich am besten beim Fachmann über den perfekten Lack für Ihr Vorhaben. Achtung, Chrom ist leicht entzündlich und kann gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie etwa Augenirritationen, verursachen. Eine fachmännische Aufbringung mit entsprechender Schutzausrüstung (Schutzbrille o. ä.) ist daher unerlässlich.

Dafür kann Chrom eingesetzt werden

Chrom kommt für viele verschiedene Einsatzbereiche infrage, wobei die Verschönerung von Kraftfahrzeugen wohl das bekannteste Einsatzgebiet darstellen dürfte. Als Hartverchromung finden wir das Metall beispielsweise als Verschleißschutzschicht auf Stahl oder Aluminium. Letzteres zum Beispiel im Motorenbau. Dekorverchromungen findet man häufig in der Tuning-Szene. Hier werden vorrangig Leichtmetallfelgen, aber auch Kunststoff und andere Dekorelemente mit einer Chromschicht versehen. Daneben kommt Chrom auch im Katalysator und bei der Lederherstellung zum Einsatz.

Diese Autoteile werden gerne verchromt

Die bekanntesten Autoteile für die Verchromung sind wohl die Felgen, jedoch können auch Spiegel, Blinker und andere Autodekorteile verchromt werden. Ebenfalls sehr beliebt ist die Verchromung von Türgriffen, Stoßstangen und Auspuffrohren. Im Tuning-Bereich zählen dazu unter anderem auch diverse Kunststoffteile, die mit Chromfarbe versehen werden. Im Motorradbereich sind es oft die Chopper, die mit einer glänzenden Chromschicht aufwarten. Dabei setzt man Chrom als Farbpigment ein. Bei Felgen wird beispielsweise zunächst einmal grundiert und dann in mehreren Schichten die Vorderseite mit Chromlack überzogen. Viele Fahrzeugteile sind bereits von Haus aus verchromt und werden nur mit einer neuen Schicht überzogen. Teilweise wird auch verchromt und dann wieder mattiert, um die Zulassung durch den TÜV zu erreichen. 

So sieht die aktuelle Gesetzeslage aus

Im Gegensatz zu normalen Metallic-Lackierungen ist eine spiegelnde Chromlackierung nicht immer erlaubt. Eine Vollverchromung des Autos oder die Ausstattung mit spiegelnden Folien kann andere Verkehrsteilnehmer ablenken und daher eine Gefahr im Straßenverkehr darstellen. Oft sorgen die Spiegelungen und Reflexionen dafür, dass andere Autofahrer irritiert werden oder das verchromte Fahrzeug zu spät sehen. Grundsätzlich gilt, dass maximal zehn Prozent der sichtbaren Flächen eines Fahrzeugs verchromt sein dürfen, wobei jedoch auch nicht alle Bauteile mit Chrom versehen werden können. (Stand: Juli 2013) Zudem kann im Allgemeinen alles mit Chrom versehen werden, das bei Erstausstattung ab Werk bereits verchromt war. Verchromte Schweißnähte am Fahrzeugrahmen und verchromte Teile am Fahrwerk werden meist nicht zugelassen. Voll verchromte Fahrzeuge sind in der Regel nur bei Showcars erlaubt. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem zuständigen TÜV, bevor Sie Ihr Fahrzeug verchromen lassen.

Gründe für Chrom am Auto

Die Gründe, warum Autos verchromt werden, sind vielfältig. In erster Linie hat dies optische Gründe. Die Fahrzeughalter erfreuen sich an den glänzenden Dekors und freuen sich daran, dass ihr Fahrzeug mehr Eindruck macht. Gerade Oldtimer, bei denen gewöhnlich viele Teile verchromt sind, können bei der Restauration eine Neuverchromung erfordern. Auch bei der Aufrüstung von Fahrzeugen für Showzwecke kommt eine Verchromung häufig zum Einsatz und hat auch hier optische Gründe. Zudem ist Chrom sehr beständig gegenüber Korrosion und kann andere Metalle schützen. Geht es nur um die optische Wirkung und möchten Sie Geld sparen, können Sie statt einer „echten“ Verchromung auch mit Folien und Chrom-ähnlichen Lackierungen arbeiten, die in der Regel günstiger als eine Verchromung durch den Galvaniseur, also den Fachmann für die Neuverchromung, sind.

Verschiedene Arten der Verchromung am Auto

Um durch eine Verchromung Autoteile oder andere Gegenstände edler wirken zu lassen, sind verschiedene Verfahren möglich. Diese können von einer echten Verchromung bis hin zu günstigen Chromfolien oder Sprays reichen. Sie sollten sich jedoch im Vorfeld über die richtige Technik gründlich informieren oder die Verchromung einem Fachmann überlassen, da sonst eher unschöne Effekte entstehen können. Mit Chrom-Lacken können grundsätzlich nahezu alle überlackierbaren Flächen verchromt werden.

Verschiedene Möglichkeit, um Chromoptik ans Auto zu bringen

Eine Verchromung sieht toll aus und kann teilweise auch mit Lacken und anderen Materialien erzeugt werden. Dabei handelt es sich jedoch dann meist nicht um eine echte Verchromung, sondern nur eine Chromoptik, was sich auch im Preis niederschlägt. Um Autoteile zu verspiegeln, gibt es verschiedenen Möglichkeiten.

Das Chrome-Plating-System (Chromspülverfahren)

Beim Chromspülverfahren, auch unter den Begriffen Chrome FX oder Fantachrome bekannt, wird das Fahrzeug bzw. werden die einzelnen Fahrzeugteile mit einer speziellen Lösung überspült. Diese kann etwa aus Silbernitrat, Ammoniak und Glukose bestehen. Mit diesem Verfahren werden unter anderem auch Christbaumkugeln verspiegelt. Für das Chromspülverfahren ist eine spezielle Anlage erforderlich, in der nahezu jedes lackierfähige Material verchromt werden kann.

Chromlack aus der Spraydose für kleinere Ausbesserungsarbeiten und mehr

Chromlack aus der Spraydose ist perfekt geeignet, wenn sie nur kleinere Ausbesserungsarbeiten durchführen möchten. Bei größeren Flächen lohnt sich der Besuch beim Galvaniseur oder zumindest die Verwendung einer Lack-Sprühpistole mit Kompressor. Vor dem Auftragen von Chromlack aus der Spraydose muss die Oberfläche angeraut werden und frei von Fett und Staubpartikeln sein. Die gewünschte Fläche wird am besten abgeklebt, damit nicht versehentlich mehr verspiegelt wird, als Sie eigentlich vorhatten. Der Lack muss gleichmäßig in mehreren Schichten aufgetragen werden. Für einen gleichmäßigen Auftrag sollten etwaige Dellen vorher beseitigt werden. Eine Nachbearbeitung mit dem Pinsel ist nicht zu empfehlen, da die Verspiegelung dadurch oft mattiert wird und unschön aussieht.

Eine Verchromung mithilfe des CSV-Verfahrens

Hinter CSV verbirgt sich das chemische Spritzverfahren, mit dem vor allem Kunststoffteile kostengünstig verchromt werden können. Diese Technik ist in den Bereich Oberflächenveredelung durch Metallisierung einzuordnen und wird neben dem Galvanisieren immer häufiger eingesetzt. Dieses Silberspritzreduktionsverfahren wurde früher meist in kleineren Betrieben eingesetzt, wird aber mittlerweile auch in der industriellen Produktion gerne in vollautomatischen Beschichtungsanlagen genutzt. Der Effekt ist kaum mit Chromspray zu vergleichen und kann nur mit den entsprechenden Geräten erreicht werden.

Eine Verchromung mithilfe der Spritzpistole

Für größere Flächen eignet sich anstelle des Chromsprays die Anschaffung von Chromlacken in Dosen, die mittels einer kompressorbetriebenen Spritzpistole aufgetragen werden können. Mit ihr lässt sich der Lack gleichmäßiger auftragen, als dies von Hand mit einer Sprühdose möglich ist. Oft können Sie auch ganze Lacksets erwerben, die neben den Lacken auch die notwendige Pistole und Material zur Oberflächenvorbereitung enthalten. Der Chromlack kann auf allen lackierbaren Flächen aufgebracht werden, d. h. auf Holz, Kunststoff, Metall oder Glas. Meist kommen Pistolen mit einer Düsengröße zwischen 0,08 und 1,00 Millimeter zum Einsatz, mit denen der Lack in zwei Durchgängen aufgetragen wird.

Chrom am Auto richtig pflegen

Zur Chrompflege sind spezielle Polituren im Fachhandel erhältlich, mit denen Sie Ihre Verchromungen wieder zum Glänzen bringen können. Wattestäbchen können hier neben zwei Baumwolllappen zum Auftragen und Polieren gute Dienste leisten, um auch kleine Zwischenräume zu erreichen. Wachs kann zusätzlich aufgetragen werden, um den Lack zu schützen und dafür zu sorgen, dass der Glanz länger erhalten bleibt. Ringe und andere scharfe Gegenstände am besten vorher ablegen. Vor dem Polieren müssen die verchromten Flächen gründlich gereinigt werden. Verzichten Sie hier jedoch auf scharfe Reiniger und Lösungsmittel, da dies den Oberflächen schaden könnte. Kleinere Schäden, etwa an den Felgen, können Sie mithilfe von Chromspray ausbessern. Das ist jedoch nur zu empfehlen, wenn Sie mit der Technik vertraut sind. Gearbeitet wird immer im Freien oder zumindest bei offenem Fenster mit guter Luftzufuhr. Lackierarbeiten im Innenbereich können Ihrer Gesundheit schaden.

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