Es begab sich 1950: die Geschichte der Simson AWO Motorräder

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Die AWO-Motorräder von Simson erfreuen sich bei Fans historischer Motorräder großer Beliebtheit. Dabei waren die Anfangsjahre ihrer Produktion alles andere als ideal: Zwei Kriege und wechselnde Machtverhältnisse hatten die Geschichte der Herstellerfirma geprägt, die ursprünglich durch Waffen und Automobile bekannt geworden war.

  

Die Anfangsjahre der Firma Simson & Co. von 1856 bis 1945

Die Geschichte der jüdischen Firma Simson & Co. begann im Jahr 1856 im thüringischen Suhl mit der Produktion von Holzkohlenstahl, aus dem später Gewehre und Gewehrläufe gefertigt wurden. Ab 1896 erweiterte Simson & Co. das Produktportfolio um Fahrräder und rund fünfzehn Jahre später stieg die Firma in die Herstellung von Automobilen ein. In den Jahren bis 1932 erfreuten sich die Suhler Automobile nicht nur zunehmender Beliebtheit bei Motorfreunden, sondern feierten zudem auch Erfolge im Rennsport. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland wurde die Familie Simson enteignet, der Firmenname in "Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke Simson & Co. (BSW)" geändert und die Produktion von Autos bis zum Jahr 1945 durch die Herstellung von Waffen ersetzt.

  

Die Produktion von Motorrädern in Suhl von 1950 bis 1960

Nach dem Krieg wurden die "Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke Simson & Co. (BSW)" neben anderen kleineren mechanischen Fabriken in Thüringen und Sachsen von der sowjetischen Aktiengesellschaft "Awtowelo" übernommen, die im Jahr 1949 den Suhlern Ingenieuren den Auftrag erteilte, ein Motorrad zu konstruieren, das seitenwagentauglich und mit einem 250-cm³-Viertaktmotor sowie 12 PS ausgestattet war. Unter Mithilfe des bekannten Konstrukteurs August Prüssing wurden zwei Prototypen vorgestellt und bereits im Jahr 1950 gingen die ersten "AWO 425" in Produktion. 1953 war die Anzahl der hergestellten Motorräder bereits auf 7.300 und im Jahr 1955 auf 20.000 angestiegen. Die Produktion der AWO-Motorräder wurde im Jahr 1961 eingestellt und die Firma, die inzwischen "VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl" hieß, konzentrierte sich auf die Herstellung von Mopeds, Mokicks und Kleinrollern.

  

Die AWO 425 T und die AWO 425 S - Touren- und Sportmodelle

Der Name "AWO 425" leitete sich von "Awtowelo" sowie "Viertakt" und "250 Kubikmeter" ab. In der Basisversion, dem Tourenmodell "AWO 425 T", wurde das Motorrad in den Jahren 1949 bis 1960 in einer Stückzahl von ungefähr 127.000 produziert und erreichte mit einer Leistung von 12 PS eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometer in der Stunde ohne Seitenwagen. Das Sportmodell "AWO 425 S" wurde ab 1955 hergestellt und konnte mit 14 PS bis zu 110 Kilometer in der Stunde schnell werden. Die "AWO 425 S" wurde rund 85.000 Mal gefertigt.

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