Erstausgaben, Fehldrucke und signierte Bücher: So sammeln Sie wertvolle Raritäten der Literatur

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Erstausgaben, Fehldrucke und signierte Bücher: So sammeln Sie wertvolle Raritäten der Literatur

Bücher sind eines der rätselhaftesten Produkte überhaupt. Sie beinhalten und offenbaren so viele Welten wie Autoren zu erschaffen in der Lage sind und Leser sie akzeptieren und sich zu eigen machen können. Sie sind ein Kommunikationsmittel zwischen dem, der sie geschaffen hat und dem, der sie zur Hand nimmt. Wer schreibt, teilt Reichtum, der dadurch nicht halbiert wird, sondern verdoppeltwird. Wer liest, eignet sich diesen Reichtum an, ohne dass jemand anderem etwas fehlt. Nicht zuletzt sind Bücher rätselhaft, weil sich an ihnen die Geister scheiden. Für die einen sind sie lebensnotwendiges Bedürfnis, für die Anderen einfach nur eine mehr oder weniger umfangreiche Sammlung aus Papier. Bibliophile jedoch schätzen Bücher als etwas Besonderes. Darüber hinaus haben es ihnen vor allem seltene Exemplare angetan, zu denen Erstausgaben, Fehldrucke, signierte Werke und andere Raritäten gehören.

Kleine Fehler bei der Fertigung - Fehldrucke

Sei es, dass eine oder mehrere Seiten fehlen oder, auch das kommt vor, einige Seiten zu viel und doppelt sind. Sei es, dass manche Blätter im Buch unbeschrieben blieben, obwohl dort eigentlich Text stehen sollte. Es kommt auch vor, dass die Buchstaben kopfstehen, Seitenzahlen sich wiederholen oder komplette Kapitel vertauscht wurden. Was für den normalen Leser als Mängelexemplar gilt, ist für den Sammler ein Fehldruck - und damit durchaus von Wert. Einzelne Auflagen können sich aber nur als wertvolle Besonderheiten durchsetzen, wenn sie nicht in Massen erschienen sind. Bei der Bestimmung des Werts spielt auch der Status als Rarität eine Rolle. Wurden Ausgaben in großem Umfang als Ausschuss produziert, gelten sie eher als Makulatur, die entweder zu Billigpreisen verramscht wird, um den Schaden zu minimieren, oder sie werden, bei groben Fehlern, vernichtet.

Signierte Exemplare - wenn der Autor selbst noch einmal Hand anlegt

Der wahre Held eines Buches wirkt immer im Verborgenen. Ohne den, der hinter den Kulissen die Fäden zieht, bzw. das Gewebe aus Text und Kontext spinnt, indem er wie Fäden in einem Webstuhl Zeile um Zeile knüpft, würde kein Buch entstehen. Ist es dem Autor gelungen, den Leser in seinen Bann zu ziehen, möchte dieser natürlich mehr über den Urheber der Schrift erfahren. Und er möchte etwas mehr von diesem Menschen besitzen, als „nur“ das Buch, das er geschrieben hat. Wie in vielen anderen Bereichen, in denen Personen verehrt werden, sind auch Autogramme von Autoren und signierte Bücher gefragt. Einer der deutschen Schriftsteller, auf die das zutrifft, ist zum Beispiel Günter Grass. Bücher mit Autogrammen von nicht mehr lebenden Schriftstellern haben natürlich einen höheren Stellenwert, da sie etwas Unwiederbringliches besitzen. Generell wird das Besondere an einem signierten Buch aber auch von Nicht-Sammlern geschätzt, weshalb diese Ausgaben in weiten Kreisen beliebt sind.

Leider wird man von besonders alten Ausgaben wie Handschriften auf Pergament keine Exemplare mit Autogramm finden. Viele der alten Rollen und Bücher entstanden anonym, was ihrem Wert keinen Abbruch tut. Sie sind Kunstwerke, da sie oft erst innerhalb von Jahren fertiggestellt werden konnten.

Das erste Mal bleibt unvergessen - der Wert von Erstausgaben

Der Wert einer Erstausgabe steigt mit der Anzahl der Auflagen. So paradox das klingen mag, weil eine Angebotsfülle dem allgemeinen Verständnis nach eher zum Preisverfall führen sollte, so einleuchtend ist es in diesem Fall: Hohe Auflagen werden regelmäßig nur dann generiert, wenn ein Buch erfolgreich ist. In der Menge der vorhandenen Exemplare ist die Erstausgabe das Besondere. Sammler, die im Besitz einer solchen sind, behaupten gern, dass sie „schon damals“ gewusst haben, wie erfolgreich das Buch einmal werden wird. Besonders begehrt sind auch diese Exemplare, wenn die Erstausgaben signiert wurden. Bei Schriftstellern und Dichtern, die nicht mehr unter uns weilen, spielt daneben ihr Gesamtwerk und seine Bedeutung in der Literaturwelt eine Rolle. So sind die Exemplare der Erstausgaben von Hermann Hesse unter Sammlern ebenso gefragt wie die des erfolgreichen Abenteuerschriftstellers Karl May. Freunde deutscher Dichtkunst wissen hingegen die Erstausgaben der Werke von Schiller zu schätzen. Von manchmal schwer zu schätzendem Wert sind in diesem Bereich Handschriften - besonders dann, wenn es sich um Erstausgaben handelt.

Noch wertvoller als Erstausgaben werden Exemplare eingestuft, die nur in sehr geringer Stückzahl für einen meist ausgewählten Personenkreis angefertigt wurden. Anders als die „von der Stange“ produzierten Bücher für den Verkauf wurden diese Vorzugsausgaben aufwendiger, wertiger und schöner arrangiert. Sie unterscheiden sich von schlichten Ausgaben des Buches beispielsweise durch besseres Papier und eine detailliertere Gestaltung. Auch diese wertvollen Stücke können Sie bei eBay erwerben.

Das Sammeln von Raritäten - ein Hobby mit vielen Facetten

Ein Sammler ist vor allem Sucher. Mancher behauptet, dass darin ein größerer Reiz liegt als im Besitzen, Katalogisieren und Ordnen der Exemplare, die man erwerben konnte. Unabhängig davon, ob Sie diesen Teil Ihres Hobbys mögen oder nicht, ist es an Ihnen, die Augen offen zu halten. Egal wo Sie sind, halten Sie Ausschau. Bei eBay findet man mit etwas Glück beispielsweise Erstausgaben von Thomas Mann oder auch von Mann signierte Exemplare.

In der heutigen Zeit darf man als Sammler von literarischen Raritäten keinesfalls die Möglichkeiten des Internets unterschätzen. Seit Jahren haben sich zu allen Themen Foren etabliert, in denen man sich nicht nur mit Gleichgesinnten austauschen kann, sondern in denen viele Sammler immer wieder wertvolle Tipps bekommen. Natürlich können auch Sie Ihren Hobby-Kollegen helfen, falls Sie Hinweise zu deren Suchanfragen haben. Zudem können Sie bei eBay nach Erstausgaben der deutschen Literatur und anderen Raritäten fahnden. So manches erlesene Stück schlummert auch in modernen Zeiten im Verborgenen, so wie einst auf Dachböden.

Die Sammelstücke von heute sind die möglichen Raritäten von morgen. Doch auch, wenn die signierten Werke der zeitgenössischen Autoren noch nicht den anerkannten Wert haben wie die antiquarischen Raritäten, sind sie immerhin auch etwas Besonderes. Die meisten der in hoher Auflage verlegten Bücher sind nämlich nicht mit Autogrammen der Schriftsteller versehen. Und das Schöne am Sammeln von Ausgaben der Schriftsteller-Helden von heute ist, dass Sie ihnen persönlich begegnen können, um nach einer Lesung, oder zur Autogrammstunde in einem Buchladen persönlich Ihre Ausgabe signieren zu lassen. So ist zum Beispiel schon mancher Fan an ein Autogramm von Nele Neuhaus gelangt. Beliebte Ziele für buchbegeisterte Menschen aller Couleur sind natürlich auch Buchmessen. Egal ob in Frankfurt oder Leipzig sind sie eine der besten Schnittstellen zwischen Lesern und Autoren. Da können Sie dann schon mal „Ihren“ Fitzek treffen oder auch den erfolgreichen englischsprachigen Schriftsteller Simon Beckett.

Zur Beachtung beim Sammeln antiquarischer Raritäten

Für den Sammler sind Erstausgaben, Fehldrucke und signierte Exemplare nicht alt. Sie sind ehrwürdig. Das bedeutet aber nichts weniger, als dass Sie im Umgang mit ihnen sorgfältig sein müssen.

Pflege und Aufbewahrung

Papier, das in die Jahre kommt, ist empfindlich. Das natürliche Material „lebt“ weiter. Es vergilbt und wird mitunter brüchig. Am besten bewahren Sie Ihre Lieblingsraritäten bei möglichst gleichbleibenden Umgebungsverhältnissen auf. Dazu gehört konstante Temperatur und gleichbleibende, nicht zu hohe Luftfeuchtigkeit. Gerade in Leder gebundene Exemplare sind gut zu berühren, das Material bietet für viele Fans eine unvergleichliche Haptik. Auch hier ist Vorsicht geboten, der Einband reagiert auf den Druck und den Schweiß der Finger.

Schützen Sie sich vor Betrug

Gerade was Autogramme anbelangt, die Buchausgaben aufwerten, sind einige in Umlauf, die nicht authentisch sind und gar nicht sein können. Ein signierter Heinrich Heine kann Ihnen nicht mit einem Namenszug angeboten werden, der als Schreibgerät einen Edding erkennen lässt. Sollten Sie auf ein Angebot stoßen, dem nicht von sich aus Nachweise über die Echtheit beigefügt sind, fordern Sie diese ein. Im Zweifelsfall kann ein Verzicht Sie sogar vor einer Enttäuschung bewahren.

E-Reader vs. Buch

In den Zeiten immer weiter um sich greifender Digitalisierung werden herkömmliche Bücher von einigen als Dinosaurier einer zu Ende gehenden Epoche angesehen. Diese Zeitgenossen favorisieren E-Books, weil die kleinen, handlichen Begleiter laut Werbung komplette Bibliotheken bevorraten können. Schaut man sich um, wird klar, dass die elektronischen Buchspeicher nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sind. Sie leisten gute Dienste auf Reisen, im Urlaub oder bei Recherchen, weil man sich durch ihr Fassungsvermögen nicht auf eine wie auch immer geartete Auswahl beschränken muss. Aber sie lassen sich nicht in dem Sinn sammeln, wie das mit den analogen Vorgängern aus Papier möglich ist. Wen interessieren schon auf einem E-Reader gespeicherte Erstausgaben, was sollte Besonderes an einem Fehldruck à la E-Book sein? Und wie will ich mit einem per Internet geladenen Exemplar meines Lieblingsschriftstellers auf Autogrammjagd gehen? Es hat den Anschein, als wenn diese erfüllenden Freizeitbeschäftigungen einmal der Vergangenheit angehören würden, falls das E-Book-Format sich einmal komplett durchsetzt. Zumindest für den Anteil an Büchern, der ab diesem Zeitpunkt erscheint. Wenn Sie also bei Ihrem Hobby bleiben, helfen Sie mit, eine wertvolle Tradition zu pflegen. Bei eBay wird Ihnen alles geboten, was sie dazu benötigen.

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