Ersatzteile und Zubehör für Jawa Motorräder – ein kleiner Ratgeber

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Ersatzteile und Zubehör für Jawa Motorräder – ein kleiner Ratgeber

Jawa ist ein Motorrad- und Automobilproduzent aus dem heutigen Tschechien. 1929 entstand das Unternehmen aus einer Waffen- und Munitionsfabrik, als der Besitzer František Janeček die Lizenz zur Herstellung eines Motorrads mit 500 Kubikzentimetern von der Wanderer-Werke AG aus Deutschland kaufen konnte, die ihrerseits die Fertigung motorisierter Zweiräder einstellte.
Aus den Namen Janeček und Wanderer entstand im Zuge der Weitergabe der Produktion der Markenname Jawa. Die Entwicklung der Motorräder war nicht ausgereift und der Erfolg hielt sich in Grenzen, allerdings bestätigte sich dennoch die Richtigkeit der neu eingeschlagenen Richtung. Aus den ersten negativen Erfahrungen lernte das Unternehmen und vollzog mit der Anstellung des englischen Konstrukteurs George William Patchetts sowie weiteren Lizenzerwerbungen und breiten Bauteileinkäufen den Übergang zur Fertigung von eigenen Entwicklungen.

Die Jawa-Motorräder

Am 23. Oktober 1929 wurde die erste Jawa auf dem Prager Autosalon der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei diesem Motorrad handelte es sich um eine Halbliter-Maschine mit Viertakt-ein-Zylindermotor mit 498,7 Kubikzentimetern Hubraum. Das Fahrzeug unterschied sich von dem deutschen Muster durch zahlreiche Details, von denen vor allem der tropfenförmige Tank beeindruckte. Die Höchstgeschwindigkeit des Motorrads wurde mit 95 km/h angegeben, und der Verbrauch lag zwischen fünf und sechs Litern pro 100 Kilometer. Bereits dieses motorisierte Zweirad präsentierte sich im bis zum heutigen Tage beibehaltenen traditionellen Jawa-Rot mit Zierstreifen. Der Kaufpreis lag bei 14.890 Kronen. Alles in allem wurden von diesem Modell bis 1931 mit einigen Modifikationen 1.016 Maschinen gebaut.

Während der Wirtschaftskrise wurden Motorräder dieser Klasse zu einem unbezahlbaren Luxusgegenstand. Bei Jawa wurde daher entschieden, zukünftig eine 175er mit Villiers-Motor in einen Rahmen eigener Entwicklung zu verbauen. Die 175er wurde ein absoluter Verkaufserfolg. Ihr Marketing wurde mit dem Slogan "Eine bessere Maschine für weniger Geld" vorangetrieben. Der Preis der Maschine lag mit 4.650 Kronen über ein Drittel unter dem vergleichbarer Motorräder dieser Qualität. Bereits im ersten Jahr der Fertigung wurden 3.020 Villiers-Räder produziert. Die am Anfang importierten Zulieferteile wurden in den folgenden Jahren durch verbesserte Eigenproduktionen ersetzt. Dieses Modell blieb bis 1946 in der Angebotspalette, und lediglich während des 2. Weltkrieges war die Herstellung gestoppt.

Weitere Vorkriegsmodelle der Jawa

Der Unternehmensführung war der Meinung, dass der Unterschied zwischen der 175er- und der 500er-Maschine zu groß sei und startete mit der Entwicklung eines 350-Kubikzentimeter-Motorrades, der JAWA 350 SV, die 1934 dem Handel vorgestellt wurde. Schon einige Monate darauf erfolgte die Markteinführung der JAWA 350 OHV, die ebenfalls bis 1946 im Angebotsprogramm blieb. Dieses Motorrad war für eher sportlich veranlagte Kunden vorgesehen. Zum gleichen Zeitpunkt wurde in der Betriebsstätte in Tynec nad Sazavou, die sich 35 km südlich von Prag befindet, die Herstellung des ersten Pkw JAWA 700 aufgenommen, der später von den Modellen JAWA MINOR I und II abgelöst wurde.

1935 kam als Neuentwicklung die JAWA 250 mit Zweitaktmotor heraus. Mit diesem Modell begann die große Ära der 250er, die die Jawa-Produktionsstätte in den Jahren darauf in der ganzen Welt berühmt machen sollten. Bis 1946 erreichte die Fertigung mit einer Unterbrechung während des 2. Weltkriegs 14.000 Stück. In diesem Zeitraum wurde der Marktbereich der kleineren Hubraumklassen durch die Firma CZ mit ihren Motorrädern von 73 und 98 Kubikzentimetern abgedeckt, die etwa dem Moped entsprachen. Auch Jawa selbst entwickelte mit der JAWA 100 ein kleineres Motorrad, das durch den Hubraum von maximal 100 Kubikzentimeter ab 14 Jahren ohne Versicherung, Steuer, Führerschein und ohne amtliches Kennzeichen gefahren werden durfte. 1937 begann die Fertigung der JAWA 100, die auch unter der Bezeichnung ROBOT bekannt wurde. Die letzte Entwicklung, die Jawa vor dem Krieg vorstellen konnte, war die JAWA 250 Duplex-Block. Bei dieser Maschine war der Motor fest mit dem Getriebe verbunden, und die Übertragung der Energie erfolgte mithilfe einer Duplexkette.

Die Probleme für Jawa während des 2. Weltkriegs

In den Wirren des 2. Weltkrieges wurde die Herstellung von Motorrädern in der Tschechoslowakei eingestellt. Die deutschen Besatzer verfügten, dass sämtliche in Arbeit befindlichen Teile abgegeben und eingeschmolzen werden mussten. Das bedeutete, dass etwa 8.500 Motorräder und 700 Pkw kurz vor der Endmontage zerstört werden mussten. Allerdings verfügte Jawa über große Materialreserven, die ebenfalls abgegeben werden sollten. Beherzten Mitarbeitern des Unternehmens gelang es, eine große Menge des Materials unter Schrotthaufen, in Scheunen, geschlossenen Gasthöfen und im Werk Tynec nad Sazavou unmittelbar in der Nähe der Gießerei zu verstecken und die Lagerkarteien zu manipulieren. Trotz drohender Lebensgefahr befasste sich eine Gruppe von Beschäftigten um den Konstrukteur Josef Jozif mit der Neuentwicklung von Motorrädern für die Zeit nach der Naziherrschaft.

Weil es in den Jawa-Werken selbst zu gefährlich geworden war, siedelte die Entwicklungsmannschaft in den Service-Betrieb für Motorräder um, in dem damals ausschließlich deutsche Armee-Motorräder wieder instand gesetzt wurden. Erstaunlich ist, dass die Entwicklungsarbeit über fünf Jahre hinweg unentdeckt blieb und erfolgreich zu Ende geführt werden konnte. In dieser Zeit entstanden mehrere Prototypen. Sogar die über 100.000 Testkilometer dieser Motorräder blieben unentdeckt, da sie mit deutschem Militärkennzeichen, feldgrauer Farbe und dem DKW-Markenzeichen am Tank getarnt waren. Das Jawa-Motorrad der Zukunft war entwickelt, erprobt und in den Prototypen bereits 1944 vollständig vorbereitet. Schon im Mai 1945 wurde die Nachkriegsproduktion in den Jawa-Werken begonnen. Zunächst erschienen die ursprünglichen Modelle im Handel, gleichzeitig wurde aber die Serienproduktion der neu entwickelten 250er vorbereitet. Im Jahr 1946 konnten bereits 1.360 Motorräder des neuen Typs ausgeliefert werden.

Die großen Erfolge Jawas unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg

Auf dem Pariser Autosalon gelang 1946 die Weltsensation. Die 250er war der Konkurrenz um mindestens fünf Jahre voraus und erhielt eine Goldmedaille. In der ersten Zeit JAWA Typ 10 genannt, wurde das Motorrad in der Folge wegen der neuartigen Hinterradfederung als Perak – der Springer – bekannt. 1948 kam die erste Serie 350er vom Typ 12 im gleichen Rahmen in den Handel. Diese wurde vom drittgrößten tschechoslowakischen Hersteller der Vorkriegszeit, "OGAR", gefertigt und trug daher den Namen JAWA-Ogar. Der Betrieb wurde jedoch 1948 in die Jawa-Werke eingegliedert. Nach kleineren Modifikationen kamen 1950 die JAWA 250 Typ 11 und die JAWA 350 Typ 18. Diese Motorräder wurden bis 1956 hergestellt. Unter dem Strich wurden 180.000 Motorräder dieser berühmten Jawa-Modelle ausgeliefert.

Die Erfolge Jawas der 50er-Jahre

Im Jahr 1953 präsentierte Jawa die nächste Motorradgeneration. Ihre Produktion begann 1954. Die Modelle wurden als Kývačka bezeichnet, da diese aufgrund einer neuartigen Federung mit Hinterrad-Doppelschwinge (entspricht kývačka) diesen Namen erhielten. In der Folge beeinflusste diese Lösung mit zwei seitlichen hohen Federbeinen über viele Jahrzehnte hin das Erscheinungsbild der Motorräder auf der ganzen Erde. Im Laufe der 80er- und 90er-Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts wurde sie durch die Federung mit einem einzigen mittig angebrachten Federbein vor dem Hinterrad weitgehend abgelöst. Diese Modelle besaßen durch die Bank Zweitakt-Motoren:

  • Die 125er bis 175er Ein-Zylinder,
  • JAWA 350 mit zwei Zylindern,
  • 250 sowohl mit einem Ein- als auch mit einem Zwei-Zylinder-Motor

mit Jawa- oder ČZ-Motoren unter dem Markenname Jawa oder Jawa-ČZ. Ab etwa 1968 erhielten die Jawa-Motorräder eine Modellpflege mit modernisiertem Design und um etwa 60 Prozent erhöhten Motorenleistungen. Die 250er von 1954 konnte knapp 9 Kilowatt und eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h aufweisen.

Die kleineren Jawa-Motorräder

Jawa stellte auch eine kleine, besonders sparsame Modellserie her. In den Jahren von 1954 bis 1957 war es die JAWA Junior Typ 352 mit einem Hubraum von 150 Kubikzentimetern. Ab 1956 produzierte das Unternehmen parallel die Typen 355 mit einem 125- und 356 mit einem 175-Kubikzentimeter-Zweitaktmotor. Die Triebwerke waren technisch betrachtet der großen Modellreihe ähnlich. Die Fahrwerke waren wegen eines Rohrrahmens leichter als die der größeren Typen. Die Fertigung dieser Motorräder wurde 1961 und 1962 Schritt für Schritt von den CZ-Werken, die sich mittlerweile von Jawa getrennt hatten, übernommen und mit geringen Modifikationen weiter gebaut und später durch die Rollerserien Tatran und Cezeta abgelöst. Die mit dem JAWA Pionier schon 1953 gestartete Moped-Herstellung wurde durch Jawa selbst weiter betrieben und fand mit dem JAWA Typ 23 Mustang zunächst ihr Ende.

Nach einigen Misserfolgen der 60er-Jahre wurde 1973 das neue Serienmodell, die JAWA 634, vorgestellt. Dieses Motorrad entsprach wieder der bewährten Jawa-Linie. Eine Neuauflage des Modells einer 250er-JAWA gab es ab dieser Serie nicht mehr. Die 634 stellte sich als eine wartungsarme Alltagsmaschine heraus. Das Motorrad überzeugte durch hervorragende Fahreigenschaften und eine hohe Sicherheit.

Die aktuelle Situation um die Jawa-Motorräder

In unseren Tagen wird eine breite Angebotspalette an Motorrädern in den Hubraumklassen von 50 bis 650 Kubikzentimetern vertrieben. Die Motorräder sind mit Viertaktmotoren versehen, und zwar mit chinesischen Nachbauten der Honda-Triebwerke von Jincheng Motors in Nanjing mit 50 bis 250 Kubikzentimetern. Die Herstellung von Maschinen mit dem 650er-Ein-Zylinder von Rotax ist aktuell aufgrund der neuen EU-Abgasnorm eingestellt. Ab 2010 soll die Fertigung mit einem 660-Kubikzentimeter-Minarelli, der auch von Yamaha benutzt wird, wieder aufgenommen werden.

Ersatzteile und Zubehör für Jawa-Motorräder – so werden sie angeboten

  • Hupe chrom, AWO IWL RT MZ ES ETZ TS, Jawa EMW ISH 12 V, 100 Millimeter Oldtimer Motorrad, neu
  • Zündschlüssel für Jawa Zündschloss, Zündung, Oldtimer Motorrad aus Alu, selten
  • Jawa Pionyr 50 Typ 20, Motorrad-Fußrasten, Tritt, Fuß-Rasten hinten, Halter #194
  • DDR-Buch „Mein Motorrad" Heinz Seyfert 1969; EMW, AWO, MZ, JAWA, DKW, BMW, CZ Transpress

Die tschechischen Jawa-Motorräder waren über viele Jahrzehnte hinweg im Osten wie im Westen heiß begehrt, daher haben sie auch heute noch eine große Fangemeinde.

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