Erholsamer Schlaf beginnt mit der richtigen Matratze

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Der ultimative Kaufleitfaden für Matratzen

Guter Schlaf schenkt dem Körper Entspannung. Ein passendes Nachtlager liefert die Grundvoraussetzung für einen erholsamen Schlaf. Doch welche Kriterien sollte eine Matratze erfüllen, um ihre gesundheitsfördernde Wirkung zu entfalten?

1.  Kriterien für den Kauf einer Matratze

Wer nach der perfekten Universalmatratze sucht, wird enttäuscht. Abhängig von Körperbau, individuellen Bedürfnissen und subjektivem Empfinden entscheidet sich, welches Modell bequem ist. Eine Hilfestellung bei der Auswahl bilden folgende Faktoren:

Stabilisierung und Druckentlastung

Ein Drittel des Lebens verbringen Menschen schlafend. Dabei bevorzugen sie meist eine besondere Schlafposition. Körperteile, die in der Nacht besonders beansprucht werden, müssen geschützt werden. Eine passende Matratze stützt einige Partien, andere werden entlastet. So kann die Wirbelsäule entsprechend ihrer natürlichen Form ruhen.

Rückenschläfer

Etwa 18% der Menschen schlafen auf dem Rücken ein und wachen auch so wieder auf. Bei Rückenschläfern ist eine Unterstützung der Lordose – der nach innen gewölbten Wölbung im Lendenwirbelbereich und am Hals – sowie des Beckens wichtig. Die Fersen hingegen sollten entlasted werden. Kaltschaum- und Naturlatexkerne lassen Rückenschläfer schmerzfrei in entspannter Position schlafen.

Seitenschläfer

Als Seitenschläfer kann sich der Großteil der Menschen – immerhin 59% – bezeichnen. Vor allem bei Personen mit breiten Schultern sollten auf eine Entlastung der Schulter- und Beckenpartie achten. Mit einer 7-Zonen-Naturlatexmatratze erzielen Sie in der Nacht eine anatomisch korrekte Körperhaltung.

Bauchschläfer

13 % wählen eine Schlafposition ohne Kissen flach auf dem Bauch. Die auf Dauer unbequeme Lage lässt Bauchschläfer in der Nacht häufig auf die Seite wechseln. Besondere Unterstützung benötigt der Beckenbereich. Eine härtere Kaltschaum- oder Naturlatexmatratze mit mehreren Zonen ermöglicht einen angenehmen Schlaf.

Matratzen mit einer punktelastischen Oberfläche und einem flexiblen Härtegrad bieten den höchsten Schlafkomfort. Sie passen sich der Wirbelsäule flexibel an und bringen die nötige Festigkeit mit.

Größe

Während der Traumphasen rollen sich Menschen von der einen Seite auf die andere. Genügend Bewegungsfreiheit sollte deswegen in der Nacht gegeben sein. Für die Länge der Matratze gilt, dass sie die Körpergröße um mindestens 15 cm überragt. Bei zu kleinen Matratzen besteht die Gefahr, dass eine unnatürliche Schlafposition eingenommen wird. Die Folge sind Bandscheibenschäden, die sich belastend auf den Alltag auswirken.

Festigkeit

Der Härtegrad einer Matratze richtet sich nach dem Verhältnis von Körpergröße und Körpergewicht. Kinder benötigen aufgrund ihres geringen Gewichts eine andere Schlafunterlage als ein voll ausgewachsener Mann. Beim Ermitteln eines individuellen Wertes stoßen Käufer jedoch auf Schwierigkeiten: Ein Vergleich zwischen der Festigkeiten bei Matratzen verschiedener Firmen ist mühevoll, da es keine einheitliche Normung gibt. Generell ergibt sich der Härtegrad durch unterschiedliche Verdichtungen sowie Raumgewichte im Rücken- und Taillenbereich.

Folgende Richtlinie kann Ihnen bei der Wahl helfen:

Weiche Matratzen

Diese Modelle eigenen sich für Menschen, die gerne weich gebettet sind. Auch krankheitsbedingt, z. B. bei schwerer Skoliose, können weiche Matratzen erforderlich sein.

Mittlere Matratzen

Sie eigenen sich auch bei leichtem Übergewicht. Vor allem Menschen mit breiten Schultern sind vom flexiblen und angenehmen Schlafen auf mittleren Stärken überzeugt.

Harte Matratzen

Diese Modelle ermöglichen einen festen Halt im Schlaf. Auch bei Kindern sind harte Matratzen die gebotene Wahl. Aufgrund ihrer anatomischen Eigenschaften bieten sie den besten Schutz vor Haltungsschäden. Für Kleinkinder, bei denen ein Einsinken in die Schlafunterlage die Atmung behindern kann, sind weiche Schlafunterlagen mitunter lebensgefährlich.

2.  Die verschiedenen Matratzentypen

Wenn Sie die Wahl der geeigneten Matratze sorgfältig angehen, finden Sie Ihr persönliches Modell für einen optimalen Schlafkomfort. Neben Köpergewicht, Größe und Körperbau sollten die individuellen Bedürfnisse beim Kauf berücksichtigt werden. Wärmebedarf, Schwitzverhalten, Schlafposition und eventuelle Krankheiten sind ebenfalls wichtige Faktoren bei der Entscheidung.

Federkernmatratzen

Langlebige Federkernmatratzen sind aus einem strukturierten System von feuerverzinkten Stahlfedern zusammengesetzt. Die unterschiedliche Verbindung der Federn erlaubt eine Einteilung in vier Untergruppen: Taschen-, Tonnentaschen-, Bonell- und Cosiflexfederkernmatratzen. Damit die harten Federn nicht durchdrücken, sind unter dem Bezug schonende Polsterungen aus Schaumstoff eingearbeitet. Der Bezug enthält je nach Ausführung eine Füllung aus Rosshaar, Schurwolle oder Baumwollfasern. Bis zu sieben Zonen werden den persönlichen Liegebedürfnissen gerecht. Als nachteilhaft stellen sich einfache Modelle heraus, die nur eine geringe Punktelastizität aufweisen. Bei hochwertigen Tonnentaschenfederkernmatratzen bestehen diese Probleme nicht. Verstellbare Lattenroste können aufgrund der Matratzen-Beschaffenheit nicht verwendet werden.

Taschenfederkern:

Die Metallfedern sind in kleine Baumwollsäckchen eingenäht, die reihenweise miteinander verklebt oder verschweißt werden. Die Umhüllung dämpft unangenehmes Nachfedern ab.

Tonnentaschenfederkern:

Die ummantelten Federn weisen ein bauchiges Mittelteil auf. Qualitätsunterschiede ergeben sich durch unterschiedliche Drahtstärken, Polsterungen sowie die Anzahl der Federn. Mit ihrer hohen Qualität zu einem relativ günstigen Preis sind diese robusten Matratzen besonders beliebt.

Bonellfederkern:

Beim Bonellfederkern besitzen die Stahlfedern eine taillierte Mitte. Sie sind miteinander durch Spiralfederzüge verbunden. Auch die Gesamtanzahl der Federn ist geringer. Feste Polsterträger überbrücken die entstehenden Zwischenräume. Die Konstruktion zeichnet sich durch Geräuscharmut und eine hohe Elastizität aus.

Cosiflexfederkern:

Der Cosiflexfederkern ähnelt im Aufbau dem Bonellfederkern. Allerdings beträgt der Durchmesser der Federn nur ca. 2 cm.

Latexmatratzen

Der Kern dieses Matratzentyps besteht aus dem linearen Molekül Isopren, das aus Erdöl oder dem Milchsaft von Kautschukbäumen gewonnen wird. Je nach Größe des künstlichen (Erdöl) oder natürlichen (Kautschuk) Anteils unterscheidet man zwischen verschiedenen Ausführungen. Die besten Liegeeigenschaften weisen Naturlatexmatratzen auf, die zu 100% aus natürlichen Materialien hergestellt werden. Auch bei Dauerbelastung punktet dieses Modell. Aufgrund des hohen Preises haben sich am Markt mittlerweile Latexmatratzen durchgesetzt, die aus einem Gemisch bestehen.

Latexmatratzen passen sich den Körperformen optimal an. Da die Polster als hochgradig punktelastisch gelten, eignen sie sich hervorragend für verstellbare Lattenroste. Natürlicher Latex ist langlebiger und atmungsaktiver und verfügt über bessere Klimaeigenschaften. Ein Qualitätskriterium für den Kern ist eine Höhe von 12 bis 16 Zentimetern. Bei der Aufteilung nach einzelnen Liegezonen erweist sich eine Dreiteilung für die Bereiche Schulter, Taille und Rücken als ausreichend.

Naturlatex:

Das Grundmaterial muss nicht nur aus Latex bestehen, sondern kann Synthese-Naturlatexgemische enthalten. Aufgrund bester Eigenschaften sind Naturlatexmatratzen sehr beliebt.

Schichtlatex:

Dies ist eine Kombination aus mehreren Latexqualitäten oder Latex mit anderen Materialien, um Liegeeigenschaften der einzelnen Stoffe zusammenzuführen.

Fingerlatex:

Beim Herstellungsprozess wird die Rohlatexmasse für eine gleichmäßige Vulkanisierung in Stiftform gegossen. Dieses Verfahren ist durch Zugabe verschiedener Chemikalien möglich.

Talaley-Latex:

Das Talaley-Verfahren kommt mit wenigen Chemikalien aus. Bei dieser Methode wird Sauerstoff verwendet, um die Rohlatexmasse aufzublähen.

Schaummatratzen

Als Grundstoff verwenden Hersteller aufgeschäumtes synthetisches Polyurethan. Aufgrund der Herstellungsweise des Schaums unterscheidet man zwischen zwei Untergruppen: Kaltschaum und viscoelastische Matratzen. Während ein einfacher Schaum nur in Kinder- oder Gästebetten zum Tragen kommt, ist der viscoelastische Schaum sehr teuer. Oftmals wird daher eine Kombination aus beiden Varianten gewählt. Entscheidend für die Qualität der Schaumstoffe sind Raumgewicht und Strauchhärte.

Kaltschaum:

Das Raumgewicht zeigt, wie viele Kilogramm ein Kubikmeter des Schaums vor der Weiterverarbeitung wiegt. Im Handel finden Sie Werte zwischen RG 35 bis RG 60. Matratzen mit einem hohen RG sind in punkto Langlebigkeit und Punktelastizität weit vorne.

Viscoelastisch:

„Visco“ bedeutet „zäh“. Diese Eigenschaft bezieht sich auf den Schaum, der sich beim Liegen nur langsam in Rückstellung bewegt. Er formt perfekt die einsinkenden Körperregionen. Dadurch ist der Körper optimal druckentlastet. Zusätzlich zu dem Raumgewicht, ist die Strauchhärte ein wichtiger Indikator. Darunter versteht man den Druck, der benötigt wird, um den Rohschaum 40% einzudrücken. Je höher der Wert, desto härter ist die Matratze. Viscoelastische Matratze eignen sich unter anderem bei allen Formen von orthopädischen Einschränkungen.

Naturmatratzen:

Werden bei Matratzen ausschließlich Naturfasern verwendet, spricht man von Naturmatratzen. Bei der Herstellung wird besonders auf ein gesundes Mikroklima im Bett Wert gelegt. Übermäßiges Schwitzen, bedingt durch zu hohe Luftfeuchtigkeit und geringe Sauerstoffzufuhr, behindert die Regeneration des Körpers. Dicke Lagen natürlicher Materialien erzeugen einen feuchtigkeitsabweisenden Puffer, der einen gesunden Schlaf fördert. Die Polsterung mit Naturfasern dampft den Kern und sorgt für gute Stützung und Elastizität. Darüber hinaus schützen die nachwachsenden Rohstoffe vorhandene Ressourcen. Naturmatratzen kommen ohne jegliche Chemie aus, was Qualitätssiegel bestätigen. Internationale Forschungsinstitute, Landesgewerbeanstalten und Umweltinstitute sowie der TÜV Rheinland untersuchen nämlich regelmäßig die Qualität von Matratzen und anderen Produkten. Dabei steht die Schadstoffmessung im Vordergrund. Erfüllt ein Modell die strengen Qualitätsstandards, wird ihm ein Gütesiegel verliehen.

Futon:

Ursprünglich besteht ein traditioneller Futon aus geschichteter Baumwolle. Die japanischen Decken dienen als Schlafunterlage, die tagsüber in einem Schrank verstaut werden. Oft werden Betten mit besonders dünnen Matratzen unkorrekterweise als „Futonbetten“ bezeichnet. Achten Sie daher bei Kauf genau ob es sich beim ausgewählten Produkt tatsächlich um eine Futonmatratze handelt.

Rosshaar:

Rosshaar wird bereits seit mehreren Jahrhunderten als Füllung verwendet. Der Härtegrad der aufwendig verarbeiteten Matratzen lässt sich durch unterschiedliches Befüllen individuell anpassen. Mit einer guten Punktelastizität eignet sich die Rosshaarmatratze für Bauch- und Rückenschläfer sowie für Seitenschläfer mit geringem Gewicht.

Stroh:

Stroh überzeugt durch seine hervorragenden Stabilisierungseigenschaften. Die natürliche Strohschicht dämpft den Kern und sorgt für ein ausgeglichenes Klima.

Getreideschalen:

Matratzen mit Getreideschalenfüllung besitzen die gleichen Liegeeigenschaften wie Futons. Allerdings kann durch Füllkammersysteme der Härtegrad entsprechend den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden. Wer gerne weich liegt, dem empfiehlt sich die Kombination mit einem Unterbau aus Kokos.

Sonstige Matratzentypen

Eine Reihe weiterer Matratzentypen wird speziellen Anforderungen gerecht:.

Dekubitusmatratze:

Dieser Matratzentyp ist als Vorsorge und für die Pflege von Dekubituspatienten konzipiert. Als Dekubitus bezeichnet man offene Geschwüre, die bei vorwiegend liegenden Menschen auftreten können. Mittels eines Zusammenspiels von Schaumstoff und viscoelastischem Schaum wird der Auflagendruck verringert.

PS-Matratze:

Eine PS-Matratze kombiniert die positiven und negativen Eigenschaften aus Latex- und Schaummatratze. So ist sie zwar weich und relativ preisgünstig, doch es ist ein spezieller Lattenrost nötig.

Wasserbett:

Unter einem Wasserbett versteht man eine mit Wasser gefüllte Matratze. Den Kern umschließen miteinander verbundene Fasermatten, um die thermisch bedingte Bewegung des Wassers zu mildern. Mithilfe eines Heizelements wird der Wasserkern erhitzt. Die Regulierung der Temperatur erfolgt über ein Thermostat. Bei diesen – recht hochpreisigen – Betten fehlen wichtige Qualitätsmerkmale: Sie entlasten den Rücken nur gering, nehmen keinen Schweiß auf und sind nicht luftdurchlässig. Zusätzlich haben die Matratzen ein recht hohes Gewicht und müssen regelmäßig gewartet werden.

Boxspring:

Das System skandinavischen Ursprungs wird aufgrund seiner hohen Verbreitung in den USA auch „Amerikanisches Bett“ genannt. Grundlage ist eine mit Federn gefüllte Box, auf der eine Matratze liegt. Durch die unterschiedlichen Härtegrade der Federn in Kombination mit dem Federkern ist es möglich, seine Schlafgelegenheit individuell zusammenstellen.

Luftmatratze:

Camper wissen ihre Vorteile zu schätzen: Die Luftmatratze lässt sich als platzsparende Schlafgelegenheit überall dort einsetzen, wo Flexibilität wichtig ist. Aufblasbar und leicht zu transportieren – ein idealer Begleiter bei Outdoor-Trips. Auch als Gästebett sind Luftmatratzen beliebt. Der Handel bietet Modelle in verschiedenen Größen und Dicken.

3. Der Bezug

Matratzen sind vielen Belastungen ausgesetzt: Staub, nächtliches Schwitzen und Verschmutzung sind unangenehm und können Allergien hervorrufen. Eine hochwertige Matratze sollte deswegen unbedingt einen waschbaren Bezug haben. Hinsichtlich Webart und Material ist die Bandbreite an Überzügen beachtlich. Einige Modelle verfügen über seitlich angebrachte Griffe, die ein Drehen und Wenden erleichtern.

Webart:

Der traditionelle Matratzenbezug besteht aus fest gewebtem Drell. Er ist in der Regel nicht abnehmbar. Die Liegeeigenschaften des Gewebes sind hervorragend. Das auffälligste Merkmal von Veloursbezügen ist die samtweiche Oberfläche. Dem äußerst strapazierfähigen Stoff fehlt jedoch eine feste Struktur. Dadurch verrutscht das Betttuch. Das etwas raue Frottee besitzt beste Eigenschaften: Es ist saugfähig, griffig, elastisch und enorm haltbar. Doch auch hier kann man ein Wandern der Auflage beobachten. Jersey ist ein elastisches Mischgewebe, in dem unter anderem Baumwolle, Seide und Lyocellfasern enthalten sind. Das waschbare Naturprodukt erweist sich als besonders weich und atmungsaktiv.

Material:

Baumwolle ist zwar hautfreundlich, den hohen Belastungen des nächtlichen Liegens jedoch nicht gewachsen. Schuld daran ist ein schnelles Ermüden der Faser. Für Matratzenbezüge werden vornehmlich dehnbare Materialien verwendet, die aus einer Mischung aus natürlichen und chemischen Fasern bestehen. Darüber hinaus hat die Industrie Beimischungen und Funktionsfasern entwickelt, die spezielle Bedürfnisse berücksichtigen. Die Produktpalette richtet sich an Menschen, die stark schwitzen, und Allergiker. Eine verjüngende Wirkung wird ebenso versprochen wie ein desodorierender Effekt.

4.  Auswahl einer individuellen Matratze

Lassen Sie sich bei der Auswahl einer Matratze Zeit. Es lohnt sich, sich über die eigenen Schlafgewohnheiten und Bedürfnisse Gedanken zu machen. Wenn Sie das geeignete Material des Kerns und den für Sie optimalen Bezug ausgewählt haben, geben Testberichte eine gute Hilfestellung. Als Verbraucher haben Sie darüber hinaus die Möglichkeit, verschiedene Modelle zu probieren. Schließlich möchten Sie in den nächsten 10 bis 15 Jahren gut gebettet sein.

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