Entstehungsgeschichte von Carving-Skiern

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Entstehungsgeschichte von Carving-Skiern

Die beliebten, dynamischen Carving-Skier haben eine lange Entstehungsgeschichte hinter sich. Bereits im Jahre 1870 entwickelte ein Norweger die ersten taillierten Skier. Durchsetzen konnten sich die kurzen, mittig schmaleren Bretter aber erst viel später in den 1990er-Jahren, zunächst im Amateur-, später auch im Profisport. Der österreichische Skitechniker Reinhold Fischer trug maßgeblich zum Erfolg der Carving-Skier bei.

 

Wodurch zeichnen sich die innovativen Carving-Skier aus?

Die Carving-Skier sind eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Abfahrtsskier. Sie sind stärker tailliert und damit flexibler und agiler gegenüber ihren Vorgängern. Carving ist eine besondere Schwungtechnik, bei der die Kurven nicht gedriftet, sondern geschnitten werden. Dabei stehen die Skier etwa hüftbreit parallel zueinander. In der Kurve werden sie aufgekantet. Die Schwünge führt der Skifahrer also ausschließlich auf der Kante der Bretter durch. Die Schrägstellung der Skier hilft beim Lenken und Bremsen. Die Skier "schnitzen" markante Spuren in den Schnee, worauf auch der englische Name "Carving" zurückgeht.

 

1870 entwickelte ein Norweger die ersten Carving-Skier mit beeindruckenden Lenkeigenschaften

Obwohl die Carving-Skier erst Ende des letzten Jahrhunderts zum Trend wurden, reicht ihre Geschichte viel weiter zurück. Der Norweger Sondre Norheim erfand bereits 1870 die ersten Skier mit schmaler Taille. Damals bestanden sie noch aus Holz und geflochtener Weiden-Bindung. Diese Carving-Skier zeichneten sich schon durch beeindruckende Lenkeigenschaften aus. Der Hersteller Rossignol ließ sich überzeugen und brachte 1909 den ersten Carving-Ski auf den Markt. Die taillierte Neuheit überzeugte damals nur wenige Skifahrer.

Mehr als ein Jahrhundert später entdeckte der Österreicher Reinhard Fischer den Carving-Ski neu. Ende der 1970er-Jahre versuchte der Skitechniker den Profisport von den Vorteilen taillierter Skier zu überzeugen – zunächst ohne Erfolg. Sämtliche Funktionäre des Profiskisports sowie alle namhaften Hersteller lehnten seine Idee ab.

 

120 Jahre nach ihrer ersten Entwicklung werden die Carving-Skier zum Trend

Der Durchbruch der Carving-Skier lag im aufkommenden Snowboardtrend der 1990er-Jahre begründet. Snowboarding erfreute sich des Images, jung, cool und dynamisch zu sein; Skifahren dagegen wirkte unattraktiv und altbacken – eine Absatzkrise zeichnete sich ab. Etwa zur gleichen Zeit entwickelte Reinhold Fischer den Prototypen "Snowrider", indem er ein Snowboard in der Mitte auseinander schnitt und die beiden kurzen, einseitig taillierten Bretter weiter bearbeitete. Er konnte den kleinen Skihersteller VR-Ski für seine Zwecke gewinnen und ließ sich den Carving-Ski 1993 patentieren. Etablierte Skihersteller belächelten die innovativen Abfahrtsskier zunächst, zogen aufgrund der großen Beliebtheit der neuen Skier jedoch bald mit eigenen Produkten nach.

Der neue Trend setzte sich zunächst in der Amateurskifahrt durch. Erst allmählich verwendeten auch Skirennläufer zunehmend taillierte, kürzere Skier und machten sich die spezielle Carving-Technik zu eigen. Ein Vorreiter war dabei der Amerikaner Bode Miller.

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