Enemy Mine - geliebter Feind DVD/VIDEO

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Hollywood hat einen neuen Vorort. Der liegt gleich hinter der Isar, heißt Geiselgasteig und gehört seit „Enemy Mine - geliebter Feind" zu den internationalen Metropolen des Filmgeschäfts, mittlerweile schon ins dortige Museum. Geschafft hat das Wolfgang Petersen, ein Mann, der sich offensichtlich nie mit halben Sachen abgibt. 63 Millionen Mark wurden veranschlagt und verbraucht. Verständlich, daß bundesdeutsche Filmregisseure, bislang eher auf staatliche Unterstützung angewiesen, für derartige Projekte anfangs nicht in Frage kamen. Doch Petersen hat schon lange durch „Das Boot" und „Die Unendliche Geschichte" auch überm Teich passable Referenzen. An München scheint er aber besonders zu hängen: er machte seine Zusage vom Drehort abhängig. Entweder München oder nicht. Und die Twentieth Century Fox akzeptierte. In den Bavaria Studios in Geiselgasteig wurde prompt in die Hände gespuckt und die Ärmel hochgekrempelt. Eine völlig neue Halle, eigens für „Enemy Mine" entstand, die ohnehin größte BlueScreen-Anlage der Welt wurde noch ein wenig modernisiert. Mit ihr stanzen die Filmspezialisten mehrere Sequenzen übereinander, schaffen Szenen, die es in Wirklichkeit nie gegeben hat. Es gibt viele davon in „Enemy Mine". Nur wenige Außenaufnahmen entstanden auf Lanzarote, der Rest ist Bluescreen oder Computer. Die Schauspieler sind alle echt: Dennis Quaid (Der Stoff, aus dem die Helden sind und jetzt neu im Kino mit Spielbergs „Reise ins Ich") mimt den Erdling Davidge, Louis Gosset jr. („Ein Offizier und Gentleman") den Gegenspieler Drac Jeriba. Er braucht sich freilich nicht zu wundern, wenn ihn nachher keiner um ein Autogramm bittet. Der smarte Gosset verwandelte sich jedesmal erst nach stundenlanger schweißtreibender Maskenbildner-Schwerstarbeit in das „häßliche, kulturlose Krötengesicht" (Davidge über Drac). Doch daran hängt die ganze Story. Die Dracs bewohnen einen Planeten außerhalb der Milchstraße und sind den Menschen irgendwann in den nächsten hundert Jahren zufällig über den Weg gelaufen. Und wie das so ist mit den Dingen, die den Erdlingen rein optisch nicht ins Konzept passen: man haßt sie eben, ohne besonderen Grund, wie die Spinnen, die Schlangen und alles, was da sonst noch so kreucht und fleucht. Mit den Dracs artet das zu gewaltigen Raumschlachten aus, wie man es seit „Star Wars" kennt und mit SDI nicht kennenlernen möchte. Denn die Dracs fühlen natürlich andersrum genauso. Aber „Enemy Mine" soll ja auch Spaß machen - und nicht nur zum Nachdenken anregen. Er tut beides. Drac und Davidge müssen nach einem harten Raumduell auf dem Planeten Fyrine IV notlanden. Nicht gerade der Ort für beschaulichen Erholungsurlaub: Vulkane brechen aus, Meteoriten prasseln nieder und irgendein feindlich gesonnenes „Ding" versucht, gleich beiden den Garaus zu machen. Die lernen schnell, daß es hier nur noch gemeinsam weitergeht. Notgedrungen überwinden sie die gegenseitige optische Scheu und entwickeln eine erst zaghafte, dann immer stärkere Freundschaft. Doch Jeriba stirbt - hat aber noch ein kleines biologisches Geheimnis... Deutsche und amerikanische Trick- und Effektspezialisten arbeiteten Hand in Hand, hauptsächlich die renommierte Firma ILM (Industrial Light & Magic, die schon für George Lucas die Star Wars-Roboter rollen ließ). Sonderbeauftragter in Sachen „Zweites Gesicht" war Chris Walas, mit „Gremlins", den Mini-Monstern ganz oben mit dabei. Schließlich Rolf Zehetbauer, verantwortlich für die Kulissen und seit der „Unendlichen Geschichte" durch nichts mehr zu erschüttern. Diese Kombination hat prächtig funktioniert - das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist auf Video schon jetzt ein Klassiker.
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