Endoskope – Hightechgeräte für Medizin und Industrie

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Endoskope finden sich heutzutage in vielen Einsatzbereichen wieder: hauptsächlich in der Medizin, in der industriellen Fertigung und in der Forschung. Versehen mit einer starken Lichtquelle, werden diese Sehrohre oder Sehschläuche eingesetzt, um Hohlräume oder schwer zugängliche Bereiche zu untersuchen und zu dokumentieren. Aber wussten Sie , dass die Vielkönner auch im Freizeitbereich zum Einsatz kommen?


Wichtige Hinweise zum Kauf von Endoskopen

Ob Magenspiegelung oder invasiver Eingriff - wer an Endoskope denkt, hat zumeist die medizinische Verwendung vor Augen. Ganz klar: Solche Geräte sind nicht für den privaten Gebrauch geeignet. Denn die Verletzungsgefahr ist zu hoch, wenn Sie nicht vom Fach sind. Wegen der Infektionsgefahr ist auch davon abzuraten, medizinische Endoskope gebraucht zu kaufen.

Etwas weniger kritisch ist der Einsatz von Endoskopen im Freizeitbereich: Autoschrauber untersuchen den Auspuff damit, Hobbyelektriker komplizierte Leitungen.
Amateur- oder Profifotografen können mit Hilfe der Endoskopie Bilder aufnehmen, wenn normale Kameras nicht ausreichen: zum unbemerkten Ablichten von Tieren in Schlupfwinkeln oder zum Fotografieren von Pflanzen, deren Wachstum sie an ungewöhnlichen Orten festhalten wollen. Maschine ist Maschine und Mensch ist Mensch. Endoskope, die in der industriellen Fertigung, im Hobby- und Freizeitbereich oder in der Forschung eingesetzt werden, sind nicht für den medizinischen Einsatz geeignet. In der Medizin werden oft höherwertige und körperverträgliche Materialien verwendet. Also: Hände weg von der unsachgemäßen Benutzung von Endoskopen!


Medizinische Endoskope

Im medizinischen Bereich ermöglichen Endoskope die Diagnostik und Dokumentation von Erkrankungen oder Entzündungen. Sie werden in Organen oder Körperregionen eingesetzt, die besonders verwinkelt sind oder so tief im Körper liegen, dass eine Röntgenaufnahme nicht ausreicht.
Auch invasive Eingriffe können nach einer Endoskopie besser geplant und vorbereitet werden. Mit Hilfe medizinischer Endoskope werden obere und untere Luftwege ebenso wie der Magen-Darmtrakt (Gastroenterologie) untersucht. Zudem werden sie zur Untersuchung von Gelenken verwendet (Arthroskopie). Endoskope sind meist mit einer Kamera ausgestattet, deren Aufnahmen direkt auf einen angeschlossenen Monitor übertragen werden.
Spezielle Endoskope für den operativen Einsatz sind zusätzlich mit Saug- und Spülkanälen so wie mit Kanälen zum Einbringen von Arbeitsinstrumenten wie etwa Zangen ausgestattet.


Industrielle Endoskope

 

Auch industrielle Endoskope arbeiten mit Lichtleitern und Werkzeugen. In verwinkelten Bereichen wie in Rohrsystemen benutzt man sogenannte Technoskope zur Anbringung von Teilen, zur Wartung oder Instandhaltung.
Eingesetzt werden sie vornehmlich in den Bereichen: Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Schiffsbau, Chemieanlagen, Elektrizitäts- und Umspannwerke sowie in der Nahrungsmittelindustrie.
Endoskope gibt es in unterschiedlichen Größen, die sich im Durchmesser und in der Länge unterscheiden. Zusätzliche Kameras oder Lichtquellen werden mit einem Adapter angeschlossen. Heutzutage werden in Kombination mit der Endoskopie nicht nur Fotos, sondern auch Videos zu Untersuchungs- und Dokumentationszwecken erstellt.


Starre und flexible Endoskope

Generell unterscheidet man zwischen starren und flexiblen Endoskopen und deren Unterarten. Übliche Begriffe für starre Endoskope sind je nach Hersteller: Boreskope (auch Boroskope), Technoskope, Autoskope und Intraskope. Flexible Endoskope nennt man auch Fiberskope oder Flexoskope.

Starre Endoskope

 

Starre Endoskope sind feste, dünne Metallrohre. In ihrem Inneren ist ein Linsensystem angebracht. Darüber werden die Bilder oder Videoaufnahmen des untersuchten Raums an das Okular weitergeben.
Im medizinischen Bereich kommen starre Endoskope zu folgenden Einsätzen:

 

  • als Bronchoskope bei Spiegelungen von Luftröhre und Bronchien
  • als Laparoskope bei Spiegelungen des Bauchraums
  • als Rektoskope bei Spiegelungen des Mastdarms
  • als Hysteroskope bei Gebärmutteruntersuchungen

Das optische System besteht aus mehreren Prismen und Linsen mit den folgenden Hauptkomponenten: Objektiv, Stablinsen-System zur Bildweiterleitungund einer Okularlinse zur Bildvergrößerung.

Die Kosten eines starren Endoskopes hängen von der Qualität der oben genannten Komponenten, den Blickwinkeln des Objektivs sowie der Arbeitslänge bzw. dem Arbeitsdurchmesser ab.


Flexible Endoskope

 

Flexible Endoskope kommen dort zum Einsatz, wohin ein starres Endoskop nicht gelangt. Das optische System besteht aus einem Glasfaserbündel, das sowohl das Licht als auch die Aufnahmen der Untersuchung überträgt. Die Vorteile: Dieses System passt sich der Umgebung gut an, erhellt sie sehr stark und ermöglicht damit eine optimale Untersuchung des betreffenden Raumes.
Besonders gut eignen sich flexible Endoskope bei größeren Räumen oder Systemen. Im Körper gehört dazu das medizinische Gastroskop und der Verdauungstrakt, analog dazu kommt in maschinell verschlungenen Bereichen das technische Gastroskop im Einsatz.
Viele flexible Endoskope sind mit Kameras erhältlich, bei denen die Objektive auswechselbar sind. Dadurch sind sehr genaue Aufnahmen möglich. Zudem verfügen sie über Arbeitskanäle zum Einführen von mikromechanischen Instrumente in den Untersuchungs- bzw. Inspektionsraum.


Videoendoskope

 

Die technisch neueste Entwicklung innerhalb der flexiblen Endoskope sind Videoendoskope (auch Videoskope). Ein am Objektiv angebrachter CCD- bzw. CMOS-Bildwandlerchip funktioniert als Miniatur-Videokamera. Sie leitet Bilder zu einem Monitor weiter bzw. legt das Gefilmte direkt auf einer Computerfestplatte oder anderen Datenspeichern ab.
Mit Videoendoskopen ist es möglich, Bilder und sogar mehrstündige Videoaufnahmen einzufrieren und zu speichern. Somit können diese im Nachhinein vermessen oder optimiert werden.
Besonders ausgeklügelt: Videoendoskope verfügen über eine elektronisch bzw. mechanisch fernsteuerbare, abwinkelbare Gerätespitze.


Dem Fortschritt sei Dank!

Ein Blick zurück in die Medizingeschichte zeigt, wie schnell die Endoskopie in den letzten 150 Jahren zu einer Methode wurde, die Leben retten kann: Geradezu spektakulär verlief die erste öffentliche Gastroskopie im Jahre 1868, die der Freiburger Professor Adolf Kussmaul an einem Schwertschlucker, der an einem Magengeschwür litt, vornahm. Dazu führte er 43 cm lange Tuben ein. Es heißt, die Magenspiegelung sei damals schmerzhafter als das Schwertschlucken gewesen und so war besagter Artist der letzte Freiwillige, der sich Kussmauls Endoskopie zur Verfügung stellte.
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