Ende der Nuckelzeit: So gewöhnen Sie Ihrem Kind den Schnuller ab

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Ende der Nuckelzeit: So gewöhnen Sie Ihrem Kind den Schnuller ab

Das Bild eines Babys, das einen Schnuller im Mund hat, kennt vermutlich jeder – und so gut wie jeder findet es süß. Die Kleinen bekommen durch den Schnuller einfach etwas sehr Niedliches und sie wirken so klein. Zudem sind Schnuller für Kinder sehr beruhigend und kommen bei so ziemlich allen Familien gerne zum Einsatz. Irgendwann kommt dann aber die Zeit, in der sich Kinder von ihrem geliebten Schnuller trennen müssen. Vielen Kleinkindern fällt dieser Schritt nicht leicht, denn der kleine Sauger ist ein wichtiger Teil ihres Lebens geworden. Er ist bei ihnen, wenn sie abends schlafen gehen und allein im Bettchen liegen, und bei so manchem Tränchen wurde der Nuckel auch als Tröster gebraucht. Aus diesem Grund sollten Sie sich bewusst machen, dass es mit Arbeit verbunden ist, das Ende der Nuckelzeit einzuläuten.

Trennung vom Schnuller

Ihr Kind wird für rund zwei Wochen oder auch ein wenig länger unruhiger sein, öfter weinen und sich vielleicht das eine oder andere Mal nur schwer beruhigen lassen. Wenn Sie Ihrem Kind den Schnuller abgewöhnen möchten, müssen Sie aber vor allem eines tun, und das ist: Konsequent bleiben. Es bringt weder den Kindern noch Ihnen etwas, wenn Sie zwei Tage auf den Sauger verzichten und ihn dann bei Problemen oder beim Quengeln doch wieder hervorholen. Wer sich im Vorfeld eine Strategie oder eine Geschichte ausdenkt, die er den Kindern erzählen kann, schafft es oft wesentlich leichter, die Kleinen vom Schnuller zu entwöhnen. Wenn Sie noch nach Anregungen suchen oder glauben, dass Sie bei der Entwöhnung Unterstützung brauchen, sind Ratgeber für Eltern sehr zu empfehlen. Nicht zuletzt hilft es auch, sich mit Freunden und Verwandten auszutauschen und sich hier hilfreiche Tipps und Tricks zu holen.

Ende der Nuckelzeit: Was bedeutet einem Kind der Schnuller?

Damit Mütter und Väter sich vorstellen können, was einem Kind der Schnuller bedeutet, sollten sie sich in die Gefühlslage der Kleinen hineinversetzten. Kinder sind täglich unzähligen Reizen ausgesetzt, und beinahe jeden Tag scheinen unglaublich viele neue Sachen zu passieren – sie treffen neue Menschen, lernen Sprechen und Krabbeln und treten in Kontakt zu anderen Kindern. Darüber hinaus erleben sie im Spiel und bei ihren täglichen Krabbel- oder Gehversuchen Enttäuschungen und können Ihre Gefühle und Emotionen noch nicht richtig ausdrücken. Dabei belasten die erwähnten Situationen Kinder wesentlich mehr als Erwachsene, denn sie wissen kaum mit ihnen umzugehen. In eben jenen schweren Momenten ist der Schnuller etwas, das ihnen Halt gibt. In der Regel begleitet ein Schnuller Kinder ab dem Tag der Geburt und wird im Laufe der Jahre täglich als Seelentröster benutzt. Ähnlich wie die liebste Stofftier-Kuh oder der erste Bagger ist der Nuckel etwas sehr Besonderes und ein wertvoller Besitz. Als Eltern können Sie sich zum Beispiel auch die Frage stellen: Wann gebe ich meinem Kind eigentlich immer den Schnuller? Schnell werden Sie feststellen, dass beim Einschlafen, bei Krankheiten oder beim Traurigsein der Schnuller ein ständiger Begleiter ist. Aus diesen genannten Gründen ist es auch nicht verwunderlich, warum das Ende der Nuckelzeit und die Abgewöhnung vom Schnuller für Kinder so schwer und eine enorme Umstellung ist. Von daher gilt es an die Entwöhnungsphase nicht zu rational heranzugehen und den Nuckel nicht nur als lebloses Objekt zu sehen. Für Babys und Kleinkinder ist er viel mehr, und sich von ihm zu trennen, kommt dem Verlust eines "Freundes" gleich. Nehmen Sie sich für die Umstellung daher viel Zeit, geben Sie auch Ihrem Kind Zeit und versuchen Sie insbesondere in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren.

Ab wann soll ich meinem Kind den Schnuller abgewöhnen?

Spätestens mit dem Beginn des zweiten Lebensjahres sind Kinder zu alt für einen Schnuller. In dieser Lebensphase beginnen sich die Zähne auszubilden, der Kiefer wächst, und die Kleinen sind in der Lage zu verstehen, dass der Schnuller nun nicht mehr verfügbar sein soll. Wer zu einem früheren Zeitpunkt das Ende der Nuckelzeit einläuten möchte, muss sich daher darauf einstellen, dass es sehr viel schwieriger wird – und auch noch gar nicht nötig ist. Wenn Sie einmal dazu entschlossen haben, dass Ihr Kind von nun an keinen Nuckel mehr haben soll, müssen Sie ab sofort konsequent bleiben. Beginnen Sie nicht mit der Entwöhnung und machen dann einen Rückzieher, wenn es zu schwierig wird. Kinder erinnern sich bei einem erneuten Versuch nämlich an Ihre Nachgiebigkeit und werden stets versuchen, erneut einen Sauger zu bekommen. Sie tun also weder den Kindern noch sich einen gefallen, denn es wird beim zweiten Versuch später sicher noch schwerer.

Die sanfte Schnullerentwöhnung

Eine gute Art und Weise, dem eigenen Kind den Schnuller abzugewöhnen, ist der behutsame Einstieg. Nehmen Sie den Kleinen nicht vom einen auf den anderen Tag den Nuckel weg, denn sie werden Ihr Verhalten nicht verstehen können. Viel mehr festigt sich bei ihnen der Gedanke oder das Gefühl, dass sie etwas falsch gemacht haben und nun bestraft werden. Wer so mit der Schnullerentwöhnung beginnt, löst bei seinem Kind nur negative Gefühle aus. Der bessere Weg ist dieser: Wählen Sie einen Tag in der Woche, an dem Sie Ihr Kind ohne Schnuller zu Bett bringen. Hier bieten sich auch immer kleine Notlügen an, die den Kleinen die Abwesenheit des Schnullis begreiflich machen sollen – der Schnuller ist dreckig, den müssen wir morgen erst sauber machen, den habe ich verloren und morgen bekommst du einen neuen oder den haben wir glaube ich bei Oma und Opa vergessen. All dies sind Szenarien, die Kinder im Alter von rund zwei Jahren schon verstehen und bei denen sie begreifen, dass sie morgen wieder einen Schnuller bekommen. Das alt bekannte Argument: Du bist doch jetzt schon groß! dürfen Sie ebenfalls gerne ausprobieren. Hier gilt es jedoch darauf zu achten, Kinder nicht unter Druck zu setzen und sie nicht wie kleine Erwachsene zu behandeln, wenn sie doch einen Sauger möchten. Im Laufe von zwei Wochen nehmen Sie immer einen neuen Tag hinzu, an dem der Schnuller nicht verfügbar ist. Auf diese Weise werden neue Verhaltensmuster und Situationen geschaffen, in denen Kinder sich selbst ohne Schnuller sehen. Als Ersatz dürfen tagsüber beispielsweise Trinkflaschen dienen, denn so wird die orale Fixierung auf den Schnuller indirekt befriedigt.

Den Abschied vom Schnuller feiern – ein Fest für Kinder geben

Auch wenn es etwas ungewöhnlich klingen mag, aber zum Ende der Nuckelzeit dürfen Sie gerne eine Party für den Schnuller geben. Dies meint nicht, dass Sie den Schnuller an sich feiern sollen, sondern eine Art Abschiedsparty steigen lassen. Stellen Sie sich etwa folgendes Szenario vor: Sie laden Freunde und Verwandte ein und alle treffen sich, um das Ende der Nuckelzeit zu feiern. Sie haben Ihr Kind bereits lange genug auf diesen Tag vorbereitet, und an einem bestimmten Punkt kommt dann der Abschied vom Schnuller. Das Kind muss den Schnuller in eine Geschenkbox legen oder einpacken, um ihn einem anderen Baby zu schenken. Den Schnuller können Mama oder Papa dann vor die Tür bringen und mit einem größeren Geschenk zurückkommen. Diese Geschenk ist dann entweder von Ihnen, weil Sie so stolz sind, oder von dem anderen Baby, weil es sich sehr über den Nuckel gefreut hat. Zeigen Sie hier ruhig ein wenig Kreativität und gestalten Sie einen schönen, erinnerungswürdigen Tag für die Kleinen. Sie werden den Schnuller von diesem Tag an in der Regel kaum noch vermissen, da sie sich in aller Ruhe von ihm verabschieden konnten. Sie behalten diesen Tag in positiver Erinnerung, und meistens überwiegt auch die Freude über den vielleicht neuen Roller oder die kleine Kugelbahn.

Lassen Sie die Schnullerfee kommen …

Eine weitere Möglichkeit, Ihrem Kind den Schnuller abzugewöhnen, ist die Geschichte um die Schnullerfee. An einem Abend legen Kinder ihren alten Schnuller auf den Nachttisch oder neben ihr Kopfkissen, und nachts kommt dann die Schnullerfee. Diese nimmt natürlich nicht nur den alten Nuckel mit, sondern lässt auch ein kleines Geschenk für die Kinder zurück. Erzählen Sie Ihrem Kind, dass die Schnullerfee die Schnuller zu anderen Kindern bringt und so dankbar ist, dass sie dafür ein Geschenk hinterlässt. Zu diesem Zweck müssen Sie dann zum Beispiel nachts ein kleines Nachtlicht brennen oder das Fenster halb geöffnet lassen, damit die Fee auch leicht ins Zimmer gelangen kann. Mit diesen niedlichen Geschichten und ein wenig Fantasie schaffen Sie ein positives Ereignis für Ihr Kind, und es wird den Schnuller meistens gerne abgeben. Sollten in den nächsten Tagen dann doch noch Fragen zum Schnuller kommen, erinnern Sie einfach an die anderen Babys, die sich jetzt über den Nuckel freuen.

Das Ende der Nuckelzeit – letzte Tipps und Tricks

Um Ihrem Kind die Umstellung so angenehm wie möglich zu machen, sollten Sie in der ersten Zeit ohne Schnuller für ausreichend Abwechslung sorgen. Dies kann ein Tag im Zoo sein, ein Besuch bei den Großeltern oder ein Ausflug ins Schwimmbad. Wer den Kleinen gesagt hat, dass nun ein anderes Kind den Schnuller hat, kann sein Kind auch ein Bild für das andere Baby malen lassen.

Des Weiteren müssen Sie sich darauf einstellen, dass viele Kinder mit vermehrtem Speichelfluss auf das Fehlen des Schnullers reagieren. Ein erhöhter Vorrat an Lätzchen ist daher anzuraten. Nicht zuletzt empfiehlt es sich für den Notfall, etwa wenn die Kleinen unverhofft krank werden, immer einen letzten Ersatzschnuller auf dem Schrank oder in der Wickeltasche zu haben – aber wirklich nur einen. Und wirklich nur im Notfall.

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