Elektrische Einflügeltore in Gabionen mit Natursteinen einbauen

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Kann ich bei einer Gabione mit Natursteinen elektrische Einflügeltore einbauen?

Gabionen sind eine neuartige Variante, um Gartenumzäunungen herzustellen oder Gärten zu gestalten. Die stabilen Drahtgitterkörbe aus Stahldraht – daher auch der Name, abgeleitet vom italienischen Wort „Gabbia" für Korb – wurden ursprünglich zur Hangabsicherung und zur schnellen Errichtung von effektiven Stützmauern eingesetzt. Bekannt sind sie daher auch unter Bezeichnungen wie Steinkorb, Drahtschotterkasten, Drahtgitterbehälter oder Steinbox. Heute finden sie auch bei der Gestaltung von Privatgrundstücken vielseitige Verwendung. Sie werden auf vorher eingeebneten Boden gesetzt, miteinander verbunden und wahlweise mit dekorativen, frostfesten Flusskieseln oder Natursteinen verschiedenster Art gefüllt, um Sichtschutz, Objekte der Landschaftsgestaltung und Gartenumzäunungen herzustellen.

Gabionenzäune - flexibel und pflegeleicht

Geeignetes Steinmaterial können Sie in gewünschter Menge kaufen. Die Steine sollten größer sein als die Gittermaschen – in der Regel sind das 100 x 100 Millimeter. Dieser Gartenzaun ist dauerhaft: Der Stahldraht ist meist mit einer Zink-Aluminiumlegierung versehen. Sie müssen bei dieser Art Einfriedung nie wieder Holzlatten streichen oder ersetzen, nie mehr Frostschäden an verputzten und gestrichenen Mauern reparieren, keine rostigen Scharniere, Drahtzäune oder Halterungen ersetzen. Gabionen sind in vielen Größen und Formen erhältlich und höchst flexibel in ihren Einsatzmöglichkeiten. Daher werden sie im Garten- und Landschaftsbau immer beliebter. Gabionen können Sie auch selbst beliebig setzen und aufeinanderstapeln. Weil das Eigengewicht die Gabionen zuverlässig am Platz hält, sind keine aufwendigen und teuren Fundamente notwendig. Möchten Sie Ihren Garten umgestalten? Kein Problem, die Gabionen lassen sich ohne viel Aufwand umsetzen, erweitern, ergänzen oder anders stapeln. Sie können selbst Objekte, Stütz- oder Sichtschutzmauern und Abgrenzungen aller Art auf Ihrem Grundstück gestalten. Umweltfreundlich ist diese Bauweise obendrein – Grabungs- und Betonarbeiten sind unnötig, die steingefüllten Drahtkörbe sind wasserdurchlässig. Mit der Zeit werden sie von rankenden Pflanzen überwuchert oder begrünt und bieten Zauneidechsen und anderen Gartenbewohnern Unterschlupf. Diese Art, sich in eine Landschaft einzufügen, macht einen großen Teil ihres Charmes aus.

Gabionenzäune - schnell errichtet

Wenn die Sichtkanten zwischen den einzelnen Körben säuberlich verbunden werden, entstehen lückenlose, sichere und beliebig hohe Mauern. Diese Verbindung entsteht durch das „Einfädeln" oder Einhaken von mitgelieferten, ebenfalls witterungsbeständigen Spiralen oder das Einhängen des jeweils nächsten Korbes in entsprechende Stecksysteme. Jeder Gabionenkorb hat ein Bodengitter, das Sie vor dem Auffüllen mit Steinen umklappen, und ein Deckelgitter, das Sie nach dem vollständigen Auffüllen schließen. Die nächste Gabione kann daneben oder obenauf gesetzt, in gleicher Weise gefüllt und mit einem weiteren Gitterkorb verbunden werden. Der so entstandene Zaun ist äußerst stabil und dauerhaft, schnell errichtet und erheblich preisgünstiger als herkömmliche Begrenzungen mit Beton-Unterbau.

Tore in Gabionenmauern

Doch wie können welche Gartentore in Gabionenbegrenzungen eingefügt werden? Geht das ebenso einfach wie das Setzen der Mauer selbst? Rein optisch gibt es sehr viele Gartentor-Varianten, die zu Gabionenzäunen passen: Stahl- oder verzinkte Aluminiumkonstruktionen sehen sehr gut aus, ebenso Tore aus Schmiedeeisen. Schöne Holztore mit Metallrahmen bieten sich ebenfalls an. Formschöne Einflügeltore wirken besonders einladend – viele davon sind wie Rundbögen gebaut und bieten Rankmöglichkeiten für Rosen, Clematis oder andere dekorative Gewächse. Gartenpforten können auch elektronisch geöffnet oder verschlossen werden. Das hat Vorzüge, beispielsweise wenn Sie Ihr Grundstück behindertengerecht begehbar machen möchten. Bei vielen Varianten von elektrischen Türschlössern ist eine Funk-Fernbedienung mit im Paket, die sich durch Tastendruck oder Codeeingabe steuern lässt. Nun bleibt jedoch die Frage, wie ein solches Tor mit allen Finessen in ein Einfriedungssystem aus Gabionen einzubauen ist.

Einbau von Toren in Gabionenmauern

Rahmen für geeignete Drehflügeltore – auch Einflügeltore – in Gabionenzäunen sollten als Basisstruktur ein Stahlrechteckrohr haben, dessen Ausmaße sich an den statischen Erfordernissen orientieren. Das Tor an sich kann, wie beschrieben, aus einer Stahlkonstruktion bestehen, aus einem Gitter, Blech, Schmiedeeisen oder Holz gefertigt sein. Wichtig sind vor allem die Torpfosten. Diese sollten Sie dem Gewicht und dem Maß der Tür angepasst wählen. In vielen Fällen werden Sie um eine Spezialanfertigung aus der Werkstatt eines Schlossers nicht herumkommen, um entsprechend dimensionierte, optisch schöne und sauber einbaufähige Türzargen zu erhalten, die mit dem Drahtgitterzaun harmonieren. Diese Türzargen sollten zwischen 5 und 8 Zentimeter länger sein, als das Tor hoch ist. Die Torpfosten oder Zargen benötigen Vorrichtungen, die das feste Einhängen an die Gitter der Gabionen ermöglichen. In vielen Fällen können sie ganz ähnlich befestigt werden wie eine Gabione an der anderen, abhängig vom jeweiligen Verbundsystem. Ob Sie die Torpfosten zusätzlich einbetonieren möchten, hängt teilweise von der Befestigungsmöglichkeit an den Gabionen ab, teilweise von Ihren persönlichen Wünschen. Es gibt durchaus Systeme, bei denen das Tor an den Gabionen fixiert wird, und Einflügeltore, für die Sie die Torzargen in herkömmlicher Weise setzen und mit Ihrer Gabioneneinfriedung einfach bündig abschließen lassen. Durch die Mobilität der Drahtgitterkörbe können sie diese mit einem Frontlader auch um wenige Zentimeter versetzen, wenn dies zur Anpassung und zum Einbau von Torpfosten notwendig sein sollte.

Fertige Tor-Sets beinhalten meist verzinkte Einsteckschlösser und eine Drückergarnitur aus dem passenden Material. Die Öffnungsrichtung können Sie frei wählen.

Elektrische Einflügeltore in Gabionen-Einfriedungen

Einige Tor-Sets beinhalten bereits elektrische Türöffner: Auf Knopfdruck im Haus oder durch Betätigung einer Fernbedienung betätigen Sie die Schließvorrichtung, und ein Besucher kann das Einflügeltor durch leichten Druck von außen öffnen. Auch einen elektrischen Antrieb für das Öffnen und Schließen des Tores könnten Sie einbauen. Alle diese Funktionen erhalten Sie als Einbauset. Sie arbeiten auf Wunsch funkgesteuert und sind in einigen Fällen bereits mit Solarstrom zu betreiben. Der elektrische Türöffner ist im Schloss der Tür direkt integriert, der Einbau einer solchen Vorrichtung ist daher ganz unabhängig von der Art des Zaunes. Die elektrischen Leitungen dazu müssten allerdings im Boden zur Tür hin verlegt und in der Torzarge hochgeführt werden. Denn Leitungen in die gefüllten, wasserdurchlässigen Gabionen einzubringen, ist praktisch nicht möglich.

Möchten Sie einen elektrischen Motor zum automatischen Öffnen und Schließen des Türflügels an einem Tor in einem Gabionenzaun einbauen, ist allerdings die Kreativität eines Schlossers gefragt. Denn bei einem Torantrieb wird ein Schwenkarm an einer Querstrebe oder am untern Rahmen des Tores fixiert. Ein elektrischer Motor bewegt den Schwenkarm und öffnet oder schließt das Tor auf Wunsch. Auch hier sind Fernsteuerungen Standard. Motor und Schwenkarm können jedoch auch in diesem Falle nicht an der Einfriedung, an den Gabionen, montiert werden. Sie müssen dann an der Torzarge Platz finden, an der auch die Scharniere des Tores sitzen. Und hier wird es kompliziert.

Bei Gabionenzäunen sollten Sie daher bevorzugt einen Torantrieb wählen, dessen Motor klein genug ist, um am Torpfosten oder an der Zarge befestigt zu werden. Denn eine Mauer im herkömmlichen Sinne haben Sie dafür nicht zur Verfügung. Entsprechend klein dimensioniert sollte dieser Motor sein, und dabei dennoch genug Kraft haben, um das Einflügeltor zu bewegen. Denn die Gabionen sind einfach nur Stahlkörbe mit Stein-Füllung, und als solche Wind und Wetter ausgesetzt. Dafür sind sie konstruiert, und das macht sie pflegeleicht und robust. Doch für die offene Anbringung ungeschützter Vorrichtungen, wie Motoren, elektrischer Relais oder Leitungen stellen genau diese Eigenschaften ein Problem dar. Verschraubungen am Drahtkorb sind nicht möglich, allenfalls Abschlussplatten oder -pfosten an der jeweiligen Seitenkante der Gabione, die an den Tor-Rahmen grenzt, würden sich dafür eignen. Auch in die Gabione selbst ist ein Antriebsmotor nicht zu integrieren.

Möchten Sie daher ihren Garten- oder Hofeingang mit einem automatischen Antrieb versehen, empfiehlt es sich, entweder vom Hersteller der Gabionen oder von einem Schlosser zumindest eine feste Torzarge speziell anfertigen zu lassen und den elektrischen Torantrieb darin zu einbauen zu lassen beziehungsweise daran zu befestigen. Wenn Sie über ausreichende Kenntnisse als Schlosser oder Elektriker verfügen, können Sie diesen Einbau natürlich auch selbst durchführen. Für einen solchen Fall macht es Sinn, die tragende Torzarge in einem Betonfundament fest zu verankern. Bei vielen vorgefertigten Torsystemen werden geeignete Zargen oder Rahmen ohnehin mitgeliefert. Und auch wenn die Auswahl an schönen und dekorativen Toren unüberschaubar groß ist, sollten Sie hier bevorzugt zu den Modellen greifen, die über einen breiten, soliden Rahmen verfügen, um dem Schwenkarm des Antriebes sowie dem Motor direkt am Rahmen der Pforte oder des Tores ausreichend Platz zu bieten.

Selbstmontage von elektrisch getriebenen Einflügeltoren

Auch als versierter Heimwerker wird es dann kompliziert, wenn Sie Ihren dekorativen Gabionenzaun mit einem Einflügeltor ausstatten und dieses auch noch elektrisch öffnen oder schließen wollen. Was Sie beim Zaun selbst an Zeit, Geld und vorbereitenden Arbeiten sparen, müssen Sie bei einer ausgefeilteren Torkonstruktion mit elektronischer Ausstattung wieder investieren. Sie sollten sich obendrein auch mit Elektroinstallationen gut auskennen, um die notwendigen Anschlüsse und Einstellungen am Torantrieb korrekt vornehmen zu können. Auch Grabarbeiten, die Sie sich bei der Entscheidung für die Einfriedung mit Drahtgitterkörben ersparen konnten, fallen nun wiederum an, wenn es gilt, elektrische Leitungen für den Torantrieb oder das elektrische Türschloss zu verlegen. Denn während eine verputzte Ziegelmauer die Möglichkeit bietet, die Leitungen unsichtbar und geschützt hinter Putz anzubringen, fällt diese Möglichkeit bei der Gabione aus. Die einzige Chance bietet eine unterirdische Leitung vom Haus und von der zentralen Stromversorgung zur Tür- oder Torzarge. Hier kann die Leitung im Inneren direkt zum Motor laufen. Eventuell lassen Sie sich vom Schlosser die Austrittsöffnung für den Anschluss vorbohren. Bei elektrischen Anlagen gilt jedoch: Lassen Sie ihn vom Fachmann verlegen und zumindest abnehmen, damit Sie bei eventuellen Schäden keine Gefahr eingehen oder gar Ihren Versicherungsschutz verlieren. Machbar ist grundsätzlich alles. Doch sind in diesem Falle Erfahrung, elektrotechnisches Fachwissen und eine Menge Kreativität gefragt.

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