Einkaufsratgeber zum Zusatzfutter für Pferde

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Einkaufsratgeber zum Zusatzfutter für Pferde

Warum brauchen Pferde Zusatzfutter?

Früher lebten Pferde in sumpfigen Gebieten, ernährten sich von Flechten, Moosen und Zwergsträuchern. Im Herbst taten sie sich an Rinden und Blättern von Laubbäumen wie Birke, Esche und Haselnuss gütlich. Dazu fraßen sie Hunderte unterschiedlicher Kräuter. Diese kerngesunde Mischung war die Basis für einen ausgeglichenen Stoffwechsel der Pferde, für Gesundheit, Kraft und Widerstandsfähigkeit. Heute grasen Pferde nicht auf naturnahen Wiesen, sondern auf Wiesen, die mit sogenannten Hochleistungsgräsern angelegt wurden. Die Gräser sind besonders winterhart und resistent gegen Frost, Trockenheit und schädliche Parasiten. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Eiweiß und Kohlehydraten. Die Zusammensetzung des Futters, das den Pferden auf Wiesen angeboten wird, kann verantwortlich sein für Allergien und anderen Krankheiten. Hier liegt der Grund, warum Zusatzfutter für Pferde eine ganz wesentliche Rolle bei der gesunden Ernährung spielt. Pferde benötigen also grundsätzlich Zusatzfutter, doch wie viel und welches sinnvoll ist, ist nicht pauschal zu beantworten.
Tiere, die für gelegentliche Ausritte gehalten werden, haben andere Ansprüche als Hochleistungsspringpferde. Der Bedarf von Pferden, die Kutschen ziehen, ist anders als von Pferden, die lange Distanzritte bewältigen müssen. Eine artgerechte Haltung und Fütterung ist leider oft nicht deckungsgleich mit einer bedarfsgerechten Fütterung. Das macht die Zusammenstellung von möglichen Futterzusatzstoffen nicht einfacher, insbesondere dann nicht, wenn die Grundernährung des Pferdes nicht optimal ist. Deshalb ist es empfehlenswert, sich intensiv über die vielfältigen Ernährungsoptionen zu informieren, bevor Sie Produkte erwerben. Im Optimalfall stellen Sie einen individuellen Ernährungsplan für Ihr Pferd zusammen, in dem alle Bestandteile perfekt aufeinander abgestimmt sind und sich nach den individuellen Anforderungen und Ansprüchen richten. Auf diese Weise sorgen Sie für die bestmögliche Versorgung Ihres Lieblings.

Zusatzfutterstoffe für offensichtliche Mangelerscheinungen

Mit Zusatzfutter können Sie die Fitness und Leistungsfähigkeit Ihres Pferdes erhalten, sodass es die nötige Leistung erbringen kann, rundum gesund ist und sich wohlfühlt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr Pferd im Training steht, sich in einer Wettkampfphase befindet oder im heimischen Gelände zu gelegentlichen Ausritten genutzt wird. Um Ihnen einen Überblick über die vorhandenen Optionen zu geben, zeigen wir Ihnen anhand von Beschreibungen, die sich auf körperliche Mangelerscheinungen bzw. auffälliges Verhalten eines Pferdes beziehen, welches Zusatzfutter helfen kann. So können Sie ohne umfassendes Fachwissen eine gute Wahl treffen. Bei eBay gibt es viele Angebote, die Sie miteinander vergleichen können, um das passende Futtermittel zu finden.

Zusatzfutterstoffe für die Verdauung

Grundsätzlich sollten Sie sicherstellen, dass die Verdauung Ihres Pferdes gut funktioniert. Denn nur wenn das der Fall ist, können Nährstoffe im Körper des Tieres überhaupt wirken. Neigt Ihr Pferd zu Verdauungsproblemen, die sich in Durchfall oder Verstopfung äußern, besteht Handlungsbedarf. Bedenken Sie, dass der Darm eines Pferdes bis zu 30 m Länge haben kann. Es liegt auf der Hand, dass eine Störung im Verdauungstrakt deshalb zu den häufigsten und mitunter komplizierten Erkrankungen gehört, die ein Pferd bekommen kann. Wählen Sie die Produkte zur Unterstützung der Verdauung mit Umsicht aus und ziehen im Zweifel einen Tierarzt hinzu. Eine abrupte Umstellung des Futters, zum Beispiel von Getreide auf Müsli oder Grasweide auf Heu, kann genauso verantwortlich für Verdauungsprobleme sein, wie eine geringe Hauptfutterqualität. Mit einem Gesteinsmehl können Sie Toxine im Verdauungsprozess des Pferdes binden, ohne den Organismus des Tieres zu belasten. Füttern Sie mit Silage oder Heu, dann ist die Zugabe von Mineralfutter hilfreich. Erst dann, wenn die Verdauung funktioniert, ist die Fütterung von anderen Futterzusatzstoffen sinnvoll.

Zusatzstoffe für Atemwege, Gelenke und Muskulatur

Husten beim Pferd sollte zunächst einmal einen Tierarzt auf den Plan rufen, da er schnell chronisch werden kann. Der Tierarzt sollte abklären, ob es sich um ein echtes Lungenproblem handelt und der Husten eine medizinische Behandlung erforderlich macht. Hat das Pferd jedoch einen fütterungsbedingten Husten, können Sie einiges tun. Beim fütterungsbedingten Husten reagiert das Pferd unter anderem auf Staub im Futter. Hier zeigt sich wieder, wie wichtig das richtige Grundfuttermittel ist. Wählen Sie also ein Grundfuttermittel in staubfreier Qualität, denn sonst kann das Zusatzfuttermittel für die Atemwege überhaupt nichts ausrichten. Zusatzfuttermittel für die Atemwege können die körpereigenen Heilkräfte unterstützen und die Lungentätigkeit anregen.

Futterzusatzstoffe, die Mangelerscheinungen ausgleichen

Eine Mangelerscheinung, die auch Laien ins Auge fällt, ist, wenn die Hufe eines Pferdes nicht schön glänzend und gesund aussehen. Falls Ihr Pferd splitternde, brüchige Hufe hat, liegt ein Mangel an Biotin vor. Futterzusatzstoffe, die den Mangel an Biotin ausgleichen, gibt es reichlich. Achten Sie bei der Wahl des Futters darauf, dass es zusammen mit dem Hauptfuttermittel gegeben werden kann. Wenn Sie das Zusatzfuttermittel beimischen können, nimmt Ihr Pferd es unbemerkt und stressfrei auf.

Ergänzungsfuttermittel für Gelenke und Muskulatur

Ein weiteres Problem, das häufig vorkommt und ganz unterschiedliche Ursachen haben kann, sind erkrankte Gelenke. Sportpferde, die viele Jahre intensives Springtraining und zahllose Turniere absolviert haben, können Arthrosen bekommen. Schädigungen an Sehen von Pferden sind ein häufig zu findendes Krankheitsbild, denn die Sehnen eines Pferdes sind sehr sensibel. Schnell vertritt sich ein Pferd auf der Wiese, rutscht beim Ausritt auf matschigen Wegen aus oder stolpert beim Sprung. Vorausgesetzt, es handelt sich nicht um ein rein medizinisch zu behandelndes Problem, können Sie den Genesungsprozess mit einem Ergänzungsfuttermittel für Gelenke unterstützen, mit dem Sie stärkende, aufbauende Substanzen verabreichen. Stimmen Sie die Gabe dieses Futters mit Ihrem Tierarzt ab, um eine Überversorgung zu vermeiden, die den Organismus Ihres Pferdes zusätzlich belasten würde. Bedenken Sie, dass Sie Gelenkmittel über einen längeren Zeitraum geben müssen, und wählen Sie der Gesundheit Ihres Pferdes zuliebe ein geeignetes flüssiges oder pulverisiertes Produkt.
Hat Ihr Pferd keine Probleme mit den Gelenken, wirkt jedoch schnell müde, abgeschlagen, kommt bei Wettkämpfen nicht mehr mit oder es kommt bei rasanten Geländeritten schnell außer Atem, dann könnte es daran liegen, dass die Muskulatur den Anforderungen nicht gewachsen ist. Bevor Sie zu Muskelaufbaupräparaten greifen, prüfen Sie sorgfältig, ob Ihr Pferd seine Energie zurzeit für etwas anderes braucht: Falls es sich im Fellwechsel befindet oder gerade einen Wachstumsschub durchlebt, warten Sie diese Phase ab.

Parallel dazu betrachten Sie in Ruhe die Versorgung mit dem Grundfuttermittel – auch Leckereien wie Müsli, Heu, Stroh und Hafer sollten dabei nicht vergessen werden – in Bezug auf das Arbeitspensum, das Ihr Tier aktuell bewältigen muss. Gewinnen Sie Sicherheit darüber, dass keine Erkrankung für die Antriebslosigkeit verantwortlich ist, bevor Sie zum Zusatzfuttermittel für Muskelaufbau greifen oder die Grundernährung auf ein Produkt zum Muskelaufbau umstellen.

Spurenelemente, Elektrolyte und Leinöl für Ihr Pferd

Um einschätzen zu können, ob Ihr Pferd weitere Zusatzfutterstoffe benötigt, die eine positive Wirkung entfalten können, müssen Sie wissen, welche Auswirkung die Gabe derselben überhaupt haben kann.

Mittel gegen Eisenmangel

Das Spurenelement Eisen hat eine große Bedeutung für Pferde, denn es unterstützt den Stoffwechsel in besonderer Weise. Üblicherweise nimmt das Tier Eisen über das Hauptfutter auf, doch Sportpferde haben einen erheblich erhöhten Eisenbedarf. Anstrengendes Training und hohe Schweißbildung schwemmen Eisen aus dem Körper und sollten dem Pferd wieder zugeführt werden. Zeigt ein Pferd einen starken Leistungsabfall, ist müde, verliert Gewicht oder ist appetitlos, können das Anzeichen für Eisenmangel sein.
Machen Sie einen Schnelltest: Betrachten Sie die Schleimhäute des Tieres im Maul. Sind diese nicht rosa durchblutet, sondern weißlich verfärbt, ist ein Eisenmangel wahrscheinlich. Eine weitere gute Unterstützung für Pferde im Training sind Elektrolyte. Ähnlich wie sich sportlich aktive Menschen mit speziellen Getränken versorgen, die mit Elektrolyten angereichert sind, gibt es auch spezielle Präparate für Pferde.

Zugabe von Elektrolyten und Wasseraufnahme

Bei einer anstrengenden Trainingsphase im Zuge von Wettkämpfen, im Rahmen einer anstehenden Geburt oder bei extrem heißen Tagen im Sommer ist die Gabe von Elektrolyten empfehlenswert, um den Verlust von Salzen und Flüssigkeit schnell und wirksam auszugleichen. Natürlich sollten Sie grundsätzlich dafür sorgen, dass das Tier ohnehin ausreichend mit Flüssigkeit versorgt wird. Pferde sind eigen, was die Wasseraufnahme betrifft. Manche Tiere verweigern die Wasseraufnahme, wenn sie nicht ihr heimisches Wasser bekommen. Nicht selten sieht man auf Turnieren, dass die Besitzer mit extra mitgebrachten Wasserkanistern die Versorgung Ihrer Tiere sicherstellen. Ist Ihr Pferd ähnlich empfindlich, mischen Sie die Elektrolyte dem Futter unter und tränken es mit dem gewohnten Wasser.

Magnesium zum Schutz gegen Muskelkrämpfen

Ein weiteres Spurenelement, das für die optimale Versorgung Ihres Pferdes wichtig ist, ist Magnesium. Wenn ein Pferd gefordert wird, spannt es seine Muskeln an. Um sie zu entspannen, benötigt der Körper Magnesium. Steht nicht ausreichend Magnesium zur Verfügung, kommt es zu schmerzhaften Muskelkrämpfen. Magnesium als Zusatzfutter wirkt Muskelkrämpfen entgegen und belastet den Organismus nicht. Überflüssige Stoffe scheidet der Körper einfach aus.

Energiezufuhr durch Leinöl

Zu guter Letzt sei Ihnen noch ein wahres Multitalent empfohlen, das zum Wohlbefinden jedes Pferdes beiträgt: Leinöl. Viele Pferde lieben das Öl und eine Fütterung hält wertvolle Vorteile bereit. Zunächst einmal sorgt Leinöl für einen Energieschub, ohne den Organismus zu belasten. So unterstützt eine Gabe von Leinöl die Wettkampffähigkeit auf unbedenklicher Art und Weise. Während des anstrengenden Fellwechsels gleicht Leinöl die körperliche Belastung aus und beeinflusst das nachwachsende Fell positiv. Sie können die Wirksamkeit von Leinöl an weiteren sichtbaren Zeichen erkennen: Die Hautfunktion des Tieres verbessert sich, das Hufhorn wirkt glänzende, die Muskulatur wird geschmeidig und Ihr Pferd erholt sich sichtlich schneller nach einem anstrengenden Training.

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