Einkaufsratgeber zum Erwerb einer aktiven beziehungsweise passiven Grafikkartenkühlung

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Aktive und passive Grafikkartenkühler für alte und neue Grafikkarten im Internet finden

Moderne, leistungsstarke Grafikkarten lassen aufgrund ihrer Ausstattung die Herzen von PC-Fans höherschlagen. Mit der richtigen Karte sind selbst aufwendige 3D-Spiele keine Herausforderung. Sie können diese in bester Qualität und höchster Auflösung genießen. Grafikkarten produzieren während des Betriebs eine nicht unerhebliche Menge an Abwärme. An diesem Punkt kommt die Grafikkartenkühlung ins Spiel. Nur durch einen effektiven Abtransport der Wärme vermeiden Sie eine Überhitzung und damit eine Schädigung der Karte.

Eine leistungsstarke Grafikkarte erfordert zugleich eine leistungsstarke Kühlung. Im Umkehrschluss bedeutet das: Verwenden Sie Ihren Computer lediglich für Büroaufgaben oder Multimedia-Anwendungen, wäre eine aufwendige Kühlung fehl am Platz. Vielmehr fühlen Sie sich in diesem Fall durch die während des Betriebs anfallende Geräuschentwicklung gestört. Folgerichtig ist die Wahl der Grafikkartenkühlung abhängig vom Verwendungszweck und der Einsatzintensität des PCs. Dieser Ratgeber informiert Sie über die wichtigsten Punkte, die beim Kauf einer Grafikkartenkühlung zu beachten sind.

Aktive und passive Kühlungen

Bezüglich der Realisierung der Kühlung existieren zwei grundlegend verschiedene technische Lösungen: aktive und passive Kühlungen. Bei Ihrem Kauf müssen Sie sich zunächst für eine der beiden Varianten entscheiden. Aus diesem Grund widmet sich der erste Abschnitt des Ratgebers den technischen Unterschieden. Hierbei wird insbesondere geklärt, bei welchen Ansprüchen an die Grafikkartenleistung welche Variante für Sie infrage kommt. Anschließend erhalten Sie konkrete Hilfestellungen für den Erwerb aktiver und passiver Grafikkartenkühlungen – die sowohl für alte wie auch für neue Modelle gelten. Der Schwerpunkt liegt auf dem Kauf der Produkte. Nach der Kaufentscheidung und der Abwicklung des Bestellvorgangs folgt der letzte Schritt: der Einbau des Kühlers. Abschließend erläutert der Ratgeber deshalb die Vorgehensweise bei der Montage und Inbetriebnahme der neuen Grafikkartenkühlung.

Die richtige Lösung finden: technische Unterschiede von aktiven und passiven Grafikkartenkühlungen

Auf eBay finden Sie zahlreiche Grafikkartenkühler, die zu alten und neuen Grafikkarten passen. Grund für den Kauf einer solchen neuen Lösung zur Kühlung der Karte ist die Unzufriedenheit mit dem bisherigen System oder gar ein Defekt. Oftmals ist einer der beiden folgenden Aspekte ausschlaggebend:

  • Sie planen, durch Übertakten die Leistung der Grafikkarte zu erhöhen. Die dadurch steigende Abwärme muss mit einer besseren Kühlung abtransportiert werden.
  • Das ab Werk installierte Kühlsystem stört mit zu starker Geräuschentwicklung. Hier ist eine leisere Lösung gefragt.

Sie erhalten neue Kühler für die Grafikkarte vergleichsweise günstig. Zudem geht der Einbau ohne großen Aufwand vonstatten. Abhängig vom Kaufgrund müssen Sie sich bei Ihrer Entscheidungsfindung zunächst für eine der unterschiedlichen technischen Grafikkartenkühlungen – zwischen aktivem und passivem Kühler – entscheiden.

Aktive Grafikkartenkühlung mit zusätzlichem Lüfter bei hohen Anforderungen an die Leistung

Je leistungsfähiger eine Grafikkarte ist, desto mehr Abwärme wird während des Betriebs produziert. Dasselbe gilt, je mehr Sie das Leistungsvermögen Ihrer Grafikkarte ausnutzen. Das erfordert eine effektive und sichere Kühlung. Die beste Kühlleistung erreichen Sie mit aktiven Grafikkartenkühlern. Bei derartigen Lösungen sind eigene Lüfter für den Abtransport der Wärme verantwortlich. Die meiste Abwärme verursacht der Grafikchip beziehungsweise der Grafikprozessor (GPU). Aus diesem Grund wird die aktive Kühlung in der Regel dort platziert. Der dabei vom Ventilator erzeugte Luftstrom erreicht auch die anderen Bestandteile der Grafikkarte – und kühlt diese ebenfalls.

Die Vor- und Nachteile der aktiven Grafikkartenkühlung im Überblick

Der entscheidende Vorteil der aktiven Kühlung der Grafikkarte wurde bereits angesprochen. Sie erhalten eine ausgesprochen gute Kühlleistung. Diese benötigen Sie vor allem dann, wenn Sie eine moderne Grafikkarte verbaut haben und deren Leistungsvermögen voll ausschöpfen. Insbesondere wenn Sie planen, die Karte zusätzlich zu übertakten, führt an der aktiven Lösung kein Weg vorbei. Hintergrund: Bei einer Übertaktung der Karte steigt die Hitze-Entwicklung exponentiell an. Der entscheidende Nachteil der aktiven Grafikkartenkühlung ist die deutliche Geräuschentwicklung während des Betriebs, denn ein Lüfter arbeitet nie leise. Diese störende Nebenwirkung müssen Sie in Kauf nehmen, sofern Sie nicht auf die Leistungsfähigkeit Ihrer Grafikkarte verzichten wollen. Schließlich drohen bei einem mangelhaften Abtransport der Wärme Überhitzung und damit Defekte an der Karte. Im Umkehrschluss bedeutet das für Sie: Nutzen Sie Ihren Rechner lediglich für Office-Anwendungen oder Vergleichbarem, besteht kein Bedarf nach einer aktiven Kühlung der Grafikkarte.

Leise im Betrieb: die passive Kühlung der Grafikkarte

Im Unterschied zur aktiven Lösung verzichtet die passive Grafikkartenkühlung auf einen zusätzlichen Lüfter. Anstelle dessen setzt die passive Kühlung auf an den notwendigen Stellen platzierten Kühlkörpern. Die Kühlkörper bestehen aus Materialien mit guten wärmeleitenden Eigenschaften (zum Beispiel Aluminium oder Kupfer). Dadurch besitzen die Bauteile eine wärmeleitende Oberfläche, welche die Abwärme der Grafikkarte aufnimmt und an die Umgebung abgibt. Die Überleitung der Wärme von der Grafikkarte auf den Kühlkörper erfolgt mittels sogenannter "Heatpipes". Hierbei handelt es sich um unter Vakuum verschlossene und mit Flüssigkeit gefüllte Wärmerohre. Die Wärme der Grafikkarte lässt die Flüssigkeit verdampfen. Der Dampf strömt Richtung Kondensator und verflüssigt dort, wobei die aufgenommene Wärme wieder abgegeben wird.

Die Vor- und Nachteile der passiven Grafikkartenkühlung im Überblick

Passive Grafikkartenkühler basieren lediglich auf Kühlkörpern. Dadurch ist ein lautloser Betrieb möglich. Es kommt folgerichtig zu keiner für Sie störenden Geräuschentwicklung. Mit passiven Kühlsystemen ist es aus physikalischen Gründen nicht möglich, die Leistung einer aktiven Lösung zu erreichen. Bei modernen, gemäß dem aktuell bestmöglichen Stand der Technik ausgestatteten Grafikkarten ist deshalb ein passiver Grafikkartenkühler nicht ausreichend. Vor allem an heißen Sommertagen würden Sie eine zu hohe Temperatur der Grafikkarte in Kauf nehmen. Dagegen ist bei schwächeren Grafikkarten ein aktives Kühlsystem nicht notwendig. Im Büro und bei Multimedia-Anwendungen sind Sie mit einer passiven Grafikkartenkühlung ausreichend ausgestattet. Zugleich werden Ihre Ohren geschont.

Leistungsstark und leise – Kühlung der Grafikkarte mit Wasser

Eine Sonderform der Grafikkartenkühlung sind mit Wasser arbeitende Lösungen. Bei der Wasserkühlung müssen Sie zusätzliche, eigenständig arbeitende Komponenten an der Grafikkarte installieren. Deshalb ist dieses Kühlsystem streng genommen der aktiven Grafikkartenkühlung zuzuordnen. Da Wasser und Elektronik zwei sich eigentlich ausschließende Gegensätze sind, hatten Wasserkühlungen lange mit einem schlechten Ruf zu kämpfen. Das änderte sich – mittlerweile erfolgt die Kühlung ganzer Großrechenzentren mit Wasser. Die Wassersysteme verbinden die Vorteile der herkömmlichen aktiven Kühlung mit Luft sowie der passiven Grafikkartenkühlung: Derartige Lösungen überzeugen mit bester Kühlleistung bei gleichzeitig ausbleibender Lärmbelästigung.

Allerdings hat auch die Wasserkühlung negative Seiten. Im Vergleich zu den Alternativen müssen Sie bei derartigen Lösungen mit höheren Preisen rechnen. Hinzu kommt: Grafikkartenkühlungen mit Wasser sind nur separat nachrüstbar. Das bedeutet für Sie, dass Sie neben der Kühlung im engsten Sinne noch weitere für den Kreislauf benötigte Komponenten installieren müssen. Dazu gehören beispielsweise Radiatoren, Ausgleichsbehälter, ein Schlauchsystem sowie eine Pumpe, welche die Zirkulation des Wassers antreibt. Aus diesen Gründen ist die Wasserkühlung als die im Ergebnis beste, aber aufwendigste Lösung zu umschreiben. Für Sie lohnt sich der Kauf einer Grafikkartenkühlung mit Wasser nur, wenn Sie das maximal Mögliche aus Ihrer Grafikkarte herausholen wollen und Sie ein lauter Lüfter nicht stören soll.

Worauf beim Kauf einer neuen Grafikkartenkühlung zu achten ist

Ausgehend von Ihren persönlichen Anforderungen an die Leistung der Grafikkarte dürfte Sie die Wahl der richtigen technischen Lösung vor keine zu großen Herausforderungen stellen. Dasselbe gilt für das Finden eines Anbieters im Internet. Grafikkartenkühler erhalten Sie in großer Vielfalt bei eBay. Beim Kauf einer neuen Grafikkartenkühlung gibt es einige Punkte zu beachten:

  • Achten Sie auf ausreichend Platz im Gehäuse. Insbesondere passive Kühler benötigen aufgrund der Kühlkörper mehr Raum. Vergleichen Sie deshalb die Abmessungen der Kühllösung mit dem verfügbaren freien Platz.
  • Benutzen Sie Ihren PC sowohl für Büro- als auch für anspruchsvolle Gaming-Anwendungen, sind Sie mit einer aktiven Grafikkartenkühlung besser beraten.
  • Informieren Sie sich über den Lieferumfang. Vor allem, wenn Sie im Einbau technischer Komponenten bisher wenig Erfahrung haben, ist eine ausführliche Montageanleitung in deutscher Sprache von Bedeutung.

Einbau leicht gemacht: Anleitung zur Montage des neuen Grafikkartenkühlers

Nach erfolgreichem Kauf steht der Inbetriebnahme der neuen Kühlung nur noch ein Hindernis im Weg: der Einbau. Der Austausch des Grafikkartenkühlers erfordert wenig Fachwissen. Mit den nachfolgenden Erklärungen und der im Lieferumfang enthaltenen Bedienungsanleitung sitzt das Kühlsystem schon bald an der vorgesehenen Stelle. Der Lieferumfang umfasst neben der Bedienungsanleitung die für den Einbau benötigten Schrauben.

Einbau der Grafikkartenkühlung in wenigen Schritten

In einem ersten Schritt schalten Sie ihren PC aus, nehmen ihn vom Stromnetz und erden das Gehäuse. Daraufhin öffnen Sie die Abdeckung des Rechners und bauen die Grafikkarte aus. Auf dem Grafikchip ist bereits eine Kühlung verbaut. Sofern eine aktive Lösung installiert wurde – erkennbar am Lüfter – stecken Sie nun das Stromkabel aus.

Daraufhin können Sie die alte Kühllösung abschrauben. Entfernen Sie danach womöglich vorhandene Reste einer weißen Substanz (Wärmeleitpaste) mit einem Tuch. Tragen Sie in einem nächsten Schritt frische Wärmeleitpaste auf. Hinweis: Möglicherweise ist auf der Unterseite des Kühlers bereits neue Wärmeleitpaste angebracht, somit entfällt besagter Schritt. Nun packen Sie die neu erworbene Grafikkartenkühlung aus und montieren diese gemäß der produktspezifischen Anleitung. Stellen Sie bei einer aktiven Lösung die Verbindung zwischen Karte und Lüfter wieder her. Abschließend bauen Sie die Karte in den Rechner ein, schließen dessen Gehäuse und stellen die Verbindung mit dem Stromnetz her. Damit ist Ihre neue Grafikkartenkühlung betriebsbereit.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber