Einkaufsratgeber für interne Porterweiterungskarten (USB, FireWire und andere)

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Einkaufsratgeber für interne Porterweiterungskarten (USB, FireWire und andere)

Interne Porterweiterungen – Tipps für den Kauf von USB, FireWire und anderen

Ports in einem PC sind Hardware-Schnittstellen, die die Verbindung zu externen Peripheriegeräten ermöglichen. Häufig reichen aber die im System bereits vorhandenen Ports nicht aus, sodass Porterweiterungen notwendig werden. Welche Arten von Porterweiterungen (USB, FireWire und andere) auf dem Markt existieren und welche Funktionen sie übernehmen, erläutert dieser Ratgeber.

Parallel oder seriell – dies ist der Unterschied

Hardwareschnittstellen gibt es als parallelen oder seriellen Port. Grundsätzlich sind diese Ports mit Industrienormen versehen, sodass bei einem PC durchaus Komponenten unterschiedlicher Hersteller verwendet werden können. Zu den bekanntesten Ports, die man durch Porterweiterungen aufrüsten kann, gehören USB-, PCI-, FireWire-, AGP- und SCSI-Schnittstellen.

Parallele Schnittstellen können mehrere Bits gleichzeitig verarbeiten. Serielle Anschlüsse, die ein Bit nach dem anderen abarbeiten müssen, gab es früher zum Beispiel für die EIA-232 Schnittstelle. Dieser Port wurde überwiegend für Modem-Verbindungen verwendet. Seit es ISDN-Karten und das kabellose Netzwerk gibt, werden sie aber kaum noch benutzt. Serielle Schnittstellen findet man aber zum Beispiel weiterhin bei Porterweiterungen für USB oder FireWire.

Porterweiterungen – der USB-Bus

Der sogenannte Cardbus-Standard ist eigentlich bekannt von den PCMCIA-Karten und diente als Datenspeichermedium. Der Cardbus-Standard bei einem USB-Bus weist aber eine eigene Architektur auf. Es handelt sich dabei um eine serielle Schnittstelle, die es möglich macht, externe Geräte mit dem Computer zu verbinden. Die Peripheriegeräte können über den USB-Bus bei laufendem Betrieb angeschlossen und wieder entfernt werden. Durch das sogenannte Hot-Plugging erkennt das Betriebssystem die unterschiedlichen Geräte und ihre Funktionen automatisch. Einen USB-Bus als Porterweiterung benötigt man unter anderem auch, wenn der PC mit USB-2.0-Schnittstellen ausgestattet ist, aber ein USB-3.0-Gerät angeschlossen werden soll. Die tatsächliche Geschwindigkeit eines USB-3.0-Gerätes kann aber trotzdem grundsätzlich nur dann ausgenutzt werden, wenn der PC über einen eigenen USB-3.0-Host-Controller verfügt. Mainboards der neuesten Generation enthalten diesen Controller bereits standardmäßig seit mehr als einem Jahr. Ob Ihr Rechner über einen USB-3.0-Host-Controller verfügt, erkennen Sie daran, ob die USB-Buchsen blau umrahmt sind. Achten Sie beim Kauf einer USB-Porterweiterung auf den Standard USB 3.0 darauf, auch gleich die passenden Kabel mitzubestellen. Nur wenn kabelgebundene Geräte mit dem 3.0-USB-Kabel angeschlossen werden, funktionieren sie störungsfrei.

FireWire – der Port für den universellen Gebrauch verschiedener Techniken

Als FireWire bezeichnet man einen Bus für die serielle Datenübertragung. Die FireWire-Schnittstelle ist besonders unter Videofreunden sehr bekannt. Viele moderne Videocamcorder verlangen einen FireWire-Zugang zum PC, damit die Daten von der Kamera auf den Rechner übertragen werden können. Darüber hinaus werden über die FireWire-Schnittstelle aber zum Beispiel auch externe Datenspeicher wie Festplatten oder DVD-Brenner angeschlossen. Ein weiterer Nutzungsschwerpunkt dieser Porterweiterung ist die Verbindung zu Komponenten der Unterhaltungselektronik, die aus einem PC ein komplettes Multimediacenter machen können.

Genau wie bei der USB-Technologie wird auch die FireWire-Schnittstelle ständig in ihrem Leistungsspektrum erweitert. Während bisher FireWire 400 als Standard galt, muss für moderne Festplatten die FireWire-800-Porterweiterung verwendet werden. Zu erkennen ist sie unter anderem an der neunpoligen Steckleiste. Mit der neuen FireWire-800-Porterweiterung werden Datentransferraten von bis zu 90 Megabyte pro Sekunde stattfinden.

1,5 Ampere bei einer Stromversorgung zwischen acht und 33 Volt sind für den FireWire-Port notwendig. Mit dieser Versorgungsrate ist sichergestellt, dass externe Festplatten, die über die FireWire-Schnittstelle angeschlossen werden, keine eigene Stromversorgung benötigen. Das unterscheidet diese Porterweiterung maßgeblich von einer USB-Schnittstelle. USB wird mit maximal 0,5 Ampere und 5 Volt dem benötigten Einschaltstrom moderner externer Festplatten nicht gerecht. Hier müsste dann eine zusätzliche externe Stromversorgung für die Peripheriegeräte vorbereitet werden.

PCI-Steckkarten machen aus jedem PC ein Wunderwerk der Technik

PCI-Steckkarten sind die wohl gebräuchlichsten Porterweiterungen in der modernen Computertechnik. Über diese Schnittstelle werden Peripheriegeräte der unterschiedlichsten Art unmittelbar mit dem Chipsatz des Prozessors verbunden. Porterweiterungen für die PCI-Schnittstelle werden unter anderem genutzt für

  • Netzwerkkarten
  • W-LAN-Karten
  • TV-Karten
  • Grafikkarten oder
  • Festplattencontroller.

Überzeugen Sie sich vor dem Kauf einer PCI-Porterweiterung davon, welche Steckverbindungen ihr Rechner hat. Hier muss unterschieden werden zwischen PCI, PCI-X und PCI Express. Nur wenn die für den Anschluss passenden Porterweiterungen gekauft werden, lassen sie sich problemlos einbauen und in ihrer vollen Geschwindigkeit nutzen. Auch beim Kauf von Karten, die Sie über die PCI-Schnittstelle in den PC einbauen möchten, müssen Sie auf die genaue PCI-Spezifikation achten.

Moderne Mainboards verfügen in der Regel über die schnellen PCI-X-Anschlüsse. Wenn Sie nicht sicher sind, welche PCI-Porterweiterung für Ihren Rechner geeignet ist, informieren Sie sich im Bedienungshandbuch des Mainboards oder auf der Webseite des Mainboard-Herstellers. Die Seriennummer des Mainboards befindet sich auf der Hauptplatine.

AGP – eine Schnittstelle für das beste Bild

Der Accelerated Graphics Port (AGP) ist ein genormter Anschluss auf der Hauptplatine des Computers. Er dient dazu, eine Grafikkarte unmittelbar mit dem Chipsatz des Prozessors zu verbinden. Technisch betrachtet gibt es zwischen dem AGP- und dem PCI-Bus kaum Unterschiede. Zumindest in ihrer grundsätzlichen Architektur basieren beide auf derselben Technologie. Deshalb ist es auch durchaus möglich, eine Grafikkarte auch über die PCI-Schnittstelle anzuschließen.

Trotzdem bietet der AGP-Port erhebliche Vorteile. Wenn der vorhandene Grafikkartenspeicher nicht ausreicht, kann AGP auf den Arbeitsspeicher des PCs zugreifen. Dort werden dann Daten zum Beispiel zur Textur, zum Monitorbild oder andere Grafikdaten abgelegt. AGP-Schnittstellen sind mit sogenannten Bursts ausgestattet, die ein zusammenhängendes Speichermanagement bieten und so das schnelle Auslesen auch von zwischengespeicherten Daten ermöglichen. AGP-Ports sind außerdem in der Lage, den Framebuffer-Speicher effizient zu nutzen und so zweidimensionale Grafikdarstellungen erheblich zu beschleunigen.

Darüber hinaus bietet der AGP-Port eine höhere Transferrate als der PCI-Port. AGP ist kein Bus, sondern eher eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, die über einen eigenen Controller auf der Hauptplatine verfügt. Sind mehrere AGP-Ports vorhanden – was eher selten vorkommt – muss auch eine entsprechende Anzahl an Controllern auf dem Mainboard verfügbar sein. Sie sind in der Regel in der Northbridge des Chipsatzes untergebracht.

Entwickelt wurde die AGP-Schnittstelle von Intel im Jahr 1997. Erstmals eingesetzt wurde sie damals für den Pentium II Prozessor. Schon kurze Zeit später hatte sich diese Technik allgemein durchgesetzt und wurde auch von anderen Herstellern verwendet. Die technischen Voraussetzungen, sowohl einen AGB-Steckplatz als auch die notwendige AGP-Bridge (Controller) auf der Hauptplatine unterzubringen, waren dabei kein Problem. Der Vorteil, dass die Grafikkarte so unmittelbar und sehr schnell mit dem CPU verbunden wird, sorgt dafür, dass auch in der modernen Computertechnik AGP-Ports weiterhin ihre Berechtigung haben.

SCSI-Schnittstellen – ein Bus unter Kontrolle

Um SCSI-Geräte an eine Computer anschließen zu können, wird ein HBA – ein sogenannter Host-Bus-Adapter – benötigt. Zu den bekannten SCSI-Geräten gehören unter anderem externe Festplatten, Bandlaufwerke, Scanner oder optische Laufwerke. Diese Geräte verfügen über einen sogenannten SCSI-Controller, der die Datenübertragung auf den SCSI-Bus überwacht und mit dem Host-Bus-Adapter kommuniziert. Dieser SCSI-Host-Bus-Adapter ist bei einigen Mainboards fest in die Platine integriert. Er kann aber auch als Porterweiterung nachgerüstet werden. Eine SCSI-Schnittstelle verfügt über einen allgemeinen Standard und kann deshalb für nahezu jede Art von Peripheriegerät genutzt werden.

Obwohl der Host-Bus-Adapter im eigentlichen Sinn auch eine Hardware-Schnittstelle ist, die den Computer mit anderen internen oder externen Geräten verbindet, nimmt er doch eine Sonderstellung bei den Porterweiterungen ein. Während die meisten anderen Schnittstellen eine sehr eigene Architektur aufweisen und deshalb immer nur als einzelner Bus arbeiten, kann der HBA über mehrere Bus-Systeme hinweg arbeiten. Er erweitert also damit die Funktionen des Computers, indem er ihm eine komplette Hardware-Kompatibilität verschafft.

Wann machen Porterweiterungen im Allgemeinen wirklich Sinn?

Porterweiterungen dienen der Aufrüstung des Computersystems. Bei all den unterschiedlichen Möglichkeiten muss man aber immer die Leistungsfähigkeit des eigenen Rechners im Auge behalten. Ausschlaggebend dafür, welche und wie viele Porterweiterungen möglich sind, ist unter anderem die Anzahl der vorhandenen Steckplätze. Außerdem bedeutet jede Porterweiterung, über die ein externes Gerät angeschlossen wird, eine zusätzliche Belastung für den Prozessor. Unter Umständen kann es bei älteren Prozessoren und Mainboards zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Rechnergeschwindigkeit kommen.

Es ist zwar grundsätzlich möglich, auch ältere PCs durch Porterweiterungen aufzurüsten, im Zweifelsfall sollte aber die Frage gestellt werden, ob die Aufrüstung sich dann nicht auch auf das Mainboard und den Prozessor ausdehnen sollte. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Rechenleistung gleichbleibend gut bleibt und auch moderne Geräte sicher über die entsprechenden Schnittstellen betrieben werden können.

PC-Aufrüstung komplett – durch einfache Steckverbindungen kein großes Problem

Zur Aufrüstung eines Computersystems gehören unterschiedliche Komponenten. Ein leistungsfähiger Prozessor, ein Mainboard, das genügend Kapazität für die verschiedenen Porterweiterungen zulässt, und natürlich ein ausreichend großer Arbeitsspeicher sind wichtig, damit Rechenleistung und Peripheriegeräte in einem vernünftigen Verhältnis zueinander in ansprechender Geschwindigkeit funktionieren. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass bei höheren Leistungen, die ein Computer möglicherweise auch durch Speichererweiterungen zu erbringen hat, ebenfalls andere Ansprüche an die Kühleinheiten gestellt werden. Zusätzliche Kühlpads für das Mainboard können hier dafür sorgen, dass es nicht zu Beschädigungen durch erhöhte Temperaturen kommen kann.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden