Einkaufsratgeber für gebrauchte Reifen

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Einkaufsratgeber für gebrauchte Reifen

Gebrauchte Reifen: Chancen und Risiken

Viele Menschen sind aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten beim Reifenkauf auf gebrauchte Modelle angewiesen. Nach gebrauchten Reifen zu suchen, birgt jedoch nicht nur Chancen auf Schnäppchen, sondern ebenso Risiken. Wer mit Bedacht vorgeht und auf die wichtigsten Punkte achtet, kann aber einen Reifensatz erwerben, der nicht nur günstig ist, sondern auch auf Dauer Freude macht. Geld ist für die meisten Menschen der entscheidende Faktor bei der Reifenwahl. Insbesondere bei den Winterreifen, deren Erwerb durch das Gesetz sogar indirekt vorgeschrieben ist, schauen die Käufer deshalb meist zuerst auf den Preis. Tatsächlich gibt es die Möglichkeit, gebrauche Reifensätze zu erwerben, die noch ein langes Leben vor sich haben und im Verhältnis sehr günstig sind. Bei der Suche gibt es einige Aspekte zu beachten.

Verschiedene Arten von gebrauchten Reifen

Beim Kauf gebrauchter Reifen muss man zwischen drei Typen unterscheiden. Erstens: Tatsächlich gebrauchte Reifen, die man von einer Privatperson erwirbt. Zweitens: Runderneuerte Reifen, die schon gefahren wurden, hinterher jedoch professionell wieder aufbereitet wurden. Und drittens: Sogenannte B-Ware-Reifen, die nur wenige Kilometer in Testfahrten hinter sich gebracht haben und dabei intensiv genutzt wurden. Diese Modelle befinden sich aber noch immer in einem weitaus besseren Zustand als die herkömmlich gebrauchten Reifen. Alle drei Varianten bieten den Vorteil, dass sie wesentlich günstiger als Neureifen sind. Optimalerweise findet man Reifensätze der zweiten Option, denn die dritte Möglichkeit ist ein echter Glücksfall, da die entsprechenden Reifen nur selten zu haben sind. Alle Händler, die gebrauchte Reifen anbieten, haben diese wieder aufbereitet, da sie bei einem Verkauf Garantie- und Gewährleistung von wenigstens einem Jahr anbieten müssen. Beim Kauf gebrauchter Reifen kann man also sparen, trotzdem gute Modelle erhalten und sich im Notfall auf Garantie und/oder Gewährleistung verlassen. 

Wie lange halten gebrauchte Reifen?

Ein neuer Sommerreifen hält drei bis fünf Jahre und hat eine durchschnittliche Laufleistung von bis zu 30.000 Kilometern. Ein Winterreifen hält, insofern er denn sachgerecht verwendet und aufbewahrt wird, durchschnittlich doppelt so lange. Auf eBay haben Sie die Möglichkeit sich einen Überblick über die verschiedenen Angebote zu verschaffen und Winterreifen mit Felgen zu erwerben.  Ein M+S-Reifen (Ganzjahresreifen) schafft zwischen 35.000 und 40.000 Kilometern und hält etwa drei Jahre. Die Ganzjahresreifen leiden ganz besonders unter nicht sachgerechter Fahrweise und sollten deshalb gebraucht nur dann erworben werden, wenn man sich der Qualität des Reifens absolut sicher ist. Wie lange die gebrauchten Pneus noch halten, lässt sich nicht allgemeingültig sagen. Eine Faustregel, die häufig verwendet wird und durchschnittlich zutrifft, besagt, dass Gebrauchtreifen etwa noch 50 Prozent der Lebenszeit von Neureifen haben, wenn nicht offensichtliche Gründe wie sichtbare Beschädigungen dagegensprechen. Trotz des fraglosen Charmes dieser Faustregel sollte man sie nicht überstrapazieren. Es gibt beispielsweise Fahrzeuge von Senioren, die kaum gefahren werden. Die Reifen werden dann unter Umständen als gebraucht verkauft, weil sie drei bis fünf Jahre alt sind, jedoch nur eine Laufleistung von 10.000 Kilometern erreicht haben. Diese Reifen haben noch ein langes Leben vor sich. Eine andere Faustregel besagt, dass gebrauchte Reifen aus Sicherheitsgründen jedes Jahr gewechselt werden sollten. Dies ist deutlich zu häufig. Spätestens nach drei Jahren sollte man jedoch, auch wenn der Reifen eigentlich noch problemlos arbeitet, einen Wechsel in Betracht ziehen.

Die Risiken beim Kauf gebrauchter Reifen

Ganz ohne Risiko ist der Kauf gebrauchter Pneus, wie eingangs erwähnt, nicht. Die Gefahren liegen vor allem darin, dass die Reifen zu alt sein könnten, überfahren worden sind oder aber eine kritische Vorgeschichte haben, die man nicht kennt. Reifen, die einmal in einen Unfall verwickelt waren, sollten beispielsweise direkt danach entsorgt werden, weil der Aufbau ernsten Schaden genommen haben könnte. Oft passiert dies nicht. Stattdessen werden die Reifen abgenommen und als gebraucht verkauft, da es keine Unfallmeldepflicht für Reifen gibt.

Warnzeichen: Diese typischen Mängel sind zu beachten

Gebrauchte Reifen, die sich dem Ende ihres Lebens nähern, weisen drei typische Warnzeichen auf. Als Erstes lässt die Profilstärke nach. Diesen Test können Sie auch selbst durchführen: Nehmen Sie ein Zehn-Cent-Stück und stecken Sie es ins Profil. Es muss wenigstens zu 50 Prozent im Reifen verschwinden. Je älter ein Reifen wird, desto eher nimmt er Schaden. In diesem Fall bilden sich kleine und zu Beginn sehr feine Risse in der Oberfläche. Diese sehen beunruhigender aus, als sie eigentlich sind, zeigen aber, dass der Reifen schon gelitten hat. Das letzte Warnzeichen rät den sofortigen Wechsel an: Wenn der Reifen extrem hart ist, ist sein Leben fast beendet. In diesem Fall hat sich der Weichmacher aufgelöst, der dafür sorgt, dass das Fahrwerk im Zusammenspiel mit dem Gummi keinen Schaden nimmt und der Reifen zudem nicht aufgrund des hohen Luftdrucks platzt.

Das Problem der Reifen aus dritter Hand

Vereinzelt kann es auch der Fall sein, dass Reifen aus dritter Hand angeboten werden. Dies bedeutet, der Pneu hatte wenigstens zwei private Vorbesitzer. Viele Experten raten von einem Kauf solcher Reifen ab, da es hier natürlich sehr schwierig ist, die Vorgeschichte in Erfahrung zu bringen. Einige Experten meinen, dass außerdem die Lebensdauer des Reifens noch kürzer sei, da ihn schon zwei Vorbesitzer in Gebrauch hatten. Komplette Einigkeit gibt es in der Frage jedoch nicht, denn vor allem Käufer, die sich für Reifen aus dritter Hand entschieden haben, widersprechen dieser strikten Sichtweise: Wenn der Reifen sehr jung (nicht älter als drei Jahre) ist und keine Warnzeichen aufweist, könne man hier noch immer ein gutes Geschäft machen. Wichtig ist es dabei aber, auf die Felgen zu achten. Weisen diese insbesondere an den Rändern Beulen oder sonstige Beschädigungen auf? Sind überhaupt Felgen vorhanden? Wurden die Felgen getauscht und sind sie neuwertig? Wirklich trauen sollte man nur einem Reifensatz, der mit gebrauchten Felgen, die gewöhnliche Abnutzungsspuren tragen, zum Verkauf angeboten wird. Neue Felgen sind für einen alten Reifensatz zu kostspielig und treiben den Preis nach oben oder sollen etwas verdecken. Da der Reifen Felgen benötigt, ist ein Satz ganz ohne Felgen möglicherweise günstig, verlangt jedoch eine Anschlussinvestition.

Gebrauchte Sommer- oder Winterreifen kaufen

Wer ein Auto erwirbt, beschäftigt sich fast sofort mit der Frage, ob er gebrauchte Reifen zusätzlich zum Fahrzeug erwerben sollte, denn der Pkw benötigt Winterreifen. Aber auch Sommerreifen oder Sommerkompletträder werden immer öfter gebraucht erworben. Sie können auf eBay bei Varianten der Reifen kaufen.

Gebrauchte Sommerreifen kaufen

Bei gebrauchten Sommerreifen müssen Sie ganz besonders auf die Profiltiefe achten. Denn anders als bei Winterreifen, für die der Gesetzgeber mit vier Millimetern eine akzeptable Lösung gefunden hat, ist der entsprechende Referenzwert für Sommerreifen mit 1,6 Millimetern eigentlich deutlich zu gering. Zumal man als Privatperson kaum die Möglichkeit hat, zu kontrollieren, ob die Tiefe passt. Auch ein Sommerreifen sollte deshalb – gebraucht oder nicht – wenigstens eine Profiltiefe von zwei Millimetern aufweisen. Wer im Zweifel ist, ob die Profiltiefe ausreicht, sollte vom Kauf Abstand nehmen. Dafür ist das funktionierende Profil von zu großer Bedeutung.

Gebrauchte Winterreifen kaufen

Bei gebrauchten Winterreifen spielt neben dem Profil vor allem die sachgerechte Lagerung in den Sommermonaten eine entscheidende Rolle. Winterreifen funktionieren am besten bei einer Temperatur von weniger als acht Grad Celsius. Die spezielle Gummimischung benötigt die Kälte. Auch im Sommer sollten die Reifen nicht zu warm werden, weil sich die Gummimischung ansonsten auflöst und die Lebenszeit des Winterreifens deutlich begrenzt. Gebrauchte Winterreifen sollten in einer Umgebung mit einer Temperatur von zehn bis 20 Grad gelagert werden. Die entsprechende Angabe ist vom Verkäufer einzufordern. Löst sich die Gummimischung auf, bilden sich deutlich sichtbare Blasen auf den Reifen. Dann ist der Prozess allerdings schon sehr weit fortgeschritten.

Die spezielle Situation beim Kauf gebrauchter Ganzjahresreifen

Wie bereits angedeutet, haben Ganzjahresreifen eine kürzere Lebenserwartung. Der Kauf gebrauchter Modelle ist deshalb nur auf den ersten Blick günstiger als Sommer- und Winterreifen zu erwerben, da man sich zeitnah schon wieder einen neuen Reifensatz zulegen muss. Gebrauchte Ganzjahresreifen sollten nicht älter als ein Jahr sein.

Welcher Reifen passt zu welchem Wagen

Die entscheidende Frage beim Kauf gebrauchter Reifen ist jedoch eine andere: Passt der angebotene Satz überhaupt auf den eigenen Wagen? Dabei spielen die Größe, die Qualität und die Montagemöglichkeiten eine entscheidende Rolle.

Die passende Reifengröße ermitteln

Nicht jeder Reifen passt auf jeden Pkw. Die meisten Menschen kaufen aber fälschlicherweise lieber zu kleine Reifen, weil sie fürchten, sich ansonsten für zu große Modelle zu entscheiden. Die Gefahr ist jedoch wesentlich größer, zu kleine Pneus zu montieren, denn diese brechen rasch unter der Belastung von Fahrzeug und hohen Geschwindigkeiten zusammen. Die Fahrzeugdokumente informieren deshalb über die minimale Größe, die auf das eigene Auto passt. In den neuen Zulassungsbescheinigungen (seit 2005) befinden sich diese Werte in den Ziffern 15.1 bis 15.3. Im alten Fahrzeugschein stehen sie unter den Punkten 20 bis 23. Die Größe eines Reifens wird in einer Zahlenbuchstabenkombination angeben. Diese lautet zum Beispiel 195/60 r15. Die 195 beschreibt die Breite des Reifens in Millimetern. Die 60 meint das prozentuale Verhältnis von Reifenhöhe zu Breite. Das r gibt an, dass es sich um einen Pneu radialer Bauart handelt. Die 15 beschreibt den Durchmesser der Felge in Zoll. Der Hersteller des Fahrzeugs informiert auf Nachfrage, bis zu welcher Reifengröße man wählen kann. Die entsprechenden Informationen findet man auch im Netz mit Hilfe von Reifenkonfiguratoren.

Das Alter des Reifens bestimmen

Die meisten Verkäufer kennen die Laufleistung ihres Reifens nicht. Bei gebrauchten Reifen sollte man deshalb das Alter vor dem Kauf bestimmen. Hierüber informiert die DOT-Nummer. Dabei handelt es sich um eine vierstellige Zahl, die von der amerikanischen Verkehrsbehörde Department of Transportation erfunden wurde. Sie ist in den Reifen vulkanisiert. Dort finden Sie zwei Kolonnen. Die erste können Sie ignorieren. Die zweite ist wie folgt aufgebaut: Die ersten beiden Zahlen beschreiben die Produktionswoche und die anderen beiden Ziffern das Produktionsjahr des Pneus. Steht dort beispielsweise 5208, dann wurde der Reifen in der letzten Woche des Jahres 2008 gefertigt.

Spielt Markenqualität eine Rolle?

Bei gebrauchten Reifen spielt Markenqualität eine größere Rolle als bei Neureifen. Denn günstige No-Name-Reifen halten neu anfangs mit den bekannten Marken mit, bauen anschließend jedoch schnell ab. Es gilt deshalb, den Rollwiderstand, den Bremsweg bei Nässe und das Abrollgeräusch zu ermitteln. Seit November 2012 sind diese Werte aufgrund einer EU-Verordnung auf den Reifen aufgeklebt. Zuvor wurden sie auch schon immer angegeben, allerdings meist nicht an der gleichen Stelle. Es handelt sich um Durchschnittswerte, die auch ältere Reifen berücksichtigen. Dabei wird nach den Buchstaben des Alphabets bewertet. Das A ist die Bestnote. Es zeigt sich, dass die Markenreifen deutlich besser abschneiden als die No-Name-Produkte. Ein Kauf von gebrauchten No-Name-Reifen ist deshalb eher nicht empfehlenswert.

Montage gebrauchter Reifen

Wer bei eBay seine gebrauchten Reifen erwirbt, steht vor dem Problem, dass diese montiert werden müssen. Wer es selbst machen kann, sollte nicht zögern, sich die Pneus nach Hause schicken zu lassen. Wer eine Werkstatt damit beauftragen möchte, sollte sich zuvor informieren, ob diese ebenfalls den Service anbietet, dass die Reifen direkt zu ihr gesandt werden können. In diesem Fall muss nicht mehr für den Transport von den eigenen vier Wänden bis zur Werkstatt gesorgt werden. Insbesondere private Werkstätten sind häufig damit einverstanden, dass die Reifen nach vorheriger Absprache direkt zugeschickt werden. Bei eBay ist es dementsprechend möglich, eine andere Lieferadresse anzugeben oder den Verkäufer mit einer kurzen Nachricht darüber zu informieren, dass die Reifen an eine andere Anschrift geschickt werden sollen. 

Auch sehr interessant ist die Technologie des Runflat Reifen, die auch unter der Bezeichnung Self Supporting Tires bekannt sind und bei einer Reifenpanne durch verstärkte Flanken auch ohne Luft eine Strecke von etwa 80 Kilometern bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zurücklegen können. Dadurch vermeiden Sie riskante Aktionen am Seitenstreifen.

Gewährleistungsansprüche und Garantie bei gebrauchten Reifen

Gewerbliche Verkäufer sind auch beim Verkauf von gebrauchten Reifen an die in Deutschland gültige Garantie- und Gewährleistungsgesetzgebung gebunden. Bei Gebrauchtware dürfen sie ihre Verantwortung allerdings auf eine reine Gewährleistung beschränken. Privatverkäufer können sämtliche derartigen Haftungsverpflichtungen ausschließen. Tun sie es nicht explizit, sind sie daran gebunden. Es ist nicht möglich, diese nach dem Kauf noch nachträglich ausschließen, weil der Ausschluss beispielsweise in der Anzeige bei eBay vergessen wurde.

Gebrauchte Reifen bei eBay kaufen

Bei eBay finden Sie gebrauchte Reifen aller Art. Sie können dafür “Gebrauchtreifen“ in das Suchfeld eingeben oder aber über die Kategorie Autoreifen & Felgen in der Rubrik Auto & Motorrad: Teile die entsprechende Auswahl aufrufen. Das Suchfeld eignet sich insbesondere für Präzisierungen sehr gut. So können Sie hier beispielsweise Gebrauchtreifen und dann Ihre Automarke eingeben oder die gewünschte Marke des Reifenherstellers.

Fazit

Beim Kauf gebrauchter Reifen ist darauf zu achten, dass diese ein gewisses Alter nicht überschritten haben und keine Beschädigungen aufweisen. Markenprodukte sind No-Name-Reifen vorzuziehen. Achtet man auf die technischen Daten in den Fahrzeugpapieren und auf Qualität, hat man auch an gebrauchten Reifen lange Freude und spart zusätzlich viel Geld.

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