Einkaufsratgeber für die Auswahl der Terrassenmaterialien

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Einkaufsratgeber für die Auswahl der Terrassenmaterialien

Der Garten ist für viele Menschen eine grüne Oase, ein Rückzugsort vor dem Stress des Alltags, an dem sie Ruhe und Entspannung finden. Um den Garten sinnvoll nutzen zu können, werden in der Regel ein Tisch und einige Stühle benötigt – zwar kann man diese auch einfach auf die Rasenfläche stellen, bequemer ist es aber, wenn man eine Terrasse anlegt, auf der Gartenstühle, Gartengeräte oder vielleicht auch eine Hollywoodschaukel Platz finden. Zudem ist man mit einer Terrasse unabhängiger vom Wetter, da sie sich selbst nach tagelangen Regenfällen noch nutzen lässt, ohne dass man im aufgeweichten Boden des Gartens versinkt.

Verschiedene Materialien mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften

Hat man beschlossen, eine Terrasse anzulegen, muss man sich für ein Baumaterial entscheiden. Das klingt leichter als es ist, denn die Materialien haben sehr unterschiedliche Eigenschaften und Vor- sowie Nachteile. Steinplatten sind beispielsweise sehr robust und haltbar, müssen aber aufwendig vor Frost geschützt werden. Holzfliesen lassen sich dagegen sehr einfach verlegen, können aber mit der Zeit durchweichen und morsch werden, vor allem, wenn sie unsachgemäß verlegt wurden. Um die Auswahl etwas zu erleichtern, wollen wir nun näher auf die einzelnen Materialien eingehen.

Material: Stein

Steinplatten sind das klassische und vermutlich auch am weitesten verbreitete Material für Terrassen. Für die Verlegung von Steinplatten ist ein relativ hohes Maß an handwerklichem Geschick erforderlich, da die Platten frostsicher verlegt werden müssen. Dazu ist entweder eine stahlverstärkte Betonplatte oder ein Splittbett notwendig, das einen entsprechenden Neigungswinkel aufweist, zudem müssen die Platten möglichst blasenfrei verlegt werden. Falls man keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet hat, ist es meist besser, die Steinplatten von einem Fachmann verlegen zu lassen. Ist die Verlegung aber erst einmal erledigt, hat man eine pflegeleichte Terrasse, die weitgehend unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und ausgesprochen haltbar ist. Zudem bietet sie Gartenmöbeln einen festen Untergrund ohne Lücken oder Vertiefungen, sodass sich Tische, Stühle und Bänke einfach und flexibel platzieren lassen.

Die Auswahl an Steinplatten ist immens und reicht von einfachen Verbundsteinen über Terrassenfliesen im Terrakotta-Design bis zu Steinplatten mit ausgefallenen Mustern und Verzierungen. Auch bei den Formen stehen bei Steinplatten zahlreiche Varianten zur Wahl, beispielsweise rechteckige, quadratische oder sechseckige Platten. Es ist sogar möglich, eigene Fliesen herzustellen – dafür sind lediglich eine Gussform, ein Trennmittel und Beton nötig. Mit Farbpigmenten oder Dekorelementen kann man die Fliesen noch etwas ausgefallener gestalten.

Material: Holz

Hierbei handelt es sich meist um imprägnierte Holzleisten, die auf einem Kunststoffträger befestigt sind. Die Fliesen lassen sich mit Hilfe eines einfachen Stecksystems verbinden und sind somit auch von Laien problemlos zu verlegen. Dieser Vorteil ist zugleich allerdings auch ein Nachteil, denn durch die Steckverbindung sind die Fliesen nur lose miteinander verbunden. So können sie sich mit der Zeit verschieben, etwa durch Unregelmäßigkeiten im Boden, und die Oberfläche der Terrasse wird uneben. So etwas lässt sich zwar beheben, ist aber mit einem beträchtlichen Arbeitsaufwand verbunden.

Zwar haben die Fliesen auf der Unterseite einen Kunststoffträger, sodass das Holz nicht in direkten Kontakt mit dem Boden kommt und einigermaßen vor Nässe geschützt ist, allerdings ist es empfehlenswert, Holzfliesen dennoch auf einem zuvor angelegten Bett aus Splitt zu verlegen, damit Regenwasser möglichst schnell abfließen kann. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme und der Imprägnierung wird das Holz mit der Zeit durch den Einfluss der Witterung aber durchweichen und morsch werden, sodass die Fliesen ausgetauscht werden müssen. Dennoch handelt es sich bei Holzfliesen um eine einfach zu verbauende und – bei entsprechender Pflege – lange haltbare Alternative zu Steinplatten.

Neben Holzfliesen gibt es auch Holzbohlen als Terrassenmaterial. Diese werden auf speziellen Terrassenpads verlegt und auf einem Holzrahmen mit Schrauben fixiert. Der Aufwand bei der Verlegung ist also deutlich größer als bei Holzfliesen, handwerklich Geübte sollten aber keine größeren Probleme beim Anlegen einer Terrasse mit Holzbohlen haben. Der Mehraufwand beim Bau der Terrasse zahlt sich allerdings auch aus, da das Holz besser vor Feuchtigkeit geschützt und damit länger haltbar ist.

Für Holzfliesen werden meist Tropenhölzer wie Bangkirai, Garapa, Massaranduba oder Akazie verwendet. Diese Harthölzer sind besonders unempfindlich gegenüber Nässe, was bei Holzfliesen aufgrund des geringen Abstands zwischen Holz und Boden auch nötig ist, um die Haltbarkeit zu gewährleisten. Die angenehm warmen Braun- und Rottöne dieser Hölzer lassen die Terrasse zudem besonders einladend wirken. Bei Holzbohlen kommen in der Regel günstigere Hölzer wie Lärche oder Kiefer zum Einsatz, da Bohlen in entsprechender Stärke aus edleren Hölzern einfach zu teuer wären.

Holz als Terrassenmaterial hat den Vorteil, dass die Terrasse normalerweise ohne die Hilfe eines Fachmanns selbst angelegt werden kann, zudem verbreitet Holz eine warme und wohnliche Atmosphäre. Nachteile sind die, im Vergleich zu Steinplatten, nicht ganz so lange Haltbarkeit und die nicht ganz ebene Oberfläche der Fliesen beziehungsweise Bohlen.

Material: Naturstein

Hierbei handelt es sich um Platten oder Blöcke aus bearbeitetem Naturstein. Sie können entweder lose verlegt und mit Sand oder ähnlichem Fugenmaterial fixiert oder wie Steinplatten auf einem vorbereiteten Boden verbaut und mit Mörtel eingekittet werden. In beiden Fällen ist aber, vor allem auch durch die meist etwas unregelmäßige Form der Steine, ein hohes Maß an handwerklichem Geschick erforderlich, sodass nur passionierte Heimwerker sich an einer Terrasse aus Naturstein versuchen sollten – alle anderen sollten besser einen Fachmann beauftragen.

Naturstein verbindet einige der Vorteile von Holzfliesen und Steinplatten. So ist eine Terrasse aus Naturstein – richtig angelegt – ebenso haltbar und witterungsbeständig wie eine Terrasse mit Steinplatten. Durch das natürliche Material und die mehr oder weniger unregelmäßige Form der Platten sorgt Naturstein aber auch für ein sehr gemütliches und harmonisches Ambiente. Das Material ist allerdings im Vergleich zu den anderen Terrassenmaterialien ziemlich teuer, zudem muss man in der Regel noch die Kosten für die Verlegung einplanen.

Neben Granit, der mit seiner grauen Farbe recht streng und kühl wirkt, wird vor allem Sandstein für Terrassen verwendet. Dieser besitzt eine warme, gelb-rote Farbe, die Gedanken an Sommer und Urlaub aufkommen lässt. Sehr edel, aber auch sehr teuer, ist Marmor, der in zahllosen Farben, wie etwa Schwarz, Weiß, Rot oder Grün, verfügbar ist. Marmor war schon in der Antike ein begehrter Baustoff und an der faszinierenden Wirkung seiner Maserung und Farbe hat sich bis heute nichts geändert. Schiefer ist zumeist schwarz, er ist aber auch in Braun-, Grün- und Gelbtönen erhältlich. Schiefer wirkt, ähnlich wie Marmor, sehr edel, er ist aber in der Regel deutlich günstiger. Basalt kennen die meisten Menschen als Kopfsteinpflaster. Seine grau-schwarze Farbe wirkt kühl, aber klassisch. Er wird häufig für Terrassen von Altbauten verwendet, da er sich dort perfekt in das Bild einfügt.

Material: Kies

Kies & Kiesel sind ein eher ungewöhnliches Material für Terrassen. Meist werden diese Materialien für Gartenwege oder als Dekoration in Steingärten verwendet, es ist aber durchaus möglich, auch eine Terrasse mit Kies anzulegen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die „Verlegung“ ist denkbar einfach und selbst für absolute Laien problemlos zu bewerkstelligen. Der Kies muss lediglich auf dem zuvor festgestampften Boden verteilt werden, schon ist die Terrasse fertig. Außerdem ist Kies vollkommen witterungsunempfindlich und sehr günstig. Größter Nachteil ist die sehr unebene Fläche, auf der sich Stühle, Tische oder andere Möbel nur schlecht platzieren lassen. Zudem kann sich der Kies, falls die Terrasse nicht eingefasst wurde, mit der Zeit überall im Garten verteilen. Häufig dient eine Kiesterrasse als Übergangslösung, bis eine „richtige“ Terrasse angelegt werden kann. Als dauerhaft angelegte Terrasse ist eine Variante mit Kies die Ausnahme und zählt eher zum Bereich „Kuriositäten.“

Was man beim Kauf von Terrassenmaterialien bei eBay beachten sollte

Terrassenmaterialien werden meist in großen Mengen benötigt, zudem bestehen sie aus massiven Substanzen wie Stein oder Holz. Daher kann der Versand in der Regel nicht über einen normalen Paketdienst erfolgen. Viele gewerbliche Anbieter liefern bestellte Ware zwar kostenlos, dennoch sollte man sich die Versandbedingungen der Angebote genau ansehen.

Es werden auch häufig Restposten, Restlagerbestände oder gebrauchte Artikel angeboten. Bei diesen sollte man sich die Artikelbeschreibung gründlich durchlesen und gegebenenfalls Rücksprache mit dem Verkäufer halten, um den genauen Zustand der Ware eindeutig abzuklären. Gerade bei Holz muss man wissen, ob es bereits längerer Zeit der Witterung ausgesetzt war, da dies die Haltbarkeit deutlich vermindert.

Fazit

Mit Terrassenmaterialien lassen sich – je nach handwerklichem Geschick – einfache bis aufwändige Terrassen gestalten, auf denen man den eigenen Garten in Ruhe genießen kann. Dank der vielen verschiedenen Materialien lässt sich wirklich für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas Passendes finden. Passionierte Heimwerker haben beim Anlegen einer Terrasse zudem die Möglichkeit, ihrer Leidenschaft zu frönen und ihr Können auf die Probe zu stellen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden