Einkaufsratgeber für alte Schraubzwingen

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Einkaufsratgeber für alte Schraubzwingen

Worauf Sie beim Kauf einer alten Schraubzwinge achten sollten

Spannwerkzeuge gehören zur Grundausstattung einer jeden Holzwerkstatt. Schraubzwingen sind Spannmittel, die bei der Bearbeitung von mehreren Werkstücken, die zusammengepresst oder festgehalten werden sollen, genutzt werden. Sehr große Schraubzwingen werden auch Schraubknecht genannt. Schraubzwingen sind bei einfachem Aufbau für große Spannweiten geeignet. Es existieren Modelle zwischen 100 und 400 Millimetern. Schraubknechte sind zwischen 500 und 2000 Millimetern erhältlich. Es gibt verschiedene Arten von Schraubzwingen. Neben den klassischen Modellen sind inzwischen Korpuszwingen und Einhandzwingen auf dem Markt. Für welchen Typ man sich beim Kauf einer Schraubzwinge entscheiden sollte, hängt stark davon ab, was Sie pressen oder zusammenhalten wollen. Im Angebot ist ein großes Sortiment an alten und neuen Schraubzwingen in allen Größen und Formen. Gerade wenn es sich um ein älteres Modell handelt, müssen Sie auf einige Faktoren achten.

Funktionsweise und verwendete Materialien einer Schraubzwinge

Schraubzwingen bestehen aus einer festen Schiene und einem beweglichen Spannarm. Der bewegliche liegt auf einer beweglichen Schiene dem festen Arm gegenüber und ist meist geriffelt. Die Spannweite der Zwinge wird durch die Länge der Schiene bestimmt. Der einzuspannende Gegenstand wird zunächst am festen Spannarm angesetzt und durch Verschieben des beweglichen Arms im Groben fixiert. Die Feinjustierung sowie das Anpressen erfolgt durch eine sogenannte Gewindespindel. Im Gegensatz zum Schraubstock läuft die Spindel nur im Mutterngewinde der beweglichen Backe ohne Gegenlager. Die Spindel wird über einen Handgriff oder einen Knebel, durch den eine höhere Drehkraft möglich ist, gedreht. Beim Anziehen der Spindel verkantet der bewegliche Spannarm. Somit erfolgt die Fixierung des Gegenstands auf der Schiene. Die Länge der Spannarme bestimmt gleichzeitig die Spanntiefe.

Die Schraubzwinge dient jedoch nicht nur zur Fixierung eines Werkstückes auf einer Werkbank. Schraubzwingen werden beispielsweise auch in der Holzverarbeitung eingesetzt, um miteinander verleimte Gegenstände zusammenzupressen, bis der Holzleim ausgehärtet ist. Die Schraubzwinge kommt hauptsächlich bei der Bearbeitung von Holz und Metall zum Einsatz. Holz darf jedoch nicht zu fest eingespannt werden, vor allem wenn es sich um weiches Sperrholz handelt. Dies könnte leicht Abdrücke auf dem Holz verursachen. Zur Herstellung von Schraubzwingen wurden und werden unterschiedliche Werkstoffe verwendet. Früher gab es Schraubzwingen aus Holz.

Heute sind Modelle mit gegossenem und geschmiedetem Material auf dem Markt vertreten. Hierbei wird zwischen Temperguss- und Ganzstahl-Schraubzwingen unterschieden. Bei den Temperguss-Schraubzwingen bestehen Stahlschiene, Fest- und Gleitbügel aus Temperguss. Temperguss ist ein Eisen-Kohlenstoff-Werkstoff, der Aufgrund seiner Verarbeitung teilweise bessere mechanische Eigenschaften als normales Gusseisen besitzt. Dieses Modell benötigt man zum starren Spannen. Ganzstahl-Schraubzwingen bestehen sowohl der als ein Stück gefertigte Festbügel und die Gleitschiene als auch der Gleitbügel aus Stahl. Diese Art von Schraubzwingen eignet sich aufgrund ihrer höheren Elastizität besonders für Spannaufgaben bei Bearbeitungsvorgängen, bei denen Vibrationen auftreten. Schraubzwingen sind in den verschiedensten Größen erhältlich. Die gängigste Größe sind 12 Zentimeter. Es existieren aber auch Modelle, die bis zu 2 Meter lang sind.

Kriterien, auf die Sie beim Kauf einer Schraubzwinge achten sollten

Es gibt verschiedene Ausführungen von Schraubzwingen, die sich in erster Linie in ihrer Größe unterscheiden. Es gibt kleine Miniatur-Schraubzwingen, die vor allem für den Modellbau benötigt werden, um geklebte Teile aneinanderzupressen, bis der Kleber getrocknet ist. Wenn eine besonders schonende Bearbeitung notwendig ist, sollte man auf eine spezielle Ratschenzwinge zurückgreifen. Für größere schwerere Anwendungen, werden auch größere Werkzeuge benötigt. Doch der Eindruck täuscht, dass die besonders schweren und massiven Schraubzwingen den größten Pressdruck aufbringen. So sind teilweise Schraubzwingen mit der gängigen Spannarmlänge von 12 Zentimetern die, mit denen viel Druck aufgebracht werden kann. Ergonomische Kunststoffgriffe erleichtern ein kraftvolles Zupacken. Eine gut verarbeitete Mechanik sorgt für eine günstige Kraftübertragung. Diese beiden Aspekte sind entscheidend, denn die Stabilität einer Zwinge kann der Anwender erst dann nutzen, wenn Handgriff und Mechanik des Werkzeugs eine entsprechende Kraftübertragung auf das Werkstück ermöglichen. Der erreichbare Druck ist also nicht alles. Erhältlich sind neben den klassischen Schraubzwingen noch Korpuszwingen und Schnell-oder Einhandzwingen.

Vor- und Nachteile verschiedener Schraubzwingentypen

Die klassische Schraubzwinge

Die klassischen Schraubzwingen sind für Verleimarbeiten im Möbelbau konzipiert. Durch ihre gut dosierbaren Klemmhebel und die schonenden Korkbeläge gilt sie auch bei Profis als preiswerte Alternative, insbesondere für kleinere Verleimarbeiten. Zum Verleimen breiter Werkstücke gibt es sogenannte Flächenspanner, bei denen sich der Druck auf die gesamte Breite der Backen verteilt. Mit normalen Schraubzwingen und Beilagen aus Holz erreichen Sie aber den gleichen Effekt.

Die Holzvariante der klassischen Schraubzwinge

Damals wurden Schraubzwingen aus Holz gefertigt. Und auch heute existieren noch Modelle, deren Backen aus Holz gefertigt werden. Diese sind für leichte bis mittlere Haltearbeiten geeignet. Kleine Verleimarbeiten sind ebenfalls gut durchführbar. Für schwerere Verleimarbeiten fehlt die Spannkraft einer Korpuszwinge oder Temperguss-Schraubzwinge. Gerade alte Modelle wurden aus Holz gefertigt.

Die Korpuszwinge

Diese Zwingen halten beim Klemmen den rechten Winkel von alleine. So können alle Korpusmöbel wie Schränke, Schubladen oder auch Bilderrahmen genau im rechten Winkel verleimt werden. Somit werden insgesamt weniger Zwingen benötigt. Die großen Spannflächen ermöglichen eine gleichmäßige und materialschonende Einspannung, ohne Verwendung einer Zulage. Die stabilen und breiten Schienen sind sehr verwindungssteif. Korpuszwingen übertragen im Vergleich zu den herkömmlichen Zwingen weniger Spanndruck. Dafür sichern sie eine exakt plane Druckverteilung. Der Vorteil der Korpuszwingen gegenüber herkömmlichen Zwingen liegt darin, dass die gesamte Spannfläche allseitig um die Schiene genutzt werden kann. Diese Art von Zwingen ist gut zum Verleimen im Möbelbau einsetzbar. Korpuszwingen vereinen mittlere Spannkräfte mit hoher Präzision. Allerdings sind diese Modelle etwas teurer und manchmal ist die Handhabung etwas knifflig. Ein Clou der Korpuszwingen ist der, dass diese werkzeugfrei umgesteckt werden können und dann als Spreizwerkzeug dienen.

Die Schnell- oder Einhandzwinge

Der große Vorteil einer Einhandzwinge ist, dass der Nutzer immer eine Hand frei hat. Sie kann der herkömmlichen Schraubzwinge im Hinblick auf die Einspannkraft nicht das Wasser reichen, dafür kann sie schnell und vielseitig eingesetzt werden. Sie erreichen Spannkräfte umgerechnet von unter 100 Kilogramm und eignen sich daher für schnelle Fixierungen und Verleimarbeiten. Für viele Arbeiten in der Holzwerkstatt ist der erzielbare Druck völlig ausreichend. Bei der Verleimung von schweren Werkstücken können Sie an ihre Grenzen stoßen. Durch die Backen aus Weichkunststoff mit ihrer relativ großen Druckfläche, werden selten Zulagen wie bei der klassischen Schraubzwinge benötigt.

Sonderformen der Schraubzwinge

Für ganz spezifische Spannprobleme wurden spezielle Spannwerkzeuge wurden entwickelt. Sie unterscheiden sich im Nutzen, den Anwendungsbereichen und den Einsatzzwecken für extrem hohe Spannkräfte, rationelles, schnelles Spannen, Halten, Fixieren und Ausrichten, schonendes Spannen oder individuelle Problemlösungen. Zum Beispiel gibt es für das Spannen von Kanten und Stirnseiten die handlichen Kantenzwinge. Spezielle Aufgaben und Anwendungen erfordern oftmals den Einsatz von Spezialwerkzeugen. Zum Beispiel ist die C-Kantenzwinge eine solche Sonderform. Zusätzlich gibt es Gehrungszwingen oder so genannte Endloszwingen, bei denen der Benutzer die gewünschte Länge selbst bestimmen kann, da sie auf ein Rohr aufgeschraubt werden können.

Wie Sie alte Schraubzwingen finden

Sind Sie auf der Suche nach altem Werkzeug, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie diese als Sammlerstück oder als Werkzeug besitzen wollen. Denn gerade bei sehr alten Schraubzwingen handelt es sich eventuell um Antiquitäten, die dann für den Sammler z.B. von Werkzeugen des Zimmermanns sehr kostbar sind. Die älteren Modelle der Schraubzwinge sind meist aus Holz oder Gusseisen. Die Griffe sind aus Holz, Gusseisen oder bei kleinen Varianten stellt eine Flügelmutter den Griff dar.

Wie Sie die richtige Schraubzwinge für sich finden

Schraubzwingen sind die meistverbreiteten Spannwerkzeuge. Sie sind in zahlreichen Ausführungen, Größen und Qualitäten erhältlich. Preiswerte Bastlerausführungen bestehen aus Druckguss, Profiausführungen aus Temperguss. Eine Temperguss-Schraubzwinge zeichnet sich durch ihre gratfreien, stabilen, geraden und passgenauen Gussteile aus. Weiterhin besitzen sie gerade, fein geriffelte Schienen und haben eine lange Lebensdauer. Der Preis einer Schraubzwinge richtet sich nach der Größe bzw. Länge der Zwinge sowie nach dem jeweiligen Modell und seiner Funktionsart. Ebenso spielt auch die zu erreichende Spannkraft eine große Rolle. Ob der Griff aus Metall, Holz oder Kunststoff gefertigt wurde, ist ebenfalls ein Aspekt, der in die Preisgestaltung einfließt. Ganzstahl-Schraubzwingen sind mitunter etwas teurer. Dafür handelt es sich hierbei auch um regelrechte Profi-Geräte.

Weiterhin ist entscheidend, ob Holz auf Holz oder Metall auf Kunststoff gespannt werden soll. Beachten sollten Sie die Empfindlichkeit der Oberflächen bei Ihrer Entscheidung, welches Spannwerkzeug Sie wählen. Helfen kann Ihnen dabei eine Anwendungstabelle. Beim Kauf einer Schraubzwinge sollten Sie sich einige Fragen stellen. Ist die Schraubzwinge gut handhabbar, d.h. ist sie ergonomisch? Ist die Klemmspannung ausreichend und gut dosierbar? Neigen die Zwingen zum Verrutschen oder Verdrehen? Letzten Endes müssen Sie entscheiden, für welches Einsatzgebiet die Schraubzwinge dienen soll.

Eine Einhandzwinge bietet beispielsweise viele Vorteile. Sie macht nicht so viel Druck wie eine Schraubzwinge, ist dafür aber besser zu handhaben. Außerdem wird das Werkstück nicht verschoben. Wollen Sie flächig verleimen, reicht die Kraft nicht aus. In diesem Fall müssten Sie zur Schraubzwingen greifen. Eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf einer Schraubzwinge ist deren Stabilität. Die Zwingen dürfen sich nach häufiger Nutzungen weder verbiegen noch dürfen die Riefen glatt werden sodass sie durchrutschen.

Bei den meisten einfachen Typen ist die beweglich aufgehängt Pressfläche der Schraubenseite nur als durchgesickte Unterlegscheibe ausgeführt. Hier muss beachtet werden, dass beim späteren Verpressen von empfindlichen Oberflächen eine Zulage nötig ist. Achten Sie darauf, dass die feste Gegenseite ausreichend geglättet und parallel zur Schraube ist. Ebenso ist das Gewindeloch der Spannschraube zu betrachten. Ist dieses nicht parallel zum langen Hals gefluchtet, so setzt die Schraube schief auf. Die Folge ist ein Querschub und dadurch ein Verschieben, Verbiegen oder Verspannen. 

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