Einkaufsratgeber für Vorfach, Angelhaken, Zwillinge und Drillinge

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Einkaufsratgeber für Vorfach, Angelhaken, Zwillinge und Drillinge

Auf die Spitze kommt es an – Angelhaken in allen Ausführungen

Eines der fundamentalsten Bestandteile einer Angelausrüstung ist der Haken, der den Fisch an der Schnur halten soll. Erfahrene Sportfischer legen dabei besonderen Wert auf diese Ausrüstungskomponente, die als einfacher Angelhaken zum Selbstbinden, als Vorfach, als Zwillings- oder Drillingshaken zu beziehen ist.

Ohne Angelhaken geht es nicht beim Angeln

Der Angelhaken hat zwei grundlegende Funktionen. Einerseits wird mit seiner Hilfe der Köder an der Angel befestigt, andererseits soll er den Fisch, der der Versuchung nicht widerstehen konnte, an der Schnur zu halten. Die Vielfalt an Angelhaken ist ebenso groß wie die unterschiedlichen Gewässerbedingungen und die verschiedenen Zielfische in allen erdenklichen Größen. Die einzelnen Abschnitte des Hakens werden mit Begriffen wie

  • Schenkel,
  • Bogen,
  • Spitze,
  • Kopf sowie
  • Widerhaken

gekennzeichnet. Angelhaken sind in der Regel aus Metall, seltener werden Materialien wie Kunststoff oder Keramik verwendet.

Nachdem der Fisch den Köder genommen hat, bewegt der Sportfischer die Angelrute ruckartig nach oben. Dies bedeutet, dass er anschlägt oder dass er den Anhieb setzt. Im Idealfall wird der Haken mit dieser Bewegung im Mundbereich des Fisches gesetzt. Der Widerhaken, der bei den Angelhaken ein kleines Stück hinter der Spitze gegenläufig angebracht ist, erfüllt dabei die Funktion, dass die Beute den Haken nicht mehr abschütteln kann.

Hakengrößen und ihre Bestimmungen

Haken werden in vielen unterschiedlichen Größen angeboten. Dabei haben sich die Hersteller auf eine Unterteilung in zwei Gruppen geeinigt, nämlich in kleine und große Haken. Die Größe von kleinen Haken wird mit einer einfachen Zahl abgegeben, beispielsweise gibt es 4er oder 12er-Haken. Je kleiner die Ziffer ist, umso größer ist der Haken. Die sogenannten großen Haken werden mit einer Nummer und einer /0 klassifiziert, beispielsweise 2/0 oder 5/0. Hierbei ist es umgekehrt wie bei den kleineren Haken: Je kleiner die Ziffer, desto kleiner fällt auch der Haken aus. Haken ab der Größe 9/0 werden hierbei eher im Salzwasser zum Fang von Großfischen benutzt. Im Süßwasser werden für den Fang von Köder- oder Friedfischen wie Rotaugen, Rotfedern oder Güstern Haken der Größen 10 bis 20 verwendet. Für Bach- und Regenbodenforellen und Saiblinge sind Hakengrößen zwischen 4 und 6 üblich. Hecht und Zander werden Haken mit den Größen 2 bis 5/0 gefangen. Beim Karpfenfischen benutzen die Sportfischer Hakengrößen zwischen 3 und 8.

Haken für alle Anforderungen und jeden Beutefisch

Angelhaken gibt es für alle Anforderungen und speziell für jeden Zielfisch ausgelegt. Der Handel stellt Angelhaken in zwei klassischen Formen zur Verfügung, nämlich die sogenannten Rundbogen- und die Limerick-Haken. Während der Hakenbogen beim Rundbogenhaken wie ein Halbkreis gekrümmt ist, ist die Form des Bogens beim Limerick-Haken eher unsymmetrisch. Eine häufig eingesetzte Variante des Angelhakens ist der Wurmhaken, dessen Schenkel ein oder mehrere Stacheln aufweist, die den als Köder aufgespießten Wurm daran hindern soll, wieder vom Haken zu rutschten. Ferner gibt es noch für das Angeln mit dem Gummifisch besondere Hakenformen mit unterschiedlich langen Schenkeln, um diese Art von Kunstködern effektvoll präsentieren zu können. Daneben unterscheiden sich die Angelhaken in zwei grundsätzlichen Formen, die unterschiedliche Arten der Befestigung an der Schnur mit sich bringen. Plättchen-Haken werden mit dem sogenannten Plättchen-Hakenknoten an der Angel befestigt, während Ösen-Haken beispielsweise mit einfachen oder doppelten Klammerknoten mit der Hauptschnur verbunden werden.

Jamison-Haken

Einige Fischereibehörden oder -vereine erlauben beim Angeln nur den sogenannten Jamison-Haken. Die Jamison-Haken besitzen keine Widerhaken, daher ist unter Sportfischern auch die Bezeichnung Schonhaken gebräuchlich. Haupt-Einsatzgebiet der Jamison-Haken ist das Fliegenfischen. Die Schonhaken werden auch bei der Methode des „Catch and Release“ (Fangen und Freilassen) verwendet. Hierbei werden die gefangenen Fische nicht getötet, sondern gleich nach dem Wiegen und Vermessen wieder in das Wasser zurückgesetzt.

Worauf beim Kauf von Haken für das Fliegenfischen geachtet werden sollte

Fliegenhaken unterscheiden sich von den gewöhnlichen Angelhaken in erster Linie durch die ihre geringere Größe. Auch muss zunächst angemerkt werden, dass nicht die gleichen Fliegenhaken für alle Bindemuster verwendet werden können. Zwar bietet der Fachhandel auch als solche bezeichnete Allroundhaken an, mit denen der Sportfischer eine große Zahl unterschiedlicher Fliegenmuster herstellen kann. Allerdings gibt es Fliegenmuster, die hierbei eine Ausnahme darstellen. Für die Varianten Aufsteiger oder Emerger werden spezielle Angelhaken mit gebotenem Schenkel benötigt. Auch für Streamer werden vergleichsweise langschenklige Haken verwendet. Angler müssen nun allerdings kein riesiges Sortiment von Spezialhaken besitzen – hier kommt es wie generell beim Angeln auf die persönliche Erfahrung und die individuellen Präferenzen an. Sportfischer, die bereits eine gewisse Menge an Fliegen hergestellt haben und mit diesen am Gewässer gefischt haben, kennen zwangsläufig die Fliegenhaken, die sie zur Umsetzung ihrer Muster benötigen.

Fertig gebundene Vorfächer machen das Angeln bequemer

Sportfischer verstehen unter einem Vorfach die Schnur vom Haken bis zur Hauptschnur, dessen Länge zwischen 0,5 Meter und mehreren Metern betragen kann. Der Durchmesser der Vorfächer ist für gewöhnlich um 0,05 bis 0,1 mm kleiner als der der Hauptschnur. Dies wird vor allem aus dem Grund so gehandhabt, dass im Falle eines sogenannten Hängers die Schnur nicht an einer willkürlichen Stelle reißt, sondern eben lediglich im unteren Bereich, der auch schnell und einfach zu ersetzen ist. Der Angler muss in einer solchen Situation nur ein neues Vorfach in den Karabinerhaken des Wirbels einhängen.

Ein weiterer Vorteil des dünneren Vorfachs ist der, dass die Schnur direkt vor dem Haken für den Fisch weniger auffällig ist. Insbesondere Karpfen sind extrem misstrauisch. Stahlvorfächer, die in den heimischen Gewässern in erster Linie für den Hechtfang benutzt werden, sollen den Raubfisch daran hindern, die Schnur durchzubeißen. Für das besonders starke Gebiss der Hechte ist es ein Leichtes, mit monofilen oder geflochtenen Schüren fertig zu werden.

Die verschiedenen Arten der Vorfächer

  • Das monofile Vorfach besteht aus der ganz gewöhnlichen Angelschnur und stellt die gebräuchlichste Form dar.
  • Das Vorfach aus geflochtener Angelschnur ist besonders reißfest und wird von den Sportfischern gern beim Karpfenangeln eingesetzt.
  • Das Stahlvorfach ist vor allem für Raubfische geeignet und dient in erster Linie beim Hechtfischen dem Schutz der Schnur vor dem Durchbeißen.
  • Das Schockvorfach wird vor allem beim Meeresangeln verwendet, da dieses spezielle Utensil spontane Schläge der besonders kräftigen Fische absorbiert.
  • Fliegenvorfächer eignen sich zum Angeln mit künstlichen Fliegen. Diese sind meist zur Spitze hin verjüngt, damit sich die Schnur beim Wurf optimal strecken kann.

Zwillingshaken besonders für Raubfischangler interessant

Zwillingshaken sind besondere Haken mit zwei miteinander verschweißten Schenkeln und in der Regel gleich großen Haken-Enden. Zwillingshaken werden in erster Linie für den Fang von Raubfischen wie Zander, Aal und Hecht mit einem Köderfisch oder Fischfetzen benutzt. Zu diesen Zwecken werden beispielsweise auch die sogenannten Ryderhaken – Zwillingshaken mit einem größeren und einem kleineren Haken – verwendet.

Bei der Montage eines Köderfisches an einem Zwillingshaken sollte ein Haken seitlich am Köder hinter einem Kiemendeckel befestigt werden. Zu diesem Zweck wird das Vorfach mithilfe einer Ködernadel direkt hinter den Kiemendeckel gesteckt und mit der Nadel durch den Köderfisch hindurch bis zum Schwanzende geführt. Anschließend wird das Vorfach dermaßen festgezurrt, bis der Hakenschenkel unter der beschuppten Haut des Futterfisches verschwunden ist. Somit schauen nur noch die beiden Hakenspitzen aus dem Köderfisch heraus. Weil der Zander wie andere Raubfische auch ihre Beute immer zunächst mit dem Kopf voraus fressen, fasst der Haken nach dem Anschlag für gewöhnlich sehr gut.

Auch beim Spinnfischen mit dem Gummifisch können Zwillingshaken zum Einsatz kommen. Mit ihnen lässt sich der Gummifisch oder Twister reizvoll präsentieren. Ein weiterer Vorteil ist der, dass sich der Jigkopf durch einen Spezialverschluss schnell auswechseln lässt, ohne dass neu montiert werden muss. Für das Fliegenfischen werden auch gelegentlich Streamer oder große Lachsfliegen mit Zwillingshaken beködert.

Für Sicherheit beim Raubfischfang – Drillingshaken

Drillingshaken – oder Drilling, wie die Kombination von manchen Anglern auch kurz bezeichnet wird – werden beim Raubfischfang eingesetzt. Besonders beim Hecht-Fischen sind Drillinge nahezu unentbehrlich. Der Drillingshaken besteht aus drei an den Schenkeln zusammen geschweißten oder verlöteten Einfachhaken. Dabei stehen die Spitzen in einem meist gleichförmigen Winkel voneinander ab. Drillingshaken verfügen normalerweise über ein Ör. Seit einiger Zeit ist das Angeln auf Friedfische in Deutschland unter Verwendung von Drillingshaken verboten und auch nicht notwendig. Drillingshaken werden vor allem bei der Spinnfischerei mit Blinkern, Wobblern und Spinnern, beim Schleppfischen sowie beim Grund- und Posenfischen mithilfe von eigenen Montagen mit Stahlvorfach eingesetzt. Die selbst gefertigten Drillings-Systeme werden mit toten Köderfischen oder Fischfetzen beködert. Bei vielen Sportfischern setzt sich mehr und mehr die Einsicht durch, dass auch beim Raubfischfang der Einsatz von Drillings- oder Zwillingshaken nicht unbedingt notwendig ist. Vor allem Zander und Hechte, die das Schonmaß noch nicht erreicht haben, haben nach einem Biss an einem Einfachhaken erheblich größere Überlebenschancen als beim Fang mit einem Mehrfachhaken.

Pflege und Aufbewahrung von Haken und Vorfächern

Vorfächer werden meist in sogenannten Vorfach-Heftchen angeboten, dort sollten sie praktischerweise auch aufbewahrt werden. Wenn ein Vorfach ausgewechselt wird, können die nicht mehr benutzten Schnurteile einfach um ein Stück Styropor oder Kork gewickelt werden und so in einer Schachtel oder einem Etui aufbewahrt werden. Haken sowie Zwillinge oder Drillinge werden in kleinen Kunststoff-Boxen gelagert. Sollten die Haken im Laufe der Zeit oder durch starke Beanspruchung abgenutzt sein und stumpf werden, können sie mithilfe eines kleinen Wetzsteins geschärft werden.

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