Einkaufsratgeber für Theater- und Drehbücher

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Einkaufsratgeber für Theater- und Drehbücher

Drehbücher und Theaterstücke

Theaterstücke gibt es in vielen Varianten. Einige von ihnen sind kurzweilig und sollen Ihnen nur einen unterhaltsamen Abend bereiten, andere strotzen vor Gesellschaftskritik oder regen zum Nachdenken an. Gerade letztere sind es wert, dass ihnen mehr Beachtung zukommt - und tatsächlich findet man in der Gruppe dieser Theaterstücke viele Klassiker der Literaturgeschichte oder anderweitig einflussreiche Werke. Auch wenn diese ursprünglich für die Aufführung auf einer Theaterbühne konzipiert wurden, bieten sie auch einen hervorragenden Lesestoff. Bei eBay finden Sie Theater- und Drehbücher zu vielen dieser beachtenswerten Stücke.

Klassische Theaterstücke

William Shakespeare im ausgehenden 16. Jahrhundert

Als einer der ganz großen Schreiber von Theaterstücken ging der Engländer William Shakespeare in die Geschichte ein. Der 1564 geborene Shakespeare verfasste im Laufe seines Lebens mindestens 38 Dramen, von denen heute einige zu den Klassikern der Weltliteratur gehören. Viele Textzeilen aus diesen Werken sind heute als Zitate überliefert, wie zum Beispiel „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“, welches aus der Tragödie „Hamlet, Prinz von Dänemark“ stammt.
Zu den bekanntesten seiner Werke zählt unter anderem die Tragödie „Romeo und Julia“, welche er bereits 1595 vollendete. Die Geschichte dieses Klassikers, welche die Beziehung zwischen zwei Liebenden beschreibt und tragisch endet, ist in groben Zügen wohl den meisten geläufig. Doch auch mit Historiendramen machte William Shakespeare sich einen Namen, wie den Werken um die Könige Heinrich VIII. und Richard dem Zweiten.
Theaterstücke von Shakespeare gehören zur Klasse des elisabethanischen Theaters. Zwischen der Mitte des 16. bis ins 17. Jahrhundert hinein erlebte England eine kulturelle Blütezeit, die zahlreiche Theaterstücke und Aufführungen zur Folge hatte. Eigenständige und professionelle Schauspieltruppen übernahmen diese Aufführungen und schufen ein Theaterwesen, welches es seit der Antike nicht mehr gegeben hatte. Diese Zeit dauerte bis 1642, als ein komplettes Verbot für Theateraufführungen erlassen wurde.

Schiller und das Theater der Weimarer Klassik

Die Schaffensphase von Wieland, Goethe, Herder und Schiller am Ende des 19. Jahrhunderts bezeichnet man als die Zeit der Weimarer Klassik. Letzterer prägte mit seinen Theaterstücken die Kulturlandschaft dieser Epoche und gehört bis in die heutige Zeit zu den bekanntesten deutschen Dramatikern und Lyrikern.
Schillers Werke werden häufig an Theatern aufgeführt und auch Schulen benutzen vielfach Werke von Friedrich Schiller als Material in Deutschkursen. Einige der Drehbücher zu den Theaterstücken von Schiller wurden zu Klassikern der Theatergeschichte. Bereits mit nur dreizehn Jahren verfasste Schiller sein erstes Theaterstück „Die Räuber“. 1782 wurde das Stück am Mannheimer Theater uraufgeführt und begeisterte sofort die Massen. Schillers Stücke behandeln oftmals real existierende Personen der Geschichte.

"Wallenstein" und "Kabale und Liebe"

So zum Beispiel seine Trilogie über den Feldherren Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, der im Dreißigjährigen Krieg 1633 im böhmischen Pilsen Oberbefehlshaber der Armee war. Unter dem Titel „Wallenstein“ vollendete Schiller im Jahre 1799 das Theaterstück über das Leben des Feldherrn.
Zu den typischen Vertretern der Sturm und Drang-Phase zählt „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller. 1784 in Frankfurt am Main das erste Mal aufgeführt, ist es ein klassisches Trauerspiel mit tragischem Ende. Luise Müller, Tochter eines Musikers aus bürgerlichem Hause, verliebt sich in Ferdinand von Walter, einen Adelssohn. Zu der damaligen Zeit waren Verbindungen dieser Art gesellschaftlich verpönt, was von Schiller in einem Stück offen angeklagt wird.

Hintergrund dieser Gesellschaftskritik ist Schillers persönliche Erfahrung, denn er war in Caroline von Wolzogen verliebt, wusste aber, dass aufgrund der gesellschaftlichen Kluft eine Beziehung mit ihr unmöglich war.

Theaterstücke der Neuzeit

Gesellschaftskritische Theaterstücke von Friedrich Dürrenmatt

Einige der bekanntesten Theaterstücke aus dem 20. Jahrhundert stammen von dem Schweizer Dramatiker und Schriftsteller Friedrich Reinhold Dürrenmatt, welcher am 5. Januar 1921 in Konolfingen geboren wurde. Vielleicht haben Sie in der Schule Bekanntschaft gemacht mit einem oder mehreren seiner Werke, denn vielfach nutzen zumeist Oberstufen die Theaterstücke von Friedrich Dürrenmatt in ihren Deutschkursen. So finden Sie Bücher zu Dürrenmatts Theaterstücken, von denen „Der Besuch der alten Dame“ eine der bekanntesten ist. Dürrenmatt wollte, ähnlich wie Bertolt Brecht, die Distanz zum Zuschauer wahren und studierte Brechts Theorien zum epischen Theater. Die Werke von Dürrenmatt sind geprägt von Kritik an der Gesellschaft und bedienten sich zumeist dem Stilmittel der Verfremdung. Damit wollte er anerkannte Tatsachen hinterfragen, den Zuschauer zum Nachdenken anregen und so den Widerspruch in gesellschaftlichen Themen aufzeigen.

Max Frisch – ein weiterer Schweizer Schriftsteller

Der 1911 in Zürich geborene Max Frisch erlangte Bekanntheit vor allem durch zwei Fähigkeiten. Neben seinen literarischen Werken war er auch als Architekt tätig. In einem seiner Theaterstücke verknüpfte er diese beiden Betätigungsfelder, indem er einen seiner unzufriedenen Kunden zum Protagonisten werden ließ. Als er in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts ein Landhaus für einen Fabrikanten entwarf und ohne Absprache die Maße des Treppenhauses änderte, verklagte der Auftraggeber K. F. Ferster ihn auf Schadensersatz.

Biedermann und die Brandstifter

1952 vollendete er das Drehbuch zu dem Drama „Biedermann und die Brandstifter“, welches zunächst als Hörspiel im Radio gesendet wurde. Die Uraufführung auf der Bühne fand nach einigen Umarbeitungen im Jahre 1958 am Schauspielhaus Zürich statt. Die Hauptfigur mit Namen Gottlieb Biedermann führt dann auch den gleichen Beruf aus wie die Person, die ihm als Vorlage diente: er ist Haarwasserfabrikant. In dieser Rolle tritt er zunächst als unmenschlicher Arbeitgeber auf, der einen Angestellten entlässt. Dann liest er in der Zeitung von Brandstiftern, die sich als Obdachlose Unterschlupf bei arglosen Hausbesitzern verschaffen und dann die Häuser in Brand setzen. Biedermann will sich als guten Menschen darstellen und nimmt einen Obdachlosen, der auf der Suche nach einer Bleibe ist, auf. Im Verlauf des Stückes kommen immer mehr Indizien zutage, die darauf hinweisen, dass der Obdachlose tatsächlich der gesuchte Brandstifter ist. Biedermann wischt alle Zweifel weg und redet sich selbst ein, er wäre kein Feind, sondern sein Freund. Im letzten Akt geht das Haus Biedermanns in Flammen auf und er kommt in die Hölle.

Dass Max Frischs Theaterstücke aber auch von dem Krieg beeinflusst wurden, wird in „Nun singen sie wieder“ und „Die Chinesische Mauer“ deutlich, welche 1945 beziehungsweise 1946 zum ersten Mal aufgeführt wurden. Im ersten der beiden Stücke stellt Frisch die Frage nach der Schuld des einzelnen Soldaten, welcher im Krieg willenlos Befehle ausgeführt hat, so unmenschlich diese auch gewesen sein mochten. Das zweite Theaterstück befasst sich mit der Atombombe als Bedrohung für die gesamte Menschheit, versetzt diese moderne Waffe in altertümliche Zeiten und lässt Figuren aus der Geschichte wie Christoph Kolumbus oder Cleopatra auftauchen. Besonders die frühen Werke von Max Frisch zeigen einen deutlichen Einfluss von Bertolt Brecht, um den es im nächsten Abschnitt gehen soll.

Bertolt Brecht – Begründer des epischen Theaters

Bertolt Brecht gilt als einer der einflussreichsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts in der deutschen Literatur- und Theaterszene. Er beeinflusste durch seine Form des Theaters viele junge deutschsprachige Schriftsteller. Er erreichte jedoch auch weltweites Ansehen mit seinen Werken, welche die Form des epischen, beziehungsweise dialektischen Theaters begründeten. Unter epischem Theater versteht man die Verbindung der literarischen Stilmittel von Drama und Epik. Die aufgeführten Theaterstücke werden also in einer Art Erzählerform dargestellt, was den Zuschauer zum Nachdenken anregen soll.
In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts begann Brecht damit, erste Theaterdrehbücher in dieser Form zu schreiben und ließ sich dabei von aktuellen Themen der Gesellschaft inspirieren. So band er Themen wie Ökonomie, soziale Ungerechtigkeit, Krieg und Revolution in seine Werke ein. Ziel seiner Theaterstücke war es, die Gesellschaft zu verbessern, indem diese mithilfe seiner Werke die Probleme und Fehler vor Augen geführt bekommt. Bis dato übernahm das Theater eine rein unterhalterische Funktion und sprach vor allem den besser situierten Teil der Gesellschaft an.
Dass es in den Theaterstücken von Bertolt Brecht um andere Themen gehen sollte, zeigte er bereit in einem seiner ersten Werke, der „Dreigroschenoper“. Uraufgeführt am 31. August 1928 in Berlin, wurde es zur erfolgreichsten deutschen Theateraufführung jener Zeit. Auch für einen anderen Künstler sollte dieses Drama zum Sprungbrett für eine große Karriere werden. Der Komponist Kurt Weil übernahm die musikalische Untermalung zu dem Stück und einige der Musiknummern sollten zu Welthits werden. Der Inhalt der Dreigroschenoper dreht sich um zwei konkurrierende Kleinkriminelle im Londoner Stadtteil Soho. Zum einen ist dies Jonathan Jeremiah Peachum, welcher die Bettlermafia leitet, und zum anderen Macheath, der ein Verbrecher mit gutem Draht zum Polizeichef ist. Neben diesem finden Sie noch weitere Drehbücher zu Theaterstücken von Bertolt Brecht.

Jean-Paul Sartre – ein Vordenker des Existenzialismus

1905 erblickte in Paris Jean-Paul Sartre das Licht der Welt. Er sollte zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der französischen Kulturlandschaft werden und die philosophische Richtung des Existenzialismus prägen. Neben zahlreichen, rein philosophischen Werken, verfasste Sartre auch Theaterdrehbücher, die zumeist politisch motiviert waren. Im Jahre 1944 wurde sein Theaterstück „Geschlossene Gesellschaft“ uraufgeführt, ein Drama, in dem es um die Lebens- und Liebesgeschichten von zwei Frauen und einem Mann geht. Es sollte zu Sartres bekanntestem und erfolgreichstem Stück werden, obwohl er das Manuskript innerhalb von nur wenigen Tagen verfasste. Eine Aussage Sartres, die als Zitat auch heute noch weit verbreitet ist, stammt aus eben diesem Theaterstück und lautet „Die Hölle, das sind die anderen“. Der Inhalt des Stückes beschäftigt sich mit der Analyse des existenzialistischen Daseins des Menschen und den Wechselwirkungen der Personen miteinander. Bei eBay bekommen Sie die Drehbücher zu diesem und weiteren Theaterstücken von Jean-Paul Sartre. 1964 verlieh man ihm übrigens den Literaturnobelpreis für sein Lebenswerk.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden