Einkaufsratgeber für Netzkabel und Steckverbinder

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Das sollten Sie über Netzkabel und Steckverbinder vor dem Einkauf wissen

Das Netzkabel dient dazu, elektrischen Strom aus einer Steckdose zu einem Gerät zu transportieren. Dazu gibt es verschiedene Steckverbindungen – auch Gerätekupplungen oder Gerätestecker genannt. Netzkabel unterscheiden sich von ihrem Aufbau her kaum von normalen Elektroleitungen. Allerdings sind die Steckverbinder (Stecker) fest mit dem Kabel verbunden.

Ist ein Netzkabel defekt oder funktioniert der Stecker nicht mehr, muss die gesamte Einheit ausgetauscht werden. Vom Öffnen der Kabel oder Stecker ist aus Sicherheitsgründen dringend abzuraten.

Wie Netzkabel und Steckverbinder aufgebaut sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Das Netzkabel und seine Steckverbinder

Netzkabel (Netzanschlussleitungen) sind flexibel. Sie verfügen auf der einen Seite über einen Gerätestecker, der auch als weibliche, berührungsgeschützte Gerätekupplung bezeichnet wird. Auf der anderen Seite befindet sich der Netzstecker, der über die Steckdose Strom aus dem Leitungsnetz bezieht. In Europa werden hier weitgehend Schutzkontaktstecker (Schukostecker) verwendet.

  • Ausnahme: In Großbritannien und Irland sind Netzkabel mit dem sogenannten Commonwealth-Stecker ausgestattet. Dieser Stecker trägt die Bezeichnung BS 1363 und hat, anders als der Schukostecker, drei Steckkontakte für die Steckdose.

In den USA und in einigen Teilen von Asien geschieht die Stromübertragung über ein Einphasen-Dreileiternetz. Deshalb sind hier die Netzkabel mit einem sogenannten NEMA-Stecker versehen. Geräte mit Schukostecker können nur mithilfe eines passenden Steckdosenadapters betrieben werden.

  • Achtung: Achten Sie bei Auslandsaufenthalten darauf, dass es Länder mit unterschiedlicher Stromspannung gibt. Jedes Gerät, das Sie über einen Adapter an das Stromnetz anschließen wollen, muss sich auf eine veränderte Stromspannung umstellen lassen.

Es gibt darüber hinaus auch Netzkabel, die eine beidseitige Geräte-Steckverbindung haben. Sie werden zum Beispiel in der Computertechnik zum Anschließen eines Monitors an den PC verwendet. Dabei sind die Steckverbinder immer so konstruiert, dass ein ständiger Berührungsschutz gewährleistet ist. Das Gerät, das die Stromspeisung übernimmt (in diesem Fall der PC), ist mit der als weiblich bezeichneten Einbaubuchse versehen, der Stromverbraucher (in diesem Fall der Monitor), wird über den „männlichen“ Stecker verbunden.

Der Aufbau eines herkömmlichen Netzkabels

Netzkabel bestehen aus den folgenden Komponenten:

  • Leiter,
  • Isolierung,
  • Schirm (nur bei besonderen Kabeln) und
  • Mantel.

Durch den Leiter fließt der elektrische Strom. Aufgrund ihrer Leitfähigkeit kommen hier immer Metalle zum Einsatz. Der Grund liegt darin, dass nur bei einem Metallleiter die Elektronen beweglich genug sind, um auch über weitere Strecken einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen. Für Netzkabel wird überwiegend Kupfer als Leiter verwendet. Das Material ist verhältnismäßig preiswert und zeigt alle Eigenschaften, die für die Stromübertragung wichtig sind.

Die Isolierung eines Netzkabels dient dazu, den Kontakt der Leiter miteinander zu verhindern. Außerdem soll sie als Berührungsschutz fungieren. Geeignete Isolierstoffe sind Kunststoffe, PVC und PE sowie Gummi oder EPDM (Ethylen-Propylen-Terpolymer-Kautschuk), ein synthetisch hergestellter Kautschuk.

Spricht man im Kabelbereich von einem Schirm, bedeutet das, dass um die Isolierung eine weitere Schicht – meist aus Metall – vorhanden ist, die unter anderem die Abstrahlung von Ableit- oder Ladeströmen verhindern soll. In der Computertechnik dienen abgeschirmte Netzwerkkabel – nicht zu verwechseln mit Netzkabeln – dazu, elektromagnetische Störungseinflüsse durch in der Nähe verlegte Stromleitungen zu verhindern. Bei Netzkabeln findet man Metallschirme in der Regel nur bei Kabeln und Leitern, die hohe Spannungen übertragen, und in der Computertechnik. Früher wurde überwiegend Blei als Schirm verwendet. Heute sind die meisten Netzkabel mit einem Kupfermantel abgeschirmt.

Der Mantel hat die Aufgabe, das Netzkabel vor mechanischen Beschädigungen zu schützen. Er dient auch als Sicherheitselement, damit Personen nicht über die Leiter direkten Kontakt zum Strom bekommen können. Als Material wird hier bei Haushaltsgeräten und auch in der Computertechnik überwiegend PVC verwendet.

  • Achtung: Wenn der Mantel eines Netzkabels beschädigt ist, sollte das gesamte Kabel unbedingt ausgetauscht werden. Ansonsten kann es zu Kurzschlüssen kommen, die eventuell auch die angeschlossenen Geräte beschädigen können. Ist der Mantel beschädigt, sind auch die Isolierungen innerhalb des Netzkabels einem erhöhten Beschädigungsrisiko ausgesetzt. Hier besteht unter Umständen sogar die Gefahr eines Kabelbrandes.

Die Gerätestecker – Steckverbindungen mit vielen Namen

Das markanteste Merkmal von Netzkabeln ist, dass sie fest mit den Steckverbindern verbunden sind. Hier handelt es sich meist um aus Gummi oder PVC gegossene Einheiten, die nicht voneinander getrennt werden dürfen. Steckverbinder für Netzkabel findet man unter anderem unter den Bezeichnungen:

  • Gerätestecker,
  • Kabelkupplung oder
  • Kabelbuchse.

Sie sind geeignet für Netzspannungen im Niederspannungsnetz und verbinden die Endgeräte mit der Stromversorgung. Korrekt ist die Bezeichnung Steckverbinder, die mit Buchsen als Gerätekupplung auf der einen Seite und einem herkömmlichen Netzstecker auf der anderen Seite bestückt sind.

Für diese Steckverbinder existieren internationale Normen. In Europa findet die IEC-Norm 60320 Anwendung. Abweichende Normen kommen in den USA, Großbritannien, der Schweiz, Italien und einigen Ländern in Asien vor. Außerdem gibt es noch Gerätestecker und Gerätesteckdosen für den Dreiphasenwechselstrom.

Die verschiedenen Buchsen und Stecker sind gekennzeichnet mit dem Buchstaben C und einer Zahl. Diese Kürzel beschreiben die Verwendungsmöglichkeiten der Steckverbinder. Dabei sind Buchsen grundsätzlich mit ungeraden, die dazu passenden Stecker immer mit der darauf folgenden geraden Zahl gekennzeichnet.

  • Beispiel: Ein Kaltgerätestecker mit der Bezeichnung IEC 60320 C13 ist für Stromanschlüsse geeignet, die keine hohen Temperaturen verursachen. Dazu zählen unter anderem Computer oder deren Peripheriegeräte. Hier darf die maximale Temperatur, die an den Verbindungsstiften des Steckers entsteht, 70 Grad Celsius nicht überschreiten. Außerdem ist der maximal zu erreichende Stromfluss auf 10 Ampere beschränkt.
  • Achtung: Kaltgerätestecker passen schon aus Sicherheitsgründen nicht in Buchsen für Warm- oder Heißgeräte.

Das typische Anschlusskabel für Kaltgeräte

Die Stecker an den Anschlusskabeln für Kaltgeräte sind genauso landesspezifisch wie die Steckdosen in der Wand. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern findet man hier einen gewöhnlichen Schukostecker, bei einigen Stromverbrauchern auch einen Euro-Stecker vor. Am anderen Ende befindet sich die sogenannte Kaltgerätekupplung. Beide Verbindungen sind fest mit dem Kabel verbunden (verschweißt oder gegossen) und dürfen nicht abgetrennt werden. Damit bilden Netzkabel und Gerätestecker eine Einheit, die im Fall einer Beschädigung oder Fehlfunktion komplett auszutauschen ist.

In der Regel handelt es sich bei den Netzkabeln und Steckverbindern um 3-polige Ausführungen, die aus einem Außenleiter, einem Schutzleiter und einem Neutralleiter bestehen. Gelegentlich gibt es auch 2-polige Versionen. Hier wird auf den Schutzleiter (die sogenannte Erdung) verzichtet. Kaltgerätekabel mit fest montierten Steckverbindern gibt es in unterschiedlichen Längen, sodass auch Entfernungen von mehr als zehn Metern überbrückt werden können.

  • Hinweis: 2-polige Netzkabel und Steckverbinder erkennen Sie an der Kennzeichnung C17 für die Kupplung und C18 für den Stecker. Die 3-poligen Kaltgerätekabel weisen die Bezeichnungen C13 und C14 auf.

Es gibt auch Sonderformen für Netzkabel und Steckverbinder

Normale Kaltgerätekabel sind auf einen Stromfluss von maximal 10 Ampere begrenzt. Es gibt allerdings Geräte, die einen höheren Stromfluss von 16 Ampere benötigen. Dazu gehören in der Computertechnik zum Beispiel die sogenannten Bladeserver.

Kaltgerätekabel für diese Geräte erkennt man an der Bezeichnung C19 und C20. Beim C20-Stecker handelt es sich in der Regel um einen blauen P+N+6h-Stecker, der für Anschlussleitungen mit einer Stromspannung von 230 Volt und einem Stromfluss mit 16 Ampere ausgelegt ist.

Eine weitere Sonderform sind die Kupplungen für Kleingeräte, die auch unter der Bezeichnung Euro-Netzkabel bekannt sind. Hier liegt der Stromfluss bei maximal 2,5 Ampere, und die Betriebstemperatur darf 70 Grad Celsius nicht übersteigen. Kleingerätestecker (Euro-Stecker) sind genau wie die Netzkabel zweipolig und verzichten auf die Erdung. In ihrer Form erinnern sie an eine liegende Acht und werden deshalb im englischen Sprachgebrauch auch als „figure of eight“ bezeichnet.

Kleingeräte-Einbaustecker findet man auch häufig an batteriebetriebenen Geräten zum Anschluss eines externen Netzteils oder eines Ladesteckers.

Damit es nicht zu Verwechslungen kommt: Warm- und Heißgerätekabel

Netzkabel und Steckverbinder, die für Warm- oder Heißgeräte geeignet sind, unterscheiden sich bereits in ihren äußerlichen Konturen von den Kaltgerätekabeln. Damit kann ausgeschlossen werden, dass die Kabel versehentlich vertauscht werden. Die Warmgerätekupplungen haben an der Unterseite eine und auf der Oberseite zwei Aussparungen. Das sorgt dafür, dass Kaltgerätekabel hier nicht angeschlossen werden können. Umgekehrt ist es aber möglich, eine Warm- oder Heißgerätekupplung an Kaltgeräteanschlüssen zu verwenden.

Die Stecker und Kupplungen bestehen in der Regel aus Keramik, Metall oder hitzebeständigem Kunststoff. Bei älteren Geräten findet man auch noch Steckverbinder aus Bakelit.

Warmgerätestecker (C15 + C16) sind geeignet für alle elektrischen Geräte mit einem Stromfluss von maximal 10 Ampere und einer Temperaturentwicklung von bis zu 120 Grad Celsius. Heißgerätestecker (C15A + C16A) erlauben einen Stromfluss von 16 Ampere und Betriebstemperaturen von bis zu 155 Grad Celsius.

Sonderfall Notebook – die Kleeblattkupplung

Als Micky-Maus-Stecker oder Kleeblattkupplung sind die Netzkabel und Steckverbinder für Notebooks bekannt geworden. Inzwischen werden sie auch für Computermonitore oder Videoprojektoren hergestellt.

Dieses Netzkabel erlaubt einen Stromfluss von maximal 2,5 Ampere, und die Stifttemperatur am Stecker darf 70 Grad Celsius nicht überschreiten.

  • Achtung: Das Netzkabel für ein Notebook darf nicht verwechselt werden mit dem Netzteil. Das Netzteil versorgt das Gerät zwar auch mit Strom, lädt aber auch gleichzeitig den Akku wieder auf. Ein Netzkabel mit festen Steckverbindern hingegen sorgt nur dafür, dass das Notebook am allgemeinen Stromnetz angeschlossen ist und darüber die notwendige Energie – beschränkt auf den Zeitraum des Anschlusses – bezieht.

Fazit

Sie wissen nun, welche unterschiedlichen Netzkabel und Steckverbinder es gibt und für welche Maximalbelastungen sie jeweils geeignet sind. Netzkabel dienen der reinen Energieversorgung und übernehmen keine weiteren Funktionen wie zum Beispiel das Aufladen von Akkus. Hierfür sind Ladestecker oder Netzteile mit integrierter Ladefunktion notwendig.

Um Unfallrisiken zu vermeiden, sollten Netzkabel nicht zu lang sein. Müssen mehrere Meter zwischen externer Stromquelle überbrückt werden, empfiehlt es sich, Kabelkanäle zu verwenden. Das schützt unter anderem auch die Kabel vor mechanischen Beschädigungen.

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