Einkaufsratgeber für Navigationssysteme für Europa – darauf sollte man achten

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Einkaufsratgeber für Navigationssysteme für Europa – darauf sollte man achten

Vor nur zehn Jahren ging noch alles mit einer einfachen Karte aus Papier, heute wagen sich nur noch die wenigsten Fahrer ohne Navigationssystem aus der Garage. Doch die Vielfältigkeit auf dem Markt scheint erdrückend. Welches Navigationssystem ist, zumindest in Europa, wirklich das beste Modell - oder gibt es gar keinen Sieger?

Wer die Wahl hat…

Es gibt kein Navigationssystem, das allen gleichermaßen empfohlen werden kann: Kein Gerät am Markt brilliert wirklich in allen Disziplinen und lässt die Konkurrenz weit hinter sich. Stattdessen gibt es unterschiedliche Kategorien und jeder Käufer muss selbst entscheiden, wie wichtig das jeweilige Kriterium für ihn ist. Ist 3D-Darstellung nötig? Wie detailliert muss das Kartennetz in Städten sein? Müssen Verkehrsstörungen oder auch Baustellen so schnell wie möglich kommuniziert werden? Es gibt noch viele andere Fragen, die es vor dem Kauf eines Navigationssystems zu beantworten gilt – und all diese Aspekte wird der Ratgeber genau beleuchten.

Wozu ein Navigationssystem, wenn es Handys gibt?

Smartphones sind mittlerweile mit recht großen Displays ausgestattet, die eine Bildschirmdiagonale von vier Zoll überschreiten. Sie bieten Nutzern die Möglichkeit, einfach auf ein Navigationssystem zu verzichten und das Mobiltelefon für das Anzeigen der Straßennetze zu verwenden. In der Theorie ist das auch möglich, doch die Umsetzung in die Praxis scheitert häufig an vielen Kleinigkeiten. Das Kartenmaterial von entsprechenden Apps muss häufig aktualisiert werden, was bei diesen Programmen fast immer kostenpflichtig ist – bei Navigationssystemen hingegen ist dieser Service meist kostenlos integriert. Außerdem muss für eine ordnungsgemäße Funktion eine ständige Verbindung mit dem Internet bereitstehen. Viele Anwender verfügen aber gar nicht über eine Flatrate für die Internetnutzung auf dem Mobiltelefon, so dass die Nutzung dieses Navigationssystems sehr schnell teuer werden kann. Abgesehen davon treten gerade in ländlichen Regionen immer wieder Funklöcher auf, was bedeutet, dass die Fahrerin oder der Fahrer für diesen Zeitraum ebenfalls nicht über eine zuverlässige Navigation verfügt. Abschließend ist es auch eine Frage der Technik: Die Ansagen von Navigationssystemen sind lauter, die Displays heller – und Anrufe oder SMS-Nachrichten können von Smartphones auch nicht empfangen werden, wenn das Gerät als Navigationssystem dienen soll. Um ein echtes Navigationsgerät führt also kein Weg vorbei.

Auf welche Punkte es wirklich ankommt

Verschiedene Ansprüche erfordern verschiedene Funktionen. Hier ein paar sehr wichtige Anhaltspunkte:

Die Bedienung

Bei Navigationssystemen kommt es stark auf eine einfache, übersichtliche Bedienung an. Insbesondere Reisende oder Berufsreisende, die häufig das Ziel ändern, wie etwa Angestellte im Außendienst, wollen so schnell wie möglich Eingaben durchführen können. Außerdem ist eine umständliche Bedienung möglicherweise sogar gefährlich, denn die ständige Beschäftigung mit dem Navigationsgerät in unübersichtlichen Situationen führt schnell zu Unfällen. Noch deutlicher trifft dies auf das europäische Ausland zu, wenn Verkehrsschilder nicht korrekt interpretiert werden können und das Straßennetz völlig unbekannt ist. Eine einwandfreie und reaktionsfreudige Bedienung ist daher enorm wichtig.

Der Bildschirm

Das Display stellt den Kontakt zwischen Autofahrer und Navigationsgerät her. Daher sollte der Bildschirm von einer besonders hohen Qualität sein und die wichtigsten Disziplinen problemlos meistern können. Dazu gehört unter anderem eine sehr hohe Helligkeit, die dafür sorgt, dass die Informationen auf dem Bildschirm auch bei starker Sonneneinstrahlung mühelos erkennbar sind. In eher dunklen Jahreszeiten ist dies besonders wichtig, da auch Scheinwerfer, Straßenlaternen und andere Lichtquellen die deutliche Darstellung auf dem Display stark einschränken können. Weiterhin sollte möglichst ein Navigationssystem mit Breitbild-Display erworben werden, da dort mehr Informationen dargestellt werden können. Ob das Gerät dabei auf das 16:9- oder 16:10-Format setzt, ist unerheblich, doch das veraltete 4:3-Format bietet an den Seiten zu wenig Freiraum für wichtige zusätzliche Informationen. Allerdings gilt: Durch den größeren Bildschirm wird natürlich auch das gesamte Navigationssystem schwerer. Wer das Gerät also an der Windschutzscheibe mit einer Vorrichtung angebracht hat, muss darauf achten, dass diese auch das erhöhte Gewicht des neuen Systems tragen kann.

Die Lautstärke

Niemand kann oder sollte permanent auf den Bildschirm schauen. Klare Ansagen sind daher wichtig, um sich in hektischen Situationen zurechtfinden zu können. Jedes Gerät verfügt über einen Demonstrationsmodus, den Käufer nützen können, um sich vorab ein Bild von der Leistungsfähigkeit des Navigationssystems zu machen. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass ein stiller Raum natürlich weitaus leiser ist als die Situationen im – möglicherweise innerstädtischen – Straßenverkehr. Die Durchsagen des Systems sollten daher beim Test wirklich sehr laut sein, um zu garantieren, dass das Modell auch im Straßenverkehr Informationen über die Lautsprecher übermitteln kann. Zu guter Letzt sollte natürlich auch die Verständlichkeit der Informationen selbst beachtet werden. Missverständliche Ansagen verwirren jeden Fahrer und tragen dann nur zur allgemeinen Verunsicherung bei.

Die Akkulaufzeit

Ein Merkmal, das häufig ignoriert oder zumindest gar nicht erst bedacht wird, ist die Akkulaufzeit. Meistens hängt das Navigationssystem auch an irgendeiner Stromquelle, so dass es nicht so wichtig ist, dass das Gerät tatsächlich über einen ausdauernden Akku verfügt. Häufig schaffen die Geräte ohne Aufladung bis zu sieben Stunden, was für eine alltägliche Autofahrt in der Regel ausreichend ist. Wer in ganz Europa unterwegs ist, wird jedoch unter Umständen noch wesentlich längere Fahrten vor sich haben. Außerdem ist es nicht auszuschließen, dass das Navigationsgerät früher oder später auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß eingesetzt wird, wobei kein Anschluss zur Verfügung steht, über den das Gerät aufgeladen werden kann. Hier kommt es dann stark auf die individuellen Bedürfnisse an. Wenn das Navigationssystem auch abseits von Straßen eingesetzt wird, empfiehlt sich ein genauer Blick auf die Akkulaufzeit. Alle anderen Käufer können diesen Punkt etwas weniger stark bewerten.

Die Speicherkapazität

Bei Navigationssystemen wird die Menge des zur Verfügung stehenden Speichers in Gigabyte angegeben. Darin wird vornehmlich Kartenmaterial gespeichert, bei multimedia-tauglichen Geräten müssen allerdings auch Videos und Audiodateien wie MP3s darin Platz finden. Insbesondere Personen, die das Navigationsgerät auch zur Unterhaltung nutzen, müssen also auf einen möglichst großen internen Speicherumfang achten. Ebenfalls wichtig ist das Vorhandensein eines Steckplatzes für SD-Karten. Diese werden bei Mobiltelefonen und Digitalkameras ebenfalls eingesetzt, um den Speicherplatz zu erhöhen, die Preise für entsprechend großzügig dimensionierte Modelle fallen also glücklicherweise nicht besonders hoch aus. Aber auch Käufer, die das Navigationssystem „nur“ für die Autofahrt benutzen, müssen bei Fahrten in ganz Europa auf viel Speicherplatz achten, denn Kartenmaterial nimmt in einem entsprechenden Umfang sehr viel Kapazität ein. Dabei gilt, dass die genutzte Speichermenge mit zunehmendem Detailgrad exponentiell ansteigt – sehr detaillierte Karten nehmen also ein Vielfaches an Speicherplatz im Vergleich zu weniger originalgetreuem Kartenmaterial ein.

Die Karten

Gutes Kartenmaterial ist teuer. Kein Hersteller wird umsonst sehr genaue Karten bereitstellen, denn schließlich kostet die Erstellung dieser Karten viel Geld. Aus demselben Grund sollten vor allem Navigationsgeräte gekauft werden, die ebenfalls nicht zu preiswert sind. Günstig kann zwar auch gut sein, aber in diesem Fall trifft das eher nicht zu. Preisgünstige Geräte decken oftmals nur Deutschland oder vielleicht noch das deutschsprachige Ausland wie Österreich und die Schweiz ab, was nicht ausreicht, wenn Navigationsgeräte für ganz Europa gesucht werden. Auch bei teureren Systemen ist das jedoch nicht garantiert, so dass es wichtig ist, sich vor dem Kauf ein genaues Bild vom Kartenmaterial zu machen. Außerdem bieten die Hersteller unterschiedlich lange Support-Zeiten an. Während einige Anbieter neues Kartenmaterial für eine unbegrenzte Zeit zur Verfügung stellen, muss bei anderen Unternehmen jedes Jahr ein gewisser (meist immerhin recht niedriger) Preis entrichtet werden, bevor eine fortwährende Aktualisierung des Kartenmaterials stattfindet. Es ist also sehr wichtig, sich über diesen Punkt vorab zu informieren.

Das Zubehör

Zu guter Letzt sollte der Lieferumfang des Navigationsgerätes beachtet werden. Es müssen etwaige Antennen und Mittel zur Befestigung im Lieferumfang enthalten sein, da diese sonst separat gekauft werden müssen. Unter Antennen fallen beispielsweise TMC-Antennen (Traffic Message Channel), die dafür verwendet werden, frühzeitig Stauwarnungen auszugeben. Diese kleinen Gerätschaften können je nach Modell recht teuer werden, so dass der Preis für das komplette Navigationssystem deutlich über dem ursprünglichen Anschaffungspreis für das Gerät an sich liegen kann.

Weitere Merkmale, die beim Kauf wichtig sind

Neben all den technischen Eigenschaften von Navigationssystemen für Europa, die es zu beachten gilt, spielen beim Kauf auch andere Faktoren eine Rolle. Wer bereits ein älteres Navigationsgerät besitzt, kann beispielsweise nichts verkehrt machen, wenn er oder sie das Modell zu einem Händler mitnimmt und sich beraten lässt. Durch die Schilderung der Vor- und Nachteile wissen gute Verkäufer dann genau, auf was es ankommt, wodurch sehr schnell ein besseres Gerät gefunden werden kann. Auch das Darlegen der eigenen Ansprüche hilft dabei, ein gutes Navigationssystem zu finden.
Weiterhin sollte auch hier nicht am falschen Ende gespart werden. Unverständliche Ansagen und ein kompliziertes Interface können vom Fahren ablenken und im schlimmsten Fall zu einem Verkehrsunfall führen. Es kann nicht schaden, hier wirklich etwas tiefer in die Tasche zu greifen, denn die eigene Sicherheit (und auch die der anderen Verkehrsteilnehmer) geht immer vor. Andererseits heißt das auch nicht, dass unbedingt sehr teure Geräte angeschafft werden müssen. In diversen Foren oder auch durch die Bewertungen von Produkten bei eBay kann sehr schnell herausgefunden werden, welche Navigationssysteme in Europa besonders zu empfehlen sind und welche im Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis punkten können.

Verlassen Sie sich nicht auf die Versprechen der Werbung

Jedes Navigationssystem sollte stets nach Bedarf gekauft werden. Wer keine detaillierte 3D-Darstellung der Karteninhalte benötigt, weil sowieso immer die zweidimensionale Kartenansicht bevorzugt wird, sollte für dieses Feature auch kein Geld ausgeben – auch wenn die Werbung Spielereien dieser Art immer als unverzichtbar darstellt. Dieser Tipp klingt zwar banal, doch bei der Fülle an Funktionen, die moderne Navigationsgeräte mittlerweile anbieten, ist es mitunter sehr schwer, den Überblick zu behalten. Checklisten oder auch Vergleichstabellen auf den Webseiten von Fachmagazinen in diesem Bereich eignen sich sehr gut, um das gewünschte Modell auf Funktionalität hin zu überprüfen.

Luxus-Features und spezielle Navigationssysteme für Ausflüge über die Landesgrenzen

Einige Navigationssysteme – die dann allerdings auch entsprechend teuer sind – bieten Funktionen, die weit über das hinausgehen, was das handelsübliche Navigationsgerät bereitstellt. Beispielsweise könnte sich die Anschaffung von Modellen lohnen, die einen sogenannten Fahrspurassistenten beinhalten. In Städten oder Ländern, die vorher noch nicht bereist wurden und wo eine entsprechende Unkenntnis der Straßennetze vorliegt, bietet das Navigationssystem die Möglichkeit, einzublenden, wann sich der Fahrer auf die rechte Fahrseite begeben muss, um schwer ersichtliche Ausfahrten nicht zu verpassen. Auf Autobahnen kann so rechtzeitig gewechselt werden und verpasste Abzweigungen gehören der Vergangenheit an.
Ebenfalls sehr nützlich ist die Anzeige von Raststätten oder Parkplätzen im europäischen Ausland, die ebenfalls in die Route eingeplant werden können – ideal für alle Fahrer, die ihre Route weit im Voraus planen und genau wissen, wo sie unterwegs anhalten möchten. Dabei ist besonders darauf zu achten, stets aktuelles Kartenmaterial zu verwenden, da insbesondere kleine Parkplätze oder Raststätten recht schnell wieder verschwinden oder geschlossen werden können.

Navigationsgeräte, die über die Landesgrenzen hinaus ihre Dienste anbieten, sollten außerdem möglichst viele Informationen über das bereiste Land bereitstellen. Während in Deutschland beispielsweise auf der Autobahn nicht immer ein Geschwindigkeitslimit herrscht, sieht das im europäischen Nachbarland ganz anders aus. Auf diesen Umstand weisen gute Navigationsgeräte bei der Überschreitung der Grenze hin – wahlweise per Audioansage oder auch als Information auf dem Display, so dass die Gesetze in diesem Punkt auch im neuen Land eingehalten werden können. Zusätzliche Informationen beinhalten etwa die regionalen Grenzen beim Verzehr von Alkohol, denn auch hier gelten in einigen Ländern strengere Gesetze, bei deren Überschreitung es sehr teuer werden kann. Insofern zahlt sich die Investition in ein gutes Navigationsgerät schnell aus.

Fünf abschließende Tipps für den Kauf eines Navigationssystems für Europa

  1. Navigationsgeräte sollten nach Möglichkeit immer im Demonstrationsmodus getestet werden.
  2. Erst die Funktion, dann das Design – die Optik des Modells sollte eine eher untergeordnete Rolle spielen.
  3. Ein sehr helles und großes Display ist extrem wichtig. Entspiegelte Bildschirme sind ebenfalls vorzuziehen.
  4. Je lauter, desto besser. Das gewählte Modell sollte den Motor des Autos übertönen können.
  5. Aktuelles Kartenmaterial macht die Nutzung des Navigationssystems erst sinnvoll.

Fazit

Navigationssysteme für Europa sind, selbst bei einer ähnlichen Smartphone-Funktion, unverzichtbar, um sich sicher im europäischen Raum zu bewegen. Es hilft, Geld zu sparen, wenn der Käufer sich bereits im Vorfeld über die notwendigen Funktionen des zu erstehenden Geräts im Klaren ist. Bei einem Online-Kauf über eBay ist es möglich, sich einen umfassenden Überblick über das Navigationsangebot auf dem Markt zu verschaffen und viele verschiedene Modelle zu vergleichen.

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