Einkaufsratgeber für Motorradjacken – auf diese Kaufkriterien sollten Sie achten

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Einkaufsratgeber für Motorradjacken – auf diese Kaufkriterien sollten Sie achten

Motorradjacken sind für Fahrten auf dem Kraftrad unerlässlich. Sie schützen den Fahrer und den Sozius bei etwaigen Stürzen vor verheerenden Verletzungen. Daher sollte an diesem Kleidungsstück nicht gespart werden, zumal es spezielle Anforderungen erfüllen muss. Das gilt übrigens auch für Ihre Kinder, wenn Sie diesen ein Pocket Bike kaufen wollen! Wird eine Motorradjacke nur aus modischen Gründen getragen, entfallen selbstverständlich diese vielfältigen Ansprüche.

Auf der Suche nach der optimalen Motorradjacke

Über eBay können Motorradjacken bequem und unkompliziert erworben werden. Damit es zu keinen bösen Überraschungen im Nachhinein kommt, sollte das Kleidungsstück jedoch gewisse Kriterien erfüllen. Mithilfe der nachfolgenden Tipps können Sie schnell die ideale Motorradjacke für einen sicheren Fahrspaß finden.

Textil oder Leder

Unter Motorradfahrern ist dies eine Grundsatzfrage: Soll die Motorradjacke aus Textilmaterialien oder Leder gefertigt werden? Diese beiden Materialtypen haben grundunterschiedliche Charakteristika, besitzen jedoch eine große Gemeinsamkeit. So sind ihre spezifischen Eigenschaften sehr stark von der jeweiligen Qualität der Materialien abhängig. Das Bewerten dieser individuellen Qualitäten erfordert eine langjährige Erfahrung. Der Biker sollte sich daher seine bisherigen Erfahrungen mit den Materialien bewusst machen. Ferner kann es hilfreich sein, andere Biker nach ihren Erfahrungen zu befragen.

Die unterschiedlichen Materialtypen in Hinblick auf die wichtigsten Kaufkriterien

Motorradjacken sollten nach den Kaufkriterien Sicherheit beziehungsweise Abrieb, Regenschutz, Hitzestau und Komfort ausgewählt werden. Im Folgenden werden diese Kriterien hinsichtlich der Materialwahl näher ausgeführt.

Abrieb bei Stürzen

Leder als Naturmaterial ist generell dichter aufgebaut als Textilmaterialien. Erfolgt eine mechanische und abreibende Belastung, weist das Leder einen sogenannten Lastausgleich auf, welcher ein Zerreißen verhindern kann. In Abhängigkeit von der Elastizität des Unterbaus bzw. des Futters verteilt sich die Belastung auf unterschiedlich große Lederflächen. Je größer die Auflagefläche ist, desto geringer sind die Beschädigungen an dem Material. Textilgewebe können diesen Vorzug eines erschwerten Einreißens meist nicht leisten. Sobald einige wenige Fäden in dem Gewebe reißen, erfolgt meist auch eine Überlastung der benachbarten Fasern. Die Jacke reißt und die Körperteile des Fahrers reiben ungeschützt über den Asphalt.

Tipps für den Motorradjackenkauf:

Da die Dämpfungseigenschaften von Leder besser sind, bietet dieses Material mehr Schutz. Allerdings sollte das Leder mindestens eine Dicke von 1 mm aufweisen. Dicker als 1,5 mm sollte es jedoch nicht sein, da sonst der Tragekomfort stark eingeschränkt wird.

Schutz vor Regen und Nässe

Leder ist je nach seiner Verarbeitung und Qualität mehr oder weniger atmungsaktiv. Es kann mit atmungsaktiven und wasserdichten Membranen versehen werden. Textilgewebe sind äußerst atmungsaktiv und nehmen bei einer guten Imprägnierung sehr wenig Wasser auf. Die Abdichtung erfolgt in der Jackeninnenseite unter Einbeziehung besonderer Membranen. Auch wenn die Nässe nicht zum Fahrer durchdringt, so kann es aufgrund der Wasserverdunstung zu Abkühlungen des Materials kommen.

Tipps für den Motorradjackenkauf:

Lederjacken, welche effektiv Wasser abweisen, werden durch die Nässe häufig sehr schwer. Bei Textilmaterialien ist dies trotz eines Nässeschutzes häufig nicht gegeben. Daher fühlen sich Motorradjacken aus Textil im Regen häufig angenehmer an als Lederjacken.

Hitzstau

Leder hat keine thermisch ausgleichende Wirkung. Es kann daher nur bedingt den Fahrer warmhalten oder vor Hitze schützen. Lederbekleidung wird daher meist als angenehm empfunden, wenn Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C herrschen. Daher wird bei einigen Motorradjacken das Leder besonders verarbeitet, sodass die Atmungsaktivität erhöht wird oder ein Schutz gegen die Sonneneinstrahlung gegeben ist. Belüftungsöffnungen wie Reißverschlüsse oder Klettverschlüsse fehlen jedoch, damit nicht die Stabilität des Gewebes beeinträchtigt wird. Bei Motorradjacken aus Textilmaterialien werden meist verschiedene Futterstoffe miteinander kombiniert, sodass die Jacke auch bei schnellen Fahrten warmhalten kann. Jedes zusätzliche Futter geht jedoch auf Kosten der Atmungsaktivität. Daher können bei einigen Jacken einzelne Innenfutter herausgenommen werden, wenn die Außentemperaturen hoch sind. Ferner weisen sie meist besondere Belüftungsöffnungen auf und sind aufgrund ihrer Gewebestruktur atmungsaktiv.

Tipps für den Motorradjackenkauf:

Trotz stetiger Verbesserungen in der Verarbeitung von Ledermaterialien bewahren Motorradjacken aus Textilgeweben meist besser vor einem Hitzestau.

Komfort

Eine Motorradjacke aus Leder ist meist deutlich schwerer als eine vergleichbare Jacke aus Textilgewebe. Ferner weist sie meist weniger Taschen auf. Das geringe Gewicht von Textiljacken und der effizientere Schutz vor Temperaturextremen schenken vielen Bikern einen höheren Komfort.

Hilfreiche Tipps zur Auswahl

Tourenfahrer, Freizeitfahrer und Cruiser entscheiden sich häufig für Motorradjacken aus Textilgewebe. Sportliche Fahrer setzen aufgrund der größeren Sicherheit auf Lederjacken. Diese Grundsatzfrage zwischen Leder oder Textil bei der Motorradjackenwahl kann jedoch auch umgangen werden. So gibt es inzwischen Jacken, die beide Materialarten miteinander kombinieren. Die positiven Schutzeigenschaften liefert dabei das Leder an Stellen, die bei Stürzen besonders betroffen sind. Für den Komfort sorgt das Textilgewebe. Für was Sie sich auch immer entscheiden möchten, es sollte ferner sichergestellt werden, dass die Jacke im Fall eines Unfalles repariert werden kann.

Protektoren und Schutzpolster

Die Bezeichnung Protektor im Bereich der Motorradschutzkleidung darf nur für Schutzpolster verwendet werden, welche nach den europäischen Normen EN 1621-1 und EN 1621-2 geprüft worden sind. Die Norm EN 1621-1 bezieht sich auf die Gelenkprotektoren und die Norm EN 1621-2 auf die Rückenprotektoren. Da sich der Käufer nicht nur auf etwaige Prüfkennzeichnungen verlassen sollte, muss die Ausstattung kritisch geprüft werden. Folgende Materialien werden für die Fertigung von Protektoren verwendet:

EPS-Protektoren

Sie weisen einen harten Kern aus Styropor auf, welcher mit unterschiedlichen Geweben verbunden ist.

Hartschalenprotektoren

Die harte Außenschale besteht aus Polypropylen oder Polycarbonat. Die Innenseite wurde mit Schaummaterial ausgepolstert.

Polyethylen-Schaum

Dies sind teilweise ergonomisch geformte Protektoren, welche aus Schaum mit geschlossenen Zellmembranen gefertigt werden.

Polyurethan-Schaum

Diese Protektoren werden aus einem speziellen Schaum gefertigt, welcher für seine ausgezeichneten Dämpfungseigenschaften bekannt ist.

Bioelastan

Diese Protektoren sind ergonomisch geformt und relativ voluminös. Das elastische Material besteht aus Polyurethan und Temperform.

Kriterien für die Protektorenwahl

  1. Die Protektoren müssen hinreichend dimensioniert und elastisch sein, da nur so die Stoßenergie hinreichend abgebaut werden kann.
  2. Das Schutzpolster sollte möglichst viel Fläche am Oberkörper abdecken, ohne den Komfort zu stark einzuschränken.
  3. Protektoren an den Ellbogen sollten immer die Elle schützen.
  4. Liegt die Jacke eng an und das Außenmaterial der Protektoren ist stabil, sollten sie am Außenmaterial befestigt werden.
  5. Ist die Motorradjacke weit, sollten die Protektoren möglichst groß sein und dicht an dem jeweiligen Körperteil liegen.

Ratschläge zur Anprobe

Eine Motorradjacke muss richtig passen. Bei der Anprobe muss daher sichergestellt werden, dass die Jacke richtig sitzt. Keine Falten dürfen drücken und die Protektoren müssen sich an der richtigen Stelle befinden. Bei der Auswahl sollten daher folgende Fragen gestellt werden:

  1. Sind die Reißverschlüsse und Nähte stabil?
  2. Weist die Motorradjacke Signalfarben auf, welche eine erhöhte Sichtbarkeit schenken?
  3. Sind die scheuergefährdeten Stellen mit Kevlar ausgestattet oder weisen sie eine doppelte Materiallage auf?
  4. Sitzt die Textiljacke noch gut, wenn das Innenfutter entfernt worden ist?
  5. Passt unter die Lederjacke noch wärmende Funktionsbekleidung?
  6. Sind die Ärmel so lang, dass sie trotz Sitzposition über die Gelenke reichen?
  7. Gibt es am Ärmelende einen flexibel einstellbaren Verschluss, welcher ein Verrutschen verhindert?

Hinweise zur Pflege und Aufbewahrung der Motorradjacke

Motorradjacken müssen zwingend sorgfältig gereinigt, gepflegt und aufbewahrt werden. Dadurch hält die kostspielige Ausrüstung nicht nur länger, sondern sie bewahrt auch ihre Optik sowie ihre Funktionstüchtigkeit. Ferner erfüllt eine hinreichende Pflege der Motorradjacke auch die erwünschten Hygieneansprüche. Wie die Bekleidung gesäubert werden sollte, unterscheidet sich nach den verwendeten Materialien.

Pflege für Motorradjacken aus Leder

Lederjacken sollten regelmäßig eingerieben werden. Dies schützt sie vor Verhärtungen und einem Austrocknen. Ferner wird dadurch verhindert, dass Nässe in den Stoff eindringt. Daher sollte vor dem Einreiben die Jacke mit einem Imprägnierspray vor Regen geschützt werden. Dadurch wird die Jacke zwar nicht wasserdicht, aber die Nässe perlt besser von ihr ab. Im Anschluss wird auf die trockene Oberfläche ein Lederfett aufgetragen. Damit sollte sparsam umgegangen werden, da sich sonst die Poren zusetzen. Dies würde unschöne Rückstände erzeugen. Mit einem weichen Lappen und einem kreisförmigen Einreiben gelingt die Pflege sehr leicht. Die Lederfette gibt es in schwarzen Versionen sowie farblos. Einige Biker setzen auch auf Vaseline oder auf einen Lederbalsam mit Bienenwachs.

Pflege für Motorradjacken aus Textilgewebe

Bei Motorradjacken aus Textilgeweben müssen die Pflegeanleitungen berücksichtigt werden, welche der Hersteller in die Jacke eingenäht hat. Meist können diese Jacken mit Feinwaschmittel im Schonwaschgang in der Waschmaschine gereinigt werden. Die Temperatur sollte nicht mehr als 30°C betragen. Waschkraftverstärker können starken Schmutz effektiv vorbehandeln. Um Waschmittelrückstände zu umgehen, sollte die Jacke in der Waschmaschine hinreichend mit klarem Wasser ausgespült werden. Auf Weichspüler sollte unbedingt verzichtet werden. Viele Hersteller von Motorradjacken aus Textil raten zudem von der Verwendung eines Wäschetrockners ab. Wird die Jacke häufig gewaschen, sollte nach allen drei Waschgängen das Kleidungsstück mit einem speziellen Imprägnierspray eingesprüht werden. Dadurch wird die Dichtheit der Membran nicht erhöht, sondern die Fasern des Obermaterials werden ummantelt. Somit besteht ein besserer Schutz gegen Wasser und Verschmutzungen. Es gibt ferner Hersteller, die eine professionelle Reinigung und Imprägnierung ihrer Motorradjackenmodelle empfehlen. So kann eine gleichmäßige Verteilung des Imprägniersprays sichergestellt werden.

Geeignete Aufbewahrung

In den kühlen Monaten wird die Motorradjacke meist zur Überwinterung verstaut. Dies sollte an einem trockenen Ort erfolgen, der verhältnismäßig gleichmäßige Temperaturen aufweist. Der Kleiderschrank ist daher ein sehr guter Standort. Die Jacke sollte mit dem Innenfutter und den Protektoren auf einen Kleiderbügel gehängt werden. Dies vermeidet Faltstellen. Wird die Jacke zudem durch einen Kleidersack geschützt, sollte dieser hinreichend Luft durchlassen können. Ein Plastiksack ohne Löcher muss unten offen sein. Somit ist die Motorradjacke noch in einem hervorragenden Zustand, wenn sie bei der ersten Fahrt im Frühjahr aus dem Schrank geholt wird.

6 Ratschläge zur Auswahl der Motorradjacke

Darauf sollten Sie beim Kauf von Motorradjacken unbedingt achten:

  1. Wie alt ist die Motorradjacke? Einige ältere Modelle erfüllen die heutigen Ansprüche an eine Schutzkleidung nicht. Dies trifft nicht nur auf die Obermaterialien zu, sondern bezieht sich auch auf die Schutzpolster. Sie würden so bei einem Unfall keine hinreichende Schutzfunktion leisten.
  2. Welche bisherigen Erfahrungen hatten Sie mit Motorradjacken? Es ist hilfreich, auf alte Erfahrungswerte zurückzugreifen, um gegebenenfalls einstige Fehler beim jetzigen Kauf zu vermeiden.
  3. Wie viel Zeit haben Sie für die Auswahl? Für die Auswahl einer Motorradjacke sollte sich hinreichend Zeit genommen werden, damit die neue Anschaffung kein Fehlkauf wird.
  4. Für welches Motorrad wird die Jacke benötigt? Fahrer unterschiedlicher Motorradtypen wählen häufig auch unterschiedliche Jackentypen aus.
  5. Wie ist das eigene Fahrverhalten? Sportlich ambitionierte Fahrer stellen an die Motorradjacke andere Ansprüche als Cruiser.
  6. Sollte es nicht vielleicht doch ein Einteiler sein? Im Unterschied zur Motorradjacke, die mit einer Motorradhose kombiniert wird, bietet ein Einteiler einen besseren Unfallschutz.

Fazit

eBay bietet das gesamte Spektrum an Motorradjacken in allen Preislagen und Ausführungen. Stöbern Sie in dem großen Sortiment und finden auch Sie die passende Motorradjacke, um eine sichere Fahrt mit dem Motorrad zu gewährleisten.

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