Einkaufsratgeber für Lichter, Leuchten & Blinker bei Oldtimern

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Einkaufsratgeber für Lichter, Leuchten & Blinker bei Oldtimern

Bei schlechter Witterung, in der Dämmerung oder bei Nacht ist eine Fahrzeugbeleuchtung für ein sicheres Führen eines Kraftfahrzeugs unerlässlich. Das gilt auch für Oldtimer. Die Fahrzeugbeleuchtung umfasst im Wesentlichen alle lichttechnischen Mittel, die dafür erforderlich sind. Bei PKWs sind in der Regel Fern-, Abblend- und Standlicht vorgeschrieben. Grundsätzlich darf nach vorne nur weißes und gelbes Licht strahlen und nach hinten nur weißes und rotes. Gelbes darf auch seitlich abgegeben werden. Wenn Sie also Ihren Oldtimer auf öffentlichen Straßen bewegen möchten, müssen Sie sich auch an diese Regelungen halten. Möchten Sie Ihr Fahrzeug mit anderen Leuchtmitteln ausstatten, ist es sinnvoll, beim TÜV vor dem Einbau abzuklären, ob diese zugelassen werden oder nicht. Bei reinen Showcars sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Diese können mit kunterbunten Lichten bestückt werden.

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Lichtquellen im Verlauf der Automobilgeschichte

Eine Beleuchtung am Auto gab es im Endeffekt schon von Anfang an. Waren es zunächst nur seitlich montierte oder auf der Motorhaube befestigte Laternen ohne Farbfilter, so wurden schon bald elektrisch betriebene Lampen populär. Ende des 19. Jahrhunderts kamen häufig so genannte Karbidlampen zum Einsatz, die ab 1908 auch mit einer Abblendeinrichtung ausgestattet waren. Es folgten die populäre Zweifadenlampe (auch BILUX®-Lampe) und der Halogenscheinwerfer, während aktuell vor allem Xenonscheinwerfer zu finden sind. Welche Lichtquelle nun für Ihren Oldtimer die passende ist, sehen Sie sich am besten anhand von Originalbildern und Beschreibungen zu Ihrem Fahrzeug an. Oft ist es auch zweckmäßig, LEDs und andere Beleuchtungsmittel zu verwenden, die nur alt erscheinen, jedoch die Vorteile des modernen Fahrzeugbaus in sich vereinen. In Frankreich war zwischen 1936 und 1993 vorgeschrieben, dass alle Haupt-, Nebel- und Fernscheinwerfer in gelbem Licht zu strahlen hatten, damit die Nationalität des Fahrzeugs auch im Dunkeln sofort zu erkennen war. Zur Umsetzung waren gelbe Scheinwerfergläser sowie farblose Gläser mit gelb strahlender Glühlampe erlaubt. 1993 wurde auch in Frankreich auf weiße Frontbeleuchtung umgestellt.

Allgemeine Informationen zu Frontscheinwerfern am Oldtimer

Autos weisen in der Regel gepaarte Fahrscheinwerfer auf, die sich an der Fahrzeugfront befinden und dort weißes Licht abstrahlen. Fährt das Auto rückwärts, werden die weißen Lichter auch hinten angezeigt, um deutlich zu machen, dass sich ein Fahrzeug nähert. Scheinwerfer werden in der Regel als Abblendlicht genutzt. Bei Bedarf können auch Fern- und Nebelscheinwerfer eingesetzt werden. Letztere sowie Standlicht kommen im alltäglichen Gebrauch oft seltener zum Einsatz. Die verschiedenen Leuchtmittel eines Frontscheinwerfers befinden sich meist innerhalb einer baulichen Einheit und sind im oder unter dem Kühlergrill installiert. Einige Sportwagen verfügen auch über Klappscheinwerfer, die gerne bei sportlichen Fahrzeugen eingesetzt werden. Ein bekannter Oldtimer mit Klappscheinwerfern ist der Opel GT. Diese Art der Konstruktion hat unter anderem aerodynamische Gründe.

Die Karbidlampe als Beleuchtung am Oldtimer

Karbidlampen sind Gaslampen, in denen Brennstoff - meist Calciumcarbid - in chemisch gebundener Form transportiert wird und die Umwandlung in Gas erst unmittelbar vor der Verbrennung erfolgt. Ihr Erfolgszug begann, als Thomas Wilson im Jahr 1892 eine Methode erfand, wie er wirtschaftlich Calciumcarbid produzieren konnte. Als Folge davon kamen Karbidlampen ab 1894 in Gebäuden und 1896 schließlich auch bei Fahrzeugen zum Einsatz. Auch im Bergbau waren die Gaslampen wegen ihrer großen Lichtausbeute bei geringen Betriebskosten einige Jahrzehnte lang sehr beliebt. Mithilfe eines Bowdenzugs wurden die Karbidlampen schließlich 2008 mit einer Abblendeinrichtung ausgestattet. Dabei aktivierte der Zug einen Hebel, der die Gasflamme aus dem Brennpunkt des Reflektors schob und so die Lampe abblenden konnte.

Die Zweifadenlampe als Beleuchtung am Oldtimer

Zweifadenlampen, besser bekannt als BILUX®-Lampen, wurden 1925 auf den Markt gebracht. BILUX® ist eigentlich der Markenname der von Osram vertriebenen Leuchten. Diese Lampen eigneten sich zunächst für eine Kombination aus Fern- und Abblendlicht. Ab 1957 wurde sie auch für asymmetrische Abblendlichter vertrieben (BILUX-AS®). Bei der BILUX®-Lampe sitzen zwei Glühfäden in der Lampe, der für das Fernlicht im Zentrum, der für das Abblendlicht außerhalb. Unter dem zweiten Faden befindet sich eine Blende, die dafür sorgt, dass der Gegenverkehr nicht geblendet wird. Nachteilig ist, dass sowohl für Abblend- als auch für Fernlicht jeweils ein einzelner Reflektor verbaut werden muss.

Die Halogenlampe als Beleuchtung am Oldtimer

Halogenlampen wurden in den 60er Jahren populär. Hier wurden ab 1964 zunächst Einfaden-Halogenlampen des Typs H1 und H3 vertrieben, gefolgt von der Zweifaden-Halogenlampe für Fern- und Abblendlicht. Diese wurde zwar bereits 1966 vorgestellt, war aber erst 1971 erstmals im Mercedes-Benz 350 SL zu haben. Halogenlampen waren zu Anfang eher teuer. So kostete eine Zweifaden-Halogenlampe (H4) 1976 20,40 DM und die Einfadenversion 11,60 DM. Nach heutiger Kaufkraft wären dies Preise zwischen 15 und 20 Euro.

Verschiedene Blinkgebertypen im Laufe der Automobilgeschichte

Fahrtrichtungsanzeigen mithilfe von Blinkgebern sind noch relativ neu und wurden erst in den 50er Jahren eingeführt. Vorher wurden oft elektromechanische Winker eingesetzt, die an den Vordertüren montiert waren und je nach Bedarf nach rechts oder links ausgeklappt werden konnten, um die Fahrtrichtung anzuzeigen. Es folgten Bimetallblinkgeber, Hitzedrahtblinkgeber, pneumatische Blinkgeber, elektronische Blinkgeber und schließlich auch digitale Blinker.

Bimetallblinkgeber im Einsatz am Oldtimer

Bimetallblinkgeber sind die eigentlichen ersten Blinker und kommen bei Fahrzeugen ab den 50er Jahren zum Einsatz. Bei diesen wurde zur Zeitverzögerung und zum Erzeugen eines Blinkertakts ein Bimetallstreifen verwendet, der über eine Heizwicklung erhitzt wurde. Ist der Fahrtrichtungsschalter ausgeschalten, ist das Bimetall kalt und der Blinker aus. Wird er aktiviert, fließt Strom über den Streifen, die Heizwicklung und die Lampen. Die Wicklung erhitzt sich und damit auch den Bimetallstreifen, wodurch sich der Öffnerkontakt öffnet und den Blinkerlampen und der Heizwicklung den Strom entzieht. Ist der Bimetallstreifen wieder abgekühlt, schließt sich der Schaltkontakt wieder und der Vorgang bedingt von neuem. Bei Bimetallblinkgebern dauert der erste Blinkintervall länger als die folgenden und die Blinkfrequenz erhöht sich, sollte eine Blinklampe ausfallen. Heute findet man diesen Blinkgeber nur noch in Oldtimern.

Hitzedrahtblinkgeber im Einsatz am Oldtimer

Hitzedrahtblinkgeber verfügen über einen Heizdraht, eine Magnetspule und eine Lampe. Der Widerstand des Heizdrahtes ist so bemessen, dass er rein durch den Strom, der durch die Glühlampe fließt, diese nicht zum Leuchten bringen kann. Vor der Magnetspule haben wir einen Anker, der mithilfe des Heizdrahts in Abstand zur Spule gehalten wird. Fließt nun Strom in die Konstruktion erwärmt sich der Draht, dehnt sich aus und macht es möglich, dass der Anker immer mehr vom Magnetfeld der Spule angezogen wird. Ist dies erreicht kommt es zu einem Kurzschluss des Heizdrahts und die Glühlampe leuchtet auf. Im Verlauf des Vorgangs kühlt sich der Heizdraht wieder ab, verkürzt sich und zieht schließlich den Anker wieder von der Spule weg. Der Kontakt öffnet sich und die Lampe erlischt. Der Kreislauf beginnt erneut. Bei älteren Fahrzeugen kann es vorkommen, dass die Blinkfrequenz des Blinkers abfällt. Hier kann man gegebenenfalls über eine Justierschraube nachhelfen. Das überlassen Sie jedoch am besten einem Fachmann.

Pneumatische Blinkgeber im Einsatz am Oldtimer

Pneumatische Blinkgeber kamen in den 60er Jahren auf den Markt und arbeiten mit einer pneumatischen Schaltverzögerung. Hier wird ein kleiner Kolben mithilfe einer vom Lampenstrom durchzogenen Spule in einen Zylinder gezogen. Dadurch schaltet ein Anker um, der wiederum den Lampen- und Spulenstrom unterbricht. Danach wird der Kolben mithilfe einer Feder wieder aus dem Zylinder gezogen und das Spiel beginnt von Neuem. Pneumatische Blinkgeber wurden kaum eingesetzt und schnell von elektronischen Blinkern vom Markt verdrängt.

Elektrische Blinkgeber im Einsatz am Oldtimer

Blinkgeber mit elektronischem Impuls kamen etwa Ende der 60er auf den Markt und wurden im Verlauf der nächsten Jahrzehnte stetig weiterentwickelt. Elektronische Blinkgeber blinken in einer konstanten Frequenz und sind unabhängig gegenüber Temperatur und Spannung. Ab Ende der 90er Jahre wurden sie durch Lösungen ersetzt, die in die Fahrzeugelektrik integriert sind.

Diese Leuchten kommen am Oldtimer zum Einsatz

Ein Oldtimer muss nicht nur von vorne, sondern auch von hinten gut erkennbar sein - insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen. Rückleuchten gehören daher wesentlich zur Fahrzeugbeleuchtung und sollen es möglich machen, das Ende eines Fahrzeugs auch im Dunkeln auszumachen. In der klassischen Form finden wir Rückleuchten als Kombination mit mehreren Funktionen innerhalb einer Kunststoffeinheit. Hier sind verschiedene Glühlampen verbaut, wie etwa die Bremsleuchten, Blinker und das Licht für den Rückfahrscheinwerfer. Dazu kommt das Schluss- oder Standlicht.

Bremsleuchten im Einsatz am Oldtimer

Entsprechend der Straßenverkehrsordnung muss jeder zugelassene PKW über zwei Bremsleuchten verfügen. Bei Neuwagen, die nach 1998 gebaut wurden, kommt hier noch eine dritte Bremsleuchte hinzu. Diese müssen zum einen Rot leuchten und zum anderen so hell sein, dass sie auch am Tag gut sichtbar sind. Meist sind die Bremsleuchten hinten links und rechts an der Karosserie angebracht. Betätigt werden die Bremsleuchten über einen Bremslichtschalter, der durch Drücken des Bremspedals aktiviert wird. Hier handelt es sich in der Regel um einen Näherungsschalter. Heute wird das Signal meist an ein Steuergerät gesendet.

Jedoch sind die roten Lichter eine eher neue Erfindung. Bei Fahrzeugen, die vor dem 1. Januar 1983 erstmals zugelassen wurden, sind auch gelbe Bremsleuchten erlaubt. Diese waren bis Anfang der 70er Jahre Usus und sind auch heute noch teilweise an Oldtimern zu sehen. Oft kamen dabei kleine runde Rückleuchten mit zwei Kammern zum Einsatz, die Brems- und Blinklicht kombinierten. Bei Fahrzeugen aus den 80ern findet man teilweise auch zwei zusätzliche Bremsleuchten hinter der Heckscheibe. Diese sind heute nur noch sehr selten zu sehen.

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