Einkaufsratgeber für Lautsprecher und Soundsysteme – so finden Sie das richtige

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Einkaufsratgeber für Lautsprecher und Soundsysteme – so finden Sie das richtige

Tipps und technische Informationen zum Kauf neuer Lautsprecher

Heutzutage existieren zahlreiche Arten, wie wir Klang wiedergeben. Sei es klassisch über eine Musikanlage, den PC, die Spielkonsole oder das Heimkino. Aber Anlage ist nicht gleich Anlage und hinsichtlich der zugrunde liegenden Lautsprechertechnik gibt es teilweise große Unterschiede. Ob eine Anlage gut klingt, entscheidet sich immer anhand der genutzten Lautsprecher. Sie können eine teure High-End-Stereoanlage besitzen, aber wenn Sie nur unzureichende Boxen haben, kann die Musik nicht gut klingen. Dementsprechend gilt es, große Sorgfalt bei der Anschaffung von Lautsprechern und Soundsystemen walten zu lassen. Aber was unterscheidet eigentlich beide Typen voneinander? Dies und noch einiges mehr zu den Themen Kanaltechnik, technische Details sowie Verarbeitung erfahren Sie in diesem Einkaufsratgeber. Damit sind Sie für den Erwerb neuer Lautsprecher bestens gerüstet und werden keine böse Überraschung erleben.

Für welchen Zweck benötigen Sie die Lautsprecher?

Lautsprecher und Soundsysteme gibt es heutzutage in zahlreichen Ausprägungen sowie Verwendungsarten. Sie sollten daher zuallererst sich darüber im Klaren sein, für welchen Zweck Sie die Lautsprecher nutzen möchten. Hören Sie in erster Linie Musik über Ihre Lautsprecher oder nutzen Sie diese vor allem für Ihre Heimkinoanlage oder Spielkonsole? Oder benötigen Sie die Lautsprecher nur für Ihren PC? Die unterschiedlichen Nutzungsarten haben einen direkten Einfluss auf die Wahl und Anzahl der Boxen. Denn die jeweiligen Geräte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer zugrunde liegenden Kanaltechnik. Während bei Musikanlagen Stereo dominiert, sind es bei Heimkinoanlagen oder Spielkonsolen Dolby Surround sowie Dolby 5.1. Dementsprechend liegen unterschiedliche Voraussetzungen hinsichtlich der Kanaltechnik vor, die erfüllt werden müssen, um einen guten Klang zu erhalten.

Stereo-Lautsprecher für Musik

Stereo ist seit den 1960er Jahren die beherrschende Kanaltechnik von Musiktonträgern. In diesem Fall wird der Gesamtklang der Musik in ein sogenanntes Stereopanorama eingeteilt und auf zwei Lautsprecher verteilt. Dabei geht es darum, der Musik zu einem räumlichen Klangbild zu verhelfen. Diese Kanaltechnik entwickelte sich aus der Vorgängertechnik mono heraus, die nur imstande war, den gesamten Klang über einen Kanal zu versenden. Folglich war mono nicht in der Lage, einen Raumklang, respektive ein Panorama aufzunehmen und wiederzugeben. Für die Anzahl an Boxen bedeutet dies, dass für mono eine Lautsprecherbox ausreicht, während für die Stereowiedergabe mindestens zwei Kanäle und dementsprechend zwei Boxen vorhanden sein müssen.

Soundsysteme für Ihr Heimkino

Bei Dolby Surround und 5.1 verhält es sich abermals ein wenig anders. Während stereo eher eine Simulation eines Raumklangs darstellt, da die Musik meistens nur von vorne erschallt, finden bei Dolby Surround und 5.1 mehrere Boxen im Raum Verwendung. Dementsprechend werden solche Anlagen als Soundsysteme bezeichnet. Solche Systeme bestehen aus mindestens fünf Kanälen, an die drei Frontalboxen sowie zwei Raumklangboxen im Rücken angeschlossen werden. 5.1-Anlage verfügen noch über eine zusätzliche Bassbox. Wie erwähnt, dienen die hinteren Boxen für den Raumklang und für weitere Soundeffekte. Die Hauptklanginformation wird über die Frontlautsprecher gesendet. Aufgrund der vielen Kanäle muss aber auch die Ausgabe bereits mehrkanalig erfolgen.

Zusammengefasst bedeutet das für Sie: Wenn Sie Musik über eine 5.1-Anlage hören, dann mag der Klang zwar satter sein aufgrund der Boxen, Sie erhalten aber keinen Raumklang, da die ausgebende Kanaltechnik dies nicht vorsieht. Auf der anderen Seite geben Stereo-Lautsprecher, aufgrund ihrer Beschränkung auf zwei Boxen, ebenfalls keinen Raumklang wieder. Ein 5.1 wird in diesem Fall zu stereo zusammengekürzt, was zulasten der Soundeffekte und des Raumklangs vonstattengeht.

Aktive oder passive Lautsprecher?

Der Unterschied zwischen beiden Lautsprechertypen besteht darin, dass in aktiven Boxen der Verstärker bereits integriert ist. Dies ist oft bei PC-Lautsprechern der Fall, die über eine eigene Stromzufuhr betrieben werden. Auch bei Musikanlagen gibt es Modelle mit Aktivboxen, dann meist im High-End-Bereich und zu dementsprechenden Kosten. Der Vorzug von Aktivboxen besteht darin, dass weniger Kabelwege anfallen, da jede Strecke zulasten der Klangqualität geht. Dies gilt es dann besonders bei passiven Lautsprechern zu beachten, die an einen zusätzlichen Verstärker angeschlossen werden. Hier fallen automatisch Kabelwege an.

Auf diese technischen Details sollen Sie bei Lautsprechern achten

Ein Blick auf die technischen Angaben kann Ungeübte schnell aus dem Konzept bringen. Dabei ist die Anzahl der für Sie interessanten Daten relativ überschaubar. Häufig gilt die vermeintliche Regel: Je mehr Watt eine Box besitzt, umso lauter sei ihr Klang. Dies stimmt allerdings nicht ganz, denn die Lautstärke einer Box wird maßgeblich durch den Wirkungsgrad beeinflusst, der in Dezibel (dB) angegeben wird. Hier gilt tatsächlich: Je höher der Wirkungsgrad, desto lauter ertönt der Lautsprecher.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist Sinusleistung. Diese bezeichnet die Dauerleistung, die ein Lautsprecher ohne Unterbrechung wiedergeben kann. Mit 3 Watt Dauerleistung bei hohem Wirkungsgrad der Box können Sie Ihren Nachbarn bereits viel Freude bereiten. Die Dauerleistung sollten Sie allerdings nicht mit der Musikleistung verwechseln. Denn diese beschreibt die maximale Belastbarkeit eines Lautsprechers für einen kurzen Zeitraum, ohne dabei zerstört zu werden. Es handelt sich um einen Extremwert, dem Sie keine Beachtung schenken müssen. Sowohl Ihre Stereoanlage oder Konsole als auch Lautsprecher verfügen über Angaben zur Dauerleistung. Die Sinusleistung eines Lautsprechers oder Soundsystems sollte Idealerweise 1,5- bis 2-mal so hoch wie die der Anlage sein.

Neben diesen Angaben sind die Ohm-Werte sowohl des Lautsprechers als auch des Verstärkers ungemein wichtig. Ohm bezeichnet den Widerstand und wird mit dem griechischen Symbol für Omega angegeben. Wenn Sie neue Lautsprecher kaufen wollen, achten Sie darauf, dass diese denselben Ausgangswiderstand besitzen wie der Verstärker. Sollte der Widerstand des Lautsprecher geringer ausfallen als der des Verstärkers, drohen beide Geräte Schaden zu nehmen. Es kommt zu Verzerrungen im Klangbild und der Verstärker kann überhitzen. Umgekehrt verhält es sich ähnlich, allerdings weniger dramatisch. Sollte der Lautsprecher über einen zu hohen Widerstand verfügen, kann dieser bei großen Lautstärken in Mitleidenschaft gezogen werden. Ebenfalls ist es nicht von Nachteil, wenn Verstärker und Lautsprecher über dieselbe Wattleistung verfügen.

Verarbeitung der Lautsprecher

Was ist Klang? Klang ist nichts anderes als Schwingungen. Die Klanginformation des Daten- oder Tonträgers wird ausgelesen und in elektrische Signale übersetzt. Diese versetzen die Spule und Membran des Lautsprechers in Schwingung, der das elektrische Signal in Schall umwandelt. Aufgrund der variierenden elektrischen Information schwingen Membran und Spule immer unterschiedlich stark, was sich in divergierendem Klang manifestiert. Folglich dreht sich bei der Verarbeitung von Lautsprechern alles um die optimale Wiedergabe dieser Schwingungen. Dabei haben die verarbeiteten Materialien einen großen Einfluss auf die Qualität des Klangs.

Steife und vibrationsarme Materialen bevorzugen

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass robuste und vor allem schwingungsarme Materialien wie Holz und Faserplatten (MDF-Platten) für das Gehäuse der Boxen genutzt wurden. Diese verhindern durch ihre relative Steifheit, dass Schwingungen den Lautsprecher zum Vibrieren bringen, was wiederum von Nachteil für den Klang wäre. Gehäuse aus Plastik sind daher nicht geeignet, da sie bereits bei geringer Lautstärke in Bewegung geraten. Der Schall wird in alle Richtungen abgegeben, nicht nur in die eigentlich vorgesehene. Des Weiteren entstehen dadurch Interferenzen, die einen verzerrten Klang zur Folge haben.

Für einen satten Klang sollten Sie die Fertigung der Membranen der Lautsprecher unter die Lupe nehmen. Denn das Material entscheidet darüber, ob der Klang, und vor allem der Bass, rund sind. Sie sollten unbedingt Wert auf robuste Membranen bei Bassboxen legen. Pappe, die oft in Lautsprechern Verwendung findet, ist nicht wirklich geeignet, da sie flattert und nicht optimal schwingt, was wiederum für einen angenehmen Klang von negativer Signifikanz ist.

Wie viele Töner dürfen es sein?

Zu guter Letzt müssen Sie sich entscheiden, über wie viele Chassis, beziehungsweise Töner der Lautsprecher verfügen soll. Hier gilt an und für sich die Faustregel: Je mehr Töner, umso prägnanter und klarer ist der Klang. Der Fachbegriff dafür lautet „Arbeitsteilung“, denn um genau dies geht es bei den unterschiedlichen Chassis. Diese existieren als 2- sowie 3-Wege-Systeme, je nachdem, wie viele Boxen zum Einsatz kommen. Hochtöner decken die hohen Frequenzen ab, Mitteltöner die Mitten und Basstöner die tiefen Töne. Anstelle einer Membran geben in diesem Beispiel drei die elektrischen Signale wieder. Dies geht mit einem satteren sowie aufgeräumten Klang einher. Jedoch sollten Sie an dieser Stelle eins beachten: Wenn Sie für die Arbeitsteilung mehrere Boxen nutzen möchten, dann legen Sie Wert darauf, dass sie vom gleichen Hersteller stammen.

Beachten Sie die Trennfrequenzen beim Herstellermix

Fast jeder Produzent von Lautsprechern versieht seine Geräte mit anderen Trennfrequenzen. Dabei handelt es sich um die jeweiligen Frequenzbereiche, die ausschließlich von einem Töner abgedeckt werden. Es darf dabei zu keiner Doppelung kommen, da dies zur Phasenauslöschung führt. Gleichzeitig sollen keine Lücken im Frequenzspektrum klaffen. In der Regel haben die Hersteller ihre Geräte so eingestellt, dass weder Lücken noch Überlappungen entstehen. Jedoch existiert keine Richtlinie, welche die Grenzen zwischen den Produzenten festlegt.

Wenn Sie dennoch in Erwägung ziehen, sich Lautsprecher von unterschiedlichen Herstellern zuzulegen, dann kontrollieren und vergleichen Sie die Angaben zu den Trennfrequenzen, damit es nicht zu Doppelungen oder Löchern im Frequenzspektrum kommt.

Die Chassis müssen für einen guten Klang alle über dieselbe Lautstärke verfügen. Ansonsten haben Sie einen unausgeglichenen Klang, beispielsweise mit wenigen Mitten, was dumpf klingt, oder zu viele Höhen, was oftmals als schneidend wahrgenommen wird. Legen Sie grundsätzlich Wert auf Ausgeglichenheit bei der genutzten Technik. Kleine klangliche Nuancen können Sie im Nachhinein immer noch selber über den Equalizer einstellen.

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