Einkaufsratgeber für Kotflügel

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Einkaufsratgeber für Kotflügel

Ein Auto ist mehr als bloßes Fortbewegungsmittel. Mit einer ansprechenden Optik kommuniziert es immer auch einen ästhetischen Mehrwert. Bauteile, die hierzu besonders beitragen, sind die Kotflügel. Sie schützen das Auto vor Verschmutzungen und Beschädigungen durch aufgewirbelten Rollsplitt.

Im vorliegenden Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über Kotflügel. Den Anfang machen Informationen zu seiner Funktionsweise, seiner Bauart und seiner Entwicklung. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf besonders achten sollten. Eine Liste bekannter Hersteller gibt Ihnen einen Ausgangspunkt für die Auswahl. Im zweiten Abschnitt des Ratgebers stehen Tuningmöglichkeiten im Vordergrund. Eingegangen wird darin besonders auf Kotflügelverbreiterungen und Seitenschweller. Einige Hinweise zur Pflege schließen die kurze Einführung ab.

Form und Funktion

Kotflügel kommen ursprünglich aus der Kutscherei. Sie hatten die Aufgabe, Schmutz aufzufangen, der von den Rädern aufgeschleudert wird. Der Form nach ähnelten sie heutigen Schutzblechen an Fahrrädern. Kotflügel sind Teile der Autokarosserie, die über den Rädern angebracht sind. Mit ihrer um das Rad gewundenen Form erfüllen sie zwei Aufgaben.

Schutz von anderen Verkehrsteilnehmern

Die erste besteht im Schutz von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern. Durch die Abdeckung wird eine ausreichende Sicherheit vor dem drehenden Rad gewährleistet. Gerade bei Unfällen ist dies sehr wichtig. Die Montage von Kotflügen ist im deutschen Kraftfahrzeugsrecht vorgeschrieben. Darin ist ebenso festgelegt, dass die Räder des Autos nicht aus der Karosserie hervorstehen dürfen.

Verhindern von Wasseraufwirbelungen

Die zweite Funktion besteht darin, die Aufwirbelung von Wasser zu verhindern. Dies ist besonders auf Autobahnen von Bedeutung, wo große Wasseraufwirbelungen nachfolgenden Autofahrern die Sicht nehmen würden. Die Kotflügel fangen das Wasser auf und leiten es an den Boden ab. Bei freien Rädern würde es zu sehr viel stärkeren Verwirbelungen kommen.

Besonderheiten des Kotflügels

Als Teil der Karosserie stellt der Kotflügel eine Verbindung zwischen dem Frontblech, der Motorhaube und dem Bereich der Tür her. Der hintere Kotflügel schließt direkt an die Türhaut an. Ein Merkmal zeichnet ihn gegenüber den anderen Karosserieteilen aus. Er trägt nicht gesondert zur Statik des Fahrzeugs bei. Die Steifigkeit des Fahrzeugs beeinflusst er allenfalls marginal.

Unter dem Aspekt der Konstruktion hat der Kotflügel die Aufgabe, das Radhaus (den Radkasten) abzuschließen. Dabei handelt es sich um die Aussparungen in den Seitenteilen des Autos, in denen sich die Räder befinden. Den gewundenen Außenrand des Kotflügels bezeichnet man als Radlauf. Er folgt der Form des Rades. Durch zusätzliche Applikationen aus Chrom können Sie ihn optisch aufwerten.

Der Kotflügel ist als Abdeckung der Innenhaut konzipiert. Es gibt zwei Möglichkeiten der Montage, das Punktschweißverfahren und die Befestigung mit Schrauben. Der Vorteil beim Punktschweißen besteht darin, dass in sehr kurzer Zeit eine hohe Energie auf eine kleine Stelle des Stahlblechs ausgeübt werden kann. Man nutzt zur Verschmelzung den Strom, weshalb das Punktschweißen nur bei elektrisch leitfähigen Materialien möglich ist. Seine Stärke beträgt bis zu 40.000 Ampere. Durch einen zusätzlich wirkenden hohen Druck wird die Verbindung praktisch unlösbar.

Um bei der Verbindung mit Schrauben zusätzliche Stabilität zu gewährleisten, werden diese mit einem speziellen Metallklebstoff behandelt. Er bringt den Vorteil mit sich, dass das Metall vor Korrosion geschützt wird.

Bei den Kotflügeln mancher Modelle ist eine zusätzliche Öffnung angebracht. Er dient der Montage einer Antenne oder einer Seitenblinkleuchte. Im Bereich des Frontbleches befindet sich eine entsprechende Aussparung. Sie dient der Umschließung von Blinkleuchte und Scheinwerfer.

Weitere Besonderheiten von Kotflügeln sind Zierleisten. Häufig enthalten sie Embleme. Mit Zierleisten können Sie ihr Auto individuell gestalten. Es gibt verschiedene Formen. Neben einfachen Ausführungen gibt es solche mit gestufter oder Doppelfalz. Bei älteren Modellen wir Oldtimern findet man häufig besonders geschwungene Ausführungen.

Die Antidröhnbeschichtung

Ein weiteres Extra ist ein Anstrich auf der Innenseite des Kotflügels. Er unterbindet lautes Dröhnen und Geräusche, die durch Vibration entstehen können. Die Hersteller tragen ihn ab Werk serienmäßig auf die Karosserieteile auf. Er sorgt in Form einer Beschichtungsmasse mit guten Geräuschdämmwerten für Ruhe. Im Material selbst befindet sich ein komplexes System aus Mikroporen. Es bietet neben dem Vibrationsschutz eine zusätzliche Abschirmung gegen Kondenswasser. Zur Zerstellung nutzt man polymere Kunststoffe.

Antidröhnbeschichtungen bieten darüber hinaus noch weitere Vorteile. Einer davon besteht in ihrer Diffusionsoffenheit. Man versteht darunter die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und nach und nach wieder abzugeben. Bei metallischen Gegenständen ist dies besonders wichtig. Das hängt damit zusammen, dass sich auf einem Gegenstand umso mehr Wasserdampf als Kondenswasser niederschlägt, je kälter und dichter er ist. Häufiger Kontakt mit dieser Art von Feuchtigkeit kann dauerhaft zu Materialschäden führen.

Ein weiterer positiver Aspekt der Beschichtung ist ihre Elastizität. Stöße und schwere mechanische Einwirkungen werden damit kompensiert. Dies ist besonders bei häufig auftretenden Kotflügelzusammenstößen von Vorteil. Kleinere Parkrempler werden damit gut abgefedert.

Große Hitze stellt ebenfalls kein Problem dar. Das Material ist nicht entflammbar. Wärme isoliert es überdies. Meistens hat es Brandschutzklasse B1. Einige höherwertige Materialien haben Brandschutzklasse A2.  Die Hersteller benutzen ökologisch abbaubare und ungiftige Stoffe.

Wollen Sie eine neue Beschichtung auftragen, bedenken Sie, dass es unterschiedliche Schichtdicken gibt. Der Dämpfungsfaktor verstärkt sich in direkter Relation zur Schichtdecke. Doppelte Schichtdicke geht mit nahezu verdoppelter Geräuschdämmung einher.

Kotflügelverbreiterungen

Es besteht die Möglichkeit, die Kotflügel zu verbreitern. Dabei werden komplett neue und breitere Radkästen hergestellt. Zur Verbindung der seitlichen Kotflügel verbaut man in der Regel ein zusätzliches Trittbrett.

Trauen Sie sich das notwendige handwerkliche Geschick zu, können Sie den Einbau selbst vornehmen. Andernfalls wenden Sie sich ein an einen Fachmann. Zum Einbau benötigen Sie neue Radläufe.

Der erste Schritt besteht darin, die werkseitigen Radläufe mit einem Trennschleifer aufzutrennen. Anschließend fügen Sie die neuen Radläufe in entstandene Öffnung ein. Stellen Sie vor dem Kauf sicher, dass die Radläufe mit Ihrem Auto kompatibel sind. Es gibt unterschiedliche Breiten. Sie können sich an Ihrem persönlichen Geschmack orientieren.

Haben Sie die Radläufe genau eingepasst, beginnen Sie zu schweißen. Achten Sie hierbei auf ausreichende Sicherheitsvorkehrungen. Der Schutz der Augen hat beim Schweißen Priorität.

Ist die Schweißnaht abgekühlt, verzinnen Sie sie. Damit wird die Oberfläche veredelt und gegen Korrosion geschützt. Unebenheiten in der Oberfläche werden ebenfalls ausgeglichen. Bedenken Sie aber, dass eine Verzinnung zusätzliches Gewicht mit sich bringt. Auch Fahreigenschaften können sich dadurch bis zu einem gewissen Grad verändern.

Der letzte Schritt besteht in der Grundierung und der neuen Lackierung.

Radläufe auf eBay

Das Sortiment ist groß. Sie finden für jeden Geschmack die geeigneten Radläufe. Es gibt sie in unterschiedlichen Breiten. Verschaffen Sie sich auf eBay einen Überblick. Alle wichtigen Hersteller sind vertreten. Hierzu zählen:

Eine weitere Tuningmöglichkeit – Seitenschweller

Bei Seitenschwellern handelt es sich um ein Bauteil, das jeweils zwischen den Kotflügeln einer Autoseite eingesetzt wird. Grundsätzlich verfügt jedes Auto über Seitenschweller. Man bezeichnet damit das Blechprofil, das sich unter den Türen zwischen Vor- und Hinterrad befindet. Im Gegensatz zum Kotflügel trägt der werksmäßig verbaute Schweller entscheidend zur Stabilität der Karosserie bei. Darüber hinaus haben Sie eine Sicherheitsfunktion. Sie vermeiden im Falle eines Unfalls, dass sich die Fahrgastzelle zusammenfaltet und die Insassen ernsthaft verletzt werden. Autos mit einem Leiterrahmen benötigen dieses Bauteil nicht. Es ist nur bei Autos mit selbsttragender Karosserie notwendig.

Der getunte Seitenschweller ist eine besonders gestaltete Leiste, die bei tiefer gelegten Autos für eine ansprechende Optik und zusätzliche aerodynamische Vorteile sorgt. Mitunter stoßen Sie auch auf die Bezeichnung Seitenschürze. Beide Begriffe bezeichnen dasselbe Bauteil.

Der Einbau eines Seitenschwellers erfordert eine Genehmigung vom TÜV. Richtlinien, die eingehalten werden müssen, betreffen den Abstand zur Straße. Tuningteile wie ein Seitenschweller müssen überdies in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Bauen Sie sich ohne vorherige Genehmigung einen Schweller ein und werden Sie kontrolliert, müssen Sie mit einem hohen Bußgeld rechnen.

Seitenschweller bestehen in der Regel aus Kunststoff. Die Form verschiedener Modelle ist grundsätzlich ähnlich. Die längliche Strebe bietet allerdings viel Raum für Variationen. Es gibt Modelle mit unterschiedlichen Falzen, Farben und Ausstattungen. Die Montage ist in allen Fällen ähnlich. Man bohrt Löcher und befestigt den Schweller mit Schrauben an der Seite des Autos unter der Tür. Zur besonders starken Befestigung nutzen Sie einen Spezialkleber. Der Einbau ist vergleichsweise einfach. Laien müssen dafür nicht extra einen Fachmann konsultieren.

Pflege der Kotflügel

Wie der Rest der Karosserie sind auch die Kotflügel lackiert. Die Lacke bestehen aus Nitrocellulose, Kolophonium, Pulver- und Alkydharz. Sie brachen entsprechende Pflege. Eine weitverbreitete Pflegemöglichkeit sind Autoshampoos. Damit wird der Glanz möglichst lang erhalten. Zusätzlich nutzen Sie Polituren und Wachse. Das Autoshampoo wird zur Basisreinigung genutzt. Sie befreien damit die Lackoberfläche von Schmutz- und Ölresten. Man stellt sie aus Polymeren her. Zum Schutz des Lacks tragen Versiegelungen bei. Sie bedecken das Auto mit einer Schicht, die Wasser und Schmutz abweist. Achten Sie beim Kauf der Mittel darauf, dass sie Gummidichtungen und Chrom nicht angreifen..

Shampoos werden als Extrakt angeboten. 1-2 Becher reichen für bis zu 10 Liter Wasser. Bearbeiten Sie das Auto gründlich damit und lassen Sie es anschließend einwirken. Danach spülen Sie es ab, trocknen und polieren. Nutzen Sie hierfür Mikrofasertücher. Man bezeichnet den Arbeitsschritt als Abledern.

Wachse und Politur nutzen Sie anschließend zum Schutz und zur Veredelung der Oberfläche. Sie sollten die Mittel auch bei Ihren Kotflügeln etwa zweimal jährlich verwenden. Das Wachs tragen Sie nach der gründlichen Reinigung mit einem speziellen Pad auf. Nutzen Sie einen schattigen Platz, damit das Wachs nicht zu schnell eintrocknet. Nach dem Einwirken reiben Sie das Wachs mit einem Poliertuch ab. Im letzten Arbeitsschritt bearbeiten Sie die Oberfläche mit einer elektrischen Poliermaschine.

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