Einkaufsratgeber für Klassiker der Weltliteratur

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Einkaufsratgeber für Klassiker der Weltliteratur

Wie definiert man Weltliteratur?

Es gibt eine große Anzahl von Büchern, über die man sagt, man sollte sie zumindest einmal in seinem Leben gelesen haben. Eine wirkliche Liste zu erstellen und zu sortieren, welches Buch nun lesenswert ist und welches nicht, ist nur schwer praktikabel. Dennoch stechen aus der Masse der Publikationen einige Autoren und Werke hervor, die anerkanntermaßen über einen außergewöhnlichen Stellenwert in der Weltliteratur verfügen. Nichtsdestotrotz findet nicht jedes dieser Bücher Anklang bei allen Lesern, denn so breit gefächert wie die Auswahl sind auch die Themen und Schreibstile, die die Autoren an den Tag legen. Einige Werke überzeugen durch ihre gut versteckte Gesellschaftskritik, sind dafür aber nicht so leicht zugänglich, andere erzählen hingegen sehr mitreißende Dramen oder Liebesgeschichten, die dem einen oder anderen zu seicht erscheinen. Als Weltliteratur definiert man im allgemeinen Werke, welche über nationale Grenzen hinweg eine große Verbreitung erfahren haben und deren Inhalt man als bedeutsam für die Weltbevölkerung erachtet.

Deutsche Literatur

Einige haben bereits in der Schule, zumeist auf dem Gymnasium, Bekanntschaft gemacht mit einigen großen deutschen Schriftstellern. Als einer der bekanntesten gilt bis heute Friedrich Schiller, welcher zusammen mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottfried Herder die Epoche der Weimarer Klassik im 19. Jahrhundert prägte. Die Werke dieser Zeit sind überschattet von der Französischen Revolution und der Suche der Menschen nach Harmonie und Humanität. Schillers Bücher stellen oftmals einen Bezug zu aktuellen, geschichtlichen Themen dar. So thematisiert er in einem dreiteiligen Epos „Wallenstein“ den Werdegang des Feldherren Wallenstein, welcher sich aus realen Fakten aus dem Dreißigjährigen Krieg ableitet. In „Wilhelm Tell“ greift Schiller erneut auf eine wahre Begebenheit zurück und stilisiert in seinem Drama den Schweizer Nationalepos rund um den Freiheitskämpfer Tell. Goethe basiert sein wichtigstes Werk, welches er in Abschnitten schrieb, ebenfalls auf eine real existierende Person, Doktor Faustus. 1808 wird „Faust“, welches als eins der bedeutendsten Werke der deutschen Literatur gilt, veröffentlicht. Die Hauptfigur Heinrich Faust zieht eine selbstkritische Bilanz sowohl über sein Lebenswerk als Forscher als auch über sein Privatleben. Infolgedessen schließt er mit dem Teufel einen Pakt, welcher ihm seine Jugend wiedergibt, um seinem Leben eine andere Richtung zu verleihen.

Die Ära der deutschen Bildungsromane leitete Wieland im Jahre 1766 mit seiner in zwei Bänden erschienenen „Geschichte des Agathon“ ein. Sein Werk gilt als erster moderner psychologischer Roman und behandelt das Heranwachsen des Jünglings Agathon im 5. Jahrhundert vor Christus.  Agathon stellt sich im Laufe der Geschichte vielen Problemen wie Neid, Liebe und Moral und lernt aus seinen Erfahrungen.

Russische Literatur

Die russische Literatur ist unterteilt in zwei Epochen, in denen jeweils viele große Werke entstanden, die inhaltlich grundverschieden sind, aber durch die Kritik an der Gesellschaft und der Obrigkeit im Besonderen geeint werden. Die Periode der neueren russischen Literatur beginnt im 17. Jahrhundert, zu einer Zeit, da Peter der Große die Modernisierung Russlands vorantreibt und die Kultur den westeuropäischen Standards näherzubringen versucht. Symbole der zaristischen Zeit sind bis heute in St. Petersburg zu sehen, in der Stadt, die Peter nach europäischem Vorbild in den Sümpfen um die Mündung des Flusses Newa am Finnischen Meerbusen erbauen ließ. Als Widerspruch zu dem neuen Glanze Russlands stand die verarmte Landbevölkerung, die zum Großteil weder lesen noch schreiben konnte und über keinerlei eigenen Besitz verfügte. Mit der Herrschaft der Sowjets im Jahre 1917 begann die Zeit der Sowjetliteratur - eine Zeit, in der viele der großen Schriftsteller Russlands unter der Zensur litten und mit ihren Werken versuchten, die kommunistischen Strukturen zu kritisieren.

Neue russische Literatur

Das wohl bekannteste Werk der russischen Literatur stammt aus der Feder von Alexei Nikolajewitsch Tolstoi, hört auf den Namen „Krieg und Frieden“ und wurde zum ersten Mal 1868 in Moskau publiziert. Krieg und Frieden ist ein historisches Drama, welches in Zeit der Napoleonischen Kriege zwischen 1805 und 1812 spielt. Es gibt viele parallel ablaufende Handlungsstränge und über 200 Personen spielen eine mehr oder weniger gewichtige Rolle in Tolstois Werk. Wichtige Abschnitte der Handlung behandeln die Liebe, die politische Situation im zaristischen Russland sowie den Krieg mit Frankreich. Im November 1821 wird in Moskau Fjodor Dostojewski geboren, welcher im Verlaufe seines Schaffens mehrere Werke von Bedeutung erschuf. Bereits sein erstes Buch, „Arme Leute“, welches Dostojewski zwischen 1844 und 1845 schrieb, machte ihn zu einer Berühmtheit. Der Roman, welcher komplett in Briefform geschrieben ist, behandelt die Liebe zweier Petersburger, die aufgrund der gesellschaftlichen Zwänge und Lebensumstände niemals zueinanderfinden. Seine größten Werke sind jedoch „Schuld und Sühne“ und „Die Brüder Karamasow“. In Schuld und Sühne, welches 1866 erschien, durchlebt die von Dostojewski erschaffene Figur Rodion Romanowitsch Raskolnikow einen inneren Kampf über das Morden. Raskolnikow ist ein armer, aber intelligenter Student in Sankt Petersburg, welcher zu dem Schluss kommt, dass es unter bestimmten Bedingungen vertretbar ist, einen Mord zu begehen. Dostojewski verfasst hier nicht nur einen frühen Kriminalroman, sondern stellt mit den verschiedenen Figuren die Situation und die Werte der Bevölkerung im Russland des 19. Jahrhunderts dar. In „Die Brüder Karamasow“, Dostojewski letztem Werk vor seinem Tode 1881, widmet er sich schließlich der Gesellschaftskritik und der christlichen Religion. Die drei Karamasow-Brüder sind grundverschieden und jeder verkörpert einen Teil der russischen Gesellschaft. Als ihr Vater, welcher in allen Belangen als moralisch verfallen dargestellt ist, ermordet wird, fällt der Verdacht auf den ältesten der Karamasow-Brüder. Er soll seinen Vater im Streit um Geld und Liebe erschlagen haben und das Buch begleitet den Prozess sowie die Gedanken der Brüder um die Hintergründe.

Sowjetliteratur

Die Literatur in der Zeit der Sowjetherrschaft durchläuft einige wechselvolle Phasen. Sie beginnt mit Maxim Gorki, welcher in jungen Jahren die Revolution der Bolschewisten unterstütze und als enger Vertrauter Lenins galt. Sein Roman „Die Mutter“ aus dem Jahre 1907 thematisiert den Kampf des Arbeiters Pawel für die Revolution und gilt als Begründer und wichtigstes Werk der Literatur des sozialistischen Realismus. Ein weiterer wichtiger Schriftsteller der Sowjetliteratur, welchem 1965 für sein Werk „Der stille Don“ der Literaturnobelpreis verliehen wurde, ist Michail Scholochow. Er schreibt in seinem Werk die Lebensgeschichte des Donkosaken Melechow nieder, welcher unter anderem im Ersten Weltkrieg, der Oktoberrevolution und im Krieg zwischen den Weißen und der Roten Armee kämpft. Er sieht sich dabei zerrissen zwischen den politischen Ansichten der beiden Ideologien und kann sich mit keiner der beiden wirklich identifizieren. Er wechselt die Seiten und arrangiert sich schlussendlich mit den Siegern. Während Gorki von der sowjetischen Führung noch verehrt und gefeiert und Scholochow akzeptiert wurde, wandte sich der Tenor allmählich hin zu den Werken von Alexander Issajewitsch Solschenizyn. Der 1918 geborene Solschenizyn wurde im Jahre 1945, während er als Batteriechef in der Roten Armee an der Front diente, wegen Briefen mit stalinkritischem Inhalt verhaftet und zu acht Jahren Haft im Arbeitslager verurteilt. Anschließend wurde er verbannt und im Jahre 1974 aus der Sowjetunion ausgewiesen. Seine beiden bedeutendsten Werke sind „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“, welches 1962 erschien, und „Der Archipel Gulag“ aus dem Jahre 1973. Für das erste der genannten Bücher wurde ihm 1970 der Literaturnobelpreis verliehen. Beiden Bücher behandeln die Unterdrückung der Bevölkerung zur Zeit Stalins und schildern die Zustände in den russischen Gefängnissen und Arbeitslagern zur jener Zeit.

Britische Literatur
 

Ein Schriftsteller und Lyriker, welcher mit die ersten, bedeutenden Stücke der Weltliteratur erschuf, war der 1564 im englischen Stratford-upon-Avon geborene William Shakespeare. Er schrieb im Laufe seines Lebens 38 Dramen und viele seiner Zeilen sind uns als Zitate geläufig, so zum Beispiel „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ aus Hamlet. Aus Shakespeares Schaffen ein oder zwei Werke hervorzuheben fällt schwer, stammen aus seiner Feder so weltberühmte Tragödien wie Romeo und Julia, König Lear oder Macbeth. Auch die Historiendramen um Richard und Heinrich sind es wert, erwähnt zu werden. Als seine bekannteste Komödie gilt wohl „Ein Sommernachtstraum“, welches im Jahre 1600 zum ersten Mal aufgeführt wurde und im englischsprachigen Raum ein Klassiker der Theaterinszenierungen ist. Das im alten Griechenland spielende Stück verfolgt die Liebesgeschichte zwischen Hermia und Lysander. Shakespeare bedient sich oft tragischer Liebesgeschichten, die von gesellschaftlichen Zwängen geprägt oder vereitelt werden, so folgt „Romeo und Julia“ einem ähnlichen Szenario.


Amerikanische Literatur

Als Begründer der modernen Kriminal- und Horrorliteratur gilt der amerikanische Schriftsteller Edgar Allan Poe, welcher 1809 in Boston geboren wurde. Poe verfasste neben Gedichten eine Vielzahl von Kurzgeschichten, die zusammengefasst das Spektrum seines Schaffens deutlich werden lassen. Seine wichtigsten Werke entstanden in mehreren Phasen zwischen 1832 und 1849, darunter befinden sich Klassiker der Horrorliteratur wie „Die längliche Kiste“ oder „Das verräterische Herz“. Doch Poe war auch ein Meister der Satire, was er in Kurzgeschichten wie „Gespräch mit einer Mumie“ beweist.

 Ein weiterer bedeutender amerikanischer Schriftsteller war Mark Twain. Der 1835 in Florida unter dem Namen Samuel Langhorne Clemens geborene Autor schuf die weltbekannten Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Seine Werke stehen als gute Beispiele für die Zeit des amerikanischen Realismus und sind geprägt von Kritik an der Gesellschaft und dem sozialen Verhalten.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden